Mutter verdreht Tatsachen und ich bin die Schuldige

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Mutter verdreht Tatsachen und ich bin die Schuldige

Beitrag Mi., 03.03.2021, 13:35

Aktuell leide ich sehr unter der Bez. zu meiner Mutter. Sie ist 60, seit bald 40 Jahren mit meinem Vater verheiratet, in der Ehe gibt es schon immer Streit und ungelöste Konflikte. Ich bin die jüngste von 4 Kindern.

Vor 2 Monaten gab es einen großen Knall zwischen mir und meiner M. Ich war zu Besuch und sie hat sich (mal wieder) nicht an Absprachen gehalten, ich fand das nicht ok fand, und sie meinte dann, ich kann ja wieder gehen. Es eskalierte,sie wurde laut, weit hergeholte Vorwürfe (es ginge immer nur nach mir, ich stelle immer nur Forderungen) und dass wir alle (Kinder) schon über 30 sind, weder verheiratet und keine Kinder haben. Das lässt sie auch gegenüber meinen Geschwistern vom Stapel. Da ich mir das nicht länger anhören wollte, bin ich gegangen.

1 Tag später stand sie vor meiner Tür. Sie wollte "reden", aber schafft es nicht mal, sich zu entschuldigen. Ich habe habe durchaus Einsicht, aber sie null.Ich habe einige Themen auf den Tisch gepackt und dass ich den Zustand im Elternhaus nicht länger ertrage. Habe ihr mehrmals schon Therapie empfohlen, das lehnt sie ab. Habe ihr signalisiert das zu lösen unter der Bedingung, dass sich auch bei ihr etwas ändert. Auch darauf ist sie nicht eingegangen und dann mit "dann gehen wir halt im Streit auseinander" gegangen.

Ich schrieb später, dass ich erstmal etwas Abstand brauche, das nicht böse meine und mich melde. Das hat sie nicht wirklich akzeptiert, mich anfangs nicht in Ruhe gelassen, dann gemeint dass ich jetzt "übertreibe", aber "wenn ich es unbedingt will, dann ist es eben so". Dachte ok, jetzt lässt sie mir vllt etwas Luft.

Ich hatte ca. 1,5 Monate Ruhe, bis sie dann wieder - unangemeldet - morgens vor meiner Tür stand. Das empfinde ich als Grenzüberschreitung, weder nachzufragen, ob das ok für mich ist, ob ich da bin etc. Das sagte ich ihr auch an der Tür, in ruhigem Ton. Sie aber war immer noch total aufgebracht, drängelte sich dann in meine Wohnung und anstatt versöhnlich zu sein, fing sie wieder mit Vorwürfen an. Verdrehte mir die Worte im Mund, ich hätte sie ja direkt angeblafft. Sie wollte das "hier und jetzt sofort klären oder das war es". Ich sagte nochmal, zu welchen Bedingungen wir das gern tun können. Und wieder "es geht immer nur um dich". Dann fing sie mit ihren Gesundheitsproblemen an, wo ich dann auch explodierte, da auch ich gerade einige Baustellen habe. Dann gab es weitere Vorwürfe, sie hat ja von allen Kindern die Schnauze voll, wir sind alle egoistisch, keiner kümmert sich um sie (außer der eine "Gute" Sohn), nie melden wir uns. Auf die Nachfrage, was sie denn will, um was wir uns kümmern sollen, hat sie keine Antwort.

Es endete dann mit einem von ihr gewollten Schlüssel Austausch. Dann ist sie abgedampft, will von mir nix mehr wissen, hat die Tür lautstark zugeknallt.

Mit einem Bruder, zu dem ich ein gutes Verhältnis habe, hab ich über die Situation gesprochen. Auch bei ihm gab es ähnliche Situationen, vor der Tür unangemeldet stehen, die Kinder-Nummer etc. Auch er findet das unangemessen, versteht das alles überhaupt nicht, muss auch nicht so oft dort sein, und meint auch, dass ich da erstmal nichts machen kann.

