Auch aus wirtschaftlicher Sicht erscheint die Stimmung "der Deutschen" nicht so finster zu sein.
Deutsche lassen Corona-Sorgen hinter sich
Die Angst vor Jobverlust: gering. Der Blick in die Zukunft: recht optimistisch. Die Stimmung der Deutschen ist fast wieder so gut wie vor der Coronakrise.
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Ob die Umsätze im Einzelhandel, die Stimmung in den Chefetagen oder die wieder abnehmende Arbeitslosigkeit - vieles deutet darauf hin, dass sich die Wirtschaft in Deutschland mit großer Geschwindigkeit von ihrem tiefsten Einbruch der Nachkriegszeit erholt. Zumal dieser Einbruch während des Lockdowns im Frühjahr laut neuesten Daten ein etwas kleineres Ausmaß hatte als in den ersten Schätzungen berechnet.
https://www.spiegel.de/wirtschaft/sozia ... 7936da18de
Klar, bestimmte Branchen straucheln und man weiß nicht, was noch kommt. Aber lt. OECD ist der Einbruch bisher nicht so stark wie prognostiziert. Im Gegensatz zu anderen Ländern wurden umfangreiche Konjunkturprogramme verabschiedet. Ja, die Neuverschuldung steigt. Nach Jahren der Sparpolitik entschied man sich nun, die Konjunktur anzuschieben. Auch meiner Generation wurden Schulden "vererbt". Eine absolute Zahl sagt nicht so viel aus... sondern dem steht ja auch etwas gegenüber. Auch für Konjunkturprogramme gibt es + und - und kein entweder ganz richtig oder ganz falsch.
Lt. Berichten, die ich bisher las, sind Länder, die Infektionszahlen in den Griff bekamen, bisher auch wirtschaftlich besser durch die Krise geschlittert. Wirtschaftliche Prognosen sind (aus meiner Sicht) fast noch schwerer prognostizierbar wie gesundheitliche. Freiwillige vor. Aber auch aktuell kommt mindestens der IWF zu folgender Einschätzung:
Der Kampf gegen das Coronavirus belastet die Wirtschaft. Richtig konzipierte Lockdowns sind laut IWF trotzdem das beste Mittel - für Gesundheit und Konjunktur.
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ ... -1.5059455
Was nach wie vor nicht heißt, dass ich einen Lockdown befürworte. Also einen zweiten Lockdown möglichst abzuwenden, finde iich durchaus sinnvoll. Aber im Fall des Falles tut es evtl. nicht Not, Wirtschaft und Gesundheit gegeneinander auszuspielen:
Das bedeute aber im Umkehrschluss nicht, dass es ohne Lockdowns wirtschaftlich besser gelaufen wäre oder eine Aufhebung von Beschränkungen, wie Trump sie immer wieder von den US-Bundesstaaten verlangt, die ökonomische Lage automatisch verbessert hätte. Im Gegenteil: "Die vorherrschende Darstellung, wonach Lockdowns immer einen Zielkonflikt zwischen der Rettung von Leben und der Stützung der Wirtschaft beinhalten, muss überdacht werden", so die Experten. Notwendig sei vielmehr eine gute "Balance, die die Gesundheit der Menschen schützt und zugleich einen langwierigen wirtschaftlichen Einbruch verhindert".
Quelle wie oben (Süddeutsche)