Frauen: Angst vor Penis und Sperma?

Fragen und Erfahrungsaustausch über sexuelle Problembereiche wie Sexualstörungen, rund um gleichgeschlechtliche Sexualität und sexuelle Identität, den Umgang mit sexuellen Neigungen wie Fetischismus, S/M usw. - ausser Aufklärungs-Fragen.
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elmar50
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Beitrag Mo., 27.05.2013, 06:54

ExtraordinaryGirl hat geschrieben:Das muss sie auch nicht, elmar.

Es wäre wünschenswert, dass sie dich in deinen Bedürfnissen ernst nimmt (umgekehrt übrigens genauso (!)), aber es steht ihr frei. Erst recht, ob sie mit dir schlafen will.

Und du kannst dich entweder dafür entscheiden (vielleicht auch nur für eine gewisse Zeit), dass du die Beziehung unter diesen Umständen nicht weiterführen willst, oder dafür, dass du die Entscheidung deiner Frau akzeptierst und dir ggf. selbst etwas Erleichterung verschaffst (Prostituiertenbesuche).
Natürlich hat sie die letzte Entscheidung darüber, ob sie in dem Moment grade mit mir schlafen will. Ich habe aber ein Problem damit, dass jemand den Sex ganz verweigert und trotzdem eine Partnerschaft eingeht.
Mir wurde hier ja mal indirekt vorgeworfen, dass nicht vor dem Eingehen der Beziehung geklärt zu haben... wenn man länger darüber nachdenkt, wäre es doch ihr Part gewesen, das vorher anzusprechen, so nach dem Motto: Hör mal, ich liebe dich ja und möchte auch gerne heiraten, aber das mit dem Sex, ok, zum Kinder kriegen, aber dann sollte doch allmählich Schluss damit sein...
Klar, mit dieser Ansage wäre wohl eine Heirat erledigt gewesen, aber so rum wird doch eigentlich ein Schuh draus...
Jetzt im Nachhinein das wieder gradezubiegen ist natürlich schwierig

ExtraordinaryGirl hat geschrieben:Ich persönlich hatte zwar den Eindruck, dass du dich bereits entschieden hast, aber dann dürfte eigentlich kaum mehr Grund zur Klage bestehen. Vielleicht ging es dir aber auch gar nicht darum.
Da hast du mit deinem Eindruck recht. Für den Moment hab ich mich entschieden. ob diese Entscheidung endgültig ist, weiß ich jetzt auch noch nicht, aber für den Moment kann ich damit leben. Deswegen auch kein Grund zur Klage, nur zur Feststellung der Ist-Situation

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elmar50
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Beitrag Mo., 27.05.2013, 06:58

Chumani hat geschrieben: Was hälst Du denn eigentlich davon, wenn Du eine Psychotherapie machst, wo Du Unterstützung bekommen würdest und in Deinen Wünschen und Bedürfnissen ernst genommen werden würdest, so wir wir Dich in Deinen Wünschen und Bedürfnissen in diesem Thread ja auch ernst nehmen und deshalb überhaupt so auf Dich einreden?
Aha, und das hilft mir dann bei meiner Situation weiter? Kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen...
Chumani hat geschrieben:Du bist ja nicht nur Vater und Ehemann. Du bist auch ein Mensch mit eigenen Bedürfnissen, die das Recht haben auch Raum in Deinem Leben zu bekommen und mit "Raum" meine ich nicht erkaufte Befriedigung.
Ja, und genau um diese 2 Pole geht es. Ich möchte eben nicht "nur" wegen des fehlenden Sexlebens alles andere aufgeben, aber das hatte ich ja schon mehrmals geschrieben...

