Traumaverarbeitung, ein langer Prozess

Körperliche und seelische Gewalt ebenso wie die verschiedenen Formen von Gewalt (wie etwa der Gewalt gegen sich selbst (SvV) oder Missbrauchserfahrungen) sind in diesem Forumsbereich das Thema.

candle.
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Beitrag Fr., 07.04.2017, 20:33

Waldschratin hat geschrieben: Fr., 07.04.2017, 18:37
Und was meinst du jetzt mit "solchen" Menschen? Klingt auf den ersten Blick abwertend für mich.
Ungute Wortwahl passiert und ist sicher niemals abwertend gemeint. Ich hatte mich da auf dein Beispiel der Erwachsenen bezogen mit Monotrauma.

LG candle
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Maskerade
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Beitrag Fr., 07.04.2017, 20:39

Tupsy71 hat geschrieben: Do., 06.04.2017, 21:03 Verstehe Maskerade, doch ich frage mich, ob der "doch" Kontakt nicht gleichzeitig triggert. Mir gehts zumindest so mit meiner Mutter. Wenn ich sie anrufe, erzählt sie halt ihren Alltag. Sie sagte auch immer, dass sie von der Vergh. usw. nichts wusste. Mich triggert es halt, wenn sie redet, weil im Kopf dann immer Bilder laufen, wo sie doch was wusste usw. Und doch schaffe ich es nicht keinen Kontakt zu haben.
Maskerade bist du sicher, dass er wirklich nichts mehr weiß?
Natürlich kann es IMMER vorkommen, daß es im Kontakt zu triggern kommt. Aber es geschehen halt heute auch viele schöne Erfahrungen, die ich so das erst mal mit ihm mache.Es ist beides, das eine ist eben nicht ohne das andere zu haben.

Zum Thema ob es sein kann, daß er es wirklich vergessen haben kann, schrieb ich oben schon an Krümelmonster. Aber gerne nochmal, ja es ist möglich, genau so wie ein Opfer diese Erlebnisse abspalten kann, kann das ein Täter auch.
Liebe Grüße, Maskerade

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Beitrag Fr., 07.04.2017, 20:52

Maskerade hat geschrieben: Fr., 07.04.2017, 20:39 Aber es geschehen halt heute auch viele schöne Erfahrungen, die ich so das erst mal mit ihm mache.
Ich habe da leider keinen Zugang zu was es da an schönen Erfahrungen geben soll?

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Waldschratin
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Beitrag Fr., 07.04.2017, 20:56

candle hat geschrieben:Ungute Wortwahl passiert und ist sicher niemals abwertend gemeint. Ich hatte mich da auf dein Beispiel der Erwachsenen bezogen mit Monotrauma.
Ach so! Alles klar. :)

Liebe Maskerade,
ich seh schon, es gibt allerhand Parallelen zwischen unser beider Leben...
Was du vom Dorf schreibst, kann ich auch nur bestätigen. In dem, in dem ich aufgewachsen bin, da war Mb auch was Allgegenwärtiges. "Nicht der Rede wert" sozusagen und nur vordergründig was "Abartiges". Im Grunde war die Haltung allgegenwärtig, dass Kinder "Eigentum" sind, eh nix verstehen und nix merken und demzufolge auch nix erinnern. Und von daher alles erlaubt und mehr noch : Erwachsene hatten sowas wie ein "Recht" auf "Triebbefriedigung", sei das nun in sex., gewalttätiger oder sadistischer Hinsicht.

Und bei uns war es auch so, dass sich weder mein Vater noch meine Mutter an irgendetwas "erinnern" konnten. Muttern hatte das auch komplett abgespalten, mein Vater hat es sich nach besten Kräften von der Erinnerung ferngehalten.

Erinnerung an sich ist ja etwas, das sich das Gehirn "zurechtrückt" und eigentlich so gut wie nie wirklich die Realität, die geschehen ist. Zeigen schon Zeugenaussagen bei z.B. Unfällen. Wie da die Aussagen oft auseinandergehen! Und das schon kurz nach dem Geschehen. Wie ist das dann erst, wenn schon ein paar Jahre vergangen sind und man sowieso sich nicht erinnern will.

