Was genau hat meine Frau?

In diesem Forumsbereich können Sie sich über Schwierigkeiten austauschen, die Sie als Angehörige(r) oder Freund(in) von psychisch Erkrankten bzw. leidenden Personen konfrontiert sind.
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wind of change
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Re: Was genau hat meine Frau?

Beitrag Mi., 28.04.2021, 13:06

Hallo Frank,
Ich habe das Gefühl, deine Frau ist im Grunde ziemlich unzufrieden mit sich selbst. Und dieser Frust entlädt sich dann zwischendurch immer wieder auf dich, andere und deinen Sohn (tragisch). Was die Sache aber auch nicht besser macht, für dich, deinen Sohn und eure Umgebung selbstverständlich nicht, ABER auch nicht für deine Frau, sondern nur noch schlimmer!
Du musst sie ja nicht gleich endgültig verlassen, aber einen deutlichen Warnschuss setzen! Z.B. dann wirklich für unbestimmte Zeit ausziehen und ihr deutlich machen, dass du So nicht mehr mit ihr zusammenleben kannst und willst, es auch für deinen Sohn untragbar ist und wenn sie übrigens auch im Straßenverkehr so unberechenbar ist, ist es auch eine Allgemein-Gefährdung, auch deshalb geht es so nicht weiter! Ich hoffe, dass so ein deutlicher Warnschuss dazu beiträgt dass sie sich wirklich besinnt, der scheint wirklich nötig zu sein, letztlich würdest du IHR damit auch helfen, weil sie sicher nicht in bester Verfassung ist, wozu letztlich auch Selbstzufriedenheit zählt, die sicher nicht dadurch gefördert wird wenn man selber immer wieder aggressiv wird (im Gegenteil).
Auch Medikamente können Reizbarkeit und Aggressivität fördern, wie hier auch schon jemand anderes schrieb, aber da lehne ich mich lieber nicht zu weit aus dem Fenster wie und ob und wenn ja in welcher Weise bei deiner Frau das der Fall ist; aber schon allein deshalb wäre es sicher nicht verkehrt, mit ihrem Arzt zu sprechen, das kannst DU durchaus (dem Arzt erzählen), auch wenn der Arzt/die Ärztin sich an die Schweigepflicht halten muss.
Vielleicht gab es auch einen Auslöser als das ganze vor 8 Jahren anfing (Schwangerschaft? hormonelle Veränderungen?), aber da würde ich jetzt nicht beim nachdenken darüber stehenbleiben, sondern auch jetzt deutliche Schritte tun (vor allem 'Warnschuss' der Frau gegenüber). Alles Gute!

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Beitrag Mi., 28.04.2021, 13:52

Ich bin auch dafür, mal den Psychiater anzurufen und zu sagen: Ich mache mir Sorgen um meine Frau.

Da kann nämlich alles kommen von: "Ihre Frau? Die war seit 1 Jahr nicht mehr bei mir"
bis zu : "Ich habe ihr dringend zu einer Psychotherapie/stationärem Aufenthalt/Medikamenten geraten"

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lisbeth
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Beitrag Mi., 28.04.2021, 14:36

captcha hat geschrieben:
Mi., 28.04.2021, 13:52

Da kann nämlich alles kommen von: "Ihre Frau? Die war seit 1 Jahr nicht mehr bei mir"
bis zu : "Ich habe ihr dringend zu einer Psychotherapie/stationärem Aufenthalt/Medikamenten geraten"
Genau das darf nicht kommen, wenn der Psychiater was taugt. Wäre eine gravierende Schweigepflichtsverletzung. Genaugenommen darf er noch nichtmal zugeben, dass Franks Frau bei ihm in Behandlung ist.

