Corona - Der Thread zum Virus 5

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stern
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Beitrag Mo., 07.12.2020, 00:00

An den Masken ist Spahn dran... wobei man das besser bereits im Sommer erledigt hätte.

Ich vermute, dass man hier auch im Hinblick auf Impfungen schaut, wo man die Risikopersonen ja auch irgendwie fassen muss.

Ob die Altenheime Masken stellen müssen, wäre ich nicht so sicher. Details nannte er aber nicht.
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montagne
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Beitrag Mo., 07.12.2020, 00:26

@saffia
Doch es erfordert Leidensfähigkeit. Es gibt nicht wenige Leute, die halten die Isolation nicht so gut aus oder gar nicht aus. Das schrieb hier eine Userin.
Ältere Bekannte von mir hat sich im 1. Lockdown das Leben genommen, weil sie die Einsamkeit nicht aushielt. Klar, sie war vorher schon seelisch nicht gut aufgestellt. Aber das ist doch kein Luxusproblem.
Ich habe Einblick in viele Familien und bin derzeit einfach nur am Limit, überarbeitet, weil sich Kinderschutzfälle, seelische Probleme und häusliche Gewalt derart häufen. Nochmal, wie können das Luxusprobleme sein?

Ich verstehe wirklich nicht, warum auch hier in einem Psychotherapieforum seelische Bedürfnisse und Probleme als Luxus abgetan werden und nur körperliche Probleme gelten.

Beides wiegt in meinen Augen gleich. Natürlich müssen Maßnahmen her. Aber ein bisschen was ist ja noch erlaubt und wenn man sich zu 5. treffen kann und das jemand tut, draußen, mit Abstand.... wo ist das Problem? Wem bringt es was sich selbst zu kasteien? Da steckt auch ein seelisches, persönliches Bedürfnis dahinter die Auflagen überzuerfüllen. Ist okay! Aber warum nicht diejenigen lassen, die sie einfach nur erfüllen?


Was diese Pflegekraft angeht, man weiß auch nicht unter welchem Druck die Frau von Seiten der Leitung und des Dienstplanes stand.

Ich kenne den Druck selbst. Corona ja, aber... fehle ich fehlt halt wirklich was. Dann müssen Kollegen mehr arbeiten, Kinderschutz bleibt dann einfach liegen. Und ein Halskratzen um die Jahreszeit ist schon recht häufig, bei mir zumindest. Die Welt bleibt nicht stehen, wegen Corona, im Gegenteil. Neben zunehmender Arbeit wegen Corona in manchen Berufen hat man gleichzeitig einen Personalmangel. Wir sind schon unterbesetzt auf dem Papier, minus übliche Dauerkranke, minus Risikopatienten, die nicht mehr kommen dürfen, minus vermehrtes Fehlen, weil die Leute natürlich bei Infekten sorgsamer werden. Gut so. Aber das System knirscht eben heftig, die Leute sind am Limit und dann überlegt man halt, wenn der Hals kratzt. Denn es geht ja nicht darum ein Produkt eben später auszuliefern. Menschen pflegen, Kinderschutz um nur Beispiele zu nennen, kann schlicht nicht liegen bleiben.

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stern
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Beitrag Mo., 07.12.2020, 00:31

Morgen in etwa zu erwarten:


