Täterkontakte/Familie

Körperliche und seelische Gewalt ebenso wie die verschiedenen Formen von Gewalt (wie etwa der Gewalt gegen sich selbst (SvV) oder Missbrauchserfahrungen) sind in diesem Forumsbereich das Thema.
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Xanny
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Beitrag Di., 24.11.2009, 13:54

Liebe Candle,
candle hat geschrieben:Ich greife Dich nicht an, aber vielleicht habe ich hier etwas die Position und die Sicht Deiner Freunde eingenommen. Kümmert es Dich so wenig wie verzeifelt DIE sind.
Doch, mich kümmert es sehr wohl, wie es meinen Freunden damit geht. Und ich kann es nachvollziehen, dass sie verärgert, hilflos, ratlos und enttäuscht sind.
candle hat geschrieben:Behandelst Du deine Kinder auch so? Der Wiederholungsfaktor von Familiensystemen ist ja enorm hoch. Auch hier habe ich schon versucht Deinen Blickwinkel zu erweiter: Über Deine Kinder. Selbst das funktioniert ja leider nicht.
Was denkst Du denn, wie ich meine Kinder behandel? Meinst Du ich vergreife mich an ihnen, baue Raubbau mit den zarten Kinderseelen? Ich versuche so gut es geht, für meine Kinder da zu sein, ihnen soviel Liebe zukommen zu lassen, wie es in meiner Macht steht, auch wenn das wohl nicht immer ausreicht. Ich bin mir aber meiner Verantwortung als Mutter wohl bewußt.
candle hat geschrieben:m Blog hast Du mir auch leider die Frage nicht beantwortet welche Hilfe Dir Freunde geben sollen, die auch realistisch ist. Du hast nicht geantwortet.
Das, was ich von Freunden erwarte, kann von ihnen so nicht geleistet werden. Ich wünschte mir nur, sie wären für mich da, wenn ich nicht weiter weiß, wenn ich Rat brauche. Das sie dann damit leben müssen, dass ich den Rat nicht befolge, führt sicher dazu, dass sie sich zurückziehen und mich, wie Du sagtest vor die Wand rennen lassen. Ich erhoffe mir aber etwas Verständnis für mein Leben, für meine Art zu handeln und für meine Bedürfnisse. Ein wenig Geborgenheit, in dem Sinne, dass ich da Ansprechpartner habe. Und hin und wieder mal eine Kommunikation, damit ich nicht noch tiefer in mein Loch falle. Diese, ich nenn es mal Forderungen, sind natürlich nicht realistisch. Aber ich hoffe, meine Freunde sind für mich da, so wie auch umgekehrt und unterstützen mich, wenn ich soweit bin, den richtigen Weg zu gehen..
candle hat geschrieben:Was meinst Du wie viele Worte es noch bedarf Deine Sicht umzukehren?
Ich kämpfe seit einigen Jahren mit dem Versuch, meine Sicht zu ändern. Das wäre wohl auch an der Zeit. Aber an der Umsetzung hindert mich etwas und ich habe noch nicht herausgefunden, was das ist.

Mein Therapeut spricht da auch immer von Doppeldeutungen (das Fachwort hab ich vergessen), das Signal hilf mir, geh mit mir den Weg, laß mich nicht alleine....und komm mir nicht zu nahe, verletz mich nicht, ich kann meinen Weg alleine gehen.

Aber eigentlich kann ich genau das nicht.

Und wieder mal fange ich mich in Wünschen, Verzweiflung und Hoffnung und Traurigkeit...
*Ein Freund ist jemand, der Deine Vergangenheit versteht, an Deine Zukunft glaubt und Dich so akzeptiert, wie Du bist*

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candle
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Beitrag Di., 24.11.2009, 14:02

Hmmmmm...

