Täterkontakte/Familie

Körperliche und seelische Gewalt ebenso wie die verschiedenen Formen von Gewalt (wie etwa der Gewalt gegen sich selbst (SvV) oder Missbrauchserfahrungen) sind in diesem Forumsbereich das Thema.
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Xanny
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Beitrag Mi., 25.11.2009, 12:07

*AufdemWeg* hat geschrieben: ich habe auch Täterkontakt
weil der Täter bei meinen Grosseltern
im Haus wohnt.
Und wie kommst Du damit klar? Überkommen Dich keine alten Emotionen? Kannst Du das einfach so abgrenzen? Ich meine, was geht in Dir vor, wenn Du den Täter siehst, mit ihm sprichst, weißt, dass er gegenwärtig ist...

Also bei meinem Vater übernachten würde ich auch auf gar keinen Fall...

Ich kann diese Begegnungen auch nur kurz ertragen, mehr als 2 Stunden und ich krieg Beklemmungen...

Und seit wir wieder Kontakt haben nimmt mein Vater mich regelmäßig in den Arm, was er früher so nie gemacht hat. Da werde ich mit einer Umarmung begrüßt, die so noch nie stattgefunden hat. Ich fasse das als gutes Zeichen auf, das er sich geändert hat, reifer geworden ist. Aber manchmal macht es mir auch Angst, weil die Grenze schnell überschritten werden kann...
*Ein Freund ist jemand, der Deine Vergangenheit versteht, an Deine Zukunft glaubt und Dich so akzeptiert, wie Du bist*

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Orchidee
Helferlein
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weiblich/female, 27
Beiträge: 98

Beitrag Mi., 25.11.2009, 12:28

Deinen Wunsch kann ich verstehen- weil du immer wieder in die Rolle des Kindes verfällst und einfach nur das geliebte Kind sein willst.

Aber, das funktioniert nicht! Dein Vater wird dir nie das geben können, was du brauchst! Die Familie ist zwar deine Wurzel, aber du musst anfangen deine Wurzel auch woanders zu sehen. Und zwar in den Leuten, die dir wirklich etwas gutes wollen! Und zwar deine Freunde.

Wenn ich das richtig gelesen habe, hast du Kinder? Es kam der Einwand (auch berechtigt) dass du eine Verwantwortung auch für deine Kinder hast! Es ging hier sicher nicht darum, dass DU deinen Kindern das selbe antust, aber wenn du weiterhin Kontakt zum Täter hast, kann sich das was du erlebt hast, wiederholen! Und das MUß dir bewusst werden!

Und ich sag es auch nocheinmal: Du bist nicht schuld! Egal was du als Kind gemacht hast, es hat niemand das Recht Kinder zu m*ssbr**chen!

Ich empfehle dir das Buch: Trotz allem von Laura Davis! ... Vielleicht hilft es dir ja!

LG und alles Gute

Orchidee

Mut ist nicht, keine Angst zu haben, sondern die eigene Angst zu überwinden

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candle
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Beitrag Mi., 25.11.2009, 12:40

Xanny hat geschrieben: Da werde ich mit einer Umarmung begrüßt, die so noch nie stattgefunden hat. Ich fasse das als gutes Zeichen auf, das er sich geändert hat, reifer geworden ist.
Und ich habe da Würgegefühle bekommen. Schnell wech...

candle
Es ist besser ein Kerze anzuzünden, als über die Dunkelheit zu klagen.
Sommer-Stumpenhorst

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*AufdemWeg*
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Beiträge: 1630

Beitrag Mi., 25.11.2009, 13:01

Liebe Xanny,

Ich habe sehr sehr lange Zeit nichts besonderes gefühlt,
vielleicht weil ich nichts anderes kannte
vielleicht auch weil ich den Wunsch mit meinen Grosseltern zusammenzusein
als weitaus höher, dringlicher einstufte, als meine Gefühle
vielleicht auch, weil ich lange Zeit Gefahr gelaufen bin, mir selbst nicht mehr zu glauben

es war einfach NICHT vorhanden

Tief, ganz tief in mir
weiss ich, wusste ich schon immer,
dass das, was passiert nicht recht ist
aber wenn kein Glauben geschenkt wird
frisst das das Vertrauen in sich selbst ungemein an
und Zweifel an sich selbst machen sich breit.