Nun bekam ich einen Brief von meiner Oma, die M meiner M. Ohne die genauen Hintergründe zu kennen macht sie mir jetzt auch Vorwürfe: ob ich denn wüsste, welchen schweren seel. Schaden ich damit anrichten würde, dass sie sehr darunter leidet, dass ich (!) den Kontakt abgebrochen habe, keine Eltern es verdient hätten und ich über meinen Schatten springen und auf sie zugehen soll.Kein bitte, keine Frage nach meiner Sicht, wie es MIR damit geht, und warum überhaupt das ganze. Der Abstand zu meiner M tut mir gut, aber dieser Brief meiner Oma hat mich total runtergezogen. Ich finde das einfach extrem unfair, ohne genaues Wissen mir noch mehr Vorwürfe zu machen. Meine M wird ihr gegenüber wieder alles verdreht haben, ich bin die Schuldige. Dabei wollte ich nur etwas Abstand und hatte überlegt, wie gehe ich wieder auf sie zu, bis sie mit ihrer Furienaktion alles sabotiert hat und SIE den Kontakt abgebrochen hat.

Ich habe schon oft überlegt, in Therapie zu gehen, auch wenn ich soweit gut mit der Situation klar komme. Jetzt zieht das aber solche Kreise und ich weiß langsam nicht mehr, wie ich damit umgehen soll? Ich rede da einfach gegen eine Wand.

Meine M hat diese Aggressionen und sieht nie die Schuld bei sich. Meine Grenzen werden nicht respektiert, meine Art zu leben nicht akzeptiert. Sie sieht mich nicht als erwachsen an. Mit einem eigenen Leben, das durchaus sehr ausgefüllt ist. Sie treibt mich immer mehr weg von ihr. Liebe und emotionale Verbindung spüre ich zu meinen Eltern nicht. Noch nie.

Ist da evtl auch eine NPS bei ihr drin? Einiges spricht dafür. Gibt uns die Schuld und wir sind egoistisch, sieht aber nicht, dass es sich doch nur um sie dreht.

Was kann ich tun, vor allem für mich? Einen Therapeuten werde ich so schnell nicht bekommen.

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candle.
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Beitrag Mi., 03.03.2021, 14:09

Hallo!

Ich kann dir da nicht so weiterhelfen, aber einen Rat habe ich: Bloß nicht mit Geschwistern solidarisieren oder sonst wen. Wenn du mit deiner Mutter etwas klären möchtest, solltest du genauso erwachsen daran gehen wie du es von ihr erwartest. Und vielleicht ein bißchen deine Kampfhaltung ablegen wäre auch gut.

Wenn du dich veränderst, kannst du Glück haben, das andere (deine Mutter) unbemerkt mitzieht, aber das dauert. So mit den Streitereien und jeden da mit reinziehen wird es wohl nicht so gut klappen.

LG candle
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Beitrag Mi., 03.03.2021, 14:18

Ich finde es von dir sehr übergriffig, dass du deiner Mutter zu einer Therapie rätst - das sagt: Sie ist seltsam und du kannst überhaupt nichts für eure Konflikte. Da stehst du ihr also in nichts nach. Familie ist eben schwierig und natürlich ist es blöd, dass jetzt deine Oma noch mit Vorwürfen kommt - aber dann schreibe deiner Oma eben, dass sie sich in Dinge einmischt, die sie nicht versteht und nur eine Seite kennt und verbalisere deine Seite. Wenn es dich so umtreibt. Ich denke, ich käme mit sowas auch nicht klar - Vorwürfe durch Dritte und würde mich da positionieren müssen.

Wenn du das nicht willst, dann ignoriere es einfach und versuch, die Sache zu sehen, wie sie ist: Ihr habt ein schwieriges Verhältnis zu dem zwei gehören. Und vielleicht muss das in einer Therapie aufgearbeitet werden, wenn es dich kirre macht. Das weißt nur du!
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Beitrag Mi., 03.03.2021, 15:07

Danke für eure Antworten.