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Nico
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Beitrag Mo., 27.05.2013, 07:02

elmar50 hat geschrieben:
Ich möchte eben nicht "nur" wegen des fehlenden Sexlebens alles andere aufgeben, aber das hatte ich ja schon mehrmals geschrieben...
Elmar woraus besteht denn das "alles andere "?
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elmar50
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Beitrag Mo., 27.05.2013, 07:04

FreudsLeiden hat geschrieben: Aber genau das ist der Punkt. Du holst dir den Sex wo anders. Und du hast ein schlechtes Gewissen. Wie wär´s wenn du ihn dir nicht woanders holst, dann brauchst du auch kein schlechtes Gewissen zu haben.
Irgendwie scheinst du die die Vorstellung zu haben, auf alles ein Recht zu haben. Auf deine Frau, auf die Beziehung, die Erinnerungen, auf Sex, auf Sex mit Prostituierten, es soll dir an nichts mangeln.
Das hat doch nichts mit "ein Recht auf..." zu tun. Wir sind beid damals eine Partnerschaft eingegangen, weil wir uns liebten und in vielen Gebieten auf gleicher Wellenlänge sind. Da braucht es doch kein Recht und keinen Zwang dazu. Wir wollten es ja beide und wir waren glücklich, wenn der andere es auch war - freiwillig und aus einem eigenen Bedürfnis heraus!

FreudsLeiden hat geschrieben:Kein Mensch zwingt dich dazu in Puff zu gehen. Du tust ja gerade so, als ob du mit vorgehaltener Pistole dazu gezwungen wirst und dann hast du armer Tropf auch noch mit deinem schlechten Gewissen zu kämpfen. Wer dass wohl wieder ausbiegen könnte? Das meinte ich: das Leben ist kein Paradies, in dem man alles haben kann. Alles hat seinen Preis. Wer alles will, muss für alles bezahlen.
Natürlich zwingt mich keiner, auch nicht mein Sextrieb. Ich gehe dahin, weil mir Sex Spaß macht und ich mich hinterher viel wohler und ausgeglichener fühle und auch ein gewisses Hochgefühl habe (auch ohne große "Gefühle" beim Sex, das mögen jetzt die weiblichen Gäste hier glauben oder nicht, ist aber so. Männer gehen ja vielleicht anders damit um...).

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elmar50
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Beitrag Mo., 27.05.2013, 07:08

Nico hat geschrieben:
elmar50 hat geschrieben:
Ich möchte eben nicht "nur" wegen des fehlenden Sexlebens alles andere aufgeben, aber das hatte ich ja schon mehrmals geschrieben...
Elmar woraus besteht denn das "alles andere "?
Das alles andere besteht aus unseremn gemeinsamen Leben, wenn du so willst, auch der ganz normale Alltag, das gemeinsame planen der nächsten Tage, der Haushalt, der beruf, die sorgen und nöte, die man hat und dem anderen erzählen kann, die gemeinsamen Unternehmungen, Urlaub, Kino, das abendliche Kuscheln auf dem Sofa, die Unterstützung der Kinder bei ihren großen und kleinen Problemen, das gegenseitige Pflegen, wenn einer krank ist und und und

Gründe genug...

Dumm nur, dass Sex eine so essenzielle Sache ist, dass es trotz 1000 anderer Gründe eben massiv durchschlägt, wenns hier Defizite gibt (natürlich gibts Ausnahmebetziehungen, wo sich beide einig sind, dass Sex keine Rolle spielen soll. hier war ja mal die Aussage, dass auch die 84-jährige Oma noch nen neuen Partner gefunden hat - würd mich mal interessieren ob da sexuell noch was lief...)

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Nico
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Beitrag Mo., 27.05.2013, 07:22

Elmar irgendwie reden wir aneinander vorbei oder unsere Vorstellungen vom Leben sind derart verschieden dass wir einander nicht verstehen können.

Für mich ist Sexualität ein Grundbedürfnis und ich kann mir einfach nicht vorstellen eine Beziehung mit allem drum und dran ( was du hier aufgezählt hast) zu führen in der ein Partner dieses Grundbedürfnis ohne jede Konsensfähigkeit und Lösungssuche rigoros verweigert.
Ich meine damit NICHT dass deine Frau da einfach zu funktionieren hat, nein!
Aber sie kann doch nicht einfach von dir v e r l a n g e n dass du völlig ohne Sex lebst, zumindest sollte sie das nicht können wenn sie dich liebt.
Wenn ich plötzlich kein Verlangen nach Sex hätte würde ich rotieren wie ein Ventilator vor lauter Sorge um das Wohlergehen meiner Partnerin.
Dir scheint es völlig egal zu sein, dass du mit einer Frau zusammenlebst die dich nicht liebt.
Ich könnte das nicht und genau darum verstehe ich dich nicht, glaube ich.
Nicht das schwarze Schaf ist anders, sondern die weißen Schafe sind alle gleich ;)

