Was mir am meisten in der Therapie geholfen hat......

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hungryheart
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Was mir am meisten in der Therapie geholfen hat......

Beitrag Di., 12.04.2011, 07:50

wie der titel schon sagt: ich wüsste gerne von euch, was euch in der therapie am meisten, oder ganz besonders geholfen hat.

ich komme darauf, weil mich das gestern eine freundin gefragt hat, die gerade in therapie ist.
aus dem bauch heraus bin ich zu meiner überraschung darauf gekommen, dass mir eigentlich am meisten die aussagen und verhaltensweisen der theras geholfen haben, die mich (manchmal scheinbar wenig empathisch und "sensibel" ) aus meinen detailverliebten psycho-klein-klein-problemchen, (die , je mehr ich mich damit beschäftigte, immer mehr und völlig unangemessen hypertrophierten)auf den boden zurückgeholt haben.

als ich z.b. ewig rumgeeiert bin , ob ich in die klinik gehen soll, oder nicht und immer wieder meine angst, das für und wider thematisiert habe hat sie irgendwann gesagt:
bewegen sie jetzt ihren a**** in die klinik und gut ist, oder lassen sie es und tragen die konsequenzen- alles ist gesagt und besprochen ich will davon nichts mehr hören.

da wurde mir klar, wie sehr ich mich da reingesteigert hatte, dass eh klar war, was die sinnvolle enscheidung ist und dass ich noch ewig über meine damit verbundenen gefühle und ängste nachgrübeln kann, mir das aber einfach null bringt.


diese realitätsverzerrung un die lächerlichkeit des um -sich selbst und des um klein-klein detailprobleme und nebenkriegsschauplätze kreisens wurden mir des öfteren recht drastisch vor augen geführt.
und im nachhinein muss ich sagen: auch wenn ich immer empört war: DAS hat mir am meisten geholfen, weil es mich eben auf den boden der tatsachen zurückholte.
Nimm was du willst und zahl dafür.

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Waldschratin
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Beitrag Di., 12.04.2011, 09:37

Kann ich nur bestätigen!
Das war bei mir auch immer so,daß mir am allermeisten klare und deutliche Worte geholfen haben in der Therapie - und nicht nur da...
Ich hab auch meinem Thera immer wieder mal gesagt,mir isses lieber,er sagt mir direkt ins Gesicht,daß er mich grad nicht abkann und am liebsten in den Boden stampfen möchte,als daß er "vornerum" einen auf Schonung und Hätschelung macht - das hat in mir immer so ein Gefühl von "Du bist ja eh nicht fähig und noch weniger belastbar" hinterlassen - und ich dann aber doch spürte,daß er mich grade weit weit weg in die Wüste wünscht...

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*AufdemWeg*
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Beitrag Di., 12.04.2011, 10:33

Am meisten hat mir geholfen zu erkennen,
dass mein Gefühl des alleine seins
im Grunde eine Weigerung meinerseits war und auch manchmal
oft noch ist
Verantwortung zu übernehmen.

Oft fühlte /fühle ich mich alleine gelassen
auch von meiner Therapeutin
und jedesmal die Erkenntnis:
nur ich kann mein Leben leben
niemand anderer sonst

deshalb: am meisten geholfen hat mir/hilft mir
die konsequente Haltung nicht einzugreifen (oder nur sehr wohldosiert) meiner Therapeutin
die ein Zutrauen in meine Person ist


LG
Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.



Albert Einstein, 14.03.1879 - 18.04.1955

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kornblumen
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Beitrag Mi., 13.04.2011, 23:39

Liebe "Auf-dem-Weg",
ich habe anscheinend eine sehr ähnliche Erfahrung gemacht wie du, da es mir auch mit am meisten half, dass meine Therapeutin darauf achtete, dass ich selbst meine entscheidungen treffe und mir bewußt werde, dass ich dies auch kann und muß als erwachsene person. Was mir auch sehr half, war die erkenntnis, dass es jedem erwachsenen menschen so geht und die meisten sogar gar kein problem damit haben, was ich auch in gesprächen mit freunden feststellte.
Ja, mir fällt es auch schwer, verantwortung für mich zu übernehmen. Stattdessen fühle ich mich manchmal hilflos und alleine. Aber dies kommt wesentlich seltener vor als früher und es mir auch bewußt, deswegen steigere ich mich da nicht mehr so rein.
Viele Grüße!