Im Gegensatz zu meiner Mutter versuche ich das - ich bin ruhig, ich frage was sie will, was sie erwartet. Klar werde auch ich irgendwann emotional, aber sie hat die Kampfhaltung, nicht ich. Ich biete ihr ja schon Lösungen an. Ich wehre mich einfach nur nach all den Jahren, weil ich das nicht mehr ertrage.

Was ist so schlecht am solidarisieren? Ich wollte auch erstmal nur wissen, ob es nur mich betrifft, aber offensichtlich nicht. Mich trifft nur die ganze Wucht ihrer unaufgearbeiteten Probleme.

Verändert habe ich mich schon. Ich habe mich die letzten Jahre sehr viel mit Persönlichkeitsentwicklung auseinander gesetzt. Viel an mir und meinen Problemen gearbeitet. Ich will da auch gar keinen reinziehen, das macht sie ja schon, wer weiß wer mich in Zukunft noch als die böse Tochter sehen wird, ohne die wahren Hintergründe zu kennen.

Aha, ich bin übergriffig, weil ich ihr einen Weg aufzeige, den ich auch selber gehen würde? Eine Therapie zu machen hat nichts damit zu tun, dass man seltsam ist, sondern Hilfe von außen benötigt, wo man selbst nicht mehr weiter kommt.

Und bevor ihr denkt, dass ich alle Schuld von mir wegschiebe - dem ist nicht so. Mir ist schon klar, dass da zwei dazu gehören, aber was soll ich denn noch machen, als ruhig an die Sache ranzugehen aber von ihr dann nur Vorwürfe zu bekommen? Dass sie null versöhnlich an die Sache geht? Ich hab's versucht.

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Beitrag Mi., 03.03.2021, 15:16

Sag ihr worüber du nicht mit ihr sprechen möchtest, da es immer eskaliert. Gibt ja auch andere Themen bei denen ihr miteinander könnt oder? Und dass sie sich anmelden soll wenn sie zu Besuch kommen möchte.
Wie ist euer Miteinander sonst, wie oft hört ihr voneinander?

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candle.
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Beitrag Mi., 03.03.2021, 15:18

Marseille hat geschrieben:
Mi., 03.03.2021, 15:07
Was ist so schlecht am solidarisieren?
Stelle dir vor der Kontakt wäre zu dir abgebrochen, aber zu deinem Bruder nicht. Und was, wenn dein Bruder auch gar nicht daran denkt zu brechen. Ob Kontaktpause oder irgendwas bleibst du drinnen UND draußen. Wie wäre das für dich?

Ich gehe mal davon aus, dass du eine gestandene Frau bist und es schaffst dich wenigstens auf Augenhöhe zu battle`n, wobei eigentlich wäre für das was du willst wohl eine Portion Diplomatie und Geduld nötig um zum Ziel zu kommen. Du bist zwar Tochter, aber eben auch erwachsen. Und ich weiß nicht, man schlägt doch nicht mit mehreren im bildlichen Sinne auf eine schwache Person ein?

UND man läßt jedem seinen freien Raum zu entscheiden wie er/ sie mit der Situation umgehen will, heißt, dass du deinen Bruder nicht beeinflussen solltest, weil das auch übergriffig ist.

Verändert habe ich mich schon. Ich habe mich die letzten Jahre sehr viel mit Persönlichkeitsentwicklung auseinander gesetzt. Viel an mir und meinen Problemen gearbeitet. Ich will da auch gar keinen reinziehen, das macht sie ja schon, wer weiß wer mich in Zukunft noch als die böse Tochter sehen wird, ohne die wahren Hintergründe zu kennen.
Eine Therapie zu machen hat nichts damit zu tun, dass man seltsam ist, sondern Hilfe von außen benötigt, wo man selbst nicht mehr weiter kommt.
Wo braucht deine Mutter denn Hilfe?