Quelle: https://mobile.twitter.com/risklayer/st ... 7738207232

Höchste Sonntagsfall- und Todeszahlen sind sicherlich kein Erfolg. Hohen Fallzahlen folgen umso mehr Tote nach (da sind sie nun, nachdem es vorher öfters hieß, aber es gibt doch nicht viele Tote), Kliniken werden umso stärker ausgelastet. Hier bitten Kliniken Leute um Hilfe, die in der Gastronomie arbeiten und in Kurzarbeit sind. Katastrophenfall (der ausgerufen wurde) kann bedeuten, dass der Freistaat im Notfall auch diverse Anordnungen trifft. Gesundheitsämter kommen nicht mehr nach => umso mehr Fallzahlen. Die Gesundheitsämter sollen/müssen nun Amtshilfe anfordern, wenn die Verfolgung eng wird. Da frage ich mich schon, warum jetzt Treffen mit 5 Personen immer noch zu wenig sein sollen. Das ist KEINE Isolation, zumindest keine die durch die Maßnahmen an sich bedingt sind. Um (virusbedingte!) Ansteckungsrisiken zu senken, sind wiederum niedrige Fallzahlen hilfreich. Es suizdiert sich nicht jeder, der mal auf ein Freundestreffen verzichtet. Im Moment sterben die Leute, weil sie sich mit einem Virus anstecken. In meiner Welt leben zudem nicht nur Menschen, die die Maßnahmen beachten.
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Nico
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Beitrag Mo., 07.12.2020, 04:45

kaja hat geschrieben: So., 06.12.2020, 21:31 Ich liebe meine Familie und meine Freunde.

Der Gedanke das sie sterben, schwer krank werden oder Folgeschäden davon tragen könnten und das nur weil ich mein Wohl über das ihre gestellt habe, ist für mich unerträglich. Ich schütze wen ich liebe, auch wenn es für mich Einschränkungen bedeutet und es mir nicht immer leicht fällt.

So hat eben jeder seine eigenen Prioritäten.
In der Theorie, in der Praxis fährst du zu Weihnachten zu ihnen, oder?
Nicht das schwarze Schaf ist anders, sondern die weißen Schafe sind alle gleich ;)

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Joa
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Beitrag Mo., 07.12.2020, 05:14

Was den Arbeitsplatz angeht, da sehe ich eigentlich jeden Arbeitgeber in der Pflicht, nochmal explizit mit den Mitarbeitern zu kommunizieren. In meiner alten Firma gab es eine Rundmail, wie man sich konkret in welchem Fall zu verhalten hat. Fand ich gut, so sind keine Fragen über soll ich nun... /soll ich nicht.... übrig geblieben.

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Nico
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Beitrag Mo., 07.12.2020, 05:23

Die Realität als Arbeitgeber:
Überall wo es ginge Homeoffice angeboten - von allen abgelehnt worden.
Am gesamten Betriebsgelände Maskenpflicht angeordnet - Kopfschütteln geerntet.
Usw. Usw. Usw.
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Joa
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Beitrag Mo., 07.12.2020, 05:45

Nico hat geschrieben: Mo., 07.12.2020, 05:23 Die Realität als Arbeitgeber:
Überall wo es ginge Homeoffice angeboten - von allen abgelehnt worden.
Am gesamten Betriebsgelände Maskenpflicht angeordnet - Kopfschütteln geerntet.
Usw. Usw. Usw.

Gibt es bestimmt auch, ja. Kenn ich so nicht.


Lena
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Beitrag Mo., 07.12.2020, 07:51

Mein Arbeitgeber hat das eigentlich ganz gut gelöst - es gibt die Ansage, dass jeder, dessen Anwesenheit nicht zwingend erforderlich ist, im Homeoffice bleiben soll. Wer doch ins Büro muss (oder unbedingt möchte), für den gilt Maskenpflicht, Abstand, Einzelbüro. Termine / Besprechungen nur über Videokonferenz. Da wir alle auch vom Arbeitgeber mit FFP2-Masken ausgestattet sind, ist da ganz gut vorgesorgt und es machen auch (fast) alle mit. Außerdem gibt es in regelmäßigen Abständen Rundmails mit der aktuellen Situation und den veränderten Regeln. Auch wenn sicher nicht alle hinter diesen Regeln stehen, es halten sich eigentlich alle daran, das gibt - was den Job angeht - ein sicheres Gefühl.