Ich denke nicht, dass Du bewußt Deine Kinder schädigst, aber unbewußt schon, denn Du kannst ja gar nicht GANZ für sie da sein, weil die Energie ja nur in DICH fließt.

candle
Es ist besser ein Kerze anzuzünden, als über die Dunkelheit zu klagen.
Sommer-Stumpenhorst

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DieLinkeSocke
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Beitrag Di., 24.11.2009, 15:13

also das mit dem - missbrauchte kinder missbrauchen kinder, das ist schon mal ganz falsch. Die meisten dieser armen kinder werden erwachsen und wollen ihren eigenen kindern alles das geben, was sie selber nicht hatten. Das mal nur @candle.

Xanny,

Mein Herz bricht mir für dich. Was du da schreibst könnte ich alles selbst geschrieben haben, gegen all die Männer in meiner Familie die mir Gewalt angetan haben. Zuerst gegen meinen VAter, der mir als Baby gewalt antat (was ich nur noch von meiner Mutter weiß) bis hin zu meinen ONkel, die körperlich wie auch sexuell gewalttätig waren.

Ich verstehe deinen Wunsch nach einem Vater, kann es gut nachvollziehen und ich möchte dir hier nur ganz vorsichtig sagen, dass du an der falschen ADresse suchst. Bei deinem Vater kannst du diese Liebe nicht mehr bekommen, er hat immer noch keinen Respekt für dich und deine Grenzen.
Ich weiß, du möchtest das Kind-Sein nachholen, udn wieder die gute brave kleine sein. ICh verstehe, dass du deinen Vater irgendwie liebst, denn alle Täter haben gute wie auch schlechte seiten, wie jeder andere mensch auch. Ich kann auch nachvollziehen wie schuldig du dich fühlst - das habe ich auch die längste zeit.

Zum Kind-Sein und den Vater suchen - suche das IN dir. IN dir drinnen, da wartet eine ganze familie auf dich. Du bist erwachsen, du hast überall gesehen udn gelernt, wie man mit kindern RICHTIG umgeht. Du sorgst für deine eigene Familie. Du kannst dir selbst nun Vater und Mutter sein. Sieh dies als eine Chance, dich richtig gut um dich selbst zu kümmern. VErsuche den BLick ein wenig nach außen zu richten: was würdest du tun, wenn das DEINEM Kind passiert wäre? Würdest du es nicht liebevoll in den Arm nehmen, sehen dass es hilfe bekommt und mit aller kraft darum kämpfen, dass dein Kind nie wieder kontakt mit diesem Täter hat?
WEnn du das alles für deine Kinder tun würdest, warum nicht auch für dich? DU BIST ES WERT!

Du bist ein besonderer MEnsch, deine Freunde haben dich lieb und kümmern sich um dich. NIMM ES AN. SIe geben udn geben, und du hast wahrscheinlich ne riesenangst davor ihre Liebe und Ratschläge anzunehmen. TRau dich. Es wird dir nichts schlimmes passieren. Sie sind ganz offensichtlich für dich da.

Das mit der Schuld... das ist so eine SAche. Alle missbrauchten Kinder fühlen sich insgeheim schuldig, also sei einmal beruhigt: es ist normal.
Das ist dein internalisierter Täter, der dir das sagt. Wenn du interessiert daran bist, wie das genau funktioniert und wie der zustande kam, schick mir einfach ne PM.

Wie wirst du die Schuld wieder los? Gute frage. Ich kann nur sagen, was MIR geholfen hat:
REde so viel wie möglich, über alles was dich belastet und WARUM du dich dafür schuldig fühlst. Und dann hör gut zu was dein GEgenüber dir zu sagen hat. Niemand wird dir die schuld geben. und je öfter du hörst, du bist nicht schuld, du warst ein hilfloses kind, nicht DU bist eklig, sondern dein VATER ist eklig, desto mehr wirst du es glauben.

Du bist nicht alleine, Xanny.
WEnn du mehr reden magst, kannst mri wirklich gern ne PM schicken.

Glg,
Socke
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GloriaSupi
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Beitrag Di., 24.11.2009, 15:45

Ja, diese Grenze ist eindeutig überschritten und ich habe große Angst, das könnte weiterhin so sein oder wieder. Ich möchte, das mein Vater mich als Tochter wahrnimmt und nicht als Frau.

