Abgrenzung trotz Gefahr im Verzug

Alle Themen, die in keines der Partnerschafts-Foren passen, bei denen es aber in weitestem Sinne um Beziehungen, soziale Kontakte usw. geht, Adoption, Pflege usw.
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Charlie Foxtrott
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Abgrenzung trotz Gefahr im Verzug

Beitrag Mi., 03.02.2021, 16:30

Hallo Leute,

zum Thema Abgrenzung bei Manipuation und Angst vor dem Nicht-Geliebt-Werden gibts ja schon einige aktive Threads. Ich glaube aber nicht, dass das bei mir der Grund ist. In jüngerer Vergangenheit hatte ich das dringende gesundheitliche Bedürfnis, mich abzugrenzen, aber wenn, dann wäre eine Katastrophe eingetreten, z.B.,
a) 24/7 im Job (> 60-Std.-Woche, Urlaubssperre, keine Vertretung trotz dringender Terminsachen, sonst Gefahr im Verzug), aber Vater muss dringend ins Pflegeheim (Mutter hatte nicht vorgesorgt), Bank will mich dringend sehen wegen Vollmacht (5 Std. weg, Öffnungszeiten unterirdisch, verweigert Problembehebung aus der Ferne). Mutter versteht nichts (Hörgeräteverweigerung) und wenn ich sage, ich kann nicht mehr, kommt der Standardsatz: "Das habe ich nicht gehört, musst du mal richtig sprechen!" (Mutter war Hausfrau und kann sich Projektleiterstelle einfach nicht vorstellen.)
b) im Job gehässige Bemerkungen wegen familiärer Verpflichtungen trotz Urlaubssperre und fehlender Vertretung (Krankenstand, Urlaub). Nein, Projekt konnte nicht liegenbleiben (sonst auch ernste Gefahr, ich weiss, dann hätte man mehr Personal ansetzen müssen, das gibts aber nicht).
Ich selbst krank und total übermüdet, schleppe mich trotzdem auf Arbeit (aus Angst vor Arbeitslosigkeit und Jobcenter, nicht vor dem Nicht-Geliebt-Werden), werde dort massiv von Kunden angegangen/bedroht (Traumatrigger), aber für Familie bleibt einfach keine Kraft. Krankenhaus und Bank aber fragen mich und drängen und drängen. Kann man sich auch nur für die Pflege krankschreiben lassen, also noch zur Arbeit gehen, aber für alles andere zu krank sein? Vater wurde im Heim vom Zimmernachbarn angegriffen und ich konnte mich kaum noch konzentrieren, weder auf ihn noch auf die Arbeit.
Betreuungsgericht setzt keinen Betreuer ein, da ja eine Vorsorgevollmacht (mit mir als Betreuer) existiert.

Nein, ich habe die Situation nicht bewältigt: Job verloren (hab nen anderen), ich krank, Vater tot. "Nur" das Projekt habe ich noch fertigbekommen. Zu gesunden Eltern hätte ich gesagt "Ihr könnt mich mal.", bei nicht lebensnotwendiger Arbeit ebenfalls, aber so? Am Ende bin ich ausgerastet und laut geworden. Natürlich gabs dann eine Rüge, weil ich mich nicht beherrschen kann. Andere haben Job, Eltern UND Kinder. Wie machen die das?
Danke fürs Zuhören!

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Kellerkind
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Beitrag Mi., 03.02.2021, 17:48

Ich weiß ja nicht,welche Projekte du leitest, aber seit dem 27.01 gibt es sowas wie eine Homeoffice-Pflicht, wenn nicht zwingend betriebliche Gründe dagegen sprechen. Selbst wenn du für das lebensnotwendige (?) Projekt vor Ort sein musst, dann doch sicher nicht nonstop? Dann kann man ja einen Tag lange alle Vor-Ort-Aufgaben machen und Büro-Aufgaben/Planung an einem anderen im Homeoffice. Dann dürfte das mit privaten Terminen und Zeitplanung doch wesentlich besser gehen?

So ganz hab ich dein Problem/deine Frage jedoch nicht verstanden. Wenn du krank bist, bist du krank. Nie war es leichter als in Corona-Zeiten. Egal was die anderen sagen. Du kannst dich sogar telefonisch krank schreiben lassen. Und dich mal einen Tag lang um dein Zeugs kümmern. Und falls du auch nur das kleinste Erkältungsanzeichen hast, dann SOLLTEST du auf jeden Fall zuhause bleiben. Oder du tust eben so.
Aber falls du dich KRANK zur Arbeit schleppst, es gutmeinend, in diesen Zeiten, dann hast du wahrlich was falsch verstanden. Für mich wäre diese Art von "gut gemeint" ein Kündigungsgrund. Wem tust du einen Gefallen, wenn du auf Arbeit alle ansteckst?!

