Wut an Therapeutin auslassen

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Elena
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Beitrag Mi., 29.06.2011, 19:48

*AufdemWeg* hat geschrieben:weisst du, genau darum mag ich das Forum hier
weil es VOLL ist mit ähnlichen Lebensgeschichten.
Genau, so geht es mir auch! Es ist einfach hilfreich zu sehen, wie andere sich in ähnlicher Situation verhalten, und ich muss sagen, ich habe da alleine durch das Lesen schon ganz viel rausziehen können. Ich fand z.B. die Aktion von Dir so klasse, einfach Deinen Beitrag hier im Forum ihr zum Lesen zu geben, fand es klasse, wie heftig ihr schon Stress hattet, und ihr die Kurve bekommen habt. Naja, ganz zu schweigen, wie gut es tut zu lesen, auf welche Art und Weise Du über den Verlust Deiner Kinder schreibst. Damit sehe ich, dass Du genauso gelitten hast, und Du dies sehr gut in Worte fassen kannst!
*AufdemWeg* hat geschrieben:Zu sehen, nicht alleine zu sein
Das gefällt mir auch!
*AufdemWeg* hat geschrieben:Austausch und auch andere Blickweisen
mir hilft es...

Mir auch, vor allen Dingen fasziniert es mich, mit welcher Mühe ganz viele Beiträge geschrieben sind, um den anderen wirklich zu helfen!

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Elena
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Beitrag Do., 30.06.2011, 18:57

Irgendwie weiß ich von mir ja schon, dass ich eine Meise habe, manchmal sogar ´ne Vollmeise. Mir fallen jetzt, nach fünf selber auferlegten Wochen Pause, die restlichen vier Wochen noch richtig schwer durchzuhalten.
Mein Problem ist, dass ich es nicht schaffe, sie anzurufen, um einen früheren Termin zu bitten. Warum, wieso und weshalb das so ist, habe ich ja schon beschrieben. Aber jetzt kommt es noch schlimmer: ich merke, dass ich anfange, zu erwarten, dass sie sich bei mir meldet, um nachzufragen, wie es mir eigentlich geht.
Bin den ganzen Tag auf Achse, und rechne beim Nachhausekommen tatsächlich damit, dass sie mir auf AB gesprochen haben könnte, um eventuell zu fragen, ob ich denn nicht schon früher kommen könnte
Ich will den Beweis haben, dass sie mir "nachtrauert" und es ohne mich nicht aushält.
Kennt jemand auch solche Gedanken?
Beim Gedanken daran, ihr dies zu erzählen, würde ich vor Scham im Erdboden versinken.
@adw
ich hätte in dem Moment dann das von Dir so schön beschriebene Gefühl des Aufzugfahrens.....

Auch merke ich immer mehr, dass ich seit ein paar Tagen jeden Tag dran denke, was sie wohl denken könnte, dass ich die Pause so lange durchhalte. Ich will mir damit was beweisen (wenn ich nur wüsste, was es genau ist), will erreichen, dass sie sich meldet, will erreichen, dass sie leidet, sich Gedanken um mich macht, rätselt, wie es mir denn geht. Das Ergebnis davon ist, dass ich jeden Tag saurer werde, und mir so vorkomme, dass sie mich auflaufen lässt, weil sie meinen Wunschträumen nicht nachkommt und sich schön brav an unsere Abmachung hält, dass wir uns erst wieder im August sehen.