Tja Xanny, diese Fragen hast Du alle schon verstreut im Forum hinterlegt, hier mal sehr klar gesammelt: wie Du es nennen willst: "Neuanfang", "Verzeihen", "Verändern" des Vaters - all dieses setzt unbedingt voraus, daß auch ihm die Vergangenheit klar wird. Rein berufsmäßig müßte ihm ja klar sein, was seine eigenen Taten bei einem Kind anrichten können - die Folgen und die gewaltige Kettenreaktion - seine Bindungsunfähigkeit, Zerstörung Deiner Mutterbeziehung, Deine falsche Ehe, Berufsunfähigkeit, Bindungsprobleme, Erziehung, Finanzen etc. sieht er ja, bzw. er ignoriert sie oder führt Deine Situation nicht auf sein Tun zurück. Eine Besserung kann doch nur eintreten, wenn er selbst Einsicht in die Vergangenheit hat und sich dazu in eine Beziehung stellen kann. War es nach seiner Meinung richtig, verständlich, oder hast Du ihm tatsächlich Gründe geliefert ("Du warst ja auch ein schlimmes Kind" oder so ähnlich)?

Signalisiere ihm doch einfach mal, und zwar sehr konkret mit Tatbeschreibungen, daß Dich Gedanken an die Zeit damals in ebendieser Hinsicht beschäftigen. Gib doch diese Arbeit mal ab. Aber sei vorsichtig, daß er nicht mit ziemlich bösen Antworten zurückkommt, ob in Tat oder in Wort.
Es ist doch eigentlich nicht richtig, daß Du Dich Tag für Tag, Begegnung für Begegnung mit diesen Gedanken quälst, kleinste Bemerkungen hin- und herwälzt, anstatt diese Arbeit dem Schuldigen (ich nenne ihn mal so) zu übergeben. Und eine ganz besorgte Frage zu dem obigen Zitat: was ist mit der Angst gemeint, es könnte so "sein", also im Präsenz: was ist denn mit den realen Kontakten: tun sie gut, schädigen sie, in welcher Form benutzt er Dich oder: könnte es sein, daß Du gar nicht merkst, wie er Dich wieder als Ausweichstation von seiner gegenwärtigen Frau/Familie benutzt?

Sichere Dir lieber die Zuwendung Deiner Freunde als diesen ungedeckten Scheck von Menschen...

GloriaSupi

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münchnerkindl
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Beitrag Di., 24.11.2009, 15:58

Für mich ist das eine Art von Hörigkeit, sonst garnichts.

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Xanny
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Beitrag Di., 24.11.2009, 16:03

Hallo linke Socke, ich nenn Dich mal so und finden Deinen Nick übrigens sehr lustig, das nur nebenbei. Ich werde auch das Angebot der PN gerne zurückkommen, wenn ich das, was hier alles geschrieben wurde verkraftet habe. Damit tue ich mich grad extrem schwer...
DieLinkeSocke hat geschrieben:Zum Kind-Sein und den Vater suchen - suche das IN dir. IN dir drinnen, da wartet eine ganze familie auf dich.
Das In-mir-drinnen fühlt sich aber falsch und leer an...
DieLinkeSocke hat geschrieben:Du bist ein besonderer MEnsch, deine Freunde haben dich lieb und kümmern sich um dich. NIMM ES AN. SIe geben udn geben, und du hast wahrscheinlich ne riesenangst davor ihre Liebe und Ratschläge anzunehmen. TRau dich. Es wird dir nichts schlimmes passieren. Sie sind ganz offensichtlich für dich da.
Genau da liegt mein Problem. Ich warte auf die Rechnung, auf den Moment, wo auch diese Menschen mich in den Hintern treten, mir wehtun, mich zum Sündenbock machen. Diese Menschen, die mir so wichtig geworden sind, mir in den letzten Jahren immer eine Stütze waren, die sind von mir enttäuscht, so wie ich meine Eltern enttäuscht habe. Ich war auch in der Hinsicht nicht brav. Habe immer meinen eigenen Kopf durchgesetzt. Der große Knall wird kommen, und wenn mich diese Menschen verlassen, dann breche ich komplett zusammen, weil der Rückhalt, den ich da gerade erfahre, im Moment meine einzige Lebensgrundlage ist. Weil ich durch diese Menschen spüren darf, das ich einen Wert habe, ungeachtet dessen, was ich tue, sondern einfach als Mensch...
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Xanny
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Beitrag Di., 24.11.2009, 16:27

