Abhängigkeit von Tilidin: Spätfolgen?

Dieser Bereich dient zum Austausch über Entzug, Entwöhnung und Therapie von substanzbezogenen Abhängigkeiten (wie Alkohol, Heroin, Psychedelische Drogen, Kokain, Nikotin, Cannabis, Zucker,..)

Thread-EröffnerIn
Andy88
neu an Bo(a)rd!
neu an Bo(a)rd!
männlich/male, 31
Beiträge: 2
Wohnort: Affing
Status: Offline

Abhängigkeit von Tilidin: Spätfolgen?

Beitrag Mo., 30.12.2019, 12:53

Hallo liebe Leute.

Ich schilder mein Problem. Ich hab jetzt ca 4 Jahre teilweise hochdosiert Tilidin eingenommen(bis zu 800 mg) jeden Tag. Falls ihr euch fragt wieso, ich hätte viele OPs. Am Ende wirkte es nicht mehr und es blieb nur noch die Abhängigkeit.
Nun habe ich gehört dass Tilidin das Gehirn und die Persönlichkeit verändert. Stimmt das und in wiefern tut es das? Fast ausgeschlichen hab ichs jetzt 3 Monate und merke ich bei mir seit ein paar Wochen einige schlimme Züge.

Extreme Stimmungsschwankungen, teilweise alle 10 min.
-heftige Zwangsgedanken( z. B Angst durchzudrehen oder was dummes zu tun)
-gereiztheit
-Angst und Angespanntheit
-leichte Derealisatsion

Könnten dies Folgeschäden vom Tilidin sein, wenn ja hält das an oder verschwindet das wieder nach dem absetzen mit der Zeit.?
MfG

Benutzeravatar

CrazyChild
[nicht mehr wegzudenken]
[nicht mehr wegzudenken]
weiblich/female, 56
Beiträge: 1094
Wohnort: die Berge im Blick
Status: Offline

Beitrag Mo., 30.12.2019, 13:02

Das könnten Entzugserscheinungen sein denn 3 Monate ausschleichen ist nach so langer Einnahmezeit nicht lange. Das solltest Du besser Deinen Arzt fragen denn hier im Forum sind keine Mediziner.
Alles Gute!
LG, CrazyChild

***stay strong***


Scaffolder361
neu an Bo(a)rd!
neu an Bo(a)rd!
weiblich/female, 32
Beiträge: 1
Wohnort: Berlin
Status: Offline

Beitrag Fr., 07.02.2020, 09:48

Hi

Ich selbst mach gerade ein kalten Entzug durch und das zum 2.x deine Symptome sind völlig gerechtfertigt das nennt man Psychische Abhängigkeit ich selbst nahm morgen,mittags,abends je 2 Pillen 200mg/16 Retard viele nicht Tilidin Konsumenten behaupten oft der Entzug sei ja nicht so wild aber ich hab zwar mit Heroin,und anderen Opiaten nix am Wickel aber kann aus Erfahrung sagen das mein Kokain Entzug zwar härter war aber nicht so lange von Dauer war TILIDIN löst Euphorie aus und beim epruppten absetzen ist die nun mal weg du hast 0 Bock zu irgendwas willst dich am liebsten verkriechen alles kurz und klein schlagen und einfach Dampf ab lassen Ich bin Jetzt mal wieder am 13.Tag angekommen ohne Tilli aber bei 3 Jahren Konsum ist das nichts Lenk dich ab geh spazieren mach Dinge die dir Spaß machen auch wenn du denkst ach ne kein Bock mach es einfach lutsch Baldrian zwar nicht nen Streifen am Tag wie ich zb aber deine Psyche wird's annehmen auch wenn der Rotz 0 Wirkung hat und wenn's garnicht mehr geht nimm Ibuprofen zum Ausgleich aber lass die Pfoten von Schlafmitten ich schlief mit Tilli abends wie ein Baby und war tags Fit nun bin ich seit 3 Tagen wieder wach aber dein Körper holt sich nur alles zurück und Gift bleibt Gift viel Glück gewünscht


Zerberus71
neu an Bo(a)rd!
neu an Bo(a)rd!
männlich/male, 48
Beiträge: 2
Wohnort: 10258
Status: Offline

Beitrag Di., 03.03.2020, 09:11

Hallo Andy88, mach Dir nicht so viele negative Gedanken. Tilidin ist ein sehr erprobtes viel benutztes Opiat. Ja, es ist synthetisch (wird nicht aus Opium hergestellt wie zB. Morphin, Codein u.a.) aber es hat das gleiche Wirkprofil, dockt an die selben Rezeptoren an usw..
Opiate haben keine toxische Wirkung auf den Menschlichen Organismus. Psychische Veränderungen treten währen der Wirkzeit und während des Entzuges auf. Wenn man lange genug nichts nimmt, ist man danach wieder "normal" man hat keine Folgeerscheinungen.
Vorteil; Morphinisten, Opiatabhängige machen während des Entzuges eine Phase durch, in der der Geist weit offen ist, oft hat man mit spirituellen Menschen zu tun. Es gibt eine höhere Macht, diese ist bei Dir, Du kannst sie spüren.
Wenn Du von dem Tilidin entziehst und es wirklich schaffst, wirst Du danach ein wundervolles Leben haben! Du musst halt auch vieles andere an dir ändern, helfen kann Dir dabei eine Therapie oder Selbsthilfegruppen (NA) oder beides.
Ich bin Morphinist seit ca. 30 Jahren. Ich war von meinem 30sten - zu meinem 40sten Lebensjahr vollkommen clean, kein Alk, kein THC, nichts. Einzig Kaffee und etwas Nikotin dafür aber Joga und ich arbeite, bin Papa und male in meinem Atelier.
Vor ca. 8 Jahren hatte ich einen Rückfall. Das erste mal (nach 10 Jahren clean) als ich etwas nahm (Partnerin hatte Tilidin verschrieben bekommen wegen starken Rückenschmerz, sie ist NICHT Substanzabhängig, ich habe mit heimlich was abgezwackt...) hatte ich einen dermaßen heftigen, euphorischen Flash, es war um mich geschehen. Nun nehme ich Substitol (Morphin) aber davon nur noch ca. 200mg p.Tag.
Möglich, dass ich es schaffe wieder ganz ohne zu leben. Ich habe keine Kontakte in die Suchtszene, bin ein völlig normaler Mensch, keiner würde sich denken ich habe ein Suchtproblem.
Ich wünsch Dir viel Glück und Kraft und positive Gedanken!