Schwierigkeiten in der Beziehung zu meinem Therapeuten

Haben Sie bereits Erfahrungen mit Psychotherapie (von der es ja eine Vielzahl von Methoden gibt) gesammelt? Dieses Forum dient zum Austausch über die diversen Psychotherapieformen sowie Ihre Erfahrungen und Erlebnisse in der Therapie.
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stern
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Beitrag Mi., 08.06.2016, 10:19

Ich habe oben noch einen Satz ergänzt:

Will heißen: Zahlreiche Begrenzungen sind ja auch zu berücksichtigen... so dass es evtl. auch zum Nachteil gereichen kann, wenn ein Therapeut sagt: Egal, irgendwann wird schon der Groschen fallen.

Weil Therapie eine begrenzte Ressource... dann macht evtl. die Kasse den Cut. Du wirst im Moment kaum mehr als die 300 erhalten - wenn überhaupt. Und auch insges. gibt es Therapie wohl nicht ewig. Ich rede nicht vom Ziel alleine zu leben.

Inwieweit wurden denn die Selbstzerstörung schon angegangen?
Liebe Grüße
stern 🌈💫
»Die Dummheit hat aufgehört sich zu schämen«
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Baerchen
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Beitrag Mi., 08.06.2016, 10:19

ziegenkind hat geschrieben:Bärchen, vielleicht ist es für dich im Moment wichtiger, über naheliegenderes und gleichsam drängenderes nachzudenken: ist meine Therapie schon zu Ende? Habe ich noch die Chance, gemeinsam mit meinem Therapeuten darüber zu sprechen, wie ich mit dem Ende halbwegs gut umgehen kann? Sind quartalsstunden, einmal im Monat eine Option?

Ich hab fast ein wenig den Eindruck, du gehst in den Turbo-analytischen Modus, um grad nicht sehen zu müssen, was in der Realität passiert. Kann man machen, produziert aber unweigerlich ein verpassen von handlungschancen.
ja, das stimmt ziegenkind. ich versuche jetzt auch erstmal alles sacken zu lassen.

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stern
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Beitrag Mi., 08.06.2016, 10:31

Baerchen hat geschrieben:aber wer legt es auch fest, wann ich das erreichen muss. und inwieweit ich es ueberhaupt erreichen kann.
Im Zweifel die Krankenkasse, indem sie irgendwann ein Ende festsetzt. Ich stelle mir das jedenfalls unzufriedenstellend vor, wenn man (erst) nach einer Therapie merkt, was während einer Therapie versäumt wurde bzw. möglich sein hätte können. Aber kann sein, dass man das bei selbstzerstörischer Veranlagung anders sieht. Im übrigen stimme ich ziegenkind ebenfalls zu.
Liebe Grüße
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peppermint patty
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Beitrag Mi., 08.06.2016, 17:29

Ich glaube nicht, dass der Analytiker einen ehrlichen Antrag bzgl. Bärchens Therapie schreibt - nicht bei dem was Bärchen hier geschildert hat. Dann bräuchte kein Thera mehr was schreiben und alles würde einfach durchgewunken werden.
Den Kosten- und Nutzen sind hier mEn überhaupt nicht gegeben. Ich sehe das wie LovisTochter. Ein ehrlicher Antrag würde ganz sicher nicht genehmigt werden.
Mir tun da die Leute Leid die auf Therapieplätze warten oder wo der Antrag abgelehnt wird - wenn ich das hier lese.
Aber dafür kann Bärchen nichts. Die nimmt natürlich das was ihr Geboten wird. Wer würde das nicht tun wenn er/sie es braucht?

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Candykills
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Beitrag Mi., 08.06.2016, 18:49

Ich kann da nur PP beipflichten. Ich lese hier immer wieder Leute, die auf Wartelisten stehen und händeringend auf einen Platz warten, willig etwas in ihrem Leben zu verändern, jeden Tag am kämpfen. Und dann kommt jemand daher, der klar sagt, dass er nichts ändern will und nimmt anderen, die wirklich Vorwärtskommen wollen nen Therapieplatz weg. Das ist einfach nur traurig. Vor allem nachdem alle Vorschläge auf Veränderung einfach nur ignoriert werden. Man kann da nur hoffen, dass die Gerechtigkeit siegt.
Ich bin wie einer, der blindlings sucht, nicht wissend wonach noch wo er es finden könnte. (Pessoa)


Tränen-reich
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Beitrag Mi., 08.06.2016, 19:03

Nun ja, und darunter sind vielleicht auch Patienten, die noch nicht wissen, was bei deren Therapie auf sie zukommen könnte. Vielleicht auch ein "ich will nix verändern", wenn man erstmal erfahren hat, wie heftig selbstfordernd eine Therapie ist? Ich bin och hochmotiviert mit "ich will was anders machen" und schwupps war das "ich will nicht" da.
Andererseits, ja, meine Thera hätte nie einen Antrag auf Verlängerung geschrieben, wenn ich ihr nichts gesagt hätte, wo ich doch selbst oft in einer "ich will nix verändern" Phase gesteckt habe bzw. immer noch teilweise stecke. "Was soll ich der Kasse erzählen, dass Sie nix verändern wollen??? Dann ist klar, dass die Therapie beendet ist, auf sowas lässt sich die Kasse nicht ein".