Hallo GloriaSupi,

Du hast ja einiges erwähnt in Deinem Beitrag, was sicher alles stimmt. Und mich mit diesen Worten sehr getroffen. Zum einen, weil es mir wieder klar macht, in welcher Lage ich stecke, und zum anderen, weil ich gleichzeitig nicht aus meiner Haut kann. So vieles hast Du hier auf den Punkt gebracht, was hier bislang noch keine Rolle gespielt hat.
Ich werde mal versuchen, auf einiges einzugehen:
GloriaSupi hat geschrieben:"Neuanfang", "Verzeihen", "Verändern" des Vaters - all dieses setzt unbedingt voraus, daß auch ihm die Vergangenheit klar wird. Rein berufsmäßig müßte ihm ja klar sein, was seine eigenen Taten bei einem Kind anrichten können
Verzeihen ist das richtige Wort. Vergessen kann niemand erwarten nach der Fülle der Vorfälle. Und auch, das er in seinem Beruf als Ordnungshüter besser wissen müsste, was er tut auch klar. Aber er war noch jung, hatte Alkoholprobleme und auch sonst lief es in seinem Leben nicht rund. Das soll jetzt keine Entschuldigung sein, aber eine pubertierende Tochter zu haben, war sicher eine große Überforderung. Und seine Rolle als Vater hat er wohl nie so bedacht, ich bin ja einige Zeit bei meiner Mutter gewesen. ER hat da etwas durcheinandergebracht und meine Nähe benutzt, um über sein eigenes verpfuschtes Leben sich hinwegzutrösten. DAs konnte natürlich nicht gutgehen. Und über die Konsequenzen war er sich wohl nicht bewußt und oftmals so besoffen, das er nicht wusste, was er tat. Mich würde interessieren, ob er in klarem Verstand mich auch so benutzt hätte.
GloriaSupi hat geschrieben:War es nach seiner Meinung richtig, verständlich, oder hast Du ihm tatsächlich Gründe geliefert ("Du warst ja auch ein schlimmes Kind" oder so ähnlich)?
Wenn ich diese Frage beantworten könnte, wäre ich sicher einen Schritt weiter. Was habe ich als Kind verbrochen, das man mir nicht verzeihen konnte und wofür ich bis heute büßen muss? Worin lag mein Fehler? Habe ich soviel angestellt, dass ich mich mit meinem Körper bei ihm entschuldigen musste?
Und später, als junge Frau, wie war das da? Hat er in mir je die Tochter gesehen oder verkörperte ich immer das Bild der Frau, so wie ich meiner Mutter so ähnlich bin? Oder versuchte er mich dadurch zu halten, dass er seine Liebe so rationierte, weil ihn ständig die Frauen verlassen haben, weil er seine Gewalt nicht unter Kontrolle halten konnte?
GloriaSupi hat geschrieben:die Folgen und die gewaltige Kettenreaktion - seine Bindungsunfähigkeit, Zerstörung Deiner Mutterbeziehung, Deine falsche Ehe, Berufsunfähigkeit, Bindungsprobleme, Erziehung, Finanzen etc. sieht er ja, bzw. er ignoriert sie oder führt Deine Situation nicht auf sein Tun zurück.
Wie soll er auch, wenn ich mit den wahren Gründen nicht rauskommen kann? Wenn ich nicht so wäre, wie ich bin, dann hätte ich das alles wohl anders verarbeitet. Es gibt genug Frauen, mit ähnlichem Schicksal, die nicht unter der Last zusammenbrechen, wie ich es gerade tue. Und mit jeder Zeile hier wird es noch schlimmer. Mir wird einfach klar, ich liebe einen Verbrecher und kann mich dieser Liebe nicht entwehren. Ich bin zwar froh, wenn er mir heutzutage nicht körperlich zu nahe kommt, schrecke vor vielen harmlosen Berührungen zurück, doch eine Stimme in mir verlangt nach der Liebe, so wie ich sie gerne hätte. Und die ich glaube, nirgendwo bekommen zu können. Ist ja auch Quatsch, ich bin erwachsen und muss es igendwann akzeptieren, dass man mir in den Kindertagen die halbe Seele geraubt hat.
GloriaSupi hat geschrieben:Signalisiere ihm doch einfach mal, und zwar sehr konkret mit Tatbeschreibungen, daß Dich Gedanken an die Zeit damals in ebendieser Hinsicht beschäftigen. Gib doch diese Arbeit mal ab. Aber sei vorsichtig, daß er nicht mit ziemlich bösen Antworten zurückkommt, ob in Tat oder in Wort.
Wenn ich das nur könnte. Manchmal nehme ich mir das vor, aber wenn er mir gegenübersteht, dann ist alles weg. Dann verschwimmen die Gedanken, wandern ins Nirgendwo ab und sind erstmal weg. Und dann ist die Gelegenheit verpasst.
GloriaSupi hat geschrieben:könnte es sein, daß Du gar nicht merkst, wie er Dich wieder als Ausweichstation von seiner gegenwärtigen Frau/Familie benutzt?
Selbst das ist für mich schon eine Art der Zuwendung, die ich aufsauge, mir schön rede...Und außerdem bin ich doch immer noch Teil seiner Familie, oder?
GloriaSupi hat geschrieben:Sichere Dir lieber die Zuwendung Deiner Freunde als diesen ungedeckten Scheck von Menschen...
Das versuche ich in jedem Fall! Ich bin bemüht, das zu tun. Aber irgendwas treibt mich auch da immer ab...Vor allem der Gedanke, ich habe es von diesen Menschen nicht verdient...
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münchnerkindl
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Beitrag Di., 24.11.2009, 16:35

