Corona - Der Thread zum Virus 5

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mio
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Beitrag Di., 08.12.2020, 00:00

Scars hat geschrieben: Mo., 07.12.2020, 22:12 Das destabilisiert sicherlich einige Familiensysteme.
Die waren dann aber schon vorher instabil und man kann die momentane Situation auch als die nötige "Krise" sehen um was zu verändern. Am Anfang war es tragisch dass in diesen sich im Grunde nur noch deutlicher als vorher schon herauskristallisierenden Konstellationen weniger Hilfe stattfinden konnte als normalerweise, mittlerweile sind wir aber ein paar Monate später dran und es ist auch einiges angeschoben worden diesbezüglich. NUR: Es gibt genug Opfer von häuslicher Gewalt die dort trotz Hilfsangeboten verharren. Leider. Auch in nicht Pandemiezeiten.

Es ist einfach ein bisschen zu "platt" wenn immer wieder mit eigenen Interessen argumentiert wird um das allgemeine Interesse "unwichtiger" erscheinen zu lassen. Und da meine ich jegliche Interessengruppen die mit IHREM Interesse argumentieren.

Am Ende geht es hier wirklich einfach um alle weil alles über die eigenen Interessen hinaus hier einfach zusammenhängt.

Ein kollabierendes Gesundheitssystem betrifft ALLE. Die fast tot geprügelte Frau genauso wie den verunfallten Gastronom oder den Künstler mit Herzinfarkt.

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saffiatou
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Beitrag Di., 08.12.2020, 00:09

Ein paar interessant Gedanken über den Verzicht in diesen Zeiten

https://www.spiegel.de/psychologie/coro ... CQgO1dEMph
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Scars
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Beitrag Di., 08.12.2020, 01:02

Wie kommt ihr denn darauf, dass ich gegen einen lockdown oder Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie bin? Weil ich der Meinung bin, dass die Statistik zur häuslichen Gewalt nur abbilden kann, was man ihr füttert und bekanntermaßen viel weniger Fälle registriert werden als auftreten? Und man deswegen nicht sicher sagen kann, dass es kein Problem mit einem Anstieg häuslicher Gewalt gebe?
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stern
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Beitrag Di., 08.12.2020, 01:35

Dunkelziffern haben es an sich, unbekannt zu sein... Wenn man sagt registrierte Fälle häuslicher Gewalt nahmen nicht zu, ist der Bezug (auf erfasste Fälle) genauso klar wie die Aussage zutreffend ist. Denn ich fände es in der Tat unseriös, einfach eine Zunahme zu behaupten, die nicht belegbar ist... und die man dann (damit es passt) als zusätzliche Dunkelziffer ausgibt. :-> Ich werde es verfolgen... Vorstellungen überzeugen mich nicht oder allgemeine Hinweise auf eine Dunkelziffer.

Mir geht es u.a. um die Kausalität, also ob es wegen der Coronakrise tatsächlich zu einer Zunahme (in Bayern) häuslicher Gewalt kam - wie ja häufiger behauptet wird. Zumal ja einiges entschärft wurde, um sozialen Härten zu begegnen. Folgendes trifft es recht gut.

https://www.nomos-elibrary.de/10.5771/0 ... 020-heft-3

Wenn alle unter einem Dach wohnen, findet sich doch immer eine Gelegenheit zuzuschlagen, würde ich sagen... was kausal wenig mit den Maßnahmen oder der Krise an sich zu tun hat. Sondern dann gab es wohl schon vorher Probleme und womöglich nicht das erste mal Gewalt. Bei meinen Ausführungen bezog ich mich jeweils auf Bayern.

Kurzum: Eine Pandemie ist nicht mit häuslicher Gewalt vergleichbar. Weder dem Wesen nach, noch was erforderliche Maßnahmen zur Bekämpfung angeht.
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stern
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Beitrag Di., 08.12.2020, 02:10

So äußert sich das Jugendamt Nürnberg... wo häusliche Gewalt nicht nur als Statistik sichtbar ist:

https://www.br.de/nachrichten/bayern/ju ... wn,SBTl04D
"Es gab, während dieser harten Phase des Lockdowns keine signifikante und irgendwie coronabedingte Zunahme von häuslicher Gewalt gegen Kinder und gegen Partner und Partnerinnen."
Frank Schmidt, stellvertretender Leiter des Jugendamts Nürnberg
Er äußerte aber die Vermutung, dass in der Zeit, in der die Schulen und Kindergärten geschlossen waren, "viele Eltern auch in Kurzarbeit waren, einfach so ein Stück Alltagsstress weggefallen ist". Möglicherweise habe das diese Situation ein bisschen kompensiert. Auch andere Jugendämter in Bayern haben nach Schmidts Aussage diese Beobachtung gemacht.
Die Jugendämter in Bayern hätten auch während der Zeit der Ausgangsbeschränkungen weiterhin die Problemfamilien betreut und daher einen guten Einblick in die familiären Situationen, so Schmidt
Vielleicht war ja die Betreuung besser... bzw. vllt. funktionierte die Inanspruchnahme niedrigschwellige Angebote, so dass einiges abgefedert werden konnte... wer weiß.

