Ich habe mich selbst in der Therapie verloren.

Haben Sie bereits Erfahrungen mit Psychotherapie (von der es ja eine Vielzahl von Methoden gibt) gesammelt? Dieses Forum dient zum Austausch über die diversen Psychotherapieformen sowie Ihre Erfahrungen und Erlebnisse in der Therapie.
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Philosophia
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Beitrag Sa., 31.03.2018, 14:37

Ja verständlich liebe Gedankentanz...ich hab das auch lange so gedacht und gemacht. Letztlich hat es mich aber krank gemacht...und mir richtig authentischen Kontakt verwehrt.
"Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren der Liebe, die wir hinterlassen, wenn wir gehen." - Albert Schweitzer

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Montana
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Beitrag Sa., 31.03.2018, 15:18

Ich kenne solche Krisen sehr gut aus meiner eigenen Analyse, die nun schon drei Jahre läuft. Ich habe alles mögliche versucht, um mich dann besser zu fühlen, die Situation aufzulösen. Ich habe klein beigegeben, den Therapeuten verbal angegriffen, dissoziiert, vom Thema abgelenkt usw. Alles in einer Stunde, zur Not. Er hat gefühlt immer noch einen drauf gelegt. Sowas geht immer über mehrere Stunden und ich habe mich RICHTIG schlecht gefühlt. Nach ein paar Stunden hat er aber bisher immer angefangen, Andeutungen zu machen, die mich in die richtige Richtung schubsen sollten. Letztendlich war ich immer extrem in meine in der Kindheit erlernten Muster gefallen und habe mich reingesteigert ohne Ende. Die Erfahrung hat er mich machen lassen, immer wieder. Die eigentliche Arbeit fand für mich zwischen den Stunden statt, in meinem Kopf. Es hat mich so gequält, dass ich zu einer intensiven Auseinandersetzung gezwungen war. Das hat mich immer weitergebracht. Und es ist tatsächlich so: für Therapeuten ist das auch nicht angenehm, von uns so richtig gehasst zu werden. Ich habe meinem alles mögliche an den Kopf geworfen. Er meint dazu, er kann das aushalten. Das ist seine Aufgabe.


Marilen
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Beitrag Sa., 31.03.2018, 15:24

Nicht nur Wut oder Hass, ich glaub alles, was fix ist, kann die Luft abschnüren und muss gut reflektiert werden.
Rabbi Nachman lehrt uns etwas Bahnbrechendes. Wenn es schwer wird, bleibt dir nur noch eines: Sei glücklich und freue dich.

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Gedankentanz
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Beitrag Sa., 31.03.2018, 15:42

Marilen hat geschrieben: Sa., 31.03.2018, 15:24 Nicht nur Wut oder Hass, ich glaub alles, was fix ist, kann die Luft abschnüren und muss gut reflektiert werden.
Bei uns herrscht oft riesen Spannung. Wieso das so ist, weiss weder sie noch ich.
Die Luft ist zum schneiden. Nur wenn es ganz oberflächlich ist, dann ist etwas lockerheit da, fällt das Atmen nicht so schwer.

Aber kann uch nur von mir kommen.

Das nicht wissen finde ich furchtbar
Wenn sich meine tanzenden Gedanken zanken, gerate ich schon mal ins wanken, finde ich dann keinen Halt, lande ich unsanft auf die Planken ::?

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candle.
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Beitrag Sa., 31.03.2018, 15:44

Gedankentanz hat geschrieben: Sa., 31.03.2018, 15:42 Aber kann uch nur von mir kommen.

Das nicht wissen finde ich furchtbar
Das ist wohl zu vermuten, dass es sehr stark bei dir liegt.

candle
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Marilen
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Beitrag Sa., 31.03.2018, 15:47

Und es ist KEIN Versagen und KEINE Schuld, dass es von dir kommt. In solchen Kategorien denkt kein fähiger Analytiker. Auch das ist das Eigene.
Das Leiden ist schlimm aber nicht, dass es sich zeigt.
Rabbi Nachman lehrt uns etwas Bahnbrechendes. Wenn es schwer wird, bleibt dir nur noch eines: Sei glücklich und freue dich.