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*AufdemWeg*
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Beitrag Do., 30.06.2011, 19:04

Liebe Elena,
Bin den ganzen Tag auf Achse, und rechne beim Nachhausekommen tatsächlich damit, dass sie mir auf AB gesprochen haben könnte, um eventuell zu fragen, ob ich denn nicht schon früher kommen könnte
Ich will den Beweis haben, dass sie mir "nachtrauert" und es ohne mich nicht aushält.
Kennt jemand auch solche Gedanken?
1 zu 1 könnten das meine Worte sein aber so was von.
Ganz gemein am Beginn meiner Therapie: immer wenn ich ihr schrieb, rief sie mich an...
es war toooooooooooooooll
und irgendwann nichts mehr, NULL Reaktion auf meine Briefe weder am Telefon noch in der Stunde NULL, NULL verstehst du.
Dann kamen genau solche Gefühle wie von dir auch beschrieben.
Ich habe das nie zum Thema gemacht.
Es hat nachgelassen.
Es war weg.
Wodurch, weshalb? Keine Ahnung.
Einmal sagte ich ihr, dass ich resigniert habe
aber ich glaube sie hat den Zusammenhang nicht verstanden...
und ich war zu feige es zu vertiefen und zu verdeutlichen...

Jetzt als es mir sehr schlecht ging hat sie wieder begonnen auf meine Brief zu reagieren...

Brrrr...nicht mein Lieblingsthema...

wollte auch eigentlich nur sagen: JA, ich kenn diese Gefühle auch ....

LG ADW
Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.



Albert Einstein, 14.03.1879 - 18.04.1955

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*AufdemWeg*
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Beitrag Do., 30.06.2011, 19:09

Einmal bin ich erschrocken als ich SAH dass sie sich wirklich Sorgen macht um mich...
da war so ein Punkt bei mir an dem ich dachte: ADW, lass echt gut sein...
das war eine Stunde in der ich ihr absolut vertraut habe, in der ich sehr sehr traurig war, in der WIR sehr sehr traurig waren
Manchmal denke ich, es liegt an der Rückmeldung und wenn die kommt, dass dann diese Wünsche weniger werden, weil man durch die konkrete Rückmeldung etwas in der Hand hat...eine vermeintliche Sicherheit oder so ähnlich
Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.



Albert Einstein, 14.03.1879 - 18.04.1955

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Elena
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Beitrag Do., 30.06.2011, 19:27

Liebe Auf dem Weg,

danke für Deine Antwort!
Schön, dass Du dieses Gefühl der Erwartung auch kennst.
Im Grunde genommen ist es ja in Deinem Fall auch nicht so sehr an den Haaren beigezogen, da sie ja immer eine Reaktion auf Dein Schreiben zeigte.
Meine zeigte ja auch einen Schmerz, wie sie es mit eigenen Worten beschrieb, dass ich so lange nicht mehr komme. Jetzt will ich den Beweis, dass es bei ihr tatsächlich der Fall ist.
*AufdemWeg* hat geschrieben:und irgendwann nichts mehr, NULL Reaktion auf meine Briefe weder am Telefon noch in der Stunde NULL, NULL verstehst du.
Ich verstehe Dein Gefühl dabei, aber nicht ihr Handeln.
*AufdemWeg* hat geschrieben:Ich habe das nie zum Thema gemacht.
Es hat nachgelassen.
Es war weg.
Wodurch, weshalb? Keine Ahnung.
Einmal sagte ich ihr, dass ich resigniert habe
aber ich glaube sie hat den Zusammenhang nicht verstanden...
und ich war zu feige es zu vertiefen und zu verdeutlichen...
Es erinnert mich daran, wie es ist, wenn man frisch verliebt ist, gaaaaanz viel intensiven Kontakt hat, und nach einiger Zeit geht es zur Normalität über. Mich hat dies in jeder Partnerschaft verletzt, es fühlt sich an, wie verlassen werden, obwohl es nicht so ist, sondern die Beziehung eine andere Form annimmt.
Aber, ich konnte dies auch nie zum Thema machen, weil ich Angst hatte, es artet in Stress und Streit aus.
Vielleicht wollte sie einfach die Intensität in Eurer Beziehung durch ihr "Nichtreagieren" auf ein
"Normalmaß" reduzieren.
*AufdemWeg* hat geschrieben:Jetzt als es mir sehr schlecht ging hat sie wieder begonnen auf meine Brief zu reagieren...
Vermutlich hat sie die Brisanz Deiner Situation richtig erfasst, und weiß, dass sie reagieren muss.
Aber ich weiß, wie es Dir dabei gehen muß, am liebsten will man immer diese Intensität. So ist es halt bei mir, grad in den Bedürfnissen, die ich so stark habe, nämlich von einer Mutterfigur betüdelt zu werden. Irgendwie kann ich dann auch garnichts mit anfangen, wenn mir gesagt wird, ich solle mein inneres Kind an die Hand nehmen, und ihm dies geben, was es braucht. Bei der Aussage kriege ich Pickel, weil ich es einfach nicht kann. Ist für ich fast so, als würde man einen Ncihtschwimmer ins Wasser werfen und sagen, so jetzt kraule mal tausend Meter.
*AufdemWeg* hat geschrieben:Einmal bin ich erschrocken als ich SAH dass sie sich wirklich Sorgen macht um mich...
Ja, ich kenne das auch, dass man es garnicht will, dass sie sich ernsthafte Sorgen macht. Ich merke, mir geht es einfach um die Zuwendung, die ich will, und da kann ich unersättlich sein.
*AufdemWeg* hat geschrieben:Manchmal denke ich, es liegt an der Rückmeldung und wenn die kommt, dass dann diese Wünsche weniger werden, weil man durch die konkrete Rückmeldung etwas in der Hand hat...eine vermeintliche Sicherheit oder so ähnlich
Meinst Du damit eine Art Solidarität/Mitgefühl, was sie Dir zeigt, ein Gefühl, nicht mehr alleine in einer schwierigen Siuation zu sein?