Ich denke auch, der Leidensdruck ist noch nicht groß genug und ich frage mich ja, wie hat denn der Therapeut die ganze Zeit gearbeitet? (rhetorisch gemeint). Ich meine aus meiner Erfahrung heraus, dass ein "ich will nix verändern" durchaus geknackt werden kann, nur - wie gesagt - ich kenne Baerchens Therapiearbeit nicht.

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Lockenkopf
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Beitrag Mi., 08.06.2016, 21:28

mio hat geschrieben:
Aber klar: Ich gehe zum Psychotherapeuten wenn ich eigentlich was am Knie habe...
Du wirst es nicht glauben, genau das habe ich vor einigen Wochen gemacht und das ödematisierte hintere Kreuzband heilt endlich ab. Ich kann wieder schmerzfrei auf mein Fahrrad steigen.
Liebe Grüße
Lockenkopf


mio
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Beitrag Mi., 08.06.2016, 21:33

Lockenkopf hat geschrieben:
Du wirst es nicht glauben, genau das habe ich vor einigen Wochen gemacht und das ödematisierte hintere Kreuzband heilt endlich ab. Ich kann wieder schmerzfrei auf mein Fahrrad steigen.
Dann warst Du aber für die Psychosomatik "einsichtig" und hast nicht geglaubt man müsse Dich nur röntgen oder gar operieren... (Und darauf wollte ich ja hinaus. Wobei ich wieder was "gelernt" habe - es gibt Menschen die wahrscheinlich zum Friseur gehen würden, würde man ihnen sagen, dass es an ihrer Frisur liegt, dass das Knie schmerzt...obwohl sie selbst das für unsinnig halten... )

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Lockenkopf
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Beitrag Mi., 08.06.2016, 21:58

Da das Kreuzband nicht gerissen/rupturiert war, schied eine OP in jedem Fall für mich aus.

Ich weis schon worauf Du hinaus willst. Und ich war nicht für die Psychosomatik einsichtig.

Es liegt ein MRT-Bericht über den körperliche Schaden, Hinteres Kreuzband auf, mehr als das doppelte, 11,8 mm angeschwollen = ödematisiert, als Unfallfolge, vor.
Das Ödem ist ein Stadium der Heilung, welche hier aber zum Stocken gekommen war, da der Zustand schon 5 Monate anhielt.
Ich hatte bei dem Arzt und Psychotherapeuten eine Sitzung mit Handauflegen gebucht und es hat gewirkt. Die Selbstheilungskräfte des Körpers wurden aktiviert. Genau so hatte ich es erhofft.

Zum Frisör bin ich mit dem Knie nur gegangen, wenn ich die Haare auf dem Kopf geschnitten haben wollte.
Aber den hätte ich auch auf aufgesucht, wenn der hätte "Hand auflegen" können.
Liebe Grüße
Lockenkopf


mio
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Beitrag Mi., 08.06.2016, 22:14

Lockenkopf hat geschrieben:Ich hatte bei dem Arzt und Psychotherapeuten eine Sitzung mit Handauflegen gebucht und es hat gewirkt. Die Selbstheilungskräfte des Körpers wurden aktiviert. Genau so hatte ich es erhofft.
Was für mich bedeutet: Der Psychosomatik einsichtig zu sein (im Sinne einer Möglichkeit). Ohne ein konkretes Krankheitsverständnis zu haben.

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Lockenkopf
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Beitrag Mi., 08.06.2016, 23:01

mio hat geschrieben:
Lockenkopf hat geschrieben:Ich hatte bei dem Arzt und Psychotherapeuten eine Sitzung mit Handauflegen gebucht und es hat gewirkt. Die Selbstheilungskräfte des Körpers wurden aktiviert. Genau so hatte ich es erhofft.
Was für mich bedeutet: Der Psychosomatik einsichtig zu sein (im Sinne einer Möglichkeit). Ohne ein konkretes Krankheitsverständnis zu haben.
Wenn du "Hand-auflegen" als Psychosomatische Behandlung klassifizierst, stimmt das.

