Ihre positiven Berichte

Dieser Bereich ist speziell Erfolgsberichten und positiven Erfahrungen in und durch Psychotherapien gewidmet. Wie war es und was hat Ihnen geholfen? Lassen Sie uns positive Erfahrungsberichte sammeln, die Mut machen.
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Thread-EröffnerIn
R.L.Fellner
Psychotherapeut
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Ihre positiven Berichte

Beitrag Fr., 16.09.2011, 05:32

Liebe ForumsbesucherInnen,

bisher handelte es sich bei unserem Forumsbereich "Erfahrungsberichte über Psychotherapie" ja vor allem um einen Bereich, in dem man sich über auftauchende Fragen und Probleme im Zuge von Psychotherapien und Selbsterfahrung austauschen konnte - insoferne lag der Fokus naturgemäß auf Schwierigkeiten, Problemen und Hilfesuche.

Leider passierte das ein wenig auf Kosten der positiven Erfahrungen. Ich habe deshalb diesen Forumsbereich eingerichtet und würde mich freuen, wenn jene von Ihnen, die in ihrer Therapie bereichernde Erfahrungen gemacht haben oder diese positiv abgeschlossen haben, über diese Erfahrungen hier mehr oder weniger kurz berichten. Gerne selbstverständlich auch über alle anderen Faktoren, die Ihnen neben der laufenden Psychotherapie halfen.

Lassen Sie uns auch mal in einem eigenen Forumsbereich einander Mut machen - speziell für jene, die daran zweifeln, dass das gezielte und professionell begleitete Arbeiten an persönlichen Problemen tatsächlich hilfreich sein kann!

Freundliche Grüße,
Richard L. Fellner

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Mirjam
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Beitrag Fr., 16.09.2011, 07:20

Ich finde die Idee gut und gleichzeitig die Dinge zu sehr vereinfachend.

Ich habe eine wirklich lange Psychotherapie hinter mir - mit der Conclusio, dass ich an manchen Tagen/Wochen/Monaten denke: ja, das hats voll gebracht, ich bin dem Leben jetzt gewachsen, kein Vergleich zu früher, auch der Zugewinn an Lebensqualität - und an manchen Tagen denke: meine Güte, das war alles fürn A..., ich manövrier mich immer noch in die selben Schwierigkeiten wie immer schon. - Der Unterschied ist vielleicht, dass ich jetzt auch wieder raus komm.

Also, ja, ich plädiere für Erfolg. Aber eben nicht immer und ständig, das wäre Illusion, dass nach einer Therapie plötzlich alles gut ist. Das kommt mir sehr, ähm, amerikanisch vor, diese Denkweise... Nicht zuletzt entwickelt man sich ja sein Leben lang weiter, mit und ohne Therapie.

Was sicher der Fall ist, ist, dass ich mein Leben jetzt entscheide und nicht mehr von ihm überflutet werde. Meistens.

lg
Mirjam
Sieh dich nicht um.
Schnür deinen Schuh.
Jag die Hunde zurück.
Wirf die Fische ins Meer.
Lösch die Lupinen!
Es kommen härtere Tage.

(I.Bachmann)

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Atara
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Beitrag Mi., 09.11.2011, 17:42

ich glaube, dass sich hier in diesem forum mehr menschen aufhalten um unterstützung zu finden sich über ihre thematik auszutauschen oder um ratschläge zu geben,
als solche die ihre therapie abgeschlossen haben.
ich denke deswegen haben sich auch hier viele leute gefunden, weil es ein forum ist um über aktuelle themen in ihrer therapie kommunizieren zu können.
wer schau hier rein wenn er erfolgreich seine thera beendet hat? vlt. die welche anderen mit ihren erfahrungen ratschläge geben wollen,
aber ich denke, dass das prozentual wenige sind.
"Wenn ihrs nicht fühlt, ihr werdets nicht erjagen"

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farbklang
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Beitrag Di., 22.11.2011, 19:19

ich denke, dass psychotherapie nichts bringt. ich kenne niemanden, dem psychotherapie geholfen hätte (und ich habe schon sehr viele leute auf der psychiatrie, in verschiedenen selbsthilfegruppen, in therapiegruppen usf. kennengelernt) und mir selber haben mehrere therapeuten auch kein bisschen helfen können.
eine (tablettenabhängige) bekannte hat gemeint: "nach 20 jahren psychotherapie habe ich gelernt, dass man sich nur selbst helfen kann." das sagt doch alles...
warum bin ich dann hier? weil zumindest der austausch unter "leidensgenossen" manchmal etwas bringen kann.
Wer in diesem Text einen Rechtschreibfehler findet, darf ihn behalten.