Xanny hat geschrieben:Aber er war noch jung, hatte Alkoholprobleme und auch sonst lief es in seinem Leben nicht rund. Das soll jetzt keine Entschuldigung sein, aber eine pubertierende Tochter zu haben, war sicher eine große Überforderung. .
Aber mit der Kindererziehung überfordert sein und sexueller Misbrauch eines Kindes sind zwei völlig unterschiedliche Dinge.... Sorry...

Und wenn er so überfordert war hätte er sich Hilfe holen können. Pubertierende Kinder sind IMMER nervig, da bist du kein "speziell schlimmer" Fall, wenn man sich Kinder anschafft dann ist das ein Teil davon. Punkt. Das ist keine Rechtfertigung.

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lingaroni
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Beitrag Di., 24.11.2009, 17:24

@xanny

ich habe da einen tipp; einen versuch wäre es wert. bitte deinen therapeuten, er möge mit dir ein so tiefgehendes, rückführendes gespräch führen und gehe nochmal durch den schmerz. ich glaube nämlich, du hast da schmerzen nicht gelebt sondern eingefroren. wenn diese schmerzen aufgetaut sind, dann wirst du die einzig richtige antwort für dich finden.

LG

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lingaroni
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Beitrag Di., 24.11.2009, 17:28

ps: wenn dein therapeut das nicht kann, dann such dir einen, der das kann. ist nämlich schon echt heftig und auch die therapeuten haben davor ein bisschen angst, weil es passieren kann, dass man von schmerzen nur so überrollt wird und damit eventuell eine psychose auslöst.

aber danach wirst du es auch gefühlsmäßig verstehen.