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*AufdemWeg*
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Beitrag Do., 30.06.2011, 19:38

Nein, nicht in einer schwierigen Situation nicht alleine zu sein
sondern prinzipiell nicht alleine zu sein.
Manchmal wenn ich es höre, wenn sie etwas sagt,
dass mir zeigt, dass sie mich registriert hat
dann ist es gut, dann komme ich über die Zeit...
Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.



Albert Einstein, 14.03.1879 - 18.04.1955

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Elena
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Beitrag Do., 30.06.2011, 19:42

*AufdemWeg* hat geschrieben:Manchmal wenn ich es höre, wenn sie etwas sagt,
dass mir zeigt, dass sie mich registriert hat
dann ist es gut, dann komme ich über die Zeit...
Verstehe!

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münchnerkindl
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Beitrag Do., 30.06.2011, 19:47

Elena hat geschrieben: Bin den ganzen Tag auf Achse, und rechne beim Nachhausekommen tatsächlich damit, dass sie mir auf AB gesprochen haben könnte, um eventuell zu fragen, ob ich denn nicht schon früher kommen könnte
Ich will den Beweis haben, dass sie mir "nachtrauert" und es ohne mich nicht aushält.
Kennt jemand auch solche Gedanken?
Beim Gedanken daran, ihr dies zu erzählen, würde ich vor Scham im Erdboden versinken..
Ich finde das nicht plemplem. Ich denke daß du hier ihr gegenüber in einer Übertragungssituation steckst wo die Emotionen die du ihr gegenüber hast einfach die Emotionen sind die du deiner Mutter oder sonst wem gelten, wo du früher ähnliche Situationen von Gleichgültigkeit anstatt Fürsorge erlebt hast. Die Situation ist vage ähnlich dem was du kennst, und schwupps springt das emotionale Muster, das aus einer ganz anderen Beziehung stammt an.

Ist aus dem Grund also nichts das das peinlich wäre.

