Schwierigkeiten in der Beziehung zu meinem Therapeuten

Haben Sie bereits Erfahrungen mit Psychotherapie (von der es ja eine Vielzahl von Methoden gibt) gesammelt? Dieses Forum dient zum Austausch über die diversen Psychotherapieformen sowie Ihre Erfahrungen und Erlebnisse in der Therapie.
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stern
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Beitrag Mi., 08.06.2016, 08:13

Veränderungsmotivation wird in aller Regel bereits zu einem gewissen Grad vorausgesetzt, weil Therapie sonnst erfolglos bleibt. Ja, so ist's.
Zunächst sollten die folgenden Voraussetzungen gegeben sein:

Es muss eine krankheitswertige Symptomatik/Störung vorliegen, unter der Sie leiden (Leidensdruck).
Es müssen das Bedürfnis und der Wille vorhanden sein, etwas zu verändern (Veränderungsmotivation).
Es muss die Möglichkeit existieren, dass Veränderungen realisiert werden können (Veränderungsrealität).
http://www.praxislange.de/ihr-weg-zur-p ... erapie.htm
Was sind die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Psychotherapie ?
Psychotherapie hilft Menschen, die ihr Denken, Fühlen und Handeln aktiv verändern wollen. Dieser Prozess der Veränderung benötigt viel Zeit und Disziplin, ist somit harte Arbeit. Die Betroffenen müssen bereit sein, 100% Verantwortung für sich selbst zu übernehmen bzw. wenigstens offen für diese Verantwortungsübernahme sein, auch wenn das oft schwer ist. Dies ist notwendig aufgrund der dargestellten den Grenzen der Veränderbarkeit. Sie müssen nicht nur therapiemotiviert sein, sondern sie müssen genauso motiviert sein, sich selbst und Ihr Leben zu verändern (Veränderungsmotivation). Ohne eine Veränderungsmotivation ist Therapie nicht erfolgversprechend! In der Psychotherapie liegt eine Arbeitsteilung vor: Wir Psychotherapeuten sind für den Prozess verantwortlich. Wir können Ihnen leider die Probleme nicht abnehmen oder diese für Sie lösen. Deshalb sind Sie für die Inhalte der Therapie verantwortlich. Diese Inhalte sind auf die am Anfang der Therapie zusammen festgelegten Ziele ausgerichtet. Wir sind Ihren Zielen verpflichtet und unterstützen Sie mit ganzer Kraft und unserem ganzen Wissen und Können, damit Sie Ihre Ziele erreichen.
http://www.born-psychotherapie.de/voraussetzungen.htm
(2) Veränderungsmotivation
Die Veränderungsmotivation des Patienten muss so ausgeprägt sein, dass er die Kosten
für seine Zielsetzung in Form von Arbeitsaufwand, Unbequemlichkeit, emotionalen
Turbulenzen und Überwindung des inneren Schweinehunds zu tragen bereit ist. Dazu
benötigt er neben der Veränderungsmotivation auch eine hinreichende Frustrations-
toleranz.
Auch hier gilt: Von anderen »geschickte« Patienten besitzen häufig nicht genügend
eigene Veränderungsmotivation. Anderen wiederum fehlt die Bereitschaft, die für den
Veränderungsprozess nötige Mitarbeit und Selbstüberwindung aufzubringen. Die
Therapieaufnahme ist dann nicht indiziert.
https://www.beltz.de/fileadmin/beltz/le ... 8179-9.pdf
Und das gilt idR auch für andere Verfahren, dass ein gewisser Grad an Veränderungsbereitschaft bereits vorausgesetzt ist. Ja, man muss manches bereits mitbringen, damit Therapie sinnhaft ist.
Liebe Grüße
stern 🌈💫
»Die Dummheit hat aufgehört sich zu schämen«
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ziegenkind
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Beitrag Mi., 08.06.2016, 08:15

Mir scheint: die einen dreschen auf Bärchen ein und die anderen auf die dreschenden.

Was machen wir daraus? Schwere Sache, das.

Vielleicht gar nicht schlecht? Jeder hat was zum dreschen? Und: so ein dreschflügel hat ja auch was verbindendes.

Aber andererseits: zu viele dreschflügel verderben das Korn? Bleibt nur noch Streu?