Was ich zu den Kontakteinschränkungen noch sagen möchte: ich vermisse die echten Kontakte phasenweise auch extrem und habe manchmal große Sehnsucht nach einer Umarmung, einem realen Kaffeetrinken, usw.. Und ich sehe auch kein Problem in einem Spaziergang draußen an der Luft mit einer Freundin.
Warum ich die Kontakte trotzdem extrem einschränke und weitestgehend alleine bin, hat als Grund das Gefühl, dass ich damit (hoffentlich) meinen Teil dazu beitrage, dass das Virus "schneller" verschwindet. (Vielleicht ist das utopisch, kann sein.) Es ist das Gefühl, dass ich aktiv etwas dafür tue, dass die Normalität (was auch immer das am Ende dann ist) schneller zurückkehrt, wenn ich mich jetzt einschränke. Und ich finde halt, dass wir den großen Luxus heutzutage haben, dass es FaceTime & Co. gibt.

Es stand in diesem Jahr aus verschiedenen Gründen zur Diskussion, Weihnachten mit Familie zu verbringen. Wir haben uns alle dagegen entschieden - wegen Corona, weil unser Vater Hochrisikopatient ist und wir alle mit dem Zug anreisen müssten. Das war / ist in diesem Fall alles andere als eine leichte Entscheidung. Aber keiner von uns kann vorher in Quarantäne gehen bzw. die Zugfahrt würde es hinfällig machen. Also werde ich dieses Jahr auch an Weihnachten alleine sein. Aber dem gegenüber steht für mich ein Risiko, das ich nicht eingehen möchte und meine Schwestern auch nicht.

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stern
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Beitrag Mo., 07.12.2020, 09:10

Rekord-Inzidenz nach Lockdown light :lol: Da hätte man besser gleich wirksame Maßnahmen erlassen. Tja. Plus: So viele Corona-Todesfälle, wie an keinem Sonntag zuvor.


Quelle: https://mobile.twitter.com/OlafGerseman ... 0630927360


Auch hier wieder Leute, die sich ohne Partys garantiert suizidiert hätten oder unzumutbar an Isolation gelitten hätten, weil das Ausreizen der existenten Kontaktmöglichkeiten nicht gelangt hätte:


"Trotz hoher Infektionszahlen und Lockdown
Karaokebars, Glühweinstände, Hotels: Hier feiert das Land in der Corona-Krise weiter"


https://m.focus.de/gesundheit/news/trot ... 43190.html


Richtig, im Vergleich zu z.B. Ö, Frankreich, Italien oder Spanien geht es in D relativ mild zu, was die Maßnahmen angeht. Aber was noch nicht ist, kann ja noch werden. :coffee:
Zuletzt geändert von stern am Mo., 07.12.2020, 09:19, insgesamt 2-mal geändert.
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miriam71
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Beitrag Mo., 07.12.2020, 09:11

stern hat geschrieben: Mo., 07.12.2020, 00:31 Morgen in etwa zu erwarten:
Quelle: https://mobile.twitter.com/risklayer/status/1335692497738207232
Höchste Sonntagsfall- und Todeszahlen sind sicherlich kein Erfolg. Hohen Fallzahlen folgen umso mehr Tote nach (da sind sie nun, nachdem es vorher öfters hieß, aber es gibt doch nicht viele Tote), Kliniken werden umso stärker ausgelastet.
Ich finde diese Grafik erschütternd. Man kann nur hoffen, dass in Kürze der Impfstoff eintrifft und dass dieser Impfstoff auch wirklich hilft. Wenn sich jeder an die bekannten Regeln hält, sollten wir das Virus doch auch bald einmal in den Griff bekommen!

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stern
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Beitrag Mo., 07.12.2020, 10:14

Zu Suiziden und Häuslicher Gewalt:

Leider Paywall:
Corona-Check : Steigt in der Pandemie die Zahl der Suizide?

Das wird vielfach behauptet, Belege dafür fehlen jedoch. D
er Stand der Fakten zu diesem heiklen Thema.