LG

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Xanny
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Beitrag Di., 24.11.2009, 19:46

lingaroni hat geschrieben:@xanny

ich habe da einen tipp; einen versuch wäre es wert. bitte deinen therapeuten, er möge mit dir ein so tiefgehendes, rückführendes gespräch führen und gehe nochmal durch den schmerz. ich glaube nämlich, du hast da schmerzen nicht gelebt sondern eingefroren. wenn diese schmerzen aufgetaut sind, dann wirst du die einzig richtige antwort für dich finden.
Ich weiß nicht, ob ich psychisch in der Lage wäre, das auszuhalten. Ich bin leider nicht sehr stabil. Schmerzen eingefroren ist gut formuliert, darüber muss ich nachdenken...
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jennyfer
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Beitrag Mi., 25.11.2009, 08:24

Liebe Xanny,
Xanny hat geschrieben:
jennyfer hat geschrieben:Bist du "dir" schuldig ihm ganz klar zu sagen

"du hast mir das angetan und mich gleichzeitig meines Vaters beraubt, dessen Liebe ich heute noch so sehr suche und vermisse?!"
Nein, das könnte ich ihm nie sagen. Er könnte mich dafür hassen, sich vor mir ekeln...
Du kannst dir jetzt nicht vorstellen es ihm jemals sagen zu können.

Doch ist es "das" was verzweifelt in dir liegt?

Ihm das sagen zu können was er dir angetan hat und das du seine Vaterliebe so sehr vermisst? Und gleichzeitig sie endgültig damit riskierst?

Ich glaube er würde sich vor sich selber ekeln, vorausgesetzt, er kann ansatzweise nachvollziehen, was da verkehrt gelaufen war.

Hassen könnte er dich, weil du ihm zeigen könntest, was "er" grausamst verbrochen hat. Wenn du es an ihn abgeben könntest. Wenn er unfähig ist, zu erkennen, dass das alles in seinen Händen, in seinem Handeln steht, dann wird er es sicher auf dich projezieren...vllt aber auch nicht



Doch ich glaube das Risiko so seine von dir gewünschte Vaterliebe nie mehr bekommen zu können ist warscheinlich viel zu groß für dich. Da verblendet die Tatsache das du sie so wie es jetzt ist auch nicht bekommen kannst.

Sehr schwere Situation für dich. Wie wäre es mit einem Brief? Und Sicherheitsabstand? Was kann dir passieren? Es kann dir passieren das eine Umkehrung beginnt. Möchtest du wirklich sein Leben über deinem mittragen bis es dich niederdrückt vor lauter Wunsch nach seiner Liebe?

Das sind meine Gedankenanstöße zu deinem Thread. Liebe Xanny, ich kenne deinen bisherigen Weg nicht wirklich. Vllt ist etwas von dem was ich geschrieben habe für dich dabei das du verwenden kannst. Oder zumindest ein paar Gedanken dazu...


Zur Vaterliebe...mir blieb sie leider auch verwehrt. Vllt suche ich darum nach dem großen starken Mann der mir noch zusätzlich (gesprächsmäßig) gut tun würde. Es ist als ob sich mein Vaterverlangen verlagert hat. Da mein Vater unerreichbar für mich scheint. Und ich nun eine ander "starke" "beschützende" Figur wünsche da einfach etwas fehlt. Wer wäre da passender als der große starke Kriminalbeamte der in mir so vieles berühren konnte, letzten Freitag. Und dann noch mit mir selbstverständlich und stark über meine Kindheit sprach


Liebe Grüße

ich hoffe es geht dir halbwegs gut.

jennyfer
...

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candle
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Beitrag Mi., 25.11.2009, 10:13

Hast Du all diese Fragen mal Deinem Vater gefragt? Wäre ja mal spannend was er dazu sagt?

Eigentlich dürftest Du endlich mal begreifen, dass man sich nicht an Kindern vergeht, egal wie schwierig sie sind.

Irgendwo hat jemand so nett geschrieben, dass das Verhalten der Kinder der Spiegel der Eltern ist.

Hätte Dein Mann das mit Euren Kindern getan, was wäre wohl passiert? Hättest Du das auch OK gefunden?

Ich denke manchmal, dass die kindliche Schuld sich mit der der erwachsenen Schuld vermengt. Vielleicht sind Dir ja auch fehler bewußt im Erwachsenenalter?