Stellt euch mal vor ihr seid Therapeut und habt das den ganzen Tag?
Die Grenzen meines Körpers sind die Grenzen meines Ichs. Auf der Haut darf ich, wenn ich Vertrauen haben soll, nur zu spüren bekommen, was ich spüren will. Mit dem ersten Schlag bricht dieses Weltvertrauen zusammen.

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stern
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Beitrag Mi., 08.06.2016, 08:28

Soviel allgemein. zur Veränderungsmotivation. Die Sichtweise der Therapeuten geht nur eingeschränkt hervor... die Verlängerung hinterfragte die Therapie bereits im März. Weiß nicht, ob die exakten Gründe hervorgehen... aber so oder so: Ab h 240 geht es oft allmählich auf Vorbereitung des Endes zu. Auch dazu gab es ja Fragen, wie es dann weiter geht. Da das bisher Selbstmord und Psychiatrie war, würde es zumindest Sinn machen, das etwas zu vertiefen.
ich habe den verdacht, dass mich mein therapeut dazu zwingen muss, seinen sessel da stehen zu lassen, wie er normalerweise immer da steht, weil ich sonst auch noch in x jahren das gleiche verhalten an den tag legen wuerde, wie ich es zurzeit mache. er hat es sehr lange akzeptiert und nun hinterfragt er die therapie bzw. wie es nun weiter geht. weil ich ansonsten vermutlich keine weiteren schritte nach vorne machen kann.
Zuletzt geändert von stern am Mi., 08.06.2016, 08:29, insgesamt 1-mal geändert.
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isabe
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Beitrag Mi., 08.06.2016, 08:28

stern:
Das ist ja alles richtig, was du sagst, aber es gibt eben auch die andere Seite, dass es wirklich so IST, dass es für manche Krankheitsbilder geradezu typisch und "klassisch" ist, dass es diesen Veränderungswunsch nicht gibt. Diese Patienten sind unter Umständen total motiviert, insofern als sie regelmäßig und gerne zur Therapie gehen und dies zum Anlass nehmen, über sich selbst und ihr Leben nachzudenken. Nur fehlt es ihnen an der Fähigkeit, das, was sie eigentlich verstanden haben, umzusetzen. Das macht diese Therapien so schwierig und, ja, auch das, langatmig. Aber es ist Teil der Krankheit. So wie es zu anderen Krankheitsbildern gehört, den Therapeuten anzulügen oder die Therapie immer mal abzubrechen oder aggressiv zu werden oder wiederholt mit Suizid zu drohen oder psychotisch zu werden oder extrem abwertend zu werden. So etwas gibt's halt alles. Und Spaß macht das bestimmt niemandem, weder dem Therapeuten noch dem Patienten. Aber ich habe noch nie jemanden getroffen, der sich seine Störung ausgesucht hat. Nur der Therapeut kann sich den Patienten aussuchen, und der wird wissen, warum er das tut.

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isabe
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Beitrag Mi., 08.06.2016, 08:37

Übrigens: Der Link, den du eingestellt hast, stammt von einer verhaltenstherapeutischen Praxis, und ich denke, es ist klar, dass das Menschenbild da zumindest ein bisschen anders ist als in einer psychoanalytischen Therapie. Nicht besser oder schlechter, nur anders. Das sieht man ja schon am Gewichtheber auf deren Homepage. Ich weiß nicht, ob ein Analytiker ein ähnliches Bild auswählen würde, aber es ist sicher kein Zufall, dass das Symbol für eine Analyse die Couch ist und nicht das Sportstudio


pivello
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Beitrag Mi., 08.06.2016, 08:45

