Schwierigkeiten in der Beziehung zu meinem Therapeuten

Haben Sie bereits Erfahrungen mit Psychotherapie (von der es ja eine Vielzahl von Methoden gibt) gesammelt? Dieses Forum dient zum Austausch über die diversen Psychotherapieformen sowie Ihre Erfahrungen und Erlebnisse in der Therapie.
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Baerchen
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Beitrag Di., 07.06.2016, 19:15

pepermint patty: kennst du auch den wunsch, dass deine mitmenschen ein ganz bestimmtes reifes und erwachsenes verhalten haben muessen? ich habe da ein ganz bestimmtes bild. gerade bei bestimmten berufsgruppen.

es kann ja sein, dass ein arzt sein handwerk gut macht, aber wenn ich merke, dass in diesem menschen auch teilweise nicht reife seiten stecken, macht mich das wuetend. aber da bin ich dann auch wieder bei meiner erwartungshaltung.

mal ein beispiel: ich gehe zum arzt und schildere ihm, welchen befund ich vermute. meine erfahrungen waren damit sehr gegensaetzlich. manch ein arzt sagt dann: das finde ich gut, dass sie sich auch selbst gedanken machen und sich eingelesen haben. wir arbeiten dann zusammen daran.

ein anderer arzt waere gekraenkt. und zwar weil er es vermutlich nicht leiden kann, dass ich ihm da in sein handwerk hineinschaue. und das empfinde ich als nicht reif. ich will ihm da nichts wegnehmen, wenn ich mich mit bestimmten medizinischen themen auskenne. ich will mich nur austauschen.

allerdings weiß ich natuerlich auch nicht, wie ich wirke, wenn ich zum arzt gehe. ist ja auch immer ne frage, wie man etwas an den arzt herantraegt.

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Baerchen
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Beitrag Di., 07.06.2016, 19:27

isabe hat geschrieben:In der Therapie kannst du folgendes lernen:
Es ist nicht IMMER so, dass dich ALLE ablehnen. Aber, fast noch wichtiger, selbst wenn du in einer ähnlich schwierigen Lage bist, kannst du lernen, das durchzustehen, ohne dass es dich in eine Krise stürzt oder du dich "verfolgt" fühlst.
ja, die wahrscheinlichkeit ist eher gering, dass alle gegen einen sind. aber es kann auch mal sein, das es der fall ist. gerade dann, wenn sich alle zusammen tun, um eine einheit zu werden. beispiel: schule.

aber auch dann waere es gut, wenn man erlernt hat, das durchzustehen. aber auch zeitversetzt zu hinterfragen.

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Baerchen
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Beitrag Di., 07.06.2016, 19:39

ein weiterer gedanke, den ich habe bzw. hatte: ich habe mehr balast im leben als andere.

kann vielleicht sein, dass ich es wirklich nicht leicht hatte. aber: das leben der anderen ist auch nicht immer, wie ich es mir denke. das heißt, dass ich aktuell auch schauen muesste, dass dinge im leben einfach passieren. die wird es immer geben. daran kann ich nichts aendern. aber ich kann schauen, wie ich mittlerweile als erwachsene damit leben kann.

ich habe ein sehr starres bild entwickelt, wie ein leben ausschauen muss.

leben bedeutet aber berg- und talfahrten.

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Solage
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Beitrag Di., 07.06.2016, 20:59

Baerchen hat geschrieben: ....leben bedeutet aber berg- und talfahrten.
Habe von einem Psychotherapeuten gelesen, dass das Therapieziel nicht immer unbedingt Wachstum und Veränderung sein muss. Dass es in der Therapie auch andere würdige Ziele gibt wie Beharrlichkeit, Kontinuität und Stabilität. Dass Therapeuten Stabilisatoren sind.
Dass Kapitulation im therapeutischen Umfeld kein Schimpfwort ist. Nicht jeder Klient strebt danach, bis zum Gipfel zu gelangen. Manche streben danach, sicher den Berg hinunterzukommen.

Habe da an Dich denken müssen Baerchen.

Ich empfinde Dich übrigens nicht als schwach. Du vertrittst hier Deine Meinung, reflektierst Dich selbst und hast eine für Dich genaue (Du nennst es starre) Vorstellung, wie Leben ausschauen muss.

