Die letzte Zigarette

Dieser Bereich dient zum Austausch über Entzug, Entwöhnung und Therapie von substanzbezogenen Abhängigkeiten (wie Alkohol, Heroin, Psychedelische Drogen, Kokain, Nikotin, Cannabis, Zucker,..)
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Klein-Ida
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Die letzte Zigarette

Beitrag Di., 12.02.2019, 13:14

https://www.zeit.de/kultur/2019-02/taba ... auchverbot

" Ohne den Tabakkonsum, an dessen Folgen weltweit 6,4 Millionen Menschen pro Jahr sterben, werden wir länger und, zumindest medizinisch gesehen, besser leben. Weit weniger Menschen müssen mitansehen, wie ihre Geliebten qualvoll an Lungenkrebs sterben oder jahrelang an COPD dahinsiechen. Zumal es, nüchtern besehen, ja an sich schon absurd anmutet, sich freiwillig ein brennendes Papierstäbchen in den Mund zu stecken, das 4800 Chemikalien freisetzt, von denen 250 giftig und mindestens 90 krebserregend sind. Ganz abgesehen von den Umweltfolgen. Denn die weltweit pro Jahr fast sechs Billionen weggeworfenen Kippen ergeben statistisch nicht nur einen 750.000 Tonnen schweren Aschenbecher, sondern bilden auch eine Art globales Mosaik aus toxischem Sondermüll, der Grund- und Meerwasser nachhaltig verseucht. Dass die Zigarette aussterben wird, ist also biopolitisch und ökologisch vernünftig. "
Wir Norddeutschen hoffen ja, dass die Regel mit dem 1,5m Abstand bald endet, damit wir wieder zu unserem Komfortabstand von 5m zurück können.
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Malia
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Beitrag Di., 12.02.2019, 15:13

Willst du aufhören zu rauchen?
Viel Erfolg!
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blade
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Beitrag Di., 12.02.2019, 15:30

Glaube nicht, daß Klein-Ida raucht.

Aber sollte der Glimmstengel verschwinden, wird ihn wohl wirkliche keiner vermissen.
Dann müssten die grauen Männer Karotten nuckeln, dabei würden ihnen lange Ohren wachsen und ihre Hüte würden nicht mehr halten. Ohne Hut würden sie Sonne kriegen und ihre Hautfarbe würde nicht mehr so grau sein.
Wenn sie bunter werden, dann werden sie die bunten, hutlosen Langohr-Männer sein mit einem Faible für Beta-Carotin und Grünzeug.

Sich furchtsam Geschichten von den hutlosen, Langohrmännern mit dem Karotten-Problem zu zuflüstern dürfte schwierig werden. Oh Mann, raucht mir der Schädel.
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Malia
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Beitrag Di., 12.02.2019, 16:31

Buchempfehlung von mir:
https://www.buecher-wiki.de/index.php/B ... ierRauchen
Das ist so urkomisch, dass ich damals beim Lesen in der Öffentlichkeit laut lachen musste
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stern
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Beitrag Di., 12.02.2019, 16:39

(Die letzte Zigarette)

... ist bei mir einige Jahre her. Über 10?

Und ich vermisse sie nicht. Das ist der Hammer, wie lange das Zeug abhängig macht. Nicht körperlich (das ist angeblich schnell überwunden), aber die mentale Sucht. Das hat echt laaange gedauert bis sich das Verlange nach einer Zigarette legte/weg war. Auch wenn das mit der Zeit weniger wird, besteht solange Rückfallgefahr (und die Quoten sind auch recht hoch). Nicht als Entmutigung, aber es ist ein richtiger Schritt, die Tabakindustrie nicht auch noch zu unterstützen, obwohl man um die Gefährdung weiß. Als Raucher blendet man das natürlich erfolgreich aus.
Liebe Grüsse
stern 🐸
»Wenn Aufregung helfen würde, würde ich mich aufregen«
(A. Merkel zugeschrieben)
Lesen auf eigene Gefahr

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Beitrag Di., 12.02.2019, 19:19