Es fällt schwer, deine Schilderungen nachzuvollziehen. Ja, es GIBT S***jobs, in denen man mehr als 60h die Woche malocht. Aber dann muss es schon lohnen, ansonsten tut sich das niemand freiwillig an. Ja, es gibt Zeiten mit Urlaubssperre. Aber spästens nach ein paar Wochen mit solcher Situation ist man dann eben mal "nen Tag" oder "ne Woche"krank, egal ob es stimmt und nicht und denkt sich gepflegt "LMAA!", wenn man für so eine Firma arbeitet.

Betreung kann man ganz sicher wieder abgeben, aber ich geh stark davon aus, dass du das nicht möchtest.
Vor allem, wenn du wegen einer Vollmacht 5 Stunden unterwegs bist, dann ist das mit der Betreuung doch von vorneherein völlig unangemessen gewesen.

Alte Mütter kann man zwar nicht zu Hörgeräten zwingen, aber man kann sie solange ignorieren, bis sie es "freiwillig" besorgen, in dem man z:B. nicht mehr mit ihnen telefoniert oder redet. Man muss sich seien Eltern eben auch erziehen, auch wenn es schwierig und supernervig ist.

Und muss man als Projektleiter nicht wenigstens ein wenig auch ein wenig strukturieren, organisieren und delegieren können? Was nicht geht, das geht eben nicht und bleibt liegen.Punkt. Abgesehen davon, dass wenn es so ist, wie du beschreibst, der Arbeitgeber sich strafbar macht, da er seine Fürsorgepflicht verletzt.
Wie dem auch sei, ich kann mir nichts unter "Gefahr in Verzug" vorstellen, was DERART dringend sein sollte bei DERART Unterbesetzung außer im medizinischen Bereich.
"Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt."

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Charlie Foxtrott
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Beitrag Mi., 03.02.2021, 18:01

Hallo kellerkind,

es war vor Corona. Jetzt (ich schrieb ja, dass ich jetzt nen neuen Job habe), bin zwar immer noch angeschlagen, habe aber jetzt Zeit zum Luftholen und Reflektieren, da Vater tot.
Homeoffice geht als Bauleiter nicht, die Dinger stehen nun mal in der Gegend rum ;-) und es wird auch Mobilität/Montagebereitschaft verlangt.
Ich bin der Meinung, dass ich sehr gut strukturieren kann. Gern würde ich delegieren, aber wenn man kein Personal von der Firmenleitung bekommt und nur zu hören bekommt, man wäre bloss zu blöd, sich die Zeit einzuteilen...Bauwesen ist immer unterkalkuliert.
Meine Bereitschaft zum Shitjob beruht auf vorheriger Arbeitslosigkeit und den Schikanen vom Amt.
Deine Tipps zum Erziehen der Mutter, krank zu Hause bleiben danach und Rückgabe der Vollmacht finde ich hilfreich. Nur fängt dann der Stress beim Bezahlen von Rechnungen (ohne Vollmacht) an, wenn die Eltern nicht mehr können.

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Kellerkind
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Beitrag Mi., 03.02.2021, 18:23

Okay, das heißt du hast da oben nur die "VORHER"-Situation beschrieben, nicht die IST-Situation? Verstehe.

Aber du wirst doch sicherlich AUCH (unter anderem ) PC-Tätigkeiten haben? Bestellungen? Rechnungen?
Bei uns in der Firma...(ganz andere Branche)... handhaben wir das derzeit so, dass man dann die Büro-Arbeit solange sammelt, bis es sich lohnt, ein Tag im Homeoffice zu bleiben.

Rechnungen zahlen etcpp. , das würde dann ja der NEUE Betreuer machen, der dann wohl nötig wäre.
Wobei ich auch da nicht ganz durchblicke, dank ONLINE-Banking hat man doch soo viele Möglichkeiten? Du bräuchst von deiner Mutter nur ... von ihr persönlich übergeben... die Login-Daten. Aus die Maus.
Vielleicht das mal in die Wege leiten, dass ist zwar dann EINMAL aufwendig, aber danach nicht mehr.