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LovisTochter
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Beitrag Di., 07.06.2016, 21:35

Ich reiß mich schon wieder seit mehreren Tagen zusammen um nicht zu schreiben, denn ich falle wohl unter die Leserinnen, die von Dir, aufgrund fehlender Empathie? aussen vor gelassen werden.
Das ist ok. Dennoch möchte ich Dir noch etwas mitteilen. Das kannst Du annehmen oder nicht.

Mich als aussenstehende macht dieser Thread ziemlich hilfos! Und über diese Hilflosigkeit auch manchmal agressiv!

Hilflos deshalb, weil da ein Mensch schreibt und eigentlich um HIlfe bittet, aber einfach alles, aber wirklich alles mit einer für sich plausiblen Erklärung abwehrt. Da wird man zum hilflosen Helfer (gibt es übrigens unter dem Titel auch als Buch), denn man kann nichts tun was gewünscht und somit hilfreich ist. Man selbst sieht Möglichkeiten, dass Gegenüber findet für alle Möglichkeiten dennoch einen Einwand warum diese nicht zu realisieren sind. Bttet aber trotzdem beständig um Hilfe. Was dann?
Logische Konsequenz sollte sein, dass konkrete Ziele geäussert werden. Was soll verändert werden, wofür bedarf es Hilfe? Um mit dieser Hilfe dann welches Ziel zu verfogen?
Zielsetzung, wohin soll der Weg gehen?
Oberste Priorität - Ziele!
Für die Aufrechterhaltung des Status Quo bedarf es keinen Arzt oder Therapeuten, denn dieser ist in diesem Fall nur kontraproduktiv und somit nicht in Deinem Sinne. Das Gewünschte, das Aufrechterhalten DEiner Hilflosigkeit sollte und dürfte kein Therapeut so unterstützen. (Entschldige bitte, aber für Deine Destruktivitäten, dein Verharren wollen im Status Quo, dann aber die Allgemeinheit, bzw. die Kassenkontingente zu beNutzen/ zu missbrauchen geht mir wirklich quer runter, einfach weil ich von Menschen weiß, die keine dringend benötigten Stunden mehr bekommen. Und diese Menschen kämpfen täglich mit sich und einer Änderung ins Bessere). Du darfst gerne in Deiner Situation verharren, aber dann zahl bitte Deine privaten "Festhalter" "Therpaueten" etc aus eigener Tasche! Du darfst so bleiben wie du bist, keine Frage. Aber dafür Kassenkontingente abzurufen, nur damit jemand da ist, dass ist massiv agressiv den Menschen gegenüber, die Veränderung wollen um jeden Preis, die aber keinen freien kassenfinanzierten Platz bekommen, weil diese besetzt sind, auch durch Menschen wie dich, die sich nicht trauen zu wollen. Und das ist agressiv nach aussen.
ICh glaube, ganz ehrlich, dass Du DEinem Bruder ähnlicher bist als Dir lieb ist und weil du das tief drinnen spürst, werdtest Du sein Verhlten ab um es so weit wie nur möglich von Dir weisen zu können.
Viele GRüße
Wer nicht auf seine Weise denkt, denkt überhaupt nicht. (Oscar Wilde)

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saffiatou
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Beitrag Di., 07.06.2016, 22:04

wie Lovis wollte ich auch eigentlich nichts mehr schreiben....
Baerchen hat geschrieben:ein weiterer gedanke, den ich habe bzw. hatte: ich habe mehr balast im leben als andere.
tut mir leid, aber Du hast so gar keine Ahnung, was andere durchmachen müssen oder mussten! Aber sie versuchen ihr Leben anzupacken - irgendwie.

Saffia
never know better than the natives. Kofi Annan

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lamedia
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Beitrag Di., 07.06.2016, 22:14

Baerchen ist schon belastet, und ja, es gibt Menschen mit noch mehr Belastungen (z.B. candy, dessen Auflistung ich sehr schockierend fand), die tatsächlich trotz allem besser zurecht kommen oder aktiver mit ihrem Ballast umgehen.