Was er tun kann: Frank beraten, wo er Hilfe und Unterstützung findet, um die Situation für sich und seinen Sohn zu verbessern. Franks Frau bei ihrem nächsten Termin ein Gespräch zu dritt vorschlagen, aber nur wenn Frank damit einverstanden ist (und das sie ja aber nicht will). Psychoedukation über die Diagnose/n von Franks Frau ist dagegen schon wieder schwierig, weil das auch eine Schweigepflichtsverletzung wäre. Und das Wissen über Diagnosen ändert an der Situation: gar nichts.
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Pianolullaby
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Beitrag Mi., 28.04.2021, 17:20

Nun hier kann Dir niemand sagen was Deine Frau hat, das kann nur ein Arzt, aber du solltest handeln
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Fairness
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Beitrag Mi., 28.04.2021, 19:15

Dreamteam hat geschrieben:
Mi., 28.04.2021, 07:48
Soll ich sie deshalb abschliessen? Ich glaube das wäre nicht fair. Natürlich wäre unser Leben um ein vielfaches einfacher und ruhiger. Aber irgendwas in mir sagt immer, gib nicht auf....
Ich verstehe das gut, dass du der Beziehung immer wieder 'noch eine' Chance geben möchtest. Eure gemeinsame Zukunft hast du dir am Anfang anders vorgestellt, stimmt? Sie war die ersten zwei Jahre anders, und es lebt ein kleiner Funken der Hoffnung, dass diese Frau vom Anfang eurer Partnerschaft noch irgendwo in ihr drin ist, hinter 'der' gewalttätigen, verletzten und verletzenden Fassade. Es kann aber sein, dass du ihren Charakter über die Jahre erst näher kennengelernt hast und das, was du dir erhoffst, ihrerseits eher eine Fassade wäre.

Sie könnte sich vielleicht ändern, für euch, jedoch dafür muss sie es zuerst selber wollen. Sie müsste Mitgefühl haben können, um nicht mal die Idee zu bekommen, euch mit dem Messer zu bedrohen. Du wirst sie durch keine deine Handlung ändern können, vor allem nicht durch solche, in welcher du für ihre emotionalen Zustände als Abladestelle verfügbar bleibst.
"Man will Sicherheiten und keine Zweifel, man will Resultate und keine Experimente, ohne dabei zu sehen, dass nur durch Zweifel Sicherheiten und nur durch Experimente Resultate entstehen können." (C.G.Jung)

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Beitrag Mi., 28.04.2021, 19:39

Naja, auch wenn man krank ist, ist man immer noch für sich selbst verantwortlich.



Was tut sie denn alles so dafür, dass sie die "Krankheit" besser im Griff hat?

Was tut sie für euch für dich und deinen Sohns damit sie es euch erleichert?



Sorry, sie ist eine erwachsene Frau. Und sie wird ja wohl mitbekommen, dass sie psychische Probleme hat und ihr alle darunter leidet.
Sie kann nicht einfach so ihr Umfeld damit terrorisieren, wie sie lustig ist. Das würde ich nicht mitmachen.

Wäre ja genauso, wenn sich jemand ein Bein bricht, aber lässt sich nicht richtig behandeln, läuft damit den ganzen Tag rum, der Bruch verheilt nicht und dann noch von den Angehörigen erwarten, dass man den ganzen Tag überall hingetragen wird, weil man ja nicht laufen kann.
So kommts mir vor.

Auch wenn man psychisch krank ist, trägt man die Verantwortung wie man mit sich und anderen umgeht.
Sie sollte dich fragen, ob du mal mit zum Psychiater kommst, damit du besser damir klar kommst zum Beispiel. Das sollte ihre Idee sein, dass ihr beide da zur Beratung hingeht.
Sagt ja schon viel aus, dass sie da für dich gar keine Hilfe ist.
Naja, deine Sache, wenn du ihr da ewig hinterherennen willst.
Hört sich so an als ob von ihr da nicht viel zurück kommt.
"You cannot find peace by avoiding life."
Virginia Woolf

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amarok
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Beitrag Mi., 28.04.2021, 20:20

Hallo Dreamteam

vielleicht würde Dir selber eine Psychotherapie helfen, um Dich und auch diese Situation zu Hause besser verstehen zu können. Irgendwie kann ich ja verstehen, dass Du kämpfen willst für Deine Familie, aber wie lange noch? Oft können sich Menschen erst trennen, wenn DAS EREIGNIS passiert ist und es kein Zurück mehr gibt. Diesen Zeitpunkt aber wirst nur Du selber spüren.