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Montana
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Beitrag Sa., 31.03.2018, 15:57

Eine solche Spannung entsteht bei mir immer dann, wenn ich anfange, dem Therapeuten alles zu unterstellen, wovor ich Angst habe, was er denken könnte. Denn er sagt mir einfach nicht, was er dann gerade denkt. Das tun Menschen im Real Life ja auch nicht. Ich versuche dann, mein Gegenüber zu kontrollieren, damit ich weniger Angst empfinde. Er lässt sich aber nicht kontrollieren, im Gegensatz zu vielen anderen Menschen. Ich muss eine andere Strategie finden, weniger Angst zu haben. Das ist natürlich unangenehm, aber er ist ja nicht dafür da, es mir besonders bequem zu machen. Deswegen sehe ich das immer kritisch, wenn sich jemand wünscht, sich in seiner Therapie "fallen lassen zu können" oder dem Therapeuten sagen zu können, "was man braucht, damit es einem besser geht".

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Beitrag Sa., 31.03.2018, 16:06

Montana hat geschrieben: Sa., 31.03.2018, 15:57 Deswegen sehe ich das immer kritisch, wenn sich jemand wünscht, sich in seiner Therapie "fallen lassen zu können" oder dem Therapeuten sagen zu können, "was man braucht, damit es einem besser geht".
Meine Anspannung ist ein Problem in der Therapie. Das ich mich nicht fallen lassen kann. Zumindest auch aus Sicht meiner Therapeutin.
Wenn sich meine tanzenden Gedanken zanken, gerate ich schon mal ins wanken, finde ich dann keinen Halt, lande ich unsanft auf die Planken ::?

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Beitrag Sa., 31.03.2018, 16:09

Ich bin dauer angespannt in der Therapie. Sobald ich den Raum betrete... ja, Angst spielt da eine große Rolle.
Ich weiß nicht wie ich die in der Therapie ablegen kann.
Das wäre eher mein Thema als Wut
Wenn sich meine tanzenden Gedanken zanken, gerate ich schon mal ins wanken, finde ich dann keinen Halt, lande ich unsanft auf die Planken ::?


mio
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Beitrag Sa., 31.03.2018, 16:23

Gedankentanz hat geschrieben: Do., 29.03.2018, 14:55 Das macht mich so traurig und ich fühle mich so unverstanden.
Warum löse ich solche Gefühle bei ihr aus?
Wie kann ich das noch retten?
Warum musst Du es denn "retten"? Und wer löst wessen Gefühle aus? Löst sie mit ihrem Verhalten nicht auch Deine aus, wenn wir hier schon so denken?

Hast Du ihr mal gesagt, dass Du Dich traurig und unverstanden fühlst? Oder hast Du Angst davor, dass sie dann erst Recht "zuschlagen" wird? (Sorry falls ich dazu was überlesen haben sollte, ich habe nicht alles durchgelesen.)

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Montana
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Beitrag Sa., 31.03.2018, 16:34

Ich glaube, das gehört unmittelbar zusammen. Wut ist ja ein natürliches menschliches Gefühl. Du sagst, du empfindest keine, und dadurch wurde dein Leben einfacher. Du hast dich also angepasst an eine Umgebung, in der du keine Wut haben durftest. Was geblieben ist, ist die Angst. Die Angst vor den Konsequenzen, die du erlebst, wenn du etwas "falsch" machst. Zum Beispiel Wut zeigst. Du beobachtest deine Therapeutin penibel genau und erfasst dabei alles, was für dich zur Gefahr werden könnte. Und dafür hat sie dir eine Menge geboten. Jetzt überleg mal, was passieren würde, wenn es dir einfach am Allerwertesten vorbeigehen würde, ob sie sich auf die nächste Stunde mit dir freut. Es gibt viele Menschen, die leben so. Für deine Therapeutin ändert sich dadurch nichts, aber für DICH ist alles viel entspannter. Du übernimmst viel mehr Verantwortung für ihr Befinden als du solltest.