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Phönixia
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Beitrag Di., 22.11.2011, 19:34

Hallo Herr Fellner,

finde ich eine sehr gute Idee. Haben Sie vielleicht meinen Thread "Spontane Bewusstwerdung" gelesen?
Ich weiß nicht, wie Sie diesen einschätzen, aber ich denke das dies ein positiver Bericht im Zusammenhang mit Psychotherapie ist.
Vielleicht mögen Sie den gegebenenfalls in diesen neuen Forumsbereich verschieben?
Ich wünsche mir selber seit langen schon hier mehr positive Berichte zu lesen, weil sie Mut machen können.

Liebe Grüße von mir


Proserpina
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Beitrag Di., 22.11.2011, 19:45

Phönixia hat geschrieben: Ich wünsche mir selber seit langen schon hier mehr positive Berichte zu lesen, weil sie Mut machen können.
Ich könnte ein Buch darüber schreiben. Aber weil das so lang ist und so mühsam, wird es maximal ein Fließtext. Ich werde darüber nachdenken. Bis dahin > mir hat Therapie das Leben gerettet. Aber es braucht Zeit. Therapie ist immer nur ein Anfang, das Know-how und Werkzeug, um sich sich selbst zu stellen und dann -ggf. über viele Jahre- die gute alte Innenweltmaschine zu reparieren. Man lernt viel dabei und flucht noch mehr. Aber was man am Ende dieses ölverschmierten Regenbogens findet, das ist besser als jeder Topf voll Gold und nennt sich (sich) Selbst|Bewusst|Sein & Zu|Frieden.heit

Einfach unbezahlbar - Ein Erfahrungs|Schatz

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Beitrag Mi., 23.11.2011, 10:09

Liebe Phönixia,

danke für den Hinweis - ja, passt! Ich habe Ihren Thread gerne in diesen Bereich verschoben.

Liebe Grüße,
Admin

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Kywalda
sporadischer Gast
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Beitrag Fr., 06.01.2012, 16:46

Ich mache gerade eine Psychoanalyse (134. Stunde) und bin sehr überzeugt von meiner Therapie. Ich kann sie nur weiterempfehlen. Klar habe ich schon Höhen und Tiefen erlebt, aber ich denke, es ist wichtig, mit seinem Therapeuten über wirklich alles reden zu können.

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Admin
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Beitrag Fr., 06.01.2012, 17:18

Liebe Kywalda,

herzlich willkommen im PT-Forum!

Wenn Sie Ihre Erfahrungen in einem separaten Thread noch ein wenig ausführlicher beschreiben könnten, würden Sie an unserer "Jubiläums-Verlosung" teilnehmen. Das wäre gerade bezüglich Psychoanalyse vielleicht für einige interessant, weil diese Methode bei vielen KlientInnen/AnalysandInnen viele Fragen aufwirft.

Freundliche Grüße,
Admin

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Kywalda
sporadischer Gast
sporadischer Gast
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Beitrag Sa., 07.01.2012, 14:00

Ich hatte Depressionen, Zwangserkrankungen, eine soziale Phobie und (wie sich jetzt herausstellte) eine narzisstische PS. Dank meiner Psychoanalyse wurde mir klar, dass ich Beziehungen zu anderen Menschen vermied, weil ich der festen Überzeugung war, mich würde sowieso niemand mögen. Ich konnte meine durch die Kindheit geprägten Beziehungsmuster aufdecken und versuche gerade mit meinem Therapeuten (und natürlich auch mit anderen) "neue korrigierende Erfahrungen" zu machen. Entscheidend für mich ist, dass ich lerne, Gefühle (vor allem auch Wut)
zuzulassen und dass ich merke: Ich werde nicht abgelehnt, wenn ich "echt" bin. Zudem finde ich es sehr befreiend, dass ich andere Menschen nicht mehr verurteilen muss, nur weil sie anders sind.