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Ayla
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Beitrag Mo., 27.05.2013, 08:06

Elmar, du hälst also aus Gewohnheit und einem Sicherheitsbedürfnis heraus an dem was du hast fest. Ich kenne die Angst vor dem was kommt und ich habe lange gebraucht, um gut für mich zu sorgen. Lass dich nicht unter Druck setzen, aber schau genau hin, denn ich bin der Meinung, wenn wir nicht mit uns im Reinen sind und zuviele Kompromisse eingehen - also entgegen unserer Gefühle leben und verdrängen, dass darüber irgendwann der Körper krankt.

Du schreibst, du hattest eine schöne Kindheit, aber irgendwo hakt es doch am Selbstwert, sonst würdest du nicht in einer Beziehung ausharren in der du nicht auf allen Ebenen geliebt, gesehen und angenommen wirst....

Es braucht Zeit, den Verlust der Vertrautheit und der enttäuschten Hoffnungen zu verarbeiten - aber und das ist nicht nur meine Erfahrung, es gibt ein Leben danach und du wirst dich verändern und damit auch andere Menschen in dein Leben ziehen.
Mich hat es näher zu mir gebracht, meine Lektion anzunehmen und die Verantwortung für mich zu übernehmen hat mich erwachsen werden lassen. Bin zwar anfangs etwas übers Ziel hinausgeschossen aber nun pendelt es sich ein und ich führe jetzt eine Partnerschaft, die uns aneinander wachsen läßt - in jeder Hinsicht.

Hast du eine Ahnung, woran die Lustlosigkeit deiner Frau liegen könnte ?
Das größte Problem mit der Kommunikation ist die Illusion, sie sei gelungen
Alle großen Wahrheiten waren anfangs Blasphemien

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Jugendstil
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Beitrag Mo., 27.05.2013, 08:09

Verstehe nicht, was da nicht zu verstehen ist.

Elmar und Frau haben geheiratet, und er ist stillschweigend davon ausgegangen, dass sie das, was zur lebenslangen Bindung von Mann und Frau gehört - und was sie vorher so signalisiert hat - auch so möchte. Hat sich dann als Irrtum herausgestellt. Sex gehört aber zur Ehe und zur Liebe; also auch wenn nicht explizit darüber gesprochen wurde - die Erwartung dufte er schon haben.

Er hat das Gefühl, sie war nicht ehrlich, hat ihn, mit anderen Worten, getäuscht. Und nun täuscht er sie und ist ebenfalls nicht (mehr) ehrlich. Er betrügt sie, und sie hat zumindest in seinem Verständnis ihn "betrogen"; die Bilanz scheint für ihn somit auf dieser Ebene ausgeglichen.

Emotional ist trotzdem eine Bindung entstanden: durch die Jahre,Gewohnheit, Vertrautheit, Kinder.

Was soll Elmar denn hier nun sagen? Dass er alles einsieht, dass er sich nun als ein unaufrichtiges Schwein sieht und dass er dankbar den Boden küsst, weil ihm das nun HIER endlich offenbar wurde und dass er seine Frau sofort vor vollendete Tatsachen stellen wird?

Er IST doch einsichtig und sagt lediglich, dass er noch Zeit braucht.

Ich kapiere ehrlich nicht, was hier von ihm noch erwartet wird.