Einfach eine Zunahme anzunehmen und diese als Dunkelfeld auszugeben, ist mir jedenfalls zu einfach.
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Scars
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Beitrag Di., 08.12.2020, 10:06

stern hat geschrieben: Di., 08.12.2020, 02:10 Einfach eine Zunahme anzunehmen und diese als Dunkelfeld auszugeben, ist mir jedenfalls zu einfach.
Ich gehe nicht automatisch von einer Zunahme aus. Es gibt unterschiedliche Stimmen dazu. Wäre ja schön, wenn dem nicht so wäre! Mir ist es zu einfach aus den registrierten Fällen zu schließen, dass alles soweit in Ordnung sei, weil das möglicherweise viele Taten unterschlägt.

Fazit: die registrierten Fälle von häuslicher Gewalt haben nicht zugenommen, es gibt aber leider ein vermutlich großes Dunkelfeld.

https://weisser-ring.de/system/files/do ... ktenwr.pdf
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stern
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Beitrag Di., 08.12.2020, 11:32

Mir ging es nicht/weniger um das Dunkelfeld (schon vor Corona wurden nicht alle Fälle erfasst). Das ist dein Thema.

Mir ging es darum, ob es bedingt durch die Coronakrise (Kausalität) zu einer Zunahme von häuslicher Gewalt in Bayern kam. Das ist eine andere Fragestellung. Fakt ist: Die oben genannten Jugendämter konnten das selbst für Problemfamilien während des strikten Lockdowns nicht nicht feststellen. Und auch in der Statistik schlug sich das bislang nicht nieder.

Daher ist es mir zu einfach, wenn man sagt: Doch, vermutlich gibt es eine Zunahme (Spekulation... ich werde es verfolgen)... die Fälle landeten alle im vermutlich großen Dunkelfeld. Man sieht die Fälle zwar nie (alles Dunkelfeld), aber vermutlich sind es enorm viele. Kann sein, kann aber auch ganz anders sein:

Es gibt eben auch Aspekte, weswegen es so gewesen sein könnte, dass es in Bayern bedingt durch Corona tatsächlich zu keiner (deutlichen) Zunahme häuslicher Gewalt kam. Zumal ja häusliche Gewalt eh oft nicht nur eine Ursache hat. Aber wie gesagt: Ich bleibe dran. Vielleicht lässt sich das ja noch etwas erhellen.

Wenn's tatsächlich soooo viel mit der Coronakrise zu tun haben soll, dann wäre erst recht ein Grund, die Pandemie strikt zu bekämpfen: Krise weg - Dunkelfeld wird wieder kleiner. Aber ich glaube halt, so einfach ist das nicht.

In Bayern hatte man die Problematik auf dem Schirm. Vllt. war das nicht überall gleichermaßen der Fall? Dass man trotz Lockdown viel tun kann, erwähnte ich deswegen, weil man ja manches auch im Hinblick auf die soziale Situation entschärfte. Vielleicht hatte das auch einen positiven Effekt... oder solche Unterstützungsangebote. Wäre das so abwegig?
Zur Unterstützung der Träger der Frauenhäuser und der Fachberatungsstellen/Notrufe erhalten diese vom StMAS einen pauschalen Betrag zur Finanzierung von Mehraufwendungen (Personal- und Beratungskosten) infolge der Corona-Krise.
https://www.stmas.bayern.de/coronavirus ... system.php

Nur exemplarisch... aber vllt. hatten solche und ähnliche Maßnahmen ja einen gewünschten Effekt?! Wenn nein, sorry, dann wäre es nutzlos angelegtes Geld und die Berücksichtigung sozialer Belange unnütz, wenn das eh nichts gebracht haben soll.

Es gab auch Befragungen (durch eine Uni, meine ich), aber wegen fehlender Untersuchungen kann kein Vergleich zu den Vorjahren und ohne pandemiebedingte Ausgangsbeschränkungen gezogen werden. Sprich: Die Veränderung aufgrund von Corona (und die es mir geht) ist auch hier nicht darstellbar.
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Nico
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Beitrag Di., 08.12.2020, 11:50

Umfrage zu Fest mit Corona. Viele wollen Regeln an Weihnachten brechen.
https://www.n-tv.de/panorama/Viele-woll ... 21311.html

:lol: :lol: :lol:
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Beitrag Di., 08.12.2020, 11:57

Tja, die Dunkelziffer derer, die auf Maßnahmen pfeifen, wäre auch mal interessant. :roll:

Aber ich gehe mittlerweile eh davon aus, das noch ein Lockdown kommt. Ist nur eine Frage der Zeit.

Das ist die andere Seite: Waren es die Kommentare unter dem Artikel, den Lena verlinkte? Es gibt auch einige, die sich einen Lockdown wünschen bzw. die Möglichkeiten nicht ausschöpfen wollen.
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stern
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Beitrag Di., 08.12.2020, 12:33

Kretschmann liebäugelt mit einem harten Lockdown... die Leopoldina (und nicht nur die) empfiehlt ihn... in Sachsen lt. Kretschmer wahrscheinlich schon nächste Woche... usw.

Ich denke, es wäre vermeidbar gewesen (Spekulation). Aber so ist es halt.
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saffiatou
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Beitrag Di., 08.12.2020, 13:43

Wisst Ihr ich habe es so satt, diese ganzen Klagen wegen des Lockdown zu hören, ich beschränke mich jetzt seit März extrem, weil ich das als meine Verantwortung betrachte, aber wenn ich dann lese, ich will aber feiern, ich will aber möglichst viele treffen.... wie stellen sich diese Leute das vor, wir alle die vernünftig sind, beschränken uns dann eben noch etwas länger?
Sadako hat geschrieben: So., 06.12.2020, 21:26 aber