Immer noch unklar:
Was hoffst du hier im PT-Forum zu finden? Was ist dein eigentliches Anliegen?
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Charlie Foxtrott
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Beitrag Mi., 03.02.2021, 18:59

Hallo kellerkind,

ja, ich rede von damals, weil ich jetzt, wo ich wieder Luft holen kann, dazulernen will. Ein 2. Mal halte ich das nicht aus, ohne hinterher in der Kardiologie oder wo auch immer zu landen.
Nee, Homeofficetag ging nicht, weil ich der troubleshooter war, also schnelle Eingreiftruppe, inklusive Wochenende.
Bei Onlinebanking bin ich skeptisch, da sich ja dann die Sicherheitsverantwortung von der Bank auf den User überträgt. Mutter hat so was nicht, viel zu alt. Ja, solchen Orgakram kann man machen, wenn mal Luft ist. Damals wäre das nicht gegangen. Schon gar nicht vom Montagecontainer aus. (egal, wie die Antwort ausfällt, Pros uns Cons sind nicht Aufgabe des Forums).
Was ich möchte: Abgrenzung lernen bei richtig auch materiellen/existenziellen Nöten. Das Ich-kann-nicht-nein-sagen-habt-mich-mal-bitte-lieb ist es bei mir m.E. nicht oder ich bin betriebsblind. Und wenn Vater oder Mutter zusammenklappen, dann ist m.E. nicht der richtige Zeitpunkt, sie zu erziehen und ihnen mangelnde Eigenverantwortung/Vorsorge vorzuhalten, oder?

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candle.
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Beitrag Mi., 03.02.2021, 19:26

Charlie Foxtrott hat geschrieben:
Mi., 03.02.2021, 18:59
Das Ich-kann-nicht-nein-sagen-habt-mich-mal-bitte-lieb
Ist es meiner Meinung auch nicht, aber therapeutisch wird es oft so angeboten.

Vielleicht tust du es ja in Prinzip gerne?

LG candle
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Sadako
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Beitrag Mi., 03.02.2021, 19:53

Charlie Foxtrott hat geschrieben:
Mi., 03.02.2021, 18:59

Was ich möchte: Abgrenzung lernen bei richtig auch materiellen/existenziellen Nöten. Das Ich-kann-nicht-nein-sagen-habt-mich-mal-bitte-lieb ist es bei mir m.E. nicht oder ich bin betriebsblind. Und wenn Vater oder Mutter zusammenklappen, dann ist m.E. nicht der richtige Zeitpunkt, sie zu erziehen und ihnen mangelnde Eigenverantwortung/Vorsorge vorzuhalten, oder?
Es gibt einen Weg, dass zu lernen. Warte einfach darauf, dass du so an die Kante kommst, dass du zusammenklappst.
Ich wünsche dir das nicht. Aber ich lese soviel: „ja, aber...“ bei dir. Es scheinen immer die Umstände im Außen zu sein, alles ist irgendwie alternativlos. Das ist natürlich nicht real. Es gibt andere Handlungsmöglichkeiten und wenn du mal NEIN sagst, dann hat das Konsequenzen.
Beim Onlinebanking geht was schief, der Arbeitgeber ist enttäuscht, weil du nicht jederzeit Gewehr bei Fuß stehst,..
Letztlich hat alles, was du tust und auch was du lässt Konsequenzen. Du kannst abwägen, was dir wichtiger ist. Die meisten Sachen von denen man sich ins Bockshorn jagen lässt, sind letztlich nicht lebensbedrohlich in ihren Auswirkungen.
Vielleicht nutzt du deine Therapie mal um zu gucken, was wirklich die Triebfeder hinter deiner Unfähigkeit dich abzugrenzen und hinter dem Gefühl der Situation ausgeliefert zu sein, steckt

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Charlie Foxtrott
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Beitrag Mi., 03.02.2021, 20:51

Sadako hat geschrieben:
Mi., 03.02.2021, 19:53
Warte einfach darauf, dass du so an die Kante kommst, dass du zusammenklappst.
... Aber ich lese soviel: „ja, aber...“ bei dir. Es scheinen immer die Umstände im Außen zu sein, alles ist irgendwie alternativlos. ... was wirklich die Triebfeder hinter deiner Unfähigkeit dich abzugrenzen und hinter dem Gefühl der Situation ausgeliefert zu sein, steckt
Gut auf den Punkt gebracht. Kurz davor war ich, die Krankheiten will ich jetzt nicht aufzählen, zu öffentlich (schwaches Immunsystem, Kreislauf etc.) Ja, genau das will ich herausfinden. Vom Kopf her lehne ich "außen ist Schuld" total ab, ertappe mich aber trotzdem dabei. Now what?
Ich biete an: Gewalterfahrungen (nur Unterwerfung hilft), "Gehirnwäsche" in Rehaklink, harte Zeit bei Arbeitslosigkeit und Wohnungsnot (noch vor H4) = nie wieder, Angst, wieder abzurutschen und soziales Umfeld zu verlieren, frühe Parentifizierung durch Eltern, die es nie gelernt haben, ihre Probleme selbst anzugehen...