30.11.2020 - 15:47, Anne Brüning
https://www.berliner-zeitung.de/gesundh ... 3?pid=true


Vielleicht sogar weniger Suizide, wer weiß: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... eit-Corona


Häusliche Gewalt:
Bayern Corona: Kein messbarer Anstieg von häuslicher Gewalt
dpa, 24.11.2020 - 09:09 Uhr
https://www.kurier.de/inhalt.bayern-cor ... c5c62.html

... wo es in Bayern ja so streng zugeht. Vielleicht macht Bayern ja einiges richtig. :dunno: Hier hat Söder z.B. (bereits vor Corona) gefördert, dass für psychische Krisen niedrigschwellige Hilfsangebote aufgebaut werden.

Aber den Unterschied zwischen einer psychischen Erkrankung und eine Infektionskrankheit, die sich gerade pandemisch ausbreitet muss hoffentlich nicht erläutert werden.

Gelingt die Eindämmung nicht, zieht sich die Belastung, die es für manche ist, halt noch länger. Und es ist definitiv nicht jeder außerstande etwas beitragen zu können.
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Scars
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Beitrag Mo., 07.12.2020, 11:54

Weil häusliche Gewalt natürlich auch so offen gelegt und gut erfasst wird.

Ich finde das mit den Kontakten nicht so einfach. „Meine“ Risikogruppen möchten sich lieber treffen als nicht treffen, was ich auch verstehen kann. Oma mit Mitte 80 stirbt vllt eh bald, kranke Mutter ebenso. So kommt es, dass ich eher diese Menschen zu Weihnachten sehe und an „ungefährlichen“ Kontakten spare und tatsächlich finde ich das auch nicht unverantwortlich, weil es sie und mich erheblich bedrücken würde (auch wenn Corona eine gute Ausrede wäre den familiären Konflikten aus dem Weg zu gehen), wenn dem nicht so wäre. Gleichzeitig ist natürlich schon die Sorge da und auch die Sorge um die Menschen, die dann im Gesundheitssystem überlastet werden. Es ist schwierig.
Remember to leave pawprints on hearts.


kaja
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Beitrag Mo., 07.12.2020, 12:20

@ Nico

Theorie und Praxis widersprechen sich nicht.
Tut mir leid für dich.
After all this time ? Always.

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Nico
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Beitrag Mo., 07.12.2020, 12:30

Klar, es glauben ja alle, dass sie ihre Verwandten super Safe besuchen.
Ganz so wie du ;)
Unverantwortlich sind nur die Anderen und die sollen gefälligst daheim bleiben :lol:
Nicht das schwarze Schaf ist anders, sondern die weißen Schafe sind alle gleich ;)


kaja
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Beitrag Mo., 07.12.2020, 12:37

Mein Arbeitgeber hat es sehr gut gelöst.

Die Anzahl der Leute vor Ort ist pro Tag beschränkt. Wir haben 1-2 Anwesenheitstage pro Woche und das an immer festen Tagen, damit sich zwei Gruppen bilden die sich nie überschneiden. Es gibt ein Lüftungskonzept, Maskenpflicht wenn man sein Büro verlässt, es darf immer nur eine Person pro Zimmer sein, Desinfektionsmittel am Platz, in den Fluren und entsprechende Desinfektionstücher für z.B. die Drucker.

Für den Ablauf bei einem Corona Fall oder Verdacht, gibt es spezielle Pläne denen man Punkt für Punkt folgt, das Büro der Person wird versiegelt bis das Desinfektionsteam den Raum komplett gereinigt hat (Wenn jemand positiv getestet wurde).

Die Kollegen halten sich in der Regel dran und es ist mittlerweile ein Automatismus.

Homeoffice findet nur eine einzige Kollegin doof, der Rest findet man könne das auch nach Corona in der Frequenz beibehalten. Wir hatten schon vor Corona 1 Tag Homeoffice pro Woche.

Es spart einfach jede Menge Fahrtzeit und man kann flexibler sein.
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