Frauen: Angst vor Penis und Sperma?

Fragen und Erfahrungsaustausch über sexuelle Problembereiche wie Sexualstörungen, rund um gleichgeschlechtliche Sexualität und sexuelle Identität, den Umgang mit sexuellen Neigungen wie Fetischismus, S/M usw. - ausser Aufklärungs-Fragen.
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Ayla
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Beitrag Mo., 27.05.2013, 09:53

Rosenfüchsin hat geschrieben:Sie weiß, dass du gelegentlich in den Puff gehst?
Nein, sagte er bereits - aber sie kann es sich denken, weil er es ansprach als Möglickeit.
Sie scheint es wohl zu verdrängen - weil sonst würde sich ihr ganzes Leben ändern.
Ein unausgesprochenes Agreement mit zwei Verlierern.
Das größte Problem mit der Kommunikation ist die Illusion, sie sei gelungen
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elmar50
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Beitrag Mo., 27.05.2013, 10:22

Ayla hat geschrieben: Das liegt wohl daran, dass sie es nicht kann. Denn die Sexverweigerung ist ja Ausdruck ihrer Probleme - sie würde sich quasi selbst vergewaltigen.
Mag sein, aber dann müsste man eben an den zugrunde liegenden Problemen arbeiten.
Müsste...

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Rosenfüchsin
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Beitrag Mo., 27.05.2013, 10:29

Ja, alternativ müsste man nach 2-3-4-5-25 Jahren einsehen, dass die Partnerin daran offenbar nicht so einfach arbeiten KANN und dann müsste man sich entscheiden, meiner Überzeugung nach eben mindestens für Offenheit. Müsste....
Wir alle brauchen die Liebe am meisten, wenn wir uns fühlen, als hätten wir sie gerade gar nicht verdient.
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Pitt
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Beitrag Mo., 27.05.2013, 10:57

Einen Tag nicht da, - und so viel Lesestoff....

Offenheit, - ein wirklich offenes Gespräch über ihre Sexualität haben beide wohl noch nicht geführt.
Beispiel: Elmar, weisst Du, ob deine Frau sich gelegentlich selbstbefriedigt?
Weisst Du nicht so ganz genau? Nun gut, - Offenheit sieht anders aus.

@Ayla
Nun gut, Elmar besucht gelegentlich Prostituierte. Ich halte das auch für problematisch, - aber in erster Linie wegen potentieller Ansteckungsgefahr mit sexuell übertragbaren Krankheiten.
Hingegen, dass Elmar in relativer Regelmäßigkeit onaniert dürfte seiner Partnerin nicht entgangen sein und das scheint sie ja klaglos hinzunehmen.

Was kann ich momentan sonst noch als "Denkstoff" beifügen?
Nun gut. Elmar, auch wenn es Dir momentan womöglich unwahrscheinlich erscheint, - rechne - auch - damit, bzw. mache dich darauf gefasst, dass es deine Frau sein könnte, die mit einem "Trennungswunsch" an dich herantritt.
Die Kinder sind gross, - der (dann teilbare) Ehezugewinn und Rentenanspruch sind angehäuft -, Elmar, du hast Deine Schuldigkeit getan und kannst eigentlich entsorgt werden.
Deine Vorstellung, dass du mit deiner Frau, mit der du dein Leben verbracht hast, Kinder gezeugt und erzogen hast, ein Haus gebaut hast, immer fleißig Geld verdient hast, - und sogar (da Verlustangst) auf gemeinsame Sexualität verzichtet hast, also deine Vorstellung, dass ihr beiden (halt bis auf "den Sex") ein fest verschweisstes Dreamteam seid, - täuscht womöglich.
Mein Rat also: Kalkuliere in deine Lebensplanung ein, - dass der Trennungswunsch überraschend von ihrer Seite ausgehen könnte.
Lg
Pitt

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Rosenfüchsin
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Beitrag Mo., 27.05.2013, 11:03

Ich hab' das Bedürfnis, das nochmal ganz klar zu sagen:
Von mir aus könnte Elmar vor der Nase seiner Frau Sex mit jemand anders haben. (Sprich: es ist durchaus möglich, dass sie ahnt/ weiß, dass er mit jemand anderem Sex hat).