Und selbst heute ist es noch so,
dass wenn ich "nach Hause" fahre
wie ein anderer Mensch bin
der Mensch von damals

Es ist noch nicht so lange her,
dass ich das "sehe"

Die Emotionen holen mich sicherlich manchmal ein
plötzlich und ausgelöst durch irgendetwas...
aber ich bin - zum Glück - nicht mehr alleine damit
das ist das Gute, ich bin nicht mehr alleine damit

Ich möchte mir mein Leben einfach nicht kaputt machen lassen

LG ADW
Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.



Albert Einstein, 14.03.1879 - 18.04.1955

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münchnerkindl
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Beitrag Mi., 25.11.2009, 14:03

Xanny hat geschrieben:
Also bei meinem Vater übernachten würde ich auch auf gar keinen Fall...

Ich kann diese Begegnungen auch nur kurz ertragen, mehr als 2 Stunden und ich krieg Beklemmungen...

Und seit wir wieder Kontakt haben nimmt mein Vater mich regelmäßig in den Arm, was er früher so nie gemacht hat. Da werde ich mit einer Umarmung begrüßt, die so noch nie stattgefunden hat.

Ich fasse das als gutes Zeichen auf, das er sich geändert hat, reifer geworden ist.

Aber manchmal macht es mir auch Angst, weil die Grenze schnell überschritten werden kann...
Da fällt mir ehrlich gesagt nix mehr ein. Ich schätze, da musst du dich noch die nächsten Jahre, Jahrzehnte abquälen, evtl setzt dann bei dir ein Erkenntnisprozess ein.
Evtl wird das auch nie passieren, und du wirst bis zum Tod von einem von euch beiden von deiner psychischen Abhngängigkeit von ihm nicht loskommen. Es gibt ja auch viele Alkoholiker die von ihrer Sucht zu dem zerstörerischen Stoff nicht wegkommen und daran letztlich zugrunde gehen. Wenn jemand das wirklich will und das eine freiwillig getroffene Entscheidung ist finde ich, das ist zu respektieren. Jeder Mensch hat grundsätzlich das Recht Dinge zu tun, die ihn schädigen.

Nur steht das irgendwie im Gegensatz dazu, daß es dir ja schlecht geht und du für dafür Hilfe suchst. Du aber auf der anderen Seite weiter selbstzerstörerische Verhaltensweisen pflegst und davon nicht lassen willst.
Du sagst ja selbst, daß du nach 2 Stunden Beklemmungen bekommst und du bei Umarmungen die Angst mitschwingt, daß da wieder "was passieren" könnte.

Also du willst daß es dir besser geht, du willst Veränderung. Aber das soll passieren, ohne daß das für dich zu einer Veränderung deiner Sichtweisen und deines Verhaltens führt. Das wäre so wie wenn der Alkoholiker sagt, ich will weitersaufen, aber bitte macht, daß ich von dem Alkohol keine Leberzirrhose und keinen Gehirnschaden bekomme.
Beides gleichzeitig geht aber nicht.

Also wenn du dich für den Täterkontakt entscheidest, so wie er im Moment läuft (ich sehe hier keine Möglichkeit für echtes Verzeihen, da hier emotionale Abhängigkeit die tragende Rolle spielt, und das sind zwei Dinge die sich ausschließen) dann hat das für dich Konsequenzen. Die dann zu dem "Deal" mit dazugehören, wenn du ihn eingehst.

Das hat für mich was von "die Seele an den Teufel verkaufen" nur um von dem Teufel irgendeine Gegenleistung zu bekommen.

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Xanny
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Beitrag Mi., 25.11.2009, 14:52

Das sind harte Worte...
tun mir grad nicht gut...
hab mich verrannt...
und den Weg daraus finde ich grad nicht...