Was in mir aber eine unheimliche Wut auslöst, ist, dass ihr beide ein sehr schlechtes Vorbild für euer Kind seit! Vorallem Deine Frau hat wohl keine Ahnung was ein Kind emotional braucht. Das ist für mich keine Liebe! Er lernt von euch beiden, dass es ok ist zu schlagen, dass man sich nie sicher fühlen darf und immer auf der Hut sein muss. Und dass er seine Gefühle und Meinung zurück halten muss und sich immer nur nach ihr richten muss, dass es ihr einigermassen gut geht. Grenzen gibt es nicht und Angst ist ein ständiger Begleiter. Und was heisst eigentlich Verantwortung für sein Leben übernehmen? Er lernt nicht sich selbst zu sein und für sich selber einzustehen. Keine sichere Bindung, kein Selbstvertrauen und Urvertrauen!
:-) bleib bei Dir :cool:

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Beitrag Mi., 28.04.2021, 21:17

Hallo, da bin ich wieder... Hab mir all eure Antworten durchgelesen. Vielen Dank erstmal für eure klaren Worte. Also damals wurde in der Klinik eine Persönlichkeitsstörung diagnostiziert. Seitdem nimmt sie ein Medikament, immer abends. Kurz danach wird sie müde und schläft wie ein Stein....
Ich denke, vieles liegt an Ihrer eigenen Kindheit, an Ihrem Elternhaus. Dort gab es einen gewalttätigen Vater, eine alkoholkranke Mutter und die jüngere Schwester die stets bevorzugt wurde...

Ja, wenn sie ruhige Monente hat dann weiss sie dass sie Mist gebaut hat. Sie weiss auch dass sie Hilfe bräuchte. Aber es ist ihr peinlich freiwillig in die Klinik zu gehen. Dann würde ihr Arbeitgeber davon erfahren (Arztpraxis) und das wäre ihr peinlich.
Aber irgendwas muss passieren, da habt ihr alle Recht.
Und ja, sie war vermutlich schon früher so, sie konnte sehr gut schauspielern. Das kann sie jetzt noch wenn sie neue Leute kennenlernt. Anfangs wird sie immer von allen gemocht. Da kann sie sehr nett sein und geht auf alle zu. Aber irgendwann lässt sie dann doch das Charakterschwein raushängen und alle wenden sich ab. Es gibt nur sehr wenige Menschen wo sie aufrichtig und liebenswürdig ist. Meine Familie, meine Eltern, meine Geschwister und meine Tochter aus erster Ehe. Alle anderen behandelt die früher oder später abfällig und unfair. Sie legt allen Steine in den Weg und ich habe das Gefühl dass es ihr immer dann gut geht wenn es anderen gerade nicht gut geht... Ich weiss gar nicht wie ich sowas beschreiben soll... Zum Beispiel neulich, da fragte ihre Kollegin ob meine Frau für die einspringen könne für zwei Stunden weil die ihre Kinder nicht unterbringen konnte wegen Corona. Ich sagte zu ihr, hilf ihr, du hast Zeit, ich bin zu Haus. Meine Frau sagte nö, die soll selbst sehen wie sie klar kommt... Und hinterher freut sie sich diebisch dass andere ein Problem haben. Das ist doch alles nicht normal...

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Beitrag Mi., 28.04.2021, 21:38

Dreamteam hat geschrieben:
Mi., 28.04.2021, 21:17
Ja, wenn sie ruhige Monente hat dann weiss sie dass sie Mist gebaut hat. Sie weiss auch dass sie Hilfe bräuchte. Aber es ist ihr peinlich freiwillig in die Klinik zu gehen. Dann würde ihr Arbeitgeber davon erfahren (Arztpraxis) und das wäre ihr peinlich.