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Beitrag Sa., 31.03.2018, 16:45

mio hat geschrieben: Sa., 31.03.2018, 16:23
Gedankentanz hat geschrieben: Do., 29.03.2018, 14:55
Warum musst Du es denn "retten"? Und wer löst wessen Gefühle aus? Löst sie mit ihrem Verhalten nicht auch Deine aus, wenn wir hier schon so denken?

Hast Du ihr mal gesagt, dass Du Dich traurig und unverstanden fühlst? Oder hast Du Angst davor, dass sie dann erst Recht "zuschlagen" wird? (Sorry falls ich dazu was überlesen haben sollte, ich habe nicht alles durchgelesen.)
Sie löst bei mir Angst aus. So sehr das ich jede Sitzung sitze, ohne Bewegung. Mir ist es nicht möglich mich zu bewegen, wie schockstarre. Totale Anspannung von der ersten bis zur letzten Sekunde, jede Sitzung. Das liegt an mir, schaffe es aber nicht aus dieser Haltung raus.

Ich habe es ihr gesagt, das ich mich unverstanden fühle. Aber dennoch ist ihre Wut immer stärker geworden, so das es die letzten Sitzungen so bergab gingen. Die letzte löste bei mir nacktes grauen aus und sitzt mir immer noch tief in den Knochen....
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Beitrag Sa., 31.03.2018, 16:48

Montana hat geschrieben: Sa., 31.03.2018, 16:34 Ich glaube, das gehört unmittelbar zusammen. Wut ist ja ein natürliches menschliches Gefühl. Du sagst, du empfindest keine, und dadurch wurde dein Leben einfacher. Du hast dich also angepasst an eine Umgebung, in der du keine Wut haben durftest. Was geblieben ist, ist die Angst. Die Angst vor den Konsequenzen, die du erlebst, wenn du etwas "falsch" machst. Zum Beispiel Wut zeigst. Du beobachtest deine Therapeutin penibel genau und erfasst dabei alles, was für dich zur Gefahr werden könnte. Und dafür hat sie dir eine Menge geboten. Jetzt überleg mal, was passieren würde, wenn es dir einfach am Allerwertesten vorbeigehen würde, ob sie sich auf die nächste Stunde mit dir freut. Es gibt viele Menschen, die leben so. Für deine Therapeutin ändert sich dadurch nichts, aber für DICH ist alles viel entspannter. Du übernimmst viel mehr Verantwortung für ihr Befinden als du solltest.
Das hast du gut zusammen gefasst, danke.

Leider ist es mir bisher nicht möglich gewesen, sie und ihr Befinden aus den Augen zu lassen.
Ein Laster aus alten Tagen, eine sie mir sehr geholfen hat. Es passiert automatisch. Wenn ich nur wüsste wie ich das abstelle...
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Beitrag Sa., 31.03.2018, 17:00

Indem du für dich merkst (vom Gefühl), dass dieses alte Verhalten jetzt nicht mehr passt. Das ist ein Prozess...und der tut auch weh. Im Übrigen kann ich deine Therapeutin ein Stückl verstehen...wenn mir jemand gegenübersäße, der permanent nur Angst hätte vor mir, der würde in mir auch Abwehr auslösen. PS: Ich war mal ziemlich genauso wie du drauf. Und noch dazu hab ich Therapeuten alle gehasst. Keine gute Grundlage für ein entspanntes Miteinander
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Beitrag Sa., 31.03.2018, 17:04

Achso...und ich mein das nicht als Vorwurf. Es geht darum zu verstehen, welche Problematik man selbst beisteuert.
Und noch etwas...ich kann dir gar nicht sagen, wie sehr ich meine Analyse hier und da richtig dolle blockiert hab. Wie sehr ich die Analytikerin zur Täterin machte...und wie viel Scham ich dabei empfunden hab. Und wie sehr ich das alles nicht wollte. Zum Fallen lassen gehört auch, dass so sein...mit all dem, was jetzt sehr hinderlich ist.
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