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Charlie Foxtrott
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Beitrag Mi., 03.02.2021, 21:23

Ach ja, und da waren dann auch noch Jobcenter-Maßnahmen mit gewalttätigen Typen als Kollegen. Panik, dass das noch mal passiert.

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Beitrag Mi., 03.02.2021, 21:25

Charlie Foxtrott hat geschrieben:
Mi., 03.02.2021, 20:51

Vom Kopf her lehne ich "außen ist Schuld" total ab, ertappe mich aber trotzdem dabei. Now what?

...frühe Parentifizierung durch Eltern, die es nie gelernt haben, ihre Probleme selbst anzugehen...
Du doch auch nicht, oder?

Sofern deine Altersangabe stimmt, bist du anscheinend kaum in der Lage DEINE Probleme selbst anzugehen, sondern nur die von anderen.

Ja, Parentifizierung ist Mist. Kenne ich.Aber du bist doch alt genug, oder? Hätte man ja durchaus mal bearbeiten können in den letzten 1 bis 2 Jahrzehnten?

(*nicht böse gemeint*)

Wenn du weder wieder in Arbeitslosigkeit abrutschen willst NOCH nochmal so was wie im letzten Job erleben willst, dann liegt es an dir... (nicht am Außen!)... deine Softskills und Einstellungen zu ändern.

Bei Abgrenzung i.w.S. geht es nicht darum, dass die Welt da draußen "weg bleibt" mit ihren Anforderungen, sondern man lernt, sie gar nicht erst rein zulassen.

DU musst (dir) Grenzen setzen, sonst tut es keiner. Und du kanst nicht versuchen, erst das Außen zu ändern, damit es nicht mehr über dich wegtrampelt. Das wäre keine Abgrenzung, sondern im Gegenteil, die Projekt deines Grenz-Problems auf andere.

Was würde ein Bauleiter tun, wenn Hinz und Kuns ständig über seine Baustelle latschen und auch noch Resourcen klauen oder für Chaos sorgen? Vermutlich Schild aufbauen, Zäune errichten, Baustelle sichern und im worst case Anzeigen erstatten.
Du hingegen stehst in der Metapher völlig hilflos mitten in der Baugrube und bittest das Umfeld verzweifelt, dass es doch bitte aufhören soll und das alles respektieren bzw. heulst vor Wut und Hilflosigkeit, während jeder um dich herum in deinem Terrain mit dir macht, was er/sie will.

Ich gebe fernerhin zu bedenken:
Wenn dein Ziel ist, NICHT ins Hartz4 zu fallen oder ähnliches, ist es nicht gerade zielführend, im Gegenteil, sogar ein Spiel mit dem Feuer, die Sache so weit zu treiben bis man aus psychischen Gründen komplett arbeitsunfähig ist. Burnout.Erwerbungsunfähigkeitsrente. Sozialer Abstieg. Und so weiter. Was genau das Gegenteil ist, von dem was du erreichen willst.

Das war so weit von mir. Ich verabschiede mich aus diesem Thread vorerst, möchte dir aber noch ein Zauberwort mit auf den Weg geben. Abgedroschen, aber trotzdem immer wieder sehr hilfreich.Das Zauberwort lautet:

WORK-LIFE-BALANCE!
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Charlie Foxtrott
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Beitrag Mi., 03.02.2021, 21:58

:!!: Wow, hart aber hilfreich.

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diesoderdas
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Beitrag Sa., 13.03.2021, 07:06

Charlie Foxtrott hat geschrieben:
Mi., 03.02.2021, 20:51
frühe Parentifizierung durch Eltern, die es nie gelernt haben, ihre Probleme selbst anzugehen...
Ich kenne das auch, das man im Grunde mehr nach den Sachen von anderen schaut als nach den eigenen Sachen.
Finde, dass es sich leicht sagt, dass man sich einfach abgrenzen soll. Meist geht es da ja um nahestehende Personen oder Familie.
Es gibt z.B. Aufgaben, die anstehen und an denen kein Weg dran vorbei führt. Irgendjemand muss die machen. Wenn die betreffenden es nicht machen/nicht können/nicht erledigen können - wer soll es dann machen, wenn nicht man selbst, z.B. als Kind von entsprechenden Eltern?