Es bleibt trotzdem ein Unterschied, ob er quasi darauf wartet, dass SIE das dann irgendwie anspricht - oder ob er klar Stellung bezieht (harhar) und ihr offen sagt: so und so ist es.

Es ist ein Unterschied, ob man sich so verhält, dass man entdeckt werden könnte/ sogar entdeckt werden will, oder ob man zu dem steht, was man tut.
Auch ein Unterschied zwischen: "wenn ich nicht mehr Sex von dir bekomme, hole ich ihn mir woanders" und "ich habe mich entschieden, ab und zu in einen Puff zu gehen".
Ein Unterschied sich selbst gegenüber, dem anderen gegenüber und für die Beziehungsdynamik.
Zuletzt geändert von Rosenfüchsin am Mo., 27.05.2013, 11:56, insgesamt 1-mal geändert.
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Jugendstil
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Beitrag Mo., 27.05.2013, 11:11

Was wäre, Elmar, wenn sie den Wunsch nach Trennung äußern würde?

Würde es dich nur treffen, oder wäre auch ein Hauch von Erleichterung spürbar?

--------
Ein wunderbarer Film u.a. über Sex im Alter.
http://de.wikipedia.org/wiki/Wolke_9
Oh je, ich fand ihn alles andere als wunderbar, denn das Ende war schrecklich; nicht gerade aufmunternd für Menschen in Elmars Situation, finde ich.

(Achtung, nachfolgend wird Inhalt verraten, nicht weiterlesen, falls Interesse für den Film besteht!


Der betrogene Ehemann warf sich im Zuge der Trennung vor einen Zug und die Frau verzweifelte an ihren Schuldgefühlen!)

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Nico
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Beitrag Mo., 27.05.2013, 11:16

Jugendstil hat geschrieben:

Der betrogene Ehemann warf sich im Zuge der Trennung vor einen Zug und die Frau verzweifelte an ihren Schuldgefühlen!)

Naja um sooo viel schlimmer finde ich das nun auch wieder nicht.
Nicht das schwarze Schaf ist anders, sondern die weißen Schafe sind alle gleich ;)

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Rosenfüchsin
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Beitrag Mo., 27.05.2013, 11:17

Jugendstil, das stimmt, zuviele Parallelen sollte man nicht ziehen, so war das auch nicht gemeint.
Aber es gibt so wenig Material überhaupt über Sex im Alter - und da die Altersfrage hier ja schon mehrfach auftauchte, fand ich es trotzdem einen Link wert.

Für mich ist er, trotz des traurigen Endes, wunderbar, weil er LEBEN zeigt. Die vielen Facetten, das Leichte und das Schwere.

Ich wollte damit nicht sagen: "guck mal, Elmar: genauso (sollst du oder sollst du nicht ... )."

Nachtrag:
nico hat geschrieben:Naja um sooo viel schlimmer finde ich das nun auch wieder nicht.
Bleibt halt die Hoffnung, dass es außer "tot" und "wie lebendig begraben" noch was Erfreulicheres gibt.

Rosenfüchsin
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Jugendstil
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Beitrag Mo., 27.05.2013, 11:30

Nico hat geschrieben:
Jugendstil hat geschrieben:
Der betrogene Ehemann warf sich im Zuge der Trennung vor einen Zug und die Frau verzweifelte an ihren Schuldgefühlen!)
Naja um sooo viel schlimmer finde ich das nun auch wieder nicht.
Böse, böse.....