Ach weisst du, das ist heute doch schon fast 'normal', in eine "Psycho-Klinik" zu gehen. Nur sagt das nach aussen kaum jemand, insbesondere nicht im beruflichen Umfeld. Ich war schon erstaunt, wirklich erstaunt, nachdem ich mich "geoutet" hatte, wieviele Leite sagten, sie wären auch betroffen, von denen ich das nie geglaubt hätte.
Sie muss ja beruflich den Leuten nicht auf die Nase binden, weshalb sie krankheitsbedingt ausfällt und wenn doch kein Weg dran vorbeiführt, muss sie auch nicht erzählen, was genau für Probleme sie hat. Falls sie ihren Job verlieren sollte (Konjunktiv!): Was ist ihr (euch) wichtiger, ihr eigenes Seelenheil und noch dazu das ihrer Familie inkl. Sohn oder der Job? Schlimmstenfalls würde sie alles verlieren (damit meine ich ihre Familie inkl. unglücklichsein und bleiben bzw völlig verzweifeln, denn sie leidet doch auch selbst darunter, gehe ich mal von aus), dann doch lieber jetzt handeln, auch wenn es unangenehm sein sollte wenn im beruflichen Umfeld irgendwelche Schwierigkeiten kommen sollten.

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Beitrag Mi., 28.04.2021, 21:48

Dreamteam hat geschrieben:
Mi., 28.04.2021, 21:17

Zum Beispiel neulich, da fragte ihre Kollegin ob meine Frau für die einspringen könne für zwei Stunden weil die ihre Kinder nicht unterbringen konnte wegen Corona. Ich sagte zu ihr, hilf ihr, du hast Zeit, ich bin zu Haus. Meine Frau sagte nö, die soll selbst sehen wie sie klar kommt... Und hinterher freut sie sich diebisch dass andere ein Problem haben. Das ist doch alles nicht normal...

Wenn Sie das auch so offensichtlich ihren Kollegen zeigt, könnten die beruflichen Schwierigkeiten aber auch bald aus der Ecke kommen, also letztlich ihrem Verhalten, was sie jetzt schon zeigt. Von daher ...... wäre ein Klinikaufenthalt wohl auch aus der Sicht sicher nicht das verkehrteste

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Beitrag Mi., 28.04.2021, 22:57

Wenn Sie dich sehr reizt und du schon Angst hast dass dir die Hand ausrutscht: du musst dich nicht wehren indem du sie schlägst (das willst du ja auch nicht), du kannst ihr aber auch anders körperlich einhalt gebieten, wenn sie handgreiflich wird: ihre Hände oder Arme nehmen, sie nach unten strecken (jedenfalls so, dass sie nicht mehr hand-greiflich werden kann), sie ruhig angucken und sagen "das reicht jetzt". Wenn sie dann zusammenbricht und weint, kannst du sie auch in den Arm nehmen, manchmal sind solche Ausbrüche auch Ausdruck grosser Hilflosigkeit und Verzweiflung und auch sich allein und überfordert fühlen und du schreibst ja selber, dass sie danach oft weint. Du würdest dich dadurch nicht von ihr abwenden, aber auch zeigen, eine
Re-aktion, das du So nicht mitmachst.

Sich vorübergehend zu trennen, wenn nichts mehr geht, muss aber auch nicht heißen, jemanden alleine zu lassen, das kann auch BEIDEN (auch dir) wehtun, aber letztlich 'fruchtbarer' sein als jahrelang auszuhalten. Aushalten kann auch eine Form von verlassen, nicht kümmern sein, resignieren, ist die Beziehung dann noch lebendig??

Aber kümmer dich auch um dich selber weil auch der stärkste Mensch ist, auch mit den besten Motiven, nicht davor sicher, zusammenzubrechen und das würde ja auch euch allen nichts nützen. DU bist auch noch da und dieser Mensch (Du) wird sich auch irgendwann mal melden, wenn er völlig ins Hintertreffen gerät.
Und für deinen Sohn tragt ihr beide Verantwortung, du wohl gerade besonders in dieser Situation, weil deine Frau "out of order" ...

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chrysokoll
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Beitrag Do., 29.04.2021, 10:02

ja, Persönlichkeitsstörung hab ich mir schon gedacht bei deiner Beschreibung.
Das klingt danach.
Du kannst dich ewig darum drehen was du "normal" findest - für deine Frau läuft es doch.
Sie hat keine wirklich Motivation sich zu ändern, sich behandeln zu lassen, etwas zu unternehmen.
Warum auch, du machst doch alles mit.

Was ich wirklich kritisch finde: Du setzt euer Kind dem ganzen aus und unternimmst nichts.
Und DAS ist nicht in Ordnung, es geht da nicht nur um dich.