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debussy
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Beitrag Mo., 27.05.2013, 08:14

elmar50 hat geschrieben: Ich habe Angst davor, keine Partnerin mehr zu finden, mit der ich eine längerfristige Partnerschaft aufbauen könnte. Das ist ein kleiner Unterschied.
woher kommt denn diese angst? weisst du das?
ich hab es weiter oben schon erwähnt: ich denke, dass du es dir nicht zutraust.

und hier wären wir wieder bei der so vile zitierten selbstwertproblematik.

kein mann mit einem gesunden selbstwert gibt sich eine solche beziehung. die rennen alle schreiend davon!
und zwar schon allein deswegen, weil selbstbewusste menschen spüren, dass diese sexverweigerung ja bloß der ausdruck für ein ganz anderes problem ist.

deine frau schei*** auf dich.
Nico hat geschrieben:Wenn ich plötzlich kein Verlangen nach Sex hätte würde ich rotieren wie ein Ventilator vor lauter Sorge um das Wohlergehen meiner Partnerin.
danke nico!!

sexverweigerung ohne weitere erklärungen ist ein eindeutiges statement.
elmar50 hat geschrieben: das abendliche Kuscheln auf dem Sofa,
ich weiss ja nicht, ob das nach 20 jahren immer noch zieht aber ein ostentatives protestwichsen hat immer funktioniert.
während sie sich zum schlafengehen fertig macht einfach ins bett legen und mit oder ohne anleitung vor ihr einen runterholen. das fetzt! ich fürchte halt, dass es dafür zu spät ist. ich glaube die botschaft würde nicht mehr ankommen.
elmar50 hat geschrieben:Dumm nur, dass Sex eine so essenzielle Sache ist, dass es trotz 1000 anderer Gründe eben massiv durchschlägt,
ja, zu dumm, denn sonst könnte man weiter den kopf in den sand stecken.
ich glaube, dass es hinten und vorn nicht passt. da ist der fehlende sex noch eher der tropfen auf dem heissen stein.

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Nico
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Beitrag Mo., 27.05.2013, 08:19

Jugendstil hat geschrieben:Verstehe nicht was da nicht zu verstehen ist.

Ich kapiere ehrlich nicht, was hier von ihm noch erwartet wird.
Hm, vielleicht liegts ja an mir ?

Ich könnte halt nicht trotzdem ich mit einer Partnerin zusammenlebe ins Puff gehen und dann noch am Sofa mit ihr kuscheln.
Da wäre bei mir die emotionale Bindung zur Partnerin wohl schon so im Ar sch dass sie nicht mehr nennenswert wäre und da pflege ich mich schon lange vorher zu trennen, entschuldigung.

Erwarten tu ich von elmar überhaupt nix, wie kommst denn da drauf ?
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Jugendstil
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Beitrag Mo., 27.05.2013, 08:22

Ich könnte halt nicht trotzdem ich mit einer Partnerin zusammenlebe ins Puff gehen und dann noch am Sofa mit ihr kuscheln.
Ich auch nicht.

Ernstlich: Ich wäre bei einer solchen Unaufrichtigkeit halb tot. Aber für ihn gehts anscheinend.....

An seinem "Ausweg" zweifelt er ja selbst, hat aber seinen eigenen Zeitplan, und ich finde, er sollte dazu auch hier die "Luft" erhalten, nix weiter.
Zuletzt geändert von Jugendstil am Mo., 27.05.2013, 08:24, insgesamt 1-mal geändert.

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FreudsLeiden
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Beitrag Mo., 27.05.2013, 08:23

elmar50 hat geschrieben:Ich gehe dahin, weil mir Sex Spaß macht und ich mich hinterher viel wohler und ausgeglichener fühle und auch ein gewisses Hochgefühl habe (auch ohne große "Gefühle" beim Sex, das mögen jetzt die weiblichen Gäste hier glauben oder nicht, ist aber so. Männer gehen ja vielleicht anders damit um...).
schon kapiert. Wenn da nicht da nicht schlechte Gewissen wäre... Elmar, du bist wie ein kleiner Bub im Wunderland. Sex im Bordell ist toll, Kuscheln mit deiner Frau zu Hause auch. Aber irgendwo sind überall im Dornen dran...

Und irgendwie ist es doch so - du würdest es nicht so sagen - deine Frau ist "schuld" . Wäre sie nicht so wie sie ist, dann müsstest du nicht ins Bordell, bräuchtest kein schlechtes Gewissen zu haben, und Wunderland!