Malia hat geschrieben:
Di., 12.02.2019, 15:13
Willst du aufhören zu rauchen?
blade hat geschrieben:
Di., 12.02.2019, 15:30
Glaube nicht, daß Klein-Ida raucht.
Ich rauche seit ca. 30 Jahren nicht mehr,

außer in letzter Zeit mal wieder, eine (selbstgedrehte) am Wochenende in Gesellschaft,
die haut mich aber dann auch gleich jedesmal um, so stark ist die.
Gesund ist das sicher nicht. :lol:

Eher so,wie hier beschrieben:." Aber eher für den besonderen Anlass: als edgy accessory für den Abenteuerurlaub, als nostalgisches Gimmick für Mottopartys oder als "kultiger" Geburtstagsgag."

Mir war das schon immer zu teuer.
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Malia
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Beitrag Mi., 13.02.2019, 11:01

Ich habe vom 15. bis 29. Lebensjahr extrem geraucht, bis zu 80 Selbstgedrehte täglich/nächtlich, Schwarzer Krauser, Van Nelle, Gauloise und ähnliches.
Dann hab ich von einem Tag auf den anderen aufgehört, mit dem Programm der AA.
Im Abstand von je zirka 10 Jahren 2 kürzere, leichtere Rückfälle.
Inzwischen habe ich Menschen an COPD dahinsiechen sehen und bin sicher, nie mehr rauchen zu wollen.
Später, bei meiner Arbeit in einer Psychosomatischen Klinik habe ich Nichtrauchergruppen geleitet.
Wer freiwillig in der Gruppe war, konnte - zumindest während der Klinikzeit - reduzieren.

Die überheblich-moralische Keule hilft überhaupt nicht.
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blade
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Beitrag Mi., 13.02.2019, 11:25

und die sachliche Vermittlung von Tatsachen...hilft die?

eine Frage: das AA-Programm, beinhaltet dieses nicht irgendwann das Abgeben der Eigenverantwortung an Gott/eine höhere Macht
ich vermeine mich schwach daran zu erinnern, mal etwas in der Art gelesen zu haben? (Schritt 1 und 2)


ist das nicht eigentlich DER MORALHAMMER schlechthin? ich meine wenn man wegkommt von dem Gift, was soll's.
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Blume1973
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Beitrag Mi., 13.02.2019, 11:36

Ich persönlich hab die Erfahrung gemacht, dass nur der Wille hilft.

Das Rauchen ungesund und teuer ist, weiß man eh. Trotzdem tun es nun mal viele.

Ich wollte schon ein paar Mal aufhören. 1x wegen Schwangerschaft, einmal weil ich mir eben manchesmal Ziele setze und die dann durchziehe - so eine Art Beweis an mich selbst, usw. Es waren verschiedene Gründe.

Irgendwann geht es mir dann wieder ab und ich beginne wieder. Derzeit will ich gar nicht aufhören.
Die einzigen wirklichen Feinde des Menschen, sind seine negativen Gedanken.

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Malia
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Beitrag Mi., 13.02.2019, 11:49

blade hat geschrieben:
Mi., 13.02.2019, 11:25
und die sachliche Vermittlung von Tatsachen...hilft die?

eine Frage: das AA-Programm, beinhaltet dieses nicht irgendwann das Abgeben der Eigenverantwortung an Gott/eine höhere Macht
Ich hab auch lange gebraucht, um mit den 12 Schritten etwas anfangen zu können.
Das Tolle an dem Programmist ja: jede/r kann sich aussuchen, was er/sie davon brauchen kann.
Um mit dem Rauchen aufhören zu können, hab ich z.B. verwendet:
"Nur für 24 Stunden will ich aufhören" ( und zuerst sogar nur für diese eine Stunde)
und das immer wieder aufs Neue, weil das Vorhaben, nie wieder zu rauchen, uneinhaltbar und ausweglos schien.
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Nico
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Beitrag Mi., 13.02.2019, 11:53

Ich hab mit 30 aufgehört, von 60 90 Marlboro auf 0 einfach so und dabei ist es geblieben.
Wenn ich alt bin, möchte ich nicht jung aussehen, sondern glücklich!