LovisTochter hat geschrieben:
Baerchen hat geschrieben: in den punkten bin ich eindeutig anderer meinung. patienten, die einen gespraechstherapeuten aufsuchen, haben generell meiner ansicht nach ein recht darauf, eine kassenfinanzierte therapie zu erhalten.
Sorry, aber dem ist nicht so! Qua Gesetz!
Eine Therapie ist immer "nur" Hilfe zur Selbsthilfe. Du willst aber nur umarmt, betüdelt, gehalten werden. Hast aber (noch) keinen Willen zur Änderung! Dementsprechend hast Du laut Vorgaben, ohne ein konkretes Ziel (zur Verbesserung) kein Anrecht auf eine kassenfinanzierte Therapie! Zur Therapie zu gehen, beinhaltet immer auch den Willen zur Veränderung. Den hast Du aber (noch) nicht!
Eine kassenfinanzierte Therapie muss immer ein Ziel und damit eine Verberbesserung der Beschwerden haben um überhaupt genehmigt zu werden (welchen Sinn würde die Krankenkasse sonst darin sehen die Therapie zu finanzieren?) Es geht prinzipiell darum, dass Du dem Arbeitmarkt zur Verfüguhg stehen kannst. Die KK oder Die RV zahlt nicht, weil die dich so gerne haben! Die wollen dass Du arbeitsfähig bleibst oder in deinem Fall wieder wirst oder keine "schlimmeren" Kosten verursachst. Das ist deren erstes Ansinnen. Wenn das nicht klappt, dann geht es um Schadensbegrenzug. Klar zahlen die lieber ne ambulatente Therapie als ne Unterbringung! An der Antragstellung kann natürlich jeder Therapeut dran drehen, wie er es gerne hätte. Du willst nichts ändern (und da ist es grad mal ganz egal warum du nichts ändern willst) hast dementsprechend keine Krankheitseinsicht und bist somit eigentlich nicht therapiefähig! Zumindest für die Kasse, wenn Dein Therapeut ehrlich ist dürfte er keinen Antrag mehr stellen. Oder aber der denkt sich: ach prima, das Bärchhen, das rückt hier immer nur lustig seinen Stuhl hin und her, will aber auch nix ändern, das ist für mich einfaches und gutes Geld. Da schreib ich doch auch noch mal nen Verlängerungsantrag, ob der durchgeht, .... Im "schlmsten" Fall hab ich sie hier noch 60 Stunden stühlerückend vor mir, das kann ich für die Kohle gut ertragen. Einen Arbeitsauftrag hab ich nicht. Und Du willst einen Kuschelkurs fahren, willst gehalten werden und in deinen Ansichten bestärkt werden. Da dies aber alles Krankheitswert hat, muss zur Legetimierung einer kassenfinanzierten Therapie der WILLE zur Veränderung vorhanden sein. Du hast diesen nicht! Du willst nichts ändern. Dementsprechend hast Du auch kein Anrecht auf einen kassenfinanzierten Therapieplatz! Das ist hart und mag echt böse klingen, aber es ist so. Kuscheltherapeuten muss jeder hier selbst finanzieren.
Das entscheidet wohl ihr Analytiker und ein Gutachter.
So viel zur Veränderung: Ich lese dich hier immer nur bewertend, wertend, überheblich und aggressiv und vor allem, in Situationen in denen es Usern schlecht geht. Analyse läuft so sowieso nicht. Kannst einen Analytiker mal befragen.
Das sind doch deine eigenen Dinge, dein eigener Frust. Was hat das mit ihr zu tun? Wo zeigst du für User mal Verständnis und Empathie, wenn du hier schreibst. Es ist nahezu überall so. Du mischt dich ein und erklärst den User immerzu verbittert, wie sie zu sein und zu fühlen haben. Es sind ihre Gedanken und Gefühle. Sie ist dort, wo sie ist. Auch wenn sie das Bedürfnis nach Nähe hat, dann ist das so. Hast du das nicht? Im Übrigen gehört das zu den Grundbedürfnissen eines Menschen.

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Baerchen
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Beitrag Mi., 08.06.2016, 08:48

habe mich ein wenig in die selbstzerstoererische persoenlichkeitsstoerung eingelesen. und erkenne mich in den meisten merkmalen wieder.

nur bleibt die frage, weshalb ich das genau mache.

nehmen wir mal an, ich machte bisher sehr schlechte erfarhungen mit menschen.

wie arbeitet man das auf? hilft es da, wenn ich mir das genauer anschaue. weil das mache ich ja in der analyse. alles was auftaucht, versuche ich anzusprechen. naja, alles eben gerade nicht. aber ich taste mich heran.

aber welchen weg kann man da einschlagen, wenn man in den albtrauemen erfaehrt, dass andauernd jemand meine grenzen sehr deutlich ueberschritten hat.