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jenny1977
Helferlein
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Beiträge: 109

Beitrag Do., 30.06.2011, 19:57

Hi Elena,
Elena hat geschrieben:Aber jetzt kommt es noch schlimmer: ich merke, dass ich anfange, zu erwarten, dass sie sich bei mir meldet, um nachzufragen, wie es mir eigentlich geht.
Bin den ganzen Tag auf Achse, und rechne beim Nachhausekommen tatsächlich damit, dass sie mir auf AB gesprochen haben könnte, um eventuell zu fragen, ob ich denn nicht schon früher kommen könnte
Ich will den Beweis haben, dass sie mir "nachtrauert" und es ohne mich nicht aushält.
Kennt jemand auch solche Gedanken?
Diese Gedanken kenne ich. Mein letzter Therapietermin war vor genau drei Wochen. Heute wäre mein nächster Termin
gewesen, diesen hatte ich aber abgesagt (AB) - ohne einen neuen zu vereinbaren. Allerdings hatte ich Deine
beschriebenen Gedanken wirklich nur einen Tag, nachdem ich den Termin abgesagt hatte, zwischendurch mal kurz.
Es ist bei mir dieses Mal lange nicht so intensiv.

Du wirst es nicht glauben: Mir geht es gut!!!!!! Noch vor 2,5 Wochen hätte ich gedacht, das ich heute um 11.00 Uhr
heulend daheim sitzen würde, weil ich den Termin abgesagt habe - nichts! Ich bin total relaxt .

Naja, ich werde mich wohl Anfang nächster Woche mal bei ihr melden. Damit die Gute nicht so ganz im Ungewissen ist
und weiß das ich wieder komme . Bin über mich selber erstaunt . Heute hatte ich ein schlechtes
Gewissen, weil ich ihr so kurz und knapp auf den AB gesprochen hatte, ohne einen Hinweis ob ich wieder komme.

Einen Tag nach meinem letzten Therapietermin vor drei Wochen, wo ich den Termin abgesagt hatte, war es für mich noch
ein kleines Spiel, wollte schauen wie meine Thera reagiert, wenn ich irgendwann wieder mal bei ihr sitze. Ich wollte sie zappeln lassen; ihr auch auf diesem Weg zeigen wie wütend ich bin, weil ich das nicht kriege was ich mag; ich wollte ihr mit der Ungewissheit eines auswischen...
Doch von Tag zu Tag ging diese Wut! Sie veränderte sich in Verständnis, meine arme Thera kann ja gar nichts dafür

Ich habe die letzen Wochen alles mit Abstand betrachten können. Ich weiß jetzt, das ich (jetzt) auch ohne meine Thera
leben kann und das es mir gut dabei geht. Vielleicht habe ich den Abnabelungsprozess angekurbelt. Meine Angst, die ich schon seit Monaten!!! betreffs Therapieende habe, habe ich wohl damit etwas eingedämmt.

Hoffentlich bleibt das alles so, auch wenn ich wieder zu meiner Thera gehe.

Bin mal gespannt wie es bei Dir weiter geht!
Zuletzt geändert von jenny1977 am Do., 30.06.2011, 20:01, insgesamt 3-mal geändert.
Es ist nicht leicht,
Glück in sich selbst zu finden,
aber unmöglich,
es anderswo zu finden.


Agnes Repplier

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Elena
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Beiträge: 1378

Beitrag Do., 30.06.2011, 19:58

Danke münchnerkindl
münchnerkindl hat geschrieben:Ist aus dem Grund also nichts das das peinlich wäre.
Aber es wäre mir so peinlich, ihr das zu sagen, wirklich!
Eigentlich müsste sie meinen ganzen Affentanz, den ich veranstalte, wissen.
Ich werde aus diesem thread eine Zusammenfassung machen und mit ihr besprechen. Ich bin sonst echt mutig, aber da kostet es mich Überwindung, als müsste ich einen Fallschirmsprung aus dem Flugzeug machen.

