Meine Eltern sind Messies

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BluePoint
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Meine Eltern sind Messies

Beitrag Mo., 20.01.2020, 10:38

Hallo!
Gibt es hier jemanden, der bereits jemandem helfen konnte, eine Wohnung auszumisten?

Bei mir sind es die Eltern. Und es ist immer so, wenn einer bereit ist es anzugehen, stellt sich der andere dagegen. Es ist so schon schwer einen zu überzeugen und ich kann nicht ständig da sein und schlichten zwischen ihnen.

Also ich wäre nur über Tipps dankbar, wie man sowas lösen kann.

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spirit-cologne
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Beitrag Mo., 20.01.2020, 13:56

M.E. ist das sehr schwierig, wenn du da als "Kind" dazwischen hängst, dann wirst du nach meiner Erfahrung zwangsläufig in den Konflikt hineingezogen.

Deshalb würde ich, wenn es irgendwie geht, diese Aufgabe an eine neutrale außenstehende Person übergeben. Erkundige dich am besten mal vor Ort, ob es in deiner Stadt da Stellen gibt, wo du Hilfe bekommen kannst, z.B. beim Sozialamt oder sozialpsychatrischen Dienst.
It is better to have tried in vain, than never tried at all...

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gonemas
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Beitrag Mo., 20.01.2020, 18:20

Ich würde mich da raus halten. Die sind erwachsen, das ist nicht Dein Bier.

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Anna-Luisa
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Beitrag Mo., 20.01.2020, 21:41

Ich würde mich auch raushalten. Wenn sie dich nicht helfen lassen, bezweifle ich sehr, dass sie die aufgedrängte Hilfe einer neutralen Person haben wollen. Aber du kannst deine Eltern ja mal fragen.
Fordere viel von dir selbst und erwarte wenig von den anderen. So wird dir Ärger erspart bleiben.
(Konfuzius)

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Coriolan
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Beitrag Mo., 20.01.2020, 22:28

Es hängt davon ab, wie arg deine Eltern betroffen sind.

Wenn du Glück hast, kannst du sie überreden, in der Zeit, wo du ausmistest, sich woanders (am besten ausser Haus) aufzuhalten, sonst hast du nämlich nur Diskussionen ohne Ende bei allem, was du entsorgen möchtest und kommst zu nix. Außerdem gibt's dann auch keine Diskussionen zwischen deinen Eltern.

Wollen sie denn überhaupt ausmisten? Beide? Das halte ich für das Wichtigste. Wenn nur einer von beiden Elternteilen das möchte, dann sollten die sich vielleicht erst einmal untereinander einigen, bevor du was unternimmst.

Sonst stehst du nämlich ständig zwischendrin und das hilft vermutlich niemandem.
Behinderung/Erkrankung ist eine Erklärung für Vieles, aber keine Entschuldigung für Alles.

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BluePoint
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Beitrag Di., 21.01.2020, 13:33

Danke für die Antworten!

Wie gesagt, sie wollen beide, aber sobald einer anfängt, stellt sich er andere dagegen.
Es wurden schon Sachen ausgemacht, besonders bei großen Gegenständen. Als dann jemand kam um das abzuholen, wollte mein Vater es auf keinen Fall mehr weggeben. Obwohl es vorher mit ihm abgeklärt war, und er einverstanden war.

Neutrale Person geht gar nicht. Sie lassen niemanden rein.

Dass ich sie wegschicke und alleine alles mache, würde die Sache zwar beschleunigen, aber das würde so nicht funktionieren. Einige Sachen sind ja noch gut und ich kann nicht ent scheiden was sie noch brauchenund was nicht.

Das Argument "sie sind erwachsen" finde ich etwas merkwürdig.
Wenn jemand nach Hilfe fragt, sagt ihr dann auch: Du bist erwachsen, komm damit klar?

Ich dachte, vielleicht hat jemand Tipps wie man das machen kann.

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Anna-Luisa
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Beitrag Di., 21.01.2020, 14:14

BluePoint hat geschrieben:
Di., 21.01.2020, 13:33
Das Argument "sie sind erwachsen" finde ich etwas merkwürdig.
Wenn jemand nach Hilfe fragt, sagt ihr dann auch: Du bist erwachsen, komm damit klar?
Der Punkt dürfte sein, dass deine Eltern eben NICHT nach Hilfe gefragt haben.
Fordere viel von dir selbst und erwarte wenig von den anderen. So wird dir Ärger erspart bleiben.
(Konfuzius)

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gonemas
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Beitrag Di., 21.01.2020, 14:34

1.) Deine Eltern haben nicht um Hilfe gefragt
2.) ich würde darum bitten, allzumal von meinem Kind. In dem Moment in dem das Kind sich freiwillig parentifiziert wäre mir klar, dass da einiges mehr als schief läuft und es wäre meine erste (!) Mutterpflicht, meine Tochter raus zu halten aus dem Chaos, das ICH verbockt habe. Im generellen kontext lautet der Ausdruck dafür auch "Mündigkeit".

Man kann das Pferd auch von hinten aufzäumen und Dich fragen, warum Du Deine Eltern entmündigst und was das Dir bringt.

Du willst Tips:

Entrümpelungsdienst beauftragen.

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Malia
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Beitrag Di., 21.01.2020, 16:58

Es gibt ehemalige "Messies", die ihre Hilfe anbieten.
Vielleicht findest du so jemanden im Netz (in entsprechenden Selbsthilfeforen) und kannst dir dort kompetenten Rat holen?
Ich schau mit immer "Trödeltrupp" im TV an und hab eine Vorstellung davon, wie schwer eine Veränderung den Betroffenen fällt, weil das Sammeln und Horten ja tiefere Ursachen hat.
Alles wird wieder gut.
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Das Leben ist wie Fahrradfahren: um die Balance zu halten, muss man in Bewegung bleiben.