Klar, man kann bei unwichtigeren Sachen noch recht leicht zu anderen sagen "mach es selbst", aber was wenn klar ist, dass es schief geht? Schaut man da als z.B. erwachsenes Kind wirklich zu? Oder gibt z.B. Eltern in Betreuung?
Habe nichts einzuwenden in Betreuung, also verurteile sowas nicht oder so. Aber ob ich selbst das mal kann, keine Ahnung , eher nicht. Ich habe schon ab und an Betreuer mitbekommen. Und da gibts Spezies, die will man niemandem antun geschweige denn denen die Verantwortung für z.B. Eltern oder Großeltern übertragen.

Ich kanns nachvolllziehen, dass man da weitermacht bis man selbst umfällt. Nicht sinnvoll, nicht gut, aber ich kanns nachvollziehen.

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leuchtturm
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Beitrag Sa., 13.03.2021, 13:54

Ich kanns nachvolllziehen, dass man da weitermacht bis man selbst umfällt. Nicht sinnvoll, nicht gut, aber ich kanns nachvollziehen.
nur ist damit der TE nicht geholfen. :kopfschuettel:

CharlieFoxtrott: kein Mensch ist unersetzlich.
Mich stimmt es immer arg skeptisch, wenn jmd von sich erzählt, er/sie sei 24/7 im Job. Lebenswichtig. Auf ewige Zeiten Urlaubssperre.

Tut mir Leid, das KANN nicht sein. Nicht mal als Rettungsarzt bist du 12 Monate im Dauereinsatz. Oder vll gerade als solcher NICHT.


Ich kenne deine Mutter nicht und weiß nicht, wie fit sie körperlich und geistig (noch) ist.
Manche Fehler muss man seine Eltern aber auch machen lassen. Ähnlich wie bei den eigenen älteren Kindern.


Insgesamt lese ich bei dir durchaus die Haltung: ich-mache-alles-damit-ihr-mich-liebhabt- Und dabei immer von einem worst-case Szenario ausgehend.

Warum muss dich jeder liebhaben? Hast du jeden lieb??

Kümmere dich bitte um dich selbst. Sonst macht es nämlich niemand. :evil: :hugs: :hugs:

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diesoderdas
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Beitrag Sa., 13.03.2021, 20:36

leuchtturm hat geschrieben:
Sa., 13.03.2021, 13:54
Ich kanns nachvolllziehen, dass man da weitermacht bis man selbst umfällt. Nicht sinnvoll, nicht gut, aber ich kanns nachvollziehen.
nur ist damit der TE nicht geholfen. :kopfschuettel:
Das Kopfschüttel kann ich nun nicht nachvollziehen.
Man kann doch mitteilen, dass man etwas nachvollziehen kann. Nicht mehr, nicht weniger war das.

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Beitrag Mo., 15.03.2021, 09:53

Hallo Ihr,

schön, dass Ihr den Thread wieder aufgegriffen habt. Also, ich glaube immer noch, bei mir ist es nicht das "habt mich mal bitte lieb", sondern die Angst, wieder in Gewaltverhältnisse abzurutschen, aus denen ich mich mühsam herausgekämpft habe. Also bpw. wegen Arbeitslosigkeit ins Brennpunktviertel ziehen müssen oder zurück ins Elternhaus, wo ganz in der Nähe ein bestimmter Täter wohnt. Und das Stigma "psychosomatisch", was bei einigen Ärzten/Therapeuten so viel heisst wie Drückeberger, arbeitsscheu, bekämpfen.
Außer bei der Pflege, da gebe ich Euch Recht: Was machst Du denn, wenn kein Platz in der Verhinderunsgpflege frei ist, auf Arbeit hast Du Abgabetremin und der Boss hat nicht mal ne Krankheitsvertretung für Dich eingeplant? Einfach mal gegen die Wand fahren lassen? Und der Vater wird im Heim behandelt, das geht auf keine Kuhhaut, so richtig mit Gewalt, Beleidigungen, Angriff vom Bettnachbarn und keinen kümmerts. Soll man sich da ruhig auf seine Arbeit konzentrieren?
Allerdings gibts auch Grund zum Optimismus: Die Mutter zieht jetzt freiwillig in eine Wohnstätte, juhu!
Allerdings ist das Ganze m.E. auch ein politisches Problem, das Angehörigen zu viel abverlangt wird und Beruf + Familie eben nicht geht, es sei denn, man will die nächste H4-Generation großziehen. Klar, evtl. übertreibe ich auch und will jetzt auf Teufel komm raus Geld scheffeln, damit ich bloss nie wieder mit Einserdiplom beim Jobcenter sitze und zu hören bekomme: Interessiert mich nicht, Sie können ja nichts und ich kann mit Ihnen machen, was ich will. (was nicht heisst, dass ich mir für geringer qualifizierte Arbeiten zu schade bin, auch schon gemacht.)