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Elena
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Beiträge: 1378

Beitrag Do., 30.06.2011, 20:07

jenny1977 hat geschrieben:Du wirst es nicht glauben: Mir geht es gut!!!!!! Noch vor 2,5 Wochen hätte ich gedacht, das ich heute um 11.00 Uhr
heulend daheim sitzen würde, weil ich den Termin abgesagt habe - nichts! Ich bin total relaxt
Nach 2,5 Wochen war ich auch noch relaxt!
jenny1977 hat geschrieben:Einen Tag nach meinem letzten Therapietermin vor drei Wochen, wo ich den Termin abgesagt hatte, war es für mich noch
ein kleines Spiel, wollte schauen wie meine Thera reagiert, wenn ich irgendwann wieder mal bei ihr sitze. Ich wollte sie zappeln lassen; ihr auch auf diesem Weg zeigen wie wütend ich bin, weil ich das nicht kriege was ich mag; ich wollte ihr mit der Ungewissheit eines auswischen...
Hätte von mir sein können . Und, sie hat nicht reagiert, oder? Im Grunde genommen zerplatzt man doch selber vor Erwartungen, dass sie sich bemüht, einen wieder zurückzugewinnen.
jenny1977 hat geschrieben:Ich weiß jetzt, das ich (jetzt) auch ohne meine Thera
leben kann und das es mir gut dabei geht.
Siehste! Ja, das kann ich auch, aber es geht mir viel mehr darum, dass ich mit ihr genauso verfahre, wie mit allen anderen Ersatzmüttern, die ich schon verschlissen habe. Ich beende es immer wieder schlagartig. Die ersten Tage sind hart, dann wird es besser, aber was bleibt iste in ungutes Gefühl.
jenny1977 hat geschrieben:Meine Angst, die ich schon seit Monaten!!! betreffs Therapieende habe, habe ich wohl damit etwas eingedämmt.
Das kann ich mir auch gut vorstellen.

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Flowerbomb
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Beitrag Do., 30.06.2011, 20:34

Ja, Elena, diese Gedanken kenne ich auch sehr gut. Ich will auch immer Bestätigung und wissen, dass Sie sich Gedanken macht.Und es gibt nichts Schöneres als diese Bestätigung, wenn es auch nur minimal ist, ab und zu zu bekommen. Ich würde mich an deiner Stelle nach wie vor öffnen. Die besten Momente in der Therapie waren immer die, in denen ich offen war, obwohl mir was sehr peinlich war und meine Thera dann schön reagiert hat. Und ja, dieses Kümmern will ich auch immer ganz intensiv und die Momente, in denen man merkt, dass das nicht immer so ist, sind echt schmerzhaft. Und ja, ich finde auch: sie sollte alles wissen. Meine ist immer so dankbar für meine Gefühle, das find ich immer schön und bin immer bei allem froh gewesen bisher, es erzählt zu haben.

AufdemWeg: finde es schön, dass deine Thera weiß, wann sie reagieren sollte und das tut, wenn sie merkt, dass es dir schlecht geht. Und die schönsten Momente sind für mich auch, dass ich denke zu sehen, dass Sie etwas auch berührt. Wobei ich sowas noch nicht oft hatte. Dieses wütend sein, wenn man was sehr will, kenn ich auch. Und je länger man abwartet, finde ich auch, hab ich mehr Verständnis für sie und Unverständnis für mich.

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beee
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Beitrag Fr., 01.07.2011, 07:37

Elena hat geschrieben:Aber ich weiß, wie es Dir dabei gehen muß, am liebsten will man immer diese Intensität. So ist es halt bei mir, grad in den Bedürfnissen, die ich so stark habe, nämlich von einer Mutterfigur betüdelt zu werden. Irgendwie kann ich dann auch garnichts mit anfangen, wenn mir gesagt wird, ich solle mein inneres Kind an die Hand nehmen, und ihm dies geben, was es braucht. Bei der Aussage kriege ich Pickel, weil ich es einfach nicht kann. Ist für ich fast so, als würde man einen Ncihtschwimmer ins Wasser werfen und sagen, so jetzt kraule mal tausend Meter.
Vielleicht ist das genau der Punkt wo du noch ansetzen musst. Die Frage auf den Grund gehen, warum die nicht kannst oder vielleicht auch gar nicht willst!