Doch das ist eben die Frage, die hier schon länger diskutiert wird: Kann man von allen Menschen das Gleiche verlangen? Ist "das Leben anpacken" denn ein Wert an sich? Was ist, wenn jemand das Leben nicht anpackt? Warum ärgert das andere Menschen so dermaßen? (Einen ähnlichen Konflikt gab es hier ja neulich schon einmal.) Was ist so schockierend daran, wenn jemand sich in den Augen der anderen aufgibt, sich gehenläßt. Es ist doch sein Leben - niemand ist verpflichtet, einem solchen Menschen mehr zu geben, als er geben kann.

Dieses Moralisieren - diese Vorstellungen, was sein muss, was ein gelungenes Leben ist, dass Aktivität besser ist als Passivität, dass Sichdurchkämpfen besser ist als Aufgeben.. Wer sagt das denn? Spricht da die Leistungsgesellschaft? Spricht der Horror vor eigenen Anteilen, die nicht wollen wie man soll - und die man nicht siegen lassen will?

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Baerchen
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Beitrag Di., 07.06.2016, 22:17

LovisTochter hat geschrieben:(Entschldige bitte, aber für Deine Destruktivitäten, dein Verharren wollen im Status Quo, dann aber die Allgemeinheit, bzw. die Kassenkontingente zu beNutzen/ zu missbrauchen geht mir wirklich quer runter, einfach weil ich von Menschen weiß, die keine dringend benötigten Stunden mehr bekommen. Und diese Menschen kämpfen täglich mit sich und einer Änderung ins Bessere). Du darfst gerne in Deiner Situation verharren, aber dann zahl bitte Deine privaten "Festhalter" "Therpaueten" etc aus eigener Tasche! Du darfst so bleiben wie du bist, keine Frage. Aber dafür Kassenkontingente abzurufen, nur damit jemand da ist, dass ist massiv agressiv den Menschen gegenüber, die Veränderung wollen um jeden Preis, die aber keinen freien kassenfinanzierten Platz bekommen, weil diese besetzt sind, auch durch Menschen wie dich, die sich nicht trauen zu wollen.
in den punkten bin ich eindeutig anderer meinung. patienten, die einen gespraechstherapeuten aufsuchen, haben generell meiner ansicht nach ein recht darauf, eine kassenfinanzierte therapie zu erhalten.

wenn sich darin herausstellt, dass der patient nichts veraendern will, waere es ratsam, den fehlenden wille mal genauer zu betrachten.

weshalb ist man den nicht bereit, etwas zu veraendern?

weshalb will jemand nicht erwachsen werden?

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Baerchen
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Beitrag Di., 07.06.2016, 22:25

saffiatou hat geschrieben:wie Lovis wollte ich auch eigentlich nichts mehr schreiben....
eigentlich. und uneigentlich?
Baerchen hat geschrieben:tut mir leid, aber Du hast so gar keine Ahnung, was andere durchmachen müssen oder mussten! Aber sie versuchen ihr Leben anzupacken - irgendwie.
haettest du meinen beitrag mal aufmerksam zu ende gelesen, haettest du vielleicht verstanden, dass ich das reflektieren kann.

meine aussage war: ich habe mehr belast als andere (das denkt ein bestimmter anteil), aber mir ist auch bewusst, dass es andere menschen mit aehnlichen beschwerdebilder gibt.

aber anscheinend willst du nur die stellen lesen, die du fleißig kritisieren kannst.

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lamedia
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Beitrag Di., 07.06.2016, 22:29

Das fällt mir auch noch auf: Hier wird Baerchen beschuldigt, ungerechtfertigt Solidarleistungen in Anspruch zu nehmen. Dabei hat sie doch das Recht, sich bei Therapeuten vorzustellen. Wenn behauptet wird, hier ist gar keine Therapie-Indikation vorhanden, dann muss man doch den Therapeuten beschuldigen, denn der hat den Bericht geschrieben und der muss sich vor Gutachter und Krankenkasse verantworten, also wenn moralische Kritik an der Therapie überhaupt gerechtfertigt wäre, dann gegenüber dem Analytiker


mio
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Beitrag Di., 07.06.2016, 22:29

lamedia hat geschrieben:Es ist doch sein Leben - niemand ist verpflichtet, einem solchen Menschen mehr zu geben, als er geben kann.
Vollkommen richtig. Und wenn es Bärchens Ziel ist irgendwann in einer betreuten Wohneinrichtung untergebracht zu werden, dann ist sie auf einem guten Weg und alle die ihr zugeraten haben sich bloss nicht zuviel abzuverlangen (oder überhaupt etwas) werden immer noch mitleidig sagen: Ja, das ist traurig. Aber so ist es nun mal, Dein Leid ist einfach zu groß...

