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Mo., 06.07.2020, 08:35
Guten Morgen!
Ganz lieben aufrichtigen Dank für die vielen Beiträge!!!
Ich habe alles durchgelesen und bin wirklich sehr dankbar.
Mich hat das gestern sehr beschäftigt. Ich hatte fest auf die Gruppe gezählt und es ist für mich jetzt sehr schwer, den Abbruch zu erwägen. Ich bin halt selbst in einer derart schwierigen Situation, dass schon die Behandlungspause mich sehr belastet und dass ich dem Therapeuten nicht mehr so vertrauen kann wie vorher. Es ist so eine Hilfe, hier so viele besonnene und durchaus unterschiedliche Meinungen zu lesen.
Ich versuche noch im Einzelnen, darauf einzugehen, dafür brauche ich aber mehr Zeit. Jetzt nur soviel: es wurde oft nach meinen genauen Umständen gefragt. Dafür würde ich einen eigenen Strang aufmachen. Ich liebe es, wenn Stränge so nah am Thema verlaufen wie dieser hier, sonst wird es schnell unübersichtlich. Nur soviel: ich bin in einer wirklich schwierigen Situation, habe die Therapie wie gesagt bitter nötig und der Termin, geplant auf lange Sicht, war ganz wichtig für mich.
Zu den Patienten kann und darf ich nicht viel schreiben, erstens ist das eine Therapievereinbarung. Zweitens bin ich keine Psychologin und kann die Diagnosen der anderen nur erraten. Ich erwische mich schon selbst, wie ich bestimmte Diagnosen die anderen betreffend googele, aber eigentlich hab ich selbst genug Probleme und möchte mich gar nicht so sehr damit beschäftigen. Der Thera hat mich da in ein eiskaltes Wasser geworfen, ich vermute aber stark, dass er wegen der Schweigepflicht die Diagnosen der anderen ohnehin nicht nennen darf. Was mir aufgrund der Eindrücke einfällt, sind wirklich ganz gravierende Störungen, denen ich nicht mal in der Reha begegnet bin. Darauf war ich nicht vorbereitet. Massiv beleidigendes Verhalten verkraftest du anders, wenn du weißt, der andere ist NSPler, Belästigung und Zwischenrufe nerven weniger, wenn du weißt, der andere ist manisch. Nur so als Beispiele, die Gruppe ist ja noch größer und jeder ist anders, aber jeder weicht stark von dem ab, was ich so aus Reha und sonstigen Gruppen kenne. Vom Alltag ganz zu schweigen. Ich bin wirklich geschockt.
Ich hatte ja neulich vor der Pause ein Einzelgespräch und der Thera sagt ja auch, die haben da untereinander zuletzt über eine ganze Weile miteinander gerungen. Ich kann mir gut vorstellen, wie das da abgegangen ist. Was für mich schwer auszuhalten ist, dass er da mittendrin eher eine Moderatorenrolle hat, eigentlich wirbt er intensiv bei jedem einzelnen um Vertrauen, er ist sehr präsent, aber er interveniert halt sehr subtil. Was hier mehrfach geschrieben wurde, und was ich ihm auch auf den Kopf zugesagt habe, dass ich keine Chance sehe, dass so eine Verhaltensänderung möglich sei. Untereinander keilen lassen kann man die Leute beliebig lange, damit haben die jahrelange Erfahrung und da sind die gut drin. Für mich ist das nicht der Sinn der Sache! Ich bin mit dem Thera jetzt schwer am hadern. Ich bin der Meinung, in der Eröffnungsrunde und in der Schlussrunde muss jeder reden können und für mich ist es ganz klar Sache, dass der Therapeut das gewährleistet. Das hat er mir nicht zugesagt. Ich meine, manche Mitglieder haben dafür auch keine ausreichende Impulskontrolle. Wir fangen aus meiner Sicht also bei unter Null an.