Ich muss auch gestehen, mir geht es auch in dieser Hinsicht nicht anders als dir. Bei jeder Pause, ob selbst eingebrockt oder normale Ferienpausen, komm ich immer mal wieder an den Punkt an dem ich auch in diese Erwartungshaltung fliege. Nur meine Thera ist noch nie auf das eingestiegen, hat noch nie angerufen etc. und ich ich bin dankbar um diese klare Grenze und gleichzeitig verfluche ich es manchmal.
Ich glaube mir ist es ein nicht wollen und weniger ein nicht können. Ich hab irgendwo völlig illusorische Wunschvorstellungen wie dieses "betüdeln" aussehen müsste, welche aber in der Realität gar nicht umsetzbar sind. Und für mich schmerzt es im Moment mehr diese Illusionen loszulassen, und darum "weigere" ich mich ein stückweit noch. Rational habe ich absolut verstanden und ist mir absolut logisch, dass einzig und alleine ich mir selbst eine gute Mutter sein kann und niemand sonst und ich wirklich mich zu 100% um meine kleine beee kümmern muss. Aber mein Gefühl hat es noch nicht geschnallt. Da ist noch so viel Schmerz, Trauer, Verlassenheitsgefühle und Angst, ich hab das Gefühl ich bin mir selber nicht genug Halt, Schutz und Geborgenheit.
Wenn ich am Thema vorbei geschrieben habe liebe Elena bitte ignorieren
Liebe Grüsse
beee


montagne
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Beitrag Fr., 01.07.2011, 09:35

Es erinnert mich daran, wie es ist, wenn man frisch verliebt ist, gaaaaanz viel intensiven Kontakt hat, und nach einiger Zeit geht es zur Normalität über.
Komischerweise habe ich es genau so auch empfunden. Obwohl ich nie verleibt war und mir meine Therapeutin auch nie als gute Freundin gewünscht habe. Und das ist sicher keine Abwehr, in dem Fall.

Allerdings finde ich diese Anfangsphase anstrengend und bin froh das sie vorbei ist. Obwohl ich natürlich massiv dazu beigetragen habe, dass es so intensiv und inenrlich distanzlos war, so hat es mich doch angestrengt und nicht gerade erfreut.

Meine Therapeutin hat in den von mir gewünschten pausen auch nie angerufen. da hatte ich es auch nicht erwartet. Aber irgendwo gewünscht, als ich die Therapie für abgebrochen erklärt hatte. Da war der Wunsch da, dass sie anruft und sagt: "Kommen Sie doch vorbei und wir reden über alles." Ich wusste, NIE würde sie das tun. Ich rief dann an und sie hat es dann aber gesagt, genau so. Nur, dass ich halt anrief.

Einmal hat sie mich alelrdings angerufen. Als ich einen termin verpeilt habe. Ich hatte mir 18.00h aufgeschrieben. Um 8.15 h des selben Tages klingelte mein Telefon: "Frau montagne, wir haben einen Termin." Autsch..

Ich denke das spiegelt diese Zwiespältigkeit wieder. Man möchte angerufen werden. Aber wnen man es bedenkt, zumidnest mir geht es so. Wenn sie wirklich anrufen würde, obwohl ich um Puase gebeten habe, dann wäre das doch übergriffig.
Man will Kontaktpause und sie setzt ihren Wunsch nach Kontakt durch? Das wäre doch total übergriffig und missbräuchlich. Ich empinde das zumidnest so. Deshalb bin ich froh, dass meine Therapeutin nie angerufen hat, außer halt das eine Mal, als ich eben den Termin verpeilt habe. Da war es ja auch kein Wunsch fern zu bleiben.

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Tristezza
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Beitrag Fr., 01.07.2011, 09:56

Ich denke, dass viele Therapeutinnen auch das "Spiel" durchschauen - zumindest wenn sie schon länger praktizieren - und schon aus diesem Grund den Patientinnen nicht hinterhertelefonieren. Finde ich auch gut, weil dadurch klar wird, dass Manipulationsversuche - zumindest im therapeutischen Rahmen - nicht ankommen.

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