Es dürfte ja auch klar sein, dass Kinder immer leiden unter Erkrankungen der Eltern, auch wenn Du das nicht bewußt so willst.
Xanny hat geschrieben: Doch, mich kümmert es sehr wohl, wie es meinen Freunden damit geht. Und ich kann es nachvollziehen, dass sie verärgert, hilflos, ratlos und enttäuscht sind.
Vielleicht stellst Du Dich ihnen mal ganz schonungslos, hörst ihnen zu und hast auch für die Gegenseite Verständnis? Würde das gehen? Ist Dir auch das Wort "Entschuldigung" möglich?

candle
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*AufdemWeg*
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Beitrag Mi., 25.11.2009, 11:15

Hallo Xanny,

ich habe auch Täterkontakt
weil der Täter bei meinen Grosseltern
im Haus wohnt.
Ich habe diesen Kontakt
weil ich den Kontakt zu meinen Grosseltern
(jetzt zur Grossmutter, Grossvater ist verstorben)
nicht verlieren möchte.
Das ist der Preis
den ich bisher zahle
der Täterkontakt.
Allerdings spüre ich
wie ich an meine Grenze komme.
So übernachte ich besipielsweise nicht mehr
bei meiner Grossmutter.

LG ADW
Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.



Albert Einstein, 14.03.1879 - 18.04.1955

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Xanny
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Beiträge: 1063

Beitrag Mi., 25.11.2009, 12:01

@candle:

Ich habe sehr wohl Verständnis für die Meinung meiner Freunde. Ich kann ihnen auch zuhören und entschuldigen tue ich mich oft genug. Aber dieser Wunsch, wieder ein normales Verhältnis aufzubauen ist übermächtig.

Mein Exmann hat seinen Respekt uns gegenüber anders ausgedrückt, indem er mich körperlich extrem mißhandelt hat. Ich kenne praktisch nicht anderes. Die Kinder hat er nicht so hart drangenommen, wie mich, trotzdem haben sie heute Angst vor ihrem Vater. Da habe ich den Absprung nach vielen Jahren geschafft, wo mir auch meine Freunde eine sehr sehr große Stütze waren und immer für mich da, wenn er mal wieder Streit gesucht hat. Aber auch hier frage ich mich, wie es meinen Kindern in einigen Jahren damit gehen wird, dass die Polizei hier ihren Vater abgeführt und rausgeschmissen hat. Auch sie werden ihr Traua davongetragen haben, als ihr Vater mich mit dem Messer attackiert hat.

Ich verstehe Eure Meinung und Eure Sorge. Und vielleicht mache ich auch wieder mal einen großen Fehler. Der Wunsch, jetzt endlich Geborgenheit und Sicherheit zu erfahren ist so groß, dass ich dafür fast alles in Kauf nehme.

Heute steht wieder eine Begegnung mit meinem Vater an und manche mögen jetzt die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Ich könnte mich ja selber ohrfeigen...Aber wenn ich diese Chance auf eine Aussöhnung nicht wahrnehme, würde ich mir das nie verzeihen. Ich kann nur hoffen, dass so etwas irgendwie geht. Und wenn nicht, dann muss ich die Konsequenzen tragen und werde wohl in ein tiefes Loch fallen.

Ich frage mich, wie es ihm geht, wenn er mich trifft, ob er sich genausoviele Gedanken macht. Aber ich glaube, für ihn bin ich der Sündenbock und an allem Schuld. Ich habs ja nicht anders gewollt oder so. Und zugeben würde er sein Vergehen niemals. Er schiebt den schwaren Peter zu meiner Mutter und meinem Exmann.

Letzens fragte er mich, warum die Polizei hier war, wegen Suizidgefahr, er kann das auf der Arbeit ja nachlesen. Und er hat sich keine Gedanken gemacht, wie es mir wohl geht, die Antwort hat ihn auch nicht wirklich interessiert, das tut schon weh. Ich weiß nicht, wie er einfach alles hinter sich lassen kann und so tut, als wäre nie etwas gewesen, als wäre er immer der liebende Vater gewesen. Er sieht sich eher als das Opfer, das von seiner Tochter fertig gemacht wurde....Ich war nicht brav...
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