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Maskerade
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Beitrag Fr., 07.04.2017, 20:58

Hallo Candle,
Ich will mich hier jetzt nicht ins Zentrum der Diskussion stellen. :red:
Also ich habe nicht das Gefühl, daß Du Dich in den Mittelpungt stellst. Und außerdem ist es bei diesem Thema ja auch gewünscht, daß einzelne berichten, was sie selbst für Erfahrungen
gemacht haben, bzw. machen. Das gehört meiner Meinung nach alles zum Thema dazu !

Also alles gut ! ;)
Liebe Grüße, Maskerade

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Beitrag Fr., 07.04.2017, 21:09

Genau, Waldschratin,

ich würde sogar noch etwas weiter gehen und sagen daß die damals davon überzeugt waren, daß sie das, was wir heute als MB bezeichnen, als normal angesehen waren.

Und ja, die Männer hatten uns Kinder und ihre Frauen besessen und durft mit den alles machen, was sie wollten. Ob MB, Schlagen, ... oder sonst was. Und mein eigener Vater hat auch keine Widerrede geduldet. Wenn ich sagte ich will das nicht, bekam ich eben so lange Schläge, bis ich mit gemacht habe, was er will.

Daß Du das bei Deinen Eltern auch so erlebt hast, daß sie es tatsächlich vergessen, abgespaltet haben, dafür danke ich Dir sehr, denn manchmal zweifle ich an meinem Verstand.

Mit meiner Mutter ist das alles etwas anders, sie kann reflektieren und sich mit Themen auseindersetzen. Einen Anfang habe ich mit ihr ja auch schon gemacht. Mal sehen, ob sie weiter geht ...
Liebe Grüße, Maskerade

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Beitrag Fr., 07.04.2017, 21:21

Waldschratin hat geschrieben: Fr., 07.04.2017, 18:37 "Gesprungen" ist meiner nicht. :-D Aber "da" war er.
Er hat durchaus für das Seine gesorgt, und ich hatte nicht einfach deshalb "Priorität", nur weil ich mal in ner Krise hing, wenn die auch mal heftiger gewesen sein sollte.
Gut damals- es war ja die erste Therapie- habe ich mir nie Sorgen um den Therapeuten gemacht. Der war auch ziemlich gefestigt, das ist nachhaltig immer noch mein Eindruck. :)
Dass er nun für mich gesprungen ist. Hm, ich habe diese Erfahrung nie machen dürfen. Ich habe als Erwachsene quasi nie Hilfe in Anspruch genommen, weil ich in der Kindheit und Jugend immer abgewiesen wurde, ob durch "gute Freunde" der Eltern, denen ich mich anvertraute, den Eltern- da gab ich das natürlich auch schnell auf, weil es entweder in Strafe endete oder damit, dass man meinte ich könne das alleine regeln und Ärzte, tja da war das wohl noch nicht so dolle mit dem Kindeswohl in den 70iger Jahren, da hat mich sogar der Kinderarzt mehrfach abgewiesen. Da wurde das Augenmerk nur auf die Mutter mit den vielen Kindern gelegt und deren Belastungen. Irgendwie komisch das vom Kinderarzt zu hören, wenn ich da jetzt drüber nachdenke.

Ich konnte da meine Art bis heute nicht so recht loslassen. Ich nehme nie die ganze Hand, ich traue mich vielleicht gerade mal den kleinen Finger zu berühren, der mir entgegengestreckt wird.
Durch diesen Therapeuten und seinem außertherapeutischen Kümmern habe ich dann doch Vertrauen gefaßt, dass für mich doch mal was getan wird ohne böse Konsequenzen. Das tat auch gut! Und dann in Laufe der Zeit hat sich das dann bei mir zurückgebildet in dem Sinne, dass ich ihn nicht mehr brauchte.
Zu Beginn hatte ich ihn auch selber gar nicht getraut zu kontaktieren und habe das über eine Freundin laufen lassen. Später konnte ich das dann, dass ich ihn direkt ansprach und wie gesagt, dann brauchte ich das nicht mehr. Es blieb dann bei den Therapiestunden, erst sehr hoch frequentiert, dann nur noch alle 2 Wochen bis zum Abschluß der Therapie.