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*AufdemWeg*
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Beitrag Do., 14.04.2011, 08:43

@ Kornblume
dass meine Therapeutin darauf achtete, dass ich selbst meine entscheidungen treffe und mir bewußt werde, dass ich dies auch kann und muß als erwachsene person.
wie fühlst du dich
wenn sie das macht?
Ich empfinde meine Therapeutin dann immer als sehr kalt und unnahbar
und emotionslos...
könnte in solchen Situationen richtig Krach mit ihr bekommen
bez. habe ihn schon bekommen...
Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.



Albert Einstein, 14.03.1879 - 18.04.1955

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hungryheart
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Beitrag Do., 14.04.2011, 09:03

sehr geholfen hat mir auch, die erkenntnis, dass beziehungen (in diesem fall die therapeutische) nach einem konflikt trotzdem gut und konstruktiv weitergehen können und dass man die schlechten zeiten, getragen von gegenseitiger sympathie auch aushalten und gut lösen kann.
Nimm was du willst und zahl dafür.

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jennyfer
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Beitrag Do., 14.04.2011, 09:07

Als ich zum ersten Mal fühlte, dass sich jemand für das was ich sage interessiert. Es schneite in der ersten Stunde ganz dicke Schneeflocken, und sie hatte ein großes Fenster. Ich sagte "es schneit" und schaute verzaubert wie ein Kind aus dem Fenster. Sie kam drehte sich um, sah aus dem Fenster, und sagte, "oh, ja es schneit"...lächelte und wartete einfach den Moment ab, bis ich wieder `anwesend`war.


Alleine dieses gesehen werden, diese Anerkennung im Raum kein Gegenstand zu sein, hatte mich überwältigt.

Dies fiel mir gerade zum threadtitel ein. Da ging mir ein Licht auf.


lg
jennyfer
...


Shigeru
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Beitrag Do., 14.04.2011, 10:08

Was mir sehr hilft ist das meine Therapeutin klar bleibt .

Ich hatte oft Theras die viel von sich erzählt haben und wo ich oft mit bekommen hab wie es ihnen geht

Das ist jetzt nicht so.

Das sie manchmal auch sehr deutlich mit mir spricht

Das wurde auch schon gesagt das ich lerne das Konflikte nicht das ende einer Beziehung sind

Das sie mich nicht alleine lässt wenn es um Realitätsüberpfüfung geht.
Also - es ist kalt
es ist laut
Das sie sich nicht beeindrucken lässt wenn ich abdrehe sondern ruhig bleibt!

Shigeru
"Besiegt ist nur ,wer aufgibt.
Alle andren sind siegreich."

Paulo Coehelo

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Beitrag Do., 14.04.2011, 10:51

Das sie sich nicht beeindrucken lässt wenn ich abdrehe sondern ruhig bleibt!

das erlebe ich auch so
allerdings finde ich es manchmal extrem gut
und manchmal aber genauso andersherum extrem schlecht...
Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.



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kornblumen
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Beitrag Fr., 15.04.2011, 19:01

Aufdemweg: Ja, ich empfand es auch oft als kalt, wenn sie mir entscheidungen und probleme nicht abnahm, sondern mich darauf aufmerksam machte, dass ich sie letztlich selbst lösen muß. Ich hab mich oft zurückgezogen, war sauer, trotzig. Ist schon eine schwierige situation. Schwer auszuhalten, aber letztlich ja der einzig richtige weg, damit wir lernen, für uns selbst verantowrtung zu übernehmen. Lieben Gruß!