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lisbeth
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Beitrag Di., 21.01.2020, 17:24

Ich hab das mal im Bekanntenkreis mitbekommen, dass eine Freundin versucht hatte, ihrem Bruder in so einer Situation zu helfen. Ging nicht gut aus und brachte auch keinen "Erfolg", aber dafür gegenseitige Vorwürfe, Verletzungen, Unverständnis etc. und beide Seiten waren nicht in der Lage, sich in den anderen hineinzuversetzen, weil die gemeinsame Geschichte zu lang zurückgeht und man viel zu sehr miteinander verwoben ist und beide dabei ständig einen inneren Alarmzustand hatten. Für den/die Betroffenen ist der Druck eh total hoch, denn das ist ja ein emotionales Problem, geht ja nicht "nur" darum,"einfach mal so" zu entrümpeln

Von daher wären externe, also (emotional) neutrale Helfer und Profis, die sich mit der Problemlage auskennen, wahrscheinlich wirklich sinnvoller. Finde Malias Vorschlag gut, es gibt Selbsthilfeforen und -gruppen für diese Thematik, dort kriegst du sicher auch Auskunft von (ehemaligen) Betroffenen, die sich und ihre Situation inzwischen anders reflektieren. In den meisten Großstädten gibt es inzwischen auch Beratungsstellen für Messies und Angehörige. Da würde ich mich an deiner Stelle mal hinwenden. Denn wenn du versuchst, das alleine zu regeln, rauchst du dich zwischen allen Fronten auf. Ich denke mal, Hilfe zur Selbsthilfe wäre da sinnvoller, also dass du schaust, dass du deine Eltern ein Stück auf dem Weg begleitest, damit sie selbst die Hilfe suchen können, die sie brauchen.

Ich kann mir vorstellen, dass das hart ist, denn es sind ja deine Eltern und ich kann verstehen, dass du ihnen auch helfen möchtest. Hast du Geschwister? Falls ja, was sagen die zu der Situation?
In dem Maß wie wir anfangen, Fragen anders zu stellen, werden wir auch neue Antworten finden.

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Beitrag Di., 21.01.2020, 19:41

Anna-Luisa hat geschrieben:
Di., 21.01.2020, 14:14


Der Punkt dürfte sein, dass deine Eltern eben NICHT nach Hilfe gefragt haben.
Ähm...doch?
Wie kommst du denn auf diese Aussage?

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Beitrag Di., 21.01.2020, 19:44

Malia hat geschrieben:
Di., 21.01.2020, 16:58
Es gibt ehemalige "Messies", die ihre Hilfe anbieten.
Vielleicht findest du so jemanden im Netz (in entsprechenden Selbsthilfeforen) und kannst dir dort kompetenten Rat holen?
Ich schau mit immer "Trödeltrupp" im TV an und hab eine Vorstellung davon, wie schwer eine Veränderung den Betroffenen fällt, weil das Sammeln und Horten ja tiefere Ursachen hat.
An sowas habe ich auch gedacht, jemand der das kennt, vor dem es einem nicht unangehm ist. Und die es auch nachvollziehen können.
Solche Gruppen gibt es?
Weißt du zufällig wie solche Foren heißen?

Ich schaue nicht fern, geben sie dort auch Tipps?


Candykills
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Beitrag Di., 21.01.2020, 19:45

Ich denke auch, dass du diese Hilfe nicht leisten kannst, sondern den SPDi dazu einschalten solltest, so dass der sich mit deinen Eltern auseinandersetzt und schaut, inwiefern sie Hilfe wollen, brauchen und kriegen können.
Ein Leben ohne Katze ist möglich...aber sinnlos.

„Aber ich wusste von Anfang an, dass die Arbeit mit Schizophrenen bedeutete, das Rätsel zu studieren, ein Mensch zu sein und seinen Verstand verlieren zu können". (Christopher Bollas)

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Beitrag Di., 21.01.2020, 19:47

lisbeth hat geschrieben:
Di., 21.01.2020, 17:24
In den meisten Großstädten gibt es inzwischen auch Beratungsstellen für Messies und Angehörige. Da würde ich mich an deiner Stelle mal hinwenden. Denn wenn du versuchst, das alleine zu regeln, rauchst du dich zwischen allen Fronten auf. Ich denke mal, Hilfe zur Selbsthilfe wäre da sinnvoller, also dass du schaust, dass du deine Eltern ein Stück auf dem Weg begleitest, damit sie selbst die Hilfe suchen können, die sie brauchen.

Ich kann mir vorstellen, dass das hart ist, denn es sind ja deine Eltern und ich kann verstehen, dass du ihnen auch helfen möchtest. Hast du Geschwister? Falls ja, was sagen die zu der Situation?
Ja, dann werde ich mich dort mal schlau machen!

Ja, einen Bruder, aber er wohnt auf einem anderen Kontinent und sie stehn sich leider gar nicht nahe.

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Anna-Luisa
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Beitrag Di., 21.01.2020, 20:11

BluePoint hat geschrieben:
Di., 21.01.2020, 19:41
Anna-Luisa hat geschrieben:
Di., 21.01.2020, 14:14


Der Punkt dürfte sein, dass deine Eltern eben NICHT nach Hilfe gefragt haben.
Ähm...doch?
Wie kommst du denn auf diese Aussage?
Du hast es nirgends erwähnt. Außerdem schien letztlich immer jemand gegen die (aufgedrängte? ) Hilfe zu sein.

Und wenn du schon schreibst, dass es bereits schwer sei, einen zu überzeugen, klingt das nicht so, als käme die Idee von deinen Eltern.
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