LG candle
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Krümmelmonster
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Beitrag Fr., 07.04.2017, 22:14

Hallo Maskarade,
vielen lieben Dank für deine Antwort. Zum zweiten Punkt Sorry, möchte ich mich bei dir Entschuldigen, dass es so rüber gekommen ist. Sollte nicht sein. Mit der Abspaltung kann ich halt selbst nicht umgehen, weil ich es nicht glauben kann. Aber das ist nicht dein Problem, sondern mein eigenes. Trotzdem Riesen Respekt von dir, das Du so leben kannst.
Alles Gute!


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Maskerade
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Beitrag Fr., 07.04.2017, 22:47

Entschuldigung angenommen. ;-)

Naja, was meinst Du mit " SO leben kannst ? "

Ich seit Jahren Therapie, war oft in der Psychiatrie, kann nicht mehr arbeiten gehen, bin mit 35J berentet worden, Nach 6 Jahren Ehe Scheidung und an der Armutsgrenze, ...

Ist nicht gerade das Leben, das ich mir erträumt habe ...

Versuche, am leben zu bleiben und irgendwie noch das beste draus zu machen.

Magst erzählen, was für ein Problem mit der Abspaltung hast ?
Liebe Grüße, Maskerade

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Beitrag Fr., 07.04.2017, 22:54

Maskerade, du lebst sogar noch mit dem Täter zusammen?
Das hätte ich nicht gekonnt. Er fing, als ich erwachsen war und er dement wurde, wieder damit an mich sexuell zumindest zu belästigen, sogar öffentlich, dass es jeder mitbkeam. Ich hätte immer Angst, dass er mich wieder missbraucht, obwohl ich bis zu seinem Tod Kontakt mit ihm hielt.
Dass du mit ihm zusammen wohnst kann ich nicht nachvollziehen und finde ich auch nicht gut. Obwohl ich selbst immer noch Liebe zum Täter empfinde.


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Beitrag Fr., 07.04.2017, 23:01

Hallo, hast Du meine Antwort auf Krümelmonsters Posting nicht gelesen ? Sorry, aber das macht mich gerade ärgerlich.
Liebe Grüße, Maskerade

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shesmovedon
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Beitrag Fr., 07.04.2017, 23:03

Nein, die erste Antwort hatte ich nicht gelesen, die hatte ich übersehen.
Ich finde aber auch etwas seltsam, dass du immer gleich wütend wirst, wenn man sich mal an etwas, dass du gepostet hast nicht erinnert oder etwas übersehen hat. Die Welt dreht sich ja nicht nur um dich und deine Belange. Es kann vorkommen, dass jemand etwas vergisst, etwas nicht gelesen oder übersehen hat.

Aber von mir aus sei wütend, wenn's dir damit gut geht.
Zuletzt geändert von shesmovedon am Fr., 07.04.2017, 23:05, insgesamt 1-mal geändert.


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Beitrag Fr., 07.04.2017, 23:04

Bist Du schwer von Begriff, da steht, daß ich schon seit 1986 nicht mehr bei meiner Familie wohne ! Und jetzt kommst Du nochmal mit dem Thema an ? Was soll das ?
Liebe Grüße, Maskerade

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Beitrag Fr., 07.04.2017, 23:06

Meine Fresse, komme klar eh. Du diskuttierst doch hier alles offen, also musst du auch mal mit Fragen rechnen. Und siehe oben meine Verbesserung vom Post. Finde dich trotzdem anmaßend zu erwarten, dass jeder immer alles gelesen haben und erinnern muss, was deine Wenigkeit mal schrieb.
Ich lese nicht nur deine Beiträge, sondern auch die von zich anderen.


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Beitrag Fr., 07.04.2017, 23:07

Immer gleich ärgerlich ... bitte ? ich habe seit ich hier bin ganze 2 mal geschrieben, daß mich etwas ärgerlich macht und Du sagst immer ?
Liebe Grüße, Maskerade

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