LG candle
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Beitrag Mi., 03.03.2021, 15:20

Es ist immer übergriffig, wenn man jemandem, mit dem man offensichtlich Probleme in der Kommunikation hat, rät, eine Therapie zu machen. Ich würde das nur jemandem raten, dem es schlecht geht - jemanden, der gerade Hilfe braucht und nich jemandem, der meine Sicht nicht akzeptiert. Davon schreibst du aber nichts. Bei mir wäre bei diesem Ratschlag in eurer Situation total Sense.

Ich sag nicht, dass deine Mutter nicht ebenfalls Verantwortung trägt. Wird sie, und Eltern-Kind-Beziehungen sind häufig schwierig - ich habe zum Beispiel keinerlei Kontakt mehr zu meinem Vater und bin sehr froh darüber. Ich sehe da nicht die Möglichkeit, dass wir uns jemals verstehen könnten, empfinde ihn als runterziehenden und grenzüberschreitenden Typen und das brauche ich nicht. Ich lebe damit, dass er mich widerum für alles verantwortlich macht und vermutlich auch schlecht über mich redet. Wenn ich das mitbekommen würde, würde ich eben einfach meine Sicht auf unseren Kontaktabbruch benennen und gut wäre das für mich. Du schreibst aber wegen der Konflikte in einem Forum und dementsprechend bist du arg belastet dadurch - und das gilt es mal in einer Therapie zu untersuchen. Mir scheint, ihr seid euch noch viel zu nah - du und deine Mutter.
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Beitrag Mi., 03.03.2021, 16:17

Aufgrund der Zeichenbegrenzung konnte ich auch nicht alles aufschreiben. Ich musste es stark zusammen fassen.

Wo sie Hilfe braucht? Ihr geht es schlecht, schon seit Jahren, und das hat auch viel mit ihrer Ehe, aber natürlich auch ihrer Vergangenheit zu tun. Ich rate doch das nicht, weil sie meine Sicht nicht akzeptiert, also bitte.

Wir sind uns viel zu nah? Dabei will meine Mutter ja gerade viel mehr Nähe! Aber mir ist es zu viel, es gibt auch einfach keinen großartigen gemeinsamen Nenner. Sie will Dinge unternehmen, aber mir ist das mit ihr oder generell Familie einfach zu anstrengend, es macht mir keinen Spaß, ständig geraten meine Eltern wegen sinnlosen Nichtigkeiten aneinander. Ist doch klar dass ich da meine Ruhe will, aber sie sieht diese Probleme gar nicht (mehr). Ich möchte einfach nur mein Ding machen ohne Vorwürfe zu bekommen. Mein Leben leben. Wenn ich was aus meinem Leben erzähle, kommt eh nur ein Aha, hmm, sie kann da gar nicht folgen, weil sie vieles wahrscheinlich nicht versteht. Oder nicht interessiert.

Auch beeinflusse ich meinen Bruder nicht, ich habe ihn lediglich gefragt, wie der Umgang bei ihm ist... Ist doch normal mal zu fragen um dem Problem vllt mal näher zu kommen. Das hat nix damit zu tun dass ich "mit mehreren auf eine schwache Person einschlagen" will. Jeder kann doch für sich entscheiden, wie er damit umgeht. Ob und wie er Kontakt hält ist mir ziemlich egal, es ist seine Sache.
Sag ihr worüber du nicht mit ihr sprechen möchtest, da es immer eskaliert. Gibt ja auch andere Themen bei denen ihr miteinander könnt oder? Und dass sie sich anmelden soll wenn sie zu Besuch kommen möchte.
Wie ist euer Miteinander sonst, wie oft hört ihr voneinander?
Ich hab ihr schon mehrmals gesagt, gewisse Dinge bitte zu unterlassen. Daran hält sie sich nicht. Auch das mit dem anmelden, egal, sie denkt sie ist Mutter und hat das Recht dazu. Sie versteht es einfach nicht, dass das Grenzüberschreitend ist. Eigtl dachte ich letztes Jahr, dass es echt gut läuft, und natürlich habe ich mich gemeldet, Mal geschrieben, mal angerufen, wenn sie krank war gefragt wie es ihr geht, mich gesorgt. Aber, wenn man dann da ist, dann sind sie selbst beschäftigt, oder am Telefon kurz angebunden, da kommt dann nix, naja und irgendwann wird es halt weniger, weil was gibt es denn groß zu besprechen, wenn man da ist hängt der Haussegen eh wieder schief, also gehe ich nicht mehr hin, weil es unschön ist und mich runter zieht. Daran arbeiten will aber keiner. Keine Freude, wenn man da ist, nur schlechte Stimmung.