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Ratlosigkeit
[nicht mehr wegzudenken]
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Beitrag Sa., 07.01.2012, 14:46

Ich finde die Idee zu diesem thread mehr als gerechtfertigt.
Grundsätzlich finde ich ja, dass Phsychotherapie inflationär angewendet wird. Viele der "Probleme", die man z.B. hier zu lesen bekommt, ließen sich auch ohne professionelle Behandlung lösen. Heutzutage ist es leider so, dass viele Menschen wenig Vertrauen in ihre eigenen Problemlösungskompetenzen und Kräfte haben. Und es ist leider auch so, dass viele keine Ansprechpartner (Familie, Freunde) haben, mit denen sie sich austauschen können und daher einen Therapeuten bezahlen müssen, damit ihnen zugehört wird.
Ich selbst bin mit der guten alten Methode des "Reiss Dich zusammen! Sei nicht hysterisch! Mach Dich nicht lächerlich!" aufgewachsen, und ich möchte diese Methode nicht einmal grundsätzlich verurteilen, oft ist diese Reaktion sehr zielführend. Aber nur in "leichten" Fällen. Als ich vor etlichen Jahren eine schwere Krise hatte, die mir Panikattacken bescherte, lernte ich das wunderbare Gefühl einer professionellen Betreuung durch einen Therapeuten kennen und gleichzeitig auch die Segnungen der Psychopharmaka. Beides hat mich damals gerettet.
Alles ist gut, wenn es aus Schokolade ist.

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Lolo
Helferlein
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Beitrag Do., 19.01.2012, 17:10

Hallo,
Dieses Thema finde ich gelungen. Ich bin schon seit längerer Zeit stiller Mitleser in diesem Forum. Das ein oder andere Mal gab mir das die Möglichkeit, meine auftretenden Probleme oder Problemchen anders oder auch realistischer zu betrachten. Für mich selbst Lösungen zu finden, die ich bis dahin nicht sehen konnte. In Therapie befinde ich mich seit 2 Jahren. sicher wird sich das auch so schnell nicht ändern lassen. Es gab und gibt viele Höhen und Tiefen, Missverständnisse und Verwirrungen, aber auch Erfolge. Oft habe ich meine Therapeutin verflucht und bin doch so froh, dass sie mich nicht aufgegeben hat. Ich ziehe still meinen Hut vor dieser mir entgegengebrachten Geduld.( Ich selbst hätte mich schon längst aufgegeben) Sehr oft möchte ich alles hinschmeißen und mich dem was dann folgen würde ergeben.( An Traumadurcharbeitung ist noch lange nicht zu denken) Aber eines habe ich gelernt, Flucht bringt nichts, alle Probleme laufen im gleichen Tempo mit. Danke!! an alle, die regelmäßig in diesem Forum schreiben und anderen damit Mut machen. Toll so offen und frei über seine Gedanken schreiben können.

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Stephanie
Helferlein
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Beitrag Fr., 09.03.2012, 20:47

Ich hatte ein paar Mal Beratungen - eine Unipsychologin und eine kostenpflichtige Berterin, die auch Psychologie studiert hatte.
Diese waren sehr erfolgreich, es wurde mein Problem auf den Punkt benannt und mir eine Liste möglicher Lösungsansätze gegeben und diese kurz mit mir besprochen.
Ich bin da nach jeweils einer Stunde raus und wusste, was mein Problem war, was ich wie verbessern kann und mit welchem kleinen Schritt ich anfangen kann.
Zusätzlich wurde ich auch etwas aufgebaut, wenn ich ziemlich am Boden dort angekommen war.

Im Gegensatz dazu hatte ich bei einigen Psychologen das Gefühl, nicht frei sprechen zu können, weil ich stets beurteilt und pathologisiert wurde.
Das war hier gar nicht der Fall.

Möglciherweise stimmte die Einschätzung dieser Menschen - eine Dame aus der Familienberatungsstätte war auch noch dabei - nicht exakt.
Aber sie haben mir eine plausible, andere Sicht der Dinge und teils Probleme mit anderen Menschen gegeben und mir konkrete Vorschläge gemacht, wie ich damit besser zurecht kommen kann.
Und mich ernst genommen, und eben aufgebaut, Wert darauf gelegt, dass ich nach der Stunde eine bessere, zuversichtlichere Sicht auf die Lage hatte.
Das fehlte mir in den Therapien, die ich kurzzeitig probierte (Abbruch einmal meinerseits, einmal von der Thera, einmal verlief es im Sande, weil die Thera nach dem Urlaub nicht mehr erreichbar war) zum großen Teil.