Ekel mich vor mir selbst.
Mehr kann ich grad nicht dazu sagen, aber Danke für Eure Postings.
Muss jetzt erstmal schlucken...
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Nurse_with_wound
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Beitrag Mi., 25.11.2009, 15:57

eigener Vater , das ist schwierig. Hast du Angst vor dem Kontakt?
Aber ich habe mich neulich gefragt, bei dem Thread "Vergeben...", ob es nicht helfen würde, diesen Mensch als Mensch anzusehen, und ihm vergeben.
Vielleicht würde das helfen es zu vergessen.
Ich weiss es ehrlich gesagt nicht, deswegen werde ich den Thread nachher genauer lesen, und hoffen dass das jemand beantwortet.
Bei mir wars nicht der Vater, doch mein Anwalt sagte, es würde mir helfen ihn als Opfer anzusehen, schliesslich war er ein Junkie und ein armes Würstchen, hat der Richter gesagt. Vielleicht nach vielen Jahren kannst du diesen Menschen auch als Opfer sehen was vielleicht helfen würde.
Ich kann es nicht zumal er damals beim Prozess nicht einsichtig war und sich völlig daneben benommen hatte, vermutlich ist er psychotisch . Für mich bleibt er ein Dämon, er sass 7 Jahre im Knast wegen mir, vermutlich hätte er bei der Begegnung Rachegelüste , vermutlich würde ich ihm aus Angst oder Selbstverteidigung weh tun. Und ich muss wohl damit fertig werden, dass es auch Menschen gibt, die völlig unmenschlich sind. Um ehrlich zu sein, das wird mir soeben bewusst, weil danach noch ein paar andere schlechte Erlebnisse stattgefunden, hat es meinen guten Glauben an die menschliche Rasse erschüttert. Ich glaubte immer an das gute. Jetzt bin ich den meisten gegenüber eher misstrauisch, ängstlich was mich selbst aggressiver macht.
Wie kann ich den Glauben an das Gute wiederfinden...
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Xanny
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Beitrag Mi., 25.11.2009, 18:35

Vor ein paar Monaten, da hatte ich noch Angst vor den Kontakten. Jetzt ist es ein Gefühl der Freude und gleichzeitig Gleichgültigkeit. Ich verspreche mir etwas, von dem ich eigentlich weiß, dass es so nicht eintrifft. Aber ich merke auch, wie es von Mal zu Mal besser wird. Im Moment fühle ich mich angenommen und komme ganz gut zurecht. Es kommt zwar noch viel das Gerede über ihn, aber auch ich werde als Person immer mehr wahrgenommen.
Antonia hat geschrieben:Vielleicht würde das helfen es zu vergessen.
Ich glaube, vergessen kann ich das nie in meinem Leben. Ich werde diese Last der Gedanken mit ins Grab nehmen. Aber ich möchte befreit aus dem Leben gehen und dazu gehört, dass ich mit meiner Vergangenheit abschließen lerne. Ich muss einfach einen Punkt darunter setzten, weil ich daran zerbreche. Und wie ich das anstelle, dazu fehlt mir die richtige Einschätzung.

Heut war der Besuch ganz ok, war nur kurz, mir gehts gut. Aber andere Menschen in meiner Umgebung kriegen schon wieder die Krise. Das ist es, was mir jetzt zu schaffen macht. Das andere meinen Weg nicht nachvollziehen können und dann so heftig reagieren. Im Moment weiß ich noch nicht, wie ich damit umgehen werde. Hab jetzt auch niemanden, mit dem ich drüber reden kann, was jetzt in mir vorgeht.

Hab schon wieder das Versagerschild auf der Stirn kleben, weil ich ihn wieder getroffen habe. Mach ichs dem einen nicht recht, ist der andere sauer und umgekehrt. Das setzt mich massiv unter Druck. Und den kann ich grad nicht aushalten.

Melde mich jetzt hier erstmal ab...
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münchnerkindl
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Beitrag Mi., 25.11.2009, 19:05

Xanny hat geschrieben:Vor ein paar Monaten, da hatte ich noch Angst vor den Kontakten. Jetzt ist es ein Gefühl der Freude und gleichzeitig Gleichgültigkeit. Ich verspreche mir etwas, von dem ich eigentlich weiß, dass es so nicht eintrifft. Aber ich merke auch, wie es von Mal zu Mal besser wird. Im Moment fühle ich mich angenommen und komme ganz gut zurecht. Es kommt zwar noch viel das Gerede über ihn, aber auch ich werde als Person immer mehr wahrgenommen.
Ganz klar ist auch ein Mensch der ein Kind misbraucht hat nicht zu 100 Prozent ein Monster. Auch ein pädophiler Täter hat noch andere Aspekte als diesen einen.