Ich persönlich denke dass sich da schon was bewegen liese und zwar in eine positive Richtung so mal die innere Einstellung geändert würde. Selbst wenn sie dann immer noch irgendwann in einer Wohneinrichtung landet, weil sie einfach nicht belastbar ist, dann wird sie zumindest nicht mehr ständig vergleichen und schauen was nicht geht sondern sich vielleicht tatsächlich mal mit dem was ist und GEHT arrangieren. Im Moment dürfte allerdings noch ein wenig mehr gehen.

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Baerchen
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Beitrag Di., 07.06.2016, 22:30

lamedia: schließe mich deiner meinung an.

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Lockenkopf
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Beitrag Di., 07.06.2016, 22:37

Baerchen hat geschrieben:
in den punkten bin ich eindeutig anderer meinung. patienten, die einen gespraechstherapeuten aufsuchen, haben generell meiner ansicht nach ein recht darauf, eine kassenfinanzierte therapie zu erhalten.

wenn sich darin herausstellt, dass der patient nichts veraendern will, waere es ratsam, den fehlenden wille mal genauer zu betrachten.

weshalb ist man den nicht bereit, etwas zu veraendern?

weshalb will jemand nicht erwachsen werden?
Wenn Du dein eigenes Geld oder das deiner Familie für Psychotherapie ausgeben willst, so kannst Du Psychotherapie benutzen für was auch immer. Auch zur Zementierung deiner Krankheit, es steht dir frei.

Willst Du aber Kassenleistungen haben, ist eine Kosten-Nutzen-Abwägung vorgesehen. Denn es ist das Geld der Allgemeinheit, das hier ausgeben wird. Willst Du dein Gesundheit verbessern und das ist mit Psychotherapie möglich, steht dir diese zu.
Willst Du aber krank bleiben, so wie bisher, ist Psychotherapie nicht vorgesehen.
Dann reicht Betreuung vollkommen aus.
Zuletzt geändert von Lockenkopf am Di., 07.06.2016, 22:50, insgesamt 1-mal geändert.
Liebe Grüße
Lockenkopf


mio
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Beitrag Di., 07.06.2016, 22:40

Baerchen hat geschrieben:wenn sich darin herausstellt, dass der patient nichts veraendern will, waere es ratsam, den fehlenden wille mal genauer zu betrachten.

weshalb ist man den nicht bereit, etwas zu veraendern?

weshalb will jemand nicht erwachsen werden?
Dann sage das Deinem Therapeuten doch mal, dass Du Dir das wünschst. Und warte nicht darauf, dass er es Dir serviert.

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Baerchen
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Beitrag Di., 07.06.2016, 22:42

saffiatou hat geschrieben:tut mir leid, aber Du hast so gar keine Ahnung, was andere durchmachen müssen oder mussten! Aber sie versuchen ihr Leben anzupacken - irgendwie.
fuehlst du dich vielleicht durch meinen beitrag gekraenkt? bzw. nicht ausreichend gesehen.

denkst du, wie kann sich das baerchen das nur herausnehmen zu schreiben, dass sie am meisten leidet?
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das ist etwas, was ich ueberhaupt nicht sicher beurteilen kann, wie sehr andere leiden. ich kann mich ja schlecht mit anderen vergleichen. aber ich kann und darf zumindest zum ausdruck bringen, dass ein bestimmter selbstanteil denkt, dass ich mehr paeckchen zu tragen habe als die meisten anderen. ein anderer selbstanteil kann das aber reflektieren und weiß daher, dass ich nicht die einzige im leben bin, die leidet.

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