Sie macht mir aber mittlerweile auch Vorwürfe zu Dingen, als ich noch nicht mal geboren war. Das soll bitte einer verstehen.

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Malia
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Beitrag Mi., 03.03.2021, 16:38

Ich denke, eine Therapie könnte dir helfen, das "Drama" anders zu bewerten und zu erleben.
Auch Abstand nehmen, ohne zu verletzen, kann man mit Unterstützung lernen.
Unter dem aktuellen Problem sitzt vermutlich etwas, das schon viel früher begonnen hat.
In einer Therapie könnte sich deine Haltung ändern - und somit eventuell auch das Verhalten deiner Mutter.
Ich durfte es oft erleben, dass aktuelle Konflikte sich durch eine gute Therapiesitzung auflösen konnten.
„Jede schwierige Situation, die du jetzt meisterst, bleibt dir in der Zukunft erspart.“
Dalai Lama

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Beitrag Do., 04.03.2021, 10:07

Ich habe mich gerade gefragt wie ihr eure Eltern jetzt in der Coronazeit versorgt habt, da ist es ja fast unmöglich Abstand zu gewinnen.

Naja irgendwie kommt ihr in der Kommunikation nicht zusammen. Wie wäre es da mit Unterstützung?

LG candle
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_löwenzahn
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Beitrag So., 28.03.2021, 21:43

Hey Marseille!

Ich kann deine Gefühle sehr gut nachvollziehen. In meinem Fall rückt mir meine Mutter nicht auf die Pelle, sondern macht eher das genaue Gegenteil, aber reden können wir auch nicht.
Ich verzweifle auch nach wie vor daran, dass ich meine Mutter einfach nicht erreiche; dass sie mich einfach nicht versteht.. und mich dafür verantwortlich macht, an unserer Sprachlosigkeit! Genau, wie du es beschreibst!

Und nach wie vor muss ich auch immer wieder feststellen, dass ich diese Hoffnung, dass es irgendwann mal ENDLICH besser wird, immer noch nicht losgeworden bin. Und gerade in den letzten Tagen verzweifle ich wieder mehr an diesem Thema und kann mir nicht vorstellen, jemals mit dieser Situation zurecht zu kommen.

Ich denke der einzige Weg ist tatsächlich an sich selber zu arbeiten. Ich seh's bei mir selber seit einem Jahr. Hab da eine psychoanalytische Therapie angefangen. Und tatsächlich gab's schon Tage, wo mich das alles sehr unberührt ließ! Weil ich in der Therapie mir selber immer mehr Raum schaffe. Das allerdings braucht unglaublich viel Zeit und sehr viel Mut (Tut mir leid, ich möchte dich nicht sofort entmutigen...).

Was ich dir sagen will.. ich kann dir zum Thema Therapie nur sagen: Mach's! Es ist gerade am Anfang sicher nicht so einfach, wie man sich's erhofft und auch benötigt man evtl. einige Anläufe, um den/die passende/n Therapeuten/in zu finden, aber es lohnt sich. Es schafft Bewusstsein für dich selbst (welches in diesem Raum auch bleibt!); gibt dir die Möglichkeit, dich emotional zu distanzieren; du lernst die Dinge mehr und mehr zu akzeptieren...