Ich habe übrigens ein schulmedizinische Krankheitsverständniss und demnach ist eine ödematisiertes Hinteres Kreuzband nach einem Sturzes definitiv traumatischen Ursprungs.
Liebe Grüße
Lockenkopf


mio
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Beitrag Do., 09.06.2016, 11:35

Lockenkopf hat geschrieben:Wenn du "Hand-auflegen" als Psychosomatische Behandlung klassifizierst, stimmt das.

Ich habe übrigens ein schulmedizinische Krankheitsverständniss und demnach ist eine ödematisiertes Hinteres Kreuzband nach einem Sturzes definitiv traumatischen Ursprungs.
Und darin besteht vielleicht auch der Unterschied in der Herangehensweise?

Ich betrachte eigentlich immer beide Aspekte: Den körperlichen und den psychischen. So kann man sich ja zB. auch fragen: Warum bin ich überhaupt gestürzt? Gibt es etwas, was mir dieses "stürzen" mitzuteilen versucht? (zB. Bin ich zu schnell? Will ich zuviel auf einmal? Bin ich zu unkonzentriert? Zu wenig bei der "Sache"? Handle ich "überstürzt"? etc. pp.)

Hand auflegen ist so eine Kategorie für sich. Für meine Begriffe wirkt da schon "Energie" und "Energie" kann heilsam sein. Auch kann "intensive, konzentrierte Zuwendung" (was Handauflegen ja auch ist) heilsam sein und dazu führen, dass man sich sich selbst auch wieder mehr zuwendet (also jene Selbstheilungskräfte die Du ansprichst mobilisiert werden).

Für mich ist das ein " verwobener Komplex" aus Körper und Seele, der sich nicht klar trennen lässt. Weshalb ich auch glaube, dass sich "körperliche Beschwerden" (wie zB. Bärchens Schilddrüsenproblematik) über ein "der eigenen Seele entsprechenderes" Verhalten/Leben beeinflussen lassen. Nicht unbedingt "heilen" - aber verbessern und beeinflussen.

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Lockenkopf
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Beitrag Do., 09.06.2016, 20:26

"Gibt es etwas, was mir dieses Stürzen mitzuteilen versucht?"
Ja, da wo 30 Jahre lang nie ein Stein mitten auf dem unbeleuteten Weg lagen, können schon morgen dicke Plastersteine liegen. Pech, wenn man dann im dunkeln daher läuft.

Deinem letzten Kapitel kann ich nur zustimmen.
Liebe Grüße
Lockenkopf

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Baerchen
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Beitrag Do., 16.06.2016, 12:42

es macht mich sehr traurig, zu realisieren, dass ich nie eine familie haben werde, nach der ich mich sehne. ich werde meine mum und meinen bruder nicht veraendern. auch andere menschen nicht.

es tut sehr weh, wenn man spuert und auch versteht, dass die eigene mutter einen nicht wirklich lieben kann.

ich will das nicht wahrhaben. was habe ich denn getan, um nicht liebenswert zu sein.

erkennt meine mum in mir ihr eigenes inneres kind, dass kaum beachtet wurde?

schlecht aushaltbar ist auch, dass ich mich meiner schwester aehnlich verhalte. ich weiß ueberhaupt nicht, wie ich damit umgehen kann. einerseits spuere ich diese starke abneigung meiner mum gegenueber und andererseits wurde mir immer mehr bewusst, dass ich jedemenge eigenschaften von ihr zu meinen eigenen gemacht habe. und meine schwester bekam es ab.

dann verstehe ich aber auch, dass meine mum sich nur sehr schwer veraendern kann, denn ich erlebe es ja am beispiel meiner schwester selbst. und ich merke, dass es kaum aushaltbar ist, mir einzugestehen, dass ich sie bisher aehnlich behandelt habe, wie meine mum mich.

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Baerchen
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Beitrag Do., 16.06.2016, 17:36

ich frage mich gerade, wie man zu sich selbst finden kann, wenn man es in seinem leben kaum sein durfte.

kann man das tatsaechlich lernen, in der therapie.

und wie funktioniert das. in der analyse schaue ich mir hauptsaechlich vergangenes an. dabei stellte ich ja fest, das jedemenge belastende erfahrungen auftauchten.

ich kaue meine gesamte vergangenheit ein zweites mal durch.

und was waere der sinn dabei? wird es mir helfen, wenn ich erfahre, was damals alles nicht gut gelaufen ist.

die frage tauchte immer mal wieder auf: ist die analyse das richtige therapieverfahren fuer mich.

ich weiß es nicht.

aber was wuerde die verhaltenstherapie anders machen.

muss ich nicht danach suchen, weshalb ich nicht alleine ueberleben will?

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