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Beitrag Fr., 15.04.2011, 19:20

Ja, so ähnlich ergeht es mir auch mit diesem "Entscheidungen treffen und Verantwortung übernehmen".
In meinen Stunden spielen vor allem meine Gefühle eine Rolle, ich lerne, auf gesunde Art und Weise egoistisch zu sein und in mich hineinzuhören.
Sagen zu können: bei dieser und jener Geschichte fühle ich mich nicht gut und auch dazu zu stehen und vor allem, versuchen, es zu ändern, ist ein für mich schwerer Schritt, da ich es meisterlich verstehe, Masken zu tragen.
Aber diese Masken fallen zu lassen, machen verletzlich und angreifbar, deshalb ist es recht schwierig.
LG

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Gärtnerin
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Beitrag Sa., 16.04.2011, 07:18

Für mich war in der Therapie das Wichtigste,

- mich in jedem Moment bedingungslos angenommen zu wissen, genau so wie ich gerade war

- dass nie mein Verhalten bewertet oder verurteilt wurde, ganz egal wie krank und neurotisch es auch war

- dass die Therapeutin mit unendlicher Geduld all meine Ängste, Dissoziations- und Schweigestunden ausgehalten hat, ohne zu versuchen, mich da rauszuholen. Sie war einfach nur da.

- dass ich mit der Therapeutin keine "Verträge" abschließen musste, sondern mich selbst verletzen durfte und sie mir sogar explizit das Recht auf Suizid zugestand

- klare äußere Rahmenbedingungen, auf die ich mich verlassen konnte, z.B. dass die Therapiestunden pünktlich begannen und endeten. Mehr als einmal schickte mich meine Therapeutin sogar in dissoziiertem Zustand weg, weil die Stunde um war. (Sie kannte mich natürlich gut genug, um zu wissen, dass das für mich nicht gefährlich war.) Interessanterweise waren genau das die Momente, in denen ich mich als ganze Person in meiner Eigenverantwortlichkeit ernst genommen fühlte und lernte, der Therapeutin voll und ganz zu vertrauen.
Wer etwas will, findet Wege. Wer etwas nicht will, findet Gründe.

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Elfchen
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Beitrag Sa., 16.04.2011, 10:58

dass sie mir beibrachte, dass ich auch ein recht auf ein leben habe.
dass sie meine qualitäten sah und mir beibrachte, dass ich solche habe.
dass sie mir half, einen selbstwert kennen zu lernen.
dass sie mir half, boden zu finden, urvertrauen ins leben haben zu dürfen.
dass sie mich immer wieder bestärkt.
dass sie in mir die gewissheit geweckt hat, sein zu dürfen, dass es gut ist, wie ich bin.
dass ich sein kann, wie ich bin, und dass es gut ist.
dass ich auch ein recht habe, geliebt zu werden.

so viel haben wir gemeinsam erreicht. ich bin so dankbar.
frage mich nur, warum mein körper und meinen seele mich momentan so schrecklich boykottieren....
Es sind nicht die Dinge, die uns beunruhigen, sondern die Meinungen, die wir von den Dingen haben. Epiktet

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Stöpsel
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Beitrag Mi., 20.04.2011, 22:55

Hallo,

bei mir ist es das positive denken meiner therapeutin, was sie nicht nur predigt, sondern auch lebt. ich finde das sehr ansteckend. ich bin aber noch nicht am ende mit angesteckt werden, um es mal so auszudrücken ich denke, das ist das wichtigste für mich, aber was anderes fällt mir grad auch nicht ein. geholfen haben mir auch einige andere sachen, die hier geschildert wurden, aber die waren nicht "das wichtigste". ich glaub den besonderen wert der meisten dinge kann ich auch eh erst mit abstand zur therapie feststellen.

viele grüße

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turbulent2
Helferlein
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Beitrag Do., 21.04.2011, 13:29

Bis jetzt hat mir am Meisten geholfen, dass sie da war.
egal ob sie was sagt oder nicht, sie war anwesend (physisch und emotional) und hat sich meiner angenommen.
Ich war nicht mehr Luft, nicht mehr unwichtig und dumm.
Nein, ich hatte einen Platz, wo meine Gefühle ( die ich erstmal garnicht mehr spüren konnte), auch ihren Raum einnehmen durften.
ALLE waren und sind willkommen.
Wir sind willkommen und werden sogar vermisst, aufrichtig und ehrlich.
Auch wenn wir das am Anfang garnicht aushalten konnten und das immer wieder "zerstören" wollten, war es doch auf Dauer gesehen sehr gut.

Es ist gut zu wissen, dass man nicht allein auf der Welt ist.
Das jemand mitfühlt und man nicht mehr nur Abschaum ist, sondern ein Mensch mit einem Wert.

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