Ich hoffe, meine wirren Gedanken ermutigen dich vielleicht ein wenig. Auch wenn's wie gesagt anfangs schwer erscheint (durch Wartezeiten; welche Therapie-Form passt; Unstimmigkeiten mit Therapeuten etc.) eine Therapie zu finden, welche sich gut anfühlt... fang "einfach" an! Ich glaube an dich =)

Und ich möchte danke sagen! Dass du deine Situation hier teilst. Dass hat mir gerade auch wieder zu ein bisschen Mut und.. Sachlichkeit verholfen. Ich find's gut, Gedanken und Gefühle zu teilen.

herzliche Grüße, Löwenzahn

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amarok
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Beitrag Mo., 29.03.2021, 20:58

Hallo Marseille

auch ich würde Dir zu einer Therapie raten, vielleicht eine tiefenpsychologische Therapie, wo Du über Deine Kindheit reden kannst.

Ich von meiner Seite aus kann Dir nur sagen, dass es mir unendlich gut tat, von meinem Therapeuten ernst genommen zu werden. Immer hatte ich ein ungutes Gefühl in mir drin, wenn ich zu meinen Eltern fuhr, denn ich hatte so gar keine Lust dazu. Dann ist raus gekommen, dass meine Mutter narzisstische Züge hatte und mir wurde vieles klar. Du kannst sie nicht ändern, aber Du kannst Dich abgrenzen. Und es hilft enorm, immer wieder vom Therapeuten Unterstützung zu bekommen, denn es braucht viel Kraft sich gegen das Missverständnis von anderen zu wehren.

Gruss Amarok
:-) bleib bei Dir :cool:


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Beitrag Fr., 30.04.2021, 16:49

Ich kann dich gut verstehen. Sie scheint dich aber nicht zu verstehen. Kleinen Kinder zwingt man immer auf sich an die älteren anpassen zu müssen. Ich kenne auch dieses Tatsachen zu verdrehen machten meine Mutter und Oma gelegentlich auch. Das liegt eher daran das man damit die Schuld von sich abweisen möchte.


Ich glaube das das mit den Jahren nicht mehr gut geht auf die Dauer. Laut meinen Therapie Stunden solle man gewisse Sachen die hoch kochen einfach so sein lassen. Und nicht persönlich nehmen. Man kann immer nur mit Konflikten umgehen. Aber auch ich merke das man Sachen einfach nicht ohne Zoff bewältigt bekommt. Ich denke es liegt einfach daran das kein Verständnis beim Gegenüber besteht. Nur so kann ich mir Sachen erklären die logischerweise zu klären wären.


ziegenkind
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Beitrag Fr., 30.04.2021, 17:03

Ich verstehe Dich sehr gut, Marseille. I

Ich habe letztes Jahr den Kontakt zu meinem Vater abgebrochen, der mich und meine Art zu leben so selbstverständlich abwertet, wie er atmet (weil: keine Kinder, kein Haus, kein Auto). Ich habe nach einer letzten Eskalation beschlossen, dass ich das nicht mehr will. Er muss nicht gut finden, wie ich lebe, aber er darf mich nicht beleidigen. Wenn er sich nicht explizit entschuldigt, möchte ich ihn nicht sehen.

das ist 10 Monate her und mit jeder Woche habe ich mehr aufgeatmet, gemerkt, dass ich mich auch in anderen Situationen besser durchsetzen, abgrenzen kann, seit ich meinem Vater nicht mehr erlaube, ungestraft auf mir rum zu trampeln. Klar, er hat mir auch leid getan zwischendurch. Aber dann habe ich mir gesagt, es liegt in seiner Hand: er muss nur kurz sorry sagen und gut ist. Ich finde mich da eigentlich sehr großzügig ...
Die Grenzen meines Körpers sind die Grenzen meines Ichs. Auf der Haut darf ich, wenn ich Vertrauen haben soll, nur zu spüren bekommen, was ich spüren will. Mit dem ersten Schlag bricht dieses Weltvertrauen zusammen.


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Beitrag Fr., 30.04.2021, 17:29

In einer Psychotherapie Session wird einem auch eingepleut das man nur sein eigenes Verhalten ändern kann nicht das der anderen. Das vergesse ich auch gelegentlich. Ich rede mit meiner Mutter um ihr meine Sicht der Dinge klar zu machen. Aber das ist nur eine gewisse Zeit klar. Wird sowieso nicht ernst genommen.