Durch Therapie hervorgerufene Zustände

Haben Sie bereits Erfahrungen mit Psychotherapie (von der es ja eine Vielzahl von Methoden gibt) gesammelt? Dieses Forum dient zum Austausch über die diversen Psychotherapieformen sowie Ihre Erfahrungen und Erlebnisse in der Therapie.
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angstgedanken
Helferlein
Helferlein
männlich/male, 40
Beiträge: 83

Beitrag Mo., 27.10.2014, 17:44

Hallo,

Ich hänge das hier mal an, weil ich denke, daß es thematisch ganz gut passt.

Ich habe im Forum hier schon geschrieben. Ich warte gerade auf die Therapie-Bewilligung der KK und leide seit 18 Jahren mehr oder weniger an der Angst, ich wäre meiner Freundin fremdgegangen, manchmal mit der Angst, mich auch noch mit HIV infiziert oder ein Kind irgendwoanders zu haben. Zur Zeit wechseln sich die Ängste mit extremer Eifersucht ab. Hab heute Medikamente verschrieben bekommen und warte nun auf die Bewilligung der Therapie. Meine Frau und ich haben über alles gesprochen und sind uns einig, daß wir daß schaffen wollen - aber ich habe trotzdem Bedenken, daß es eine harte belastungsprobe wird. Auf der anderen Seite: wir sind auch schon fast 20 Jahre zusammen und wissen sehr gut, was wir aneinander haben und zusammen durchgestanden haben wir sicher auch auch schon ein paar Dinge. Und zwei Kinder haben wir auch.

Wie sind die Erfahrungen der Auswirkungen einer Therapie auf die Partnerschaft? Ich habe wirklich Angst, daß es im Laufe der Zeit und der Therapie zu Situationen kommt, die die Beziehung so angreifen, daß es schwierig werden kann. Das möchte ich auf gar keinen Fall.

Danke schonmal für Antworten

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lia17
Helferlein
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weiblich/female, 34
Beiträge: 54

Beitrag Di., 28.10.2014, 15:38

Hallo angstgedanke,

es ist schwierig zu sagen, was im Laufe der Therapie passiert.
Aus eigener Erfahrung war ich total überrascht, dass es mir erstmal viel schlechter ging, statt besser. Das war auch schwierig für mich, denn ich wollte immer stark sein und nicht traurig, antriebslos und verheult und und und... Zumal ich auch für mein Kind dasein wollte und meinen Mann nicht belasten wollte. ABER:

Mir ging es schlecht, ich war krank. Und das konnte ich mir lange nicht eingestehen. Aber ich konnte gar nicht anders. Es ging mir schlecht und ich konnte halt nicht mehr so, wie vorher. Nur das beschissene daran, hat man sich ein Bein gebrochen oder irgendwas anderes körperliches, dann kriegst Du Blumen und so, ist Deine Seele krank, haben nicht alle gleich immer so ein Verständnis dafür. Das war meine Erfahrung. Aber mein Mann hat immer zu mir gehalten und mich unterstützt. Sicher, es gab auch viele Streitereien, ich solle mich nicht so hängen lassen, aber nur, weil er Angst um mich hatte. Ich bin ihm dankbar, dass er mich manchmal liebevoll geschubst hat, um auf die Beine zu kommen. Wichtig war auch, dass er voll involviert war, ich habe immer ehrlich gesagt wie es mir geht und wie die Therastunde gelaufen ist. Gemeinsam haben wir unser Leben umgestellt. Zusammen! Und wichtig, er hat mir sehr oft gesagt, dass er stolz auf mich ist, dass ich den Mut habe, mich so mit mir auseinanderzusetzen. Es gab oft Momente, gerade als Erinnerungen an einen sexuellem Missbrauch hoch kamen, dass ich nicht mehr seine Nähe ertragen habe. Das war krass und hat uns beide sehr belastet.

Was ich sagen will, auch wir haben uns sehr oft gestritten, selten, aber es kam vor, wollte ich meine Sachen packen und gehen, aus Scham und Angst, ihn so sehr mit mir selbst zu belasten. Aber durch ehrliche Worte und Verständnis und auch Akzeptanz haben wir wieder zusammen gefunden.

Heute liebe ich ihn umso mehr, weil er mit mir durch eine so schwierige Zeit gegangen ist. Er weiß wirklich alles von mir. Die Zeit hat uns nur noch enger verbunden.

Ich wünsche Dir alles Gute und Kraft und Mut, die Dinge anzupacken!

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Mr Mindconrtrol
Forums-Insider
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männlich/male, 46
Beiträge: 329

Beitrag Mi., 12.11.2014, 15:06

Ich dachte immer Teilearbeit wäre eine Art Hypnotherapie mit Trancen. In eine Hypnose müsste Dich der Therapeut/ die Therapeutin auch wieder rausführen können damit Du den Alltag meistern kannst, ansonsten kann man doch gleich unstrukturierte PA machen die auf solche Bedürfnisse keine Rücksicht nimmt. Wenn Sie sagt, Du sollst das "Kind" "nicht" wegdrücken dann deutet das m
.E. damit auf Inkompetenz hin. Das Unterbewusstein kennt keine Negation, kein neim, es versteht die Auffordeung ohne Verneinung. Vielmehr wären doch Ratschläge angebracht was zu tun ist damit man das aushält.
Die Psychoanalyse ist jene Geisteskrankheit, für deren Therapie sie sich hält --- Karl Kraus

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