Elmar, werd erwachsen! Du bist keine 10 mehr.
Entweder lebst du so weiter, was im Prinzip ein stabiles Arrangement ist, dann musst du dafür bezahlen. Oder gehst offener mit deiner Frau damit um, das würde entlasten oder zu einem Rosenkrieg führen.

Ich kann mir gut vorstellen, dass sie längst Bescheid weiß. So viele Männer glauben, dass die Frauen nichts von ihren außerehelichen Aktivitäten mitbekommen So viele Männer glauben bei billigem Gestöhne, es handle um einen Orgasmus *lol . Dein Sex im Bordell ist ja auch angewandte Schauspielkunst. Und das stört dich nicht.

Oder du denkst wirklich in eine Maslow´sche "Grundbedürfnis"-Richtung wie Nico! Ist ein berechtigter Ansatzpunkt. Da ist dann für dich wieder die Frage: Was ist mehr "Grundbedürfnis"? Das Kuscheln, die Geborgenheit, die Nähe, etwas was über Jahre entstanden ist und so vielleicht nie mehr wieder entsteht. Oder Sex? Ist ein Risiko, das herauszufordern.
Im Prinzip glaube ich, hast du oder ihr habt euren Deal schon gefunden. Ehe mit emotionaler Treue und sexuellen Seitensprüngen, Hochgefühlen nach dem käuflichen Sex und seelischen Talfahrten beim Heimkommen.
Reich mir die Hand, mein Leben
Nenn mir den Preis
Ich schenk' Dir gestern, heute und morgen
Und dann schließt sich der Kreis
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Sunny75
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Beitrag Mo., 27.05.2013, 08:30

elmar50 hat geschrieben:Die Wahl besteht in dem Fall zwischen Trennung oder Weiterbestehen der B1eziehung mit der Option, dass sich der Mann den Sex außerhalb holt
Ähm ja, und sie hat sich für die dritte Möglichkeit entschieden: Weiterbestehen der Beziehung OHNE dass sich der Mann Sex außerhalb holt! Und du hast das anscheinend freudestrahlend akzeptiert?! Oder wie darf man es sonst verstehen, dass du ihr nach dieser Forderung NICHT den Vogel gezeigt hast?

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Nico
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Beitrag Mo., 27.05.2013, 08:33

FreudsLeiden hat geschrieben: Oder du denkst wirklich in eine Maslow´sche "Grundbedürfnis"-Richtung wie Nico!
Hast du ein Problem damit ?
Für mich ist halt eine erfüllende Partnerschaft mit einem für beide Seiten befriedigenden Sexualleben ein Grundbedürfnis nach dem ich ( zumindest aller Voraussicht nach die nächsten Jahre ) immer streben werde.
Nicht das schwarze Schaf ist anders, sondern die weißen Schafe sind alle gleich ;)

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Rosenfüchsin
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Beitrag Mo., 27.05.2013, 08:35

Ein wunderbarer Film u.a. über Sex im Alter.
http://de.wikipedia.org/wiki/Wolke_9

Auch darüber, dass eine Trennung nie einfach ist. Darüber, dass Sex nicht alles im Leben ist, aber etwas Besonderes.

Elmar, du hattest gefragt, ob ich es für denkbar halte, dass auch jemand, der bisher kein/ wenig Interesse an Sex gezeigt hat, das plötzlich tun würde, wenn er/ sich sich neu verliebt. Klar tue ich das, sonst hätte ich es nicht geschrieben.
Keine Garantie, keine zwingende Folge oder irgendwas - einfach eine Erfahrung, die ich in meinem Freundeskreis auch schon mitbekommen habe.
Dass es einfacher ist, sich in einen neuen Partner zu verlieben, als eine langjährige Beziehung wiederzubeleben -klar. Aber ich kenne eben auch mindestens ein Paar, das sich mit über 40 neu-gefunden hat, nach einer heftigen Krise, die in ähnlicher Form bei anderen Paaren eine Trennung zur Folge hat (ich glaube, auch das Paar war kurz getrennt. Lebt aber seitdem auf einer völlig anderen Basis miteinander. Besser miteinander.).