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Baerchen
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Beitrag Mi., 08.06.2016, 08:56

ich denke, ich muesste endlich mal anfangen, in den sitzungen auszusprechen, wie es sich fuer ich anfuehlt, wenn jemand meine grenzen ueberschreitet.

ich mache das meistens auf einer bestimmte weise. aber nicht verbal.

weshalb kann ich es nicht aussprechen. und weshalb kann ich den sessel nicht einfach mal stehen lassen.

wenn ich mich in den sessel sesse, merke ich deutlich den drang, erstmal abstand zu nehmen.

ich schaffe es dann nicht, mich einfach erstmal fallen zu lassen. stattdessen, merke ich, wie mich die naehe einengt.

und genau in dieser enge, verschiebe ich den sessel. denn ich will ja nicht ersticken. danach fuehlt es sich an. das einzige was ich machen kann, mich versuchen anzunaehern.


isabe
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Beitrag Mi., 08.06.2016, 09:00

Baerchen:
Bei mir selbst war es so (und ich habe dieses Selbstzerstörerische auch mitgebracht, dass es mir einfach nicht besser gehen durfte), dass ich das einerseits gebraucht habe, dass der Therapeut immer mal bei bestimmten Situationen sich auf meine Seite gestellt hat, wenn ich ihm von einem bestimmten Erlebnis berichtet habe. Dass er aber in anderen Situationen unsere Aufmerksamkeit auf MEIN Verhalten gelenkt hat, und ich halte beides für sehr wichtig: zu erfahren, dass es auch Menschen wirklich gut mit einem meinen. Und zu erfahren: Ich bin selbst nicht so machtlos, klein und schwach, wie ich mir das vorstelle. Ich habe Handlungsmöglichkeiten und muss niemandem die Macht darüber geben, wie der mich findet.

Vielleicht kannst du dir das auch bildlich vorstellen, dass du zwei Felder bearbeiten musst: den Umgang der Anderen mit dir und deinen Umgang mit dir selbst (und, na klar, auch mit den Anderen). Das erste Feld kannst du in der Vergangenheit nicht mehr beheben. Du kannst aber anerkennen, dass das Teil deiner Geschichte ist. In der Gegenwart kannst du lernen, dich abzugrenzen, was besser funktioniert, wenn du das zweite Feld bearbeitet hast und lernst, dich selbst wichtig zu nehmen. Dich überhaupt erst mal zu spüren, mit allem, was da ist. Das war auch eine wichtige Sache, die ich erfahren habe. Ich habe mich immer selbst kritisiert in der Therapie, für mein Langsamsein, für mein Selbstmitleid, für mein "Rumgelabere". Und er war da immer ganz ruhig und freundlich und sagte: "Und selbst WENN es so wäre: Sie dürfen hier so sein, wie Sie sind und wie Sie sich fühlen". Ich konnte dann irgendwann anfangen, mich selbst klarer zu sehen, ohne das bewerten zu müssen. Versuche doch "einfach mal" herauszufinden, wer du bist. Ohne im Hinterkopf die Bewertungsmaßstäbe der Anderen mit dir rumzuschleppen, die dir nichts nützen.

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stern
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Beitrag Mi., 08.06.2016, 09:20

isabe hat geschrieben:Nur fehlt es ihnen an der Fähigkeit, das, was sie eigentlich verstanden haben, umzusetzen.
Ob es Umsetzungsschwierigkeiten sind, erkennt man daran, was versucht wurde und dann scheitert. Ich sehe hier lediglich ein Suchen von Gründen, die anscheinend auch nicht mit Hilfe der Therapie gefunden wurden... sonst würde es hier nicht dauernd aufgegriffen werden, weswegen etwas so und so ist. Und wie gesagt: Suchen von Gründen ist nicht deckungsgleich mit Selbstreflexion.

Ich weiß auch nicht, ob Therapeuten Patienten einen Gefallen tun, bei geringer Veränderungsmotivation in Therapie zu nehmen oder zu halten. Denn wenn der Patient -vielleicht- doch irgendwann so weit ist, macht evtl. mal die Kassen eine Cut.

Dass Therapeuten immer wissen, was sie tun, daran glaube ich nicht (mehr) ... das aber nur am Rande.