Und ich halte auch eine Aussöhnung in so einem Fall nicht für unmöglich. Ich hab da mal einen sehr ergreifenden Artikel von einer Amerikanerin die buddhistische Nonne geworden ist gelesen, die als Kind von ihrem Vater misbraucht worden ist, und die sehr viel später zu einer Haltung von Vergebung und Verständnis für ihn gefunden hat und ihn auch beim Sterben begleitet hat.

Nur hat sie diesen Kontakt nicht aus einer inneren Haltung von Bedürftigkeit wiederhergestellt und die Erfüllung ihrer Kindersehnsüchte auf ihn projiziert, sie hat diese innere Stärke und die Liebe in der Religion gefunden und konnte ihm AUF DIESER BASIS begegnen und ihm vergeben, in vollem Bewußsein, daß das damals vorgefallen ist. Ich hab bei dir im so wie du das erzählst den Eindruck, du versuchst so zu tun als wäre da nix, wie bei den drei Affen, nix sehen, nix hören, nix sagen, und dadurch könntest das Geschehene unter den Teppich kehren, und da eine heile Welt herstellen die es so nicht gibt.

Du sagst, du ekelst dich vor dir selbst. Du sagst, er umarmt dich und du kriegst dabei wieder Beklemmungen. Und ganz kurz später ist alles wieder ganz toll und freudvoll bei deinen Besuchen.
Irgendwie redest du dir doch hier was schön, oder?

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münchnerkindl
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Beitrag Mi., 25.11.2009, 19:18

Xanny hat geschrieben: Hab schon wieder das Versagerschild auf der Stirn kleben, weil ich ihn wieder getroffen habe. Mach ichs dem einen nicht recht, ist der andere sauer und umgekehrt. Das setzt mich massiv unter Druck. Und den kann ich grad nicht aushalten..
Es geht da überhaupt nicht darum es irgendwem recht zu machen. Von mir aus kann wer immer das will so viel selbstschädigende Gewohnheiten haben wie er/sie möchte, so lange er damit anderen Menschen keinen Schaden zufügt. Ich habe Respekt davor, daß das die ganz private und persönliche Entscheidung jedes einzelnen Menschen ist.

Nur wenn das alles so wunderbar laufen würde und so rausgeht wie du es gerne hättest, dann würdest du hier nicht zT so verzweifelt posten, oder? Dir gehts doch nicht wirklich gut damit, sondern es ist immer so knapp an der Kante zum emotionalen Zusammenbruch. Auf mich wirkst du jedenfalls sehr labil, und ich kann sagen, ich kenne solche "ich muss alle Kraft aufwenden um nicht durchzuknallen" Zustände jedenfalls von mir selbst durchaus.

Nur ist "der Täter" da nun nicht gerade die sinnvolle Anlaufstelle, sich mehr Stabilität zu holen...

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Xanny
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Beitrag Mi., 25.11.2009, 19:41

münchnerkindl hat geschrieben:Dir gehts doch nicht wirklich gut damit, sondern es ist immer so knapp an der Kante zum emotionalen Zusammenbruch
Nein, mir geht es gar nicht gut. Aber nicht wegen meines Vaters, sondern wegen des Unverständnisses für meine Entscheidung und meinen Willen.

Natürlich würde ich hier lieber hören, dass alles gut wird, ich weiß, dass der Weg sehr schwierig werden kann. Und Du hast recht, wenn Du behauptest, ich sei sehr labil. Das ist total richtig. Ich bin zur Zeit sehr leicht aus der Bahn zu werfen. Grad fühlt sich das wieder so an... Das Gefühl, ich mache alles falsch und sollte lieber aufhören, krampfhaft leben zu wollen...
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Xanny
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Beitrag Mi., 25.11.2009, 19:45

münchnerkindl hat geschrieben: Nur hat sie diesen Kontakt nicht aus einer inneren Haltung von Bedürftigkeit wiederhergestellt und die Erfüllung ihrer Kindersehnsüchte auf ihn projiziert, sie hat diese innere Stärke und die Liebe in der Religion gefunden und konnte ihm AUF DIESER BASIS begegnen und ihm vergeben, in vollem Bewußsein, daß das damals vorgefallen ist. Ich hab bei dir im so wie du das erzählst den Eindruck, du versuchst so zu tun als wäre da nix, wie bei den drei Affen, nix sehen, nix hören, nix sagen, und dadurch könntest das Geschehene unter den Teppich kehren, und da eine heile Welt herstellen die es so nicht gibt.
Diese Stärke hätte ich auch gerne. Ich versuche wohl, mir sie einzureden. Ich bin mir selber klar darüber, dass ich mir hier etwas einrede, was mein größter Wunsch ist. Verdrängen tu ich da wohl grad ne ganze Menge.

