Freifrau hat geschrieben:Bärchen, du schreibst immer, dass deine Mutter dich nicht liebt und auf mich wirkt es so, als ob du verzweifelt in der kindlichen Rolle verharrst und unbedingt das von deiner Mutter haben willst. Liebe und versorgt werden. Was meinst du, hat Deine Mutter dich zu sehr versorgt und mit klein gehalten, damit du nicht selbständig wirst? Oder hat sie sich gar nicht um dich gekümmert und ging es nur um sie?
ja, meinen geschwistern geht es aehnlich. sie bestehen darauf und ich verstehe nicht, weshalb wir alle drei es nicht schaffen, uns zu distanzieren.
meine mum war zwar da (hat frueher fuer uns essen gemacht, nach den hausaufgaben geschaut, elternabend, ...), aber hat uns gleichzeitig vernachlaessigt und zwar in dem sinne, dass es sich immer um ihre beduerfnisse drehte. wir mussten fuer sie da sein. das geschah aber auf einer weise, die sehr verdeckt ist. es war lange zeit fuer mich ueberhaupt nicht zu verstehen, was mich ueberhaupt wuetend macht. alles passiert eher verdeckt, mit blicken, gesten, schweigen, nichtbeachten.
das war sicherlich auch die ursache, weshalb ich dann als kind das essen eingestellt habe, um endlich auch mal etwas fuer mich zu haben. ich habe damit versucht ihre zuwendung zu erzwingen, was ja auch teilweise geklappt hat. aber meine eltern schauten auch sehr lange nur zu. sie brachten mich erst dann zur kinderaerztin, als ich sehr deutlich abgemagert war. die kinderaerztin wies mich dann direkt ins krankenhaus ein, weil ich kuenstlich ernaehrt werden musste. ich erinnere mich, wie wir den ersten tag vom auto ins krankenhaus gelaufen sind. meine mum meterweit von mir entfernt. ihm krankenhause schweigten wir uns dann auch an. sie saß einfach nur da, als waere sie wuetend auf mich. verstehe auch ihre seite, aber auch meine. mich macht es auch wuetend, wenn ein kind sich einfallen muss, nichts mehr zu essen. ich war bereit zu sterben, um wenigsten ein wenig beachtet zu werden.
manchmal schaut mich meine mum an, als waere ich eine fremde. das tut unfassbar weh. es zerreißt mich spuerbar innerlich, dass ich sie nicht erreiche. da ist wie eine mauer, die ich nicht durchbrechen kann. und genau gegen diese mauer laufen auch hier alle. ich will nicht und verstehe es selbst nicht.