Dieser Ansatz wäre mir auch bei einer Therapie wichtig gewesen:
Dass man mir vermittelt:
- Ich nehmen Sie ernst.
- Sie sind nicht untherapiebar schwierig oder "krank" [ohne, dass Ihnen geholfen werden kann]./ Sie sind "kein Freak".
- Ich erkenne Ihr Problem.
- Ihr Problem ist lösbar.
- Ich weiß, wie man Ihr Problem lösen kann/ wie ich Ihnen beibringen kann, besser zurecht zu kommen.
und die Erfahrung, dass es tatsächlich einen erkennbaren Fortschritt gibt, der sich mit auch im Alltag bei den Problemsituationen zeigt bzw. Ansätze, die ich auch im Alltag verwenden kann.

LG
von Stephanie

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lilela
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Beitrag Di., 31.07.2012, 19:42

ich hatte/habe ein burn out depression. mein tiefpunkt war im jänner mit allen erdenklichen symptomen, die man haben kann inkl. suizidgedanken...

ich hab dann in letzter konsequenz doch mit antidepressiva angefangen. gleichzeitig mache ich seit jänner eine therapie und war 1 woche auf kur (sehr kurz, privat bezahlt).

was kann ich jetzt sagen nach einem halben jahr.
es hat sich seehr viel getan in meinem leben. ich habe vieles geändert, meine umwelt hat einiges geändert. für mich war am wichtigsten zu erkennen, dass ich auf mich selbst vergessen habe. ich habe mich um alles andere gekümmert, nur nicht um mich selbst. nach wie vor hab ich oft ein schlechtes gewissen, wenn ich nun (leidenschaftlich) sporteln gehe oder für mich was mach. aber es wird. ich habe erkannt, dass die alternative keine alternative für mich ist - ich will NIIIIIIIEEEEEEE wieder dorthin kommen, wo ich im jänner war!!!

zur therapie: ich gehör anscheinend zu den wenigen, die vollen herzens sagen kann, dass mir die therapie ungemein hilft! ich erkenne zusammenhänge, stereotypen, schemata die ablaufen. warum es so weit gekommen ist, dass die entstehung des ganzen lange zurück liegt. allein das zu wissen und entsprechende einstellungen zu änder versuchen hilft mir extrem. es ist ein langer prozeß mit vielen rückschlägen, aber es hat sich durch diese dunkle episode in meinem leben sehr viel auch zum guten gewendet.
ich höre viel mehr auf mich, mein bauchgefühl, meinen körper, ich vertraue mir mehr, traue mir zu, zu wissen, was gut für mich ist. ich höre weniger auf außenstehende - ja das ist gut! vor allem dann, wenn die einem einreden wollen, was ich jetzt tun sollte und was nicht.

ich habe aber auch ein unglaubliches glück - ich habe einen verständnisvollen mann, eine verständnisvolle chefin, sehr sehr gute freunde und letztlich auch die finanziellen mitteln, die es mir möglich machen eine therapie zu besuchen, für einige zeit kürzer zu treten (in der arbeit) und mir die dinge zu ermöglichen, die mir gut tun (wie sport treiben, künstlerisch tätig sein...).

ich glaub, ich kann behaupten, auf einem guten weg zu sein - der jedoch noch lange nicht zuende gegangen ist.
mein nächstes ziel ist es, eines der 2 medikamente abzusetzen

alles gute euch allen!!! und viel viel kraft und durchhaltevermögen!

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TwoFace
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Beitrag Mi., 01.08.2012, 05:03

Mein positiver Bericht wäre, zu äußern dass ich Menschen
kennengelernt habe, denen eine Therapie geholfen hat. Ob
nun lang - oder nur kurzfristig. Ich also Jedem den Versuch zu
einer Therapie nur raten kann. Unabhängig meiner persönlichen Erfahrungen.
LG
Ich verlass´ mich auf meine Sinne!
Irrsinn
Blödsinn
Wahnsinn