Die heile Welt, das ist genau mein Stichwort. Ich bin so süchtig nach einem Zustand emotionaler Ausgeglichenheit, dass ich alles in Kauf nehme, sogar, mich selber total zu verlieren.
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Nurse_with_wound
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Beitrag Do., 26.11.2009, 15:32

Ich glaube, vergessen kann ich das nie in meinem Leben. Ich werde diese Last der Gedanken mit ins Grab nehmen. Aber ich möchte befreit aus dem Leben gehen und dazu gehört, dass ich mit meiner Vergangenheit abschließen lerne. Ich muss einfach einen Punkt darunter setzten, weil ich daran zerbreche. Und wie ich das anstelle, dazu fehlt mir die richtige Einschätzung.
ja ganz genau.

Also vermutlich ist Vergeben ein befreiender Prozess. Stelle mir das befreiend vor den Täter als Mensch anszusehen, was bei eigenem Vater, so schlimm es klingt leichter fällt. Ich kannte eine Person die nach ähnlich schlimmen Erlebnissen den Kontakt zu Vater suchte, und er tat ihr eher leid .
Ich weiss nicht, aber ich denke man sollte mit dem Kontakt auch rechtzeitig aufhören. Denke du wirst psychologisch betreut kann nichts schief gehen.
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lingaroni
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Beitrag Fr., 04.12.2009, 19:18

hallo alle,

also ich denke, wenn jemand mit einem missbrauchenden vater "verkehren" möchte, dann ist auch das zu akzeptieren.

für mich ist es nicht nachvollziehbar.

LG

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Xanny
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Beitrag Do., 10.12.2009, 19:03

Es ist für einige Menschen nicht nachvollziehbar. Und da ist sicher auch sehr viel Angst mit im Spiel. Ich komme mir manchmal auch nicht gut vor, dabei. Mir brennen eigentlich Dinge und Fragen auf der Zunge und ich kann sie doch nicht stellen. Für mich gleicht das Ganze mittlerweile einem Spiel. Wir reden um den heißen Brei herum, versuchen uns wie "normale" Menschen zu verhalten, aber zwischen den Zeilen und Begegnungen stehen immer noch andere Dinge. Sachen, die nie gesagt wurden, Verletzungen, Fragen, Wünsche...

Mein Vater bedeutet mir schon sehr viel. Ich sehe ihn aber auch grad als anderen Menschen, er ist nicht derjenige, der mir zur Seite stehen kann, mit dem ich über Probleme reden kann. Er ist einfach da und ich versuche so gut es geht, mit allem klar zu kommen, verdränge wichtige Fragen und ich bereite mich auf diese Besuche immer gut vor. Neulich stand er mal unangekündigt vor der Tür und das hat mich total in Panik versetzt. Ich hatte keine Zeit, mich darauf einzustellen, konnte mich nicht herrichten, fühlte mich in meiner eigenen Wohnung bloßestellt und kontrolliert. Ich will vor ihm keine Probleme eingestehen, er soll nicht sehen, wie es mir geht. Wenn er kommt, dann kriegt er ein Theater vorgespielt, von der Tochter, die alles vergessen und verziehen hat.

Er gibt sich Mühe, macht sich Gedanken um meine Kinder, fragt nach, was es hier Neues gibt, überlegt sich, wie er den Kindern eine Freude machen kann...und ich nehme das hin, verbuche das als Anerkennung von meiner Person und Zuneigung.

Früher hat mein Vater kein gutes Wort an mir gelassen, ich war unfähig, zu fett, zu doof, konnte nichts richtig machen und nun findet er Gefallen an meinem Leben, an den Dingen, die ich tue und es gab noch kein böses Wort über meine Figur.

Und ich träume von einer Versöhnung mit seiner Frau und allem und gleichzeitig von Leichen, Tod und Verwüstung. Ich stecke in einem Zustand, der mir beides suggeriert:

1. ich mache einen Fehler
2. ich suche gerade genau diese Zuwendung.
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