In meiner Welt ist Sex nicht einfach ein Bestandteil von vielen in einer langen Paarbeziehung.
Sex ist für mich ein Rückzugsort, der nur mir und meinem Mann gehört, wo wir etwas teilen, was ganz exklusiv uns gehört. Damit ist Sex gleichzeitig die Quelle von Zweisamkeit als auch Folge von erlebter Zweisamkeit in anderer Form im Alltag. Je näher ich mich meinem Mann im Alltag verbunden fühle, desto mehr Lust habe ich, mit ihm zu schlafen. Zu unserer Nähe und Zweisamkeit gehören aber unabdingbar auch Konflikte, ein immer wieder aufs Neue Erleben von: du bist du und ich bin ich. Du hast dein Leben, ich habe meins. Du empfindest das so, ich ganz anders. Wir sind ZWEI, die manchmal die Sehnsucht haben, EINS sein zu wollen, oder sich zumindest ganz nah sein zu wollen.

Ich schildere das, damit hoffentlich deutlich wird, dass es für mich komplett selbstverständlich ist, dass Sexleben und "sonstiges emotionales Leben" (ich weiß nicht mehr, wie du es genau ausgedrückt hattest) zusammen gehören.
Nicht in einer einfachen Gleichung übrigens, Beziehung super = Sex super. Manchmal ist der Alltag besonders ätzend und der Sex darum besonders wichtig (ist aber selten so bei uns).
Außerdem meine ich nicht, dass es für ein zufriedenes Sexleben irgendeinen objektiven Maßstab geben kann -
ein Paar kann sich also durchaus darauf einigen wenig/ keinen Sex zu haben, Sex nur außerhalb der Paarbeziehung zu haben oder was auch immer. Aber ein Sexleben, mit dem beide offen zufrieden sind, ist für mich nicht zu trennen von einer erfüllten Beziehung.

Was dann bei Problem die Henne und was das Ei ist, könnte man sich ja bei euch z.B. fragen. Aber vermutlich hilft einem die Antwort nicht so viel weiter. Tatsache ist: es fehlt jetzt etwas. Sex UND liebevolle Nähe, Interesse füreinander etc.

Meine Vermutung ist, dass auch deiner Frau etwas fehlt - aber wie dem auch sei, der einzige, der Verantwortung für dich und dein Handeln übernehmen kann, bist du selber. An wem immer es liegt, dass euer Sexleben nicht befriedigend für dich ist: es ist deine Entscheidung, dies nicht mehr offen zu thematisieren, trotzdem zu bleiben, gelegentlich Prostituierte aufzusuchen etc.

Diese Entscheidung kann für dich genau die richtige sein - mein Anspruch an eine Entscheidung die sich für mich richtig anfühlt ist aber der: ich kann offen zu ihr stehen (v.a. denjenigen gegenüber, die die Entscheidung unmittelbar mitbetrifft) und ich empfinde sie durch und durch als MEINE Entscheidung. Zu der ich natürlich aufgrund der Umstände (die auch durch andere mitgeprägt sind) gekommen bin, die aber letztlich meine Entscheidung ist.

Und diese beiden Punkte fehlen mir bei dir, Elmar. Denn du lässt immer wieder durchblicken, dass es ja eigentlich deine Frau ist, die etwas tun müsste, getan haben müsste etc. Dass du eigentlich nicht anders kannst (sprich: von ihr quasi gezwungen wirst) als so zu handeln (und dass es deshalb auch leidlich o.k. ist, deine Entscheidung für dich zu behalten).

Ich glaube, dass du dir mit dieser Haltung selber schadest - und das ist der Punkt, an dem ich auch sagen würde, dass eine Therapie helfen könnte.

Rosenfüchsin
Wir alle brauchen die Liebe am meisten, wenn wir uns fühlen, als hätten wir sie gerade gar nicht verdient.
"the ones who are hardest to love, probably need it the most" -Dan Millman

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