Rosenfüchsin, ja, der Film ist gut gemacht und vor allem wie er das Tabuthema "Sex im 'Alter'" heraushebt, ist bemerkenswert und interessant, finde ich auch. (Ich mein ja, Sex im Alter ist erst der Sex nach 90 )

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Ayla
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Beitrag Mo., 27.05.2013, 11:31

elmar50 hat geschrieben:
Ayla hat geschrieben: Das liegt wohl daran, dass sie es nicht kann. Denn die Sexverweigerung ist ja Ausdruck ihrer Probleme - sie würde sich quasi selbst vergewaltigen.
Mag sein, aber dann müsste man eben an den zugrunde liegenden Problemen arbeiten.
Müsste...
Aus welchem Grund brach sie die Therapie ab - weißt du das ?
Rosenfüchsin hat geschrieben:Es bleibt trotzdem ein Unterschied, ob er quasi darauf wartet, dass SIE das dann irgendwie anspricht - oder ob er klar Stellung bezieht (harhar) und ihr offen sagt: so und so ist es.

Es ist ein Unterschied, ob man sich so verhält, dass man entdeckt werden könnte/ sogar entdeckt werden will, oder ob man zu dem steht, was man tut.
Auch ein Unterschied zwischen: "wenn ich nicht mehr Sex von dir bekomme, hole ich ihn mir woanders" und "ich habe mich entschieden, ab und zu in einen Puff zu gehen".
Ein Unterschied sich selbst gegenüber, dem anderen gegenüber und für die Beziehungsdynamik.
Die Dynamik hätte nur eine Richtung und zwar in`s Aus, das weiß er wohl und das kann er auch haben ohne sie zu konfrontieren.

Ich finde es gut, dass er es heimlich macht und ihr nicht noch seinen Müll vor die Füße latzt um für sich selber besser dazu stehen - sollte sie die Beziehung nicht beenden - was wohl am wahrscheinlichsten ist.
Zuletzt geändert von Ayla am Mo., 27.05.2013, 11:38, insgesamt 1-mal geändert.
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Ayla
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Beitrag Mo., 27.05.2013, 11:36

Pitt hat geschrieben:@Ayla
Nun gut, Elmar besucht gelegentlich Prostituierte. Ich halte das auch für problematisch, - aber in erster Linie wegen potentieller Ansteckungsgefahr mit sexuell übertragbaren Krankheiten.
Hingegen, dass Elmar in relativer Regelmäßigkeit onaniert dürfte seiner Partnerin nicht entgangen sein und das scheint sie ja klaglos hinzunehmen.
Ich glaube da verwechselst du mich.
Trotzdem mein Senf - die Ansteckungsgefahr bei einer Prostituierten ist wohl wesentlich geringer durch die regelmäßigen Kontrollen. Außerdem hat er eh keinen Sex mit seiner Frau
Pitt hat geschrieben:Hingegen, dass Elmar in relativer Regelmäßigkeit onaniert dürfte seiner Partnerin nicht entgangen sein und das scheint sie ja klaglos hinzunehmen.


Wird er wohl nicht machen, wenn sie neben ihm liegt und was man nicht sehen will sieht man auch nicht.
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Vincent
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Beitrag Mo., 27.05.2013, 11:53

@Elmar

Du schriebst ja, dass deine Frau und du seit Anfang an sexuell nicht überein gekommen seid. Du gingst also schon vor über zwanzig Jahren einen Riesenkompromiss ein.

Warum suchst du dir nicht lieber eine Affäre, statt zu Prostituierten zu gehen? Wäre das nicht 'sicherer' und überhaupt angenehmer? Hat es in all den Jahren einmal eine andere Frau gegeben, der du nähergekommen bist?
"Eigentlich bin ich ganz anders, aber ich komme so selten dazu." (Horvàth)

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Rosenfüchsin
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Beitrag Mo., 27.05.2013, 11:54

Ayla hat geschrieben:Die Dynamik hätte nur eine Richtung und zwar in`s Aus, das weiß er wohl und das kann er auch haben ohne sie zu konfrontieren.
Hier kam ja schon mehrmals "der Schrecken ohne Ende".
Ich hätte die Hoffnung, dass sich das Leben beider (Elmar und seine Frau) nach einer heftigen Krise wegbewegt von dem Mittelmaß, in dem sich beide eingerichtet haben. Dass der Ausschlag dabei erstmal nach unten erfolgen wird, ist sicher. Aber dann? Ja, vermutlich spricht die Statistik für eine Trennung - aber vielleicht gehören die beiden zu den paar Prozent, deren Beziehung dann erst richtig anfängt? Oder man schafft es, sich weiterhin zu respektieren, aber beide finden andere Beziehungspartner mit denen eine Beziehung oberhalb des offenbar eben doch nicht als völlig erfüllend angesehenen Mittelmaßes möglich ist?