Über Selbstzerstörung habt ihr noch nie gesprochen, obwohl es Thema ist? Hier sollte die Therapie ansetzen... weiß nicht, worum es bei euch stattdessen geht.
Liebe Grüße
stern 🌈💫
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isabe
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Beitrag Mi., 08.06.2016, 09:26

Nein, stern, Umsetzungsschwierigkeiten können sich sehr wohl darin äußern, dass bereits der Versuch, etwas umzusetzen, scheitert (die Gründe dafür können vielfältig sein und werden vom Therapeuten untersucht). Demjenigen wird dann oft und gerne unterstellt, er stelle sich nur an oder er sei zu faul und zu unmotiviert. Das sind dieselben Mechanismen wie bei einem Depressiven, dem man erklärt, er müsse endlich mal aufhören, die innere Leere zu empfinden und er solle gefälligst versuchen, das Schöne zu sehen. Dem, der das sieht, muss niemand erklären, wie schön das Leben ist. Und dem, der bereits weiß, dass man sein Leben aktiv durch eigenes Denken und Handeln beeinflussen kann, muss auch das niemand erklären.

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stern
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Beitrag Mi., 08.06.2016, 10:03

Weiß nicht.

Lesen tue ich jedenfalls explizit solche Dinge... (März):
ich weiß nun zumindest, dass ich nicht will. ich dachte, dass ich nicht kann. habe verstanden, dass ich daran weiter arbeiten moechte. und ich habe besser erkannt, dass meine beschwerden auch mit meinem inneren kind im zusammenhang stehen.
Der Haken ist halt: Therapie ist keine ewige Geschichte (insbes. wenn man nicht selbst zahlen kann). Und dann weiß ich nicht, ob es fair ist, jemanden in Therapie zu nehmen bzw. zu halten, um abzuwarten, ob irgendwann der Groschen fällt. Wenn er vllt. doch irgendwann fällt, macht evtl. die KK einen Cut, vgl. Lovis Schilderungen von Leuten, die trotz Sinnhaftigkeit einer Therapie diese nicht haben. Will heißen: Zahlreiche Begrenzungen sind ja auch zu berücksichtigen... so dass es evtl. auch zum Nachteil gereichen kann, wenn ein Therapeut sagt: Egal, irgendwann wird schon der Groschen fallen.
Zuletzt geändert von stern am Mi., 08.06.2016, 10:15, insgesamt 1-mal geändert.
Liebe Grüße
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Beitrag Mi., 08.06.2016, 10:07

Bärchen, vielleicht ist es für dich im Moment wichtiger, über naheliegenderes und gleichsam drängenderes nachzudenken: ist meine Therapie schon zu Ende? Habe ich noch die Chance, gemeinsam mit meinem Therapeuten darüber zu sprechen, wie ich mit dem Ende halbwegs gut umgehen kann? Sind quartalsstunden, einmal im Monat eine Option?

Ich hab fast ein wenig den Eindruck, du gehst in den Turbo-analytischen Modus, um grad nicht sehen zu müssen, was in der Realität passiert. Kann man machen, produziert aber unweigerlich ein verpassen von handlungschancen.
Die Grenzen meines Körpers sind die Grenzen meines Ichs. Auf der Haut darf ich, wenn ich Vertrauen haben soll, nur zu spüren bekommen, was ich spüren will. Mit dem ersten Schlag bricht dieses Weltvertrauen zusammen.

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Baerchen
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Beitrag Mi., 08.06.2016, 10:07

danke isabe, dass du mir deine erfahrungen beschrieben hast, das hilft mir auf jedenfall etwas weiter.

@stern: weshalb ist es nicht fair, denjenigen weiter in therapie zu halten. das kapiere ich nicht. kannst du einschaetzen, wie sehr ich mich in der therapie entwickelt habe? zaehlen die kleinen schritte nicht? und vielleicht kann ich tatsaechlich erstmal bestimmte ziele nicht erreichen, wie alleine leben. aber wer legt es auch fest, wann ich das erreichen muss. und inwieweit ich es ueberhaupt erreichen kann.

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Candykills
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Beitrag Mi., 08.06.2016, 10:10

Ob du es nicht erreichen kannst, weisst du nicht, solang du es nicht wenigstens versucht hast! Dein Problem ist, dass du schon die Versuche alle kategorisch ablehnst.
Ich bin wie einer, der blindlings sucht, nicht wissend wonach noch wo er es finden könnte. (Pessoa)

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