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blade
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Beitrag Mi., 13.02.2019, 11:54

Rituale sind Identitäts-stiftend.
Ein Aspekt ist: Man ist Raucher. (ritualhafte Wiederholung von Tätigkeit im Zuge der Adoleszenz/Innitiation ; Ansteuerung des subcorticalen Hirns durch Grenzgang Verbot/Selbstbehauptung/Neugier/sozialer Bestärkung durch Bezugsgruppe/Abnabelung....subcortical, so hörte ich, sind Hierarchien und Rituale ein wesentlicher Schlüssel zum Verhalten)
und durch Ausführung des Rituals fühlt man sich auch später noch verbunden, gerade wenn man einsam ist.

Zu sagen ich höre jetzt auf mit dem Rauchen, bedeutet vielleicht subcortical "ich höre jetzt auf zu sein"
das wäre ...nun ja ...nicht nur keine Belohnung sondern sogar die schlimmste Bedrohung.


nur meine Meinung..nein nicht mal Meinung...nur ein Gedanke...vielleicht stimmt der ja auch so gar nicht..
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Blume1973
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Beitrag Mi., 13.02.2019, 12:06

Es ist ja irgendwie bei jedem Entzug so, dass nach einiger Zeit ein Verlangen da ist, eine Lust und man widerstehen muss für einige Zeit, damit dieses Verlangen weg ist.

Es gibt nur 2 Möglichkeiten:
entweder man lebt eine Zeit damit, dieses Verlangen immer wieder wegzuschieben, bis es vorbei ist,
oder man gibt eben immer wieder nach

Es ist ungemütlich zu widerstehen und leicht einfach nachzugeben.

Kommt vielleicht drauf an, wer der Typ dazu ist, etwas durchzuziehen, oder wer nicht konsequent genug ist, bei einer Meinung/Ziel zu bleiben.

Und auch das Bewerten des Suchtmittel‘s, finde ich, spielt eine Rolle. Wenn man so empfindet, wie Blade sagt, dass es etwas „Notwendiges“ ist, das man verliert, dann ist es eher ein „Weltuntergang „ aufzuhören. (So geht’s meiner Schwester)

Wenn man dran denkt, dass es einfach Rauch ist, der viel Geld kostet und schon bald gar nicht mehr fehlen wird, dann ist es nicht besonders schwer, aufzuhören.
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Philosophia
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Beitrag Mi., 13.02.2019, 12:08

Ich trau mich nicht nachzulesen...sagt mal, ist COPD tödlich? Mein Nachbar (Kettenraucher) hat seit Jahren COPD. Ich hab ihn sehr gern... wäre nur schwer erträglich, wenn er daran sterben muss...
"Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren der Liebe, die wir hinterlassen, wenn wir gehen." - Albert Schweitzer

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Klein-Ida
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Beitrag Mi., 13.02.2019, 12:13

Malia hat geschrieben:
Mi., 13.02.2019, 11:01
Inzwischen habe ich Menschen an COPD dahinsiechen sehen und bin sicher, nie mehr rauchen zu wollen.
Meine Freundin ist vor 4 Jahren an Lungenfibrose gestorben,nachdem sie wieder angefangen hatte zu rauchen, am Valentinstag wurde sie beerdigt.
Rauchen, aber auch Medikamente gegen Bandscheibenbeschwerden haben dieses verursacht.
blade hat geschrieben:
Mi., 13.02.2019, 11:25
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ich vermeine mich schwach daran zu erinnern, mal etwas in der Art gelesen zu haben? (Schritt 1 und 2)
Das weiss ich leider nicht, das kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, ich dachte immer die seien sehr realistisch dort. Ich bin nicht für das Abgeben der Eigenverantwortung an Gott oder eine höhere Macht .Aber wer glauben möchte und wem das hilft,der kann das natürlich auch gerne tun, das steht ja jedem frei,wie das bei den AA ist weiss ich nicht.
blade hat geschrieben:
Mi., 13.02.2019, 11:25
ist das nicht eigentlich DER MORALHAMMER schlechthin?
Ja natürlich :-) , aber ich denke immer, wenn man noch jemanden retten kann, dann sollte man es auch versuchen.
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