Ich sag' übrigens auch nicht, dass es nicht o.k. sei, sich mit dem gemütlichen Mittelmaß zu arrangieren-
aber dann sollte man das ehrlich tun und nicht sich selbst und anderen gegenüber immer wieder behaupten, man mache das, weil sie es ja quasi so wolle und man sei eigentlich ein Opfer der Umstände.
Ich finde es gut, dass er es heimlich macht und ihr nicht noch seinen Müll vor die Füße latzt um für sich selber besser dazu stehen - sollte sie die Beziehung nicht beenden - was wohl am wahrscheinlichsten ist.
Mich persönlich würde der Prostituiertenbesuch (wie jeder Sex außerhalb der Beziehung) weniger verletzen, als es der "Betrug" tut. Und wie gesagt - ich sehe es nicht so, dass er ihr "nur den Müll vor die Füße latzt, um für sich selber besser dazustehen", sondern er würde damit klarer zu seinem Verhalten stehen und damit auch ihr deutlicher die Möglichkeit geben, dazu Stellung zu nehmen.

Ich glaube, dass ein "gentleman's agreement" mit all den damit verbundenen "stillschweigend angenommenen" und verdeckt überschritten Grenzen recht gut zu einem Beziehungsleben passt, in dem wirkliche Nähe und Leidenschaft nicht vorkommen. Zu Nähe gehören Grenzen, Respekt, sich selber ernstnehmen, den anderen erstnehmen.

Rosenfüchsin
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Nico
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Beitrag Mo., 27.05.2013, 12:03

Rosenfüchsin hat geschrieben: Ich sag' übrigens auch nicht, dass es nicht o.k. sei, sich mit dem gemütlichen Mittelmaß zu arrangieren-
Wenn man es offen und ehrlich macht ist es zwar(wahrscheinlich) ok., aber eine äusserst lauwarme Geschichte bleibt es trotzdem.
Nicht das schwarze Schaf ist anders, sondern die weißen Schafe sind alle gleich ;)

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Ayla
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Beitrag Mo., 27.05.2013, 12:11

Rosenfüchsin hat geschrieben:Hier kam ja schon mehrmals "der Schrecken ohne Ende".
Soweit ist er nicht, sagt er ja selber.
Rosenfüchsin hat geschrieben:Ich hätte die Hoffnung, dass sich das Leben beider (Elmar und seine Frau) nach einer heftigen Krise wegbewegt von dem Mittelmaß, in dem sich beide eingerichtet haben. Dass der Ausschlag dabei erstmal nach unten erfolgen wird, ist sicher. Aber dann?
Ich sehe kein Mittelmaß und erst recht kein gemütliches - sie haben sich beide mit ihrem Elend arrangiert.
Sie sicher noch mehr als er.
Rosenfüchsin hat geschrieben:aber dann sollte man das ehrlich tun und nicht sich selbst und anderen gegenüber immer wieder behaupten, man mache das, weil sie es ja quasi so wolle und man sei eigentlich ein Opfer der Umstände.

Die Entscheidung für Sie hat er sicherlich schon manchesmal bereut, da bin ich mir sicher.

Wichtig finde ich, dass er versteht, warum es keinen Sex gibt. Nicht weil er für sie nicht dazu gehört, sondern weil sie massive Probleme - ich nehme mal an aufgrund ihrer katholischen Erziehung hat.

Dann kann es ein Gepräch zwischen ihm und ihr geben - selbst wenn sie bereit ist erneut eine Therapie zu wagen, kann es Jahre dauern, bis sie soweit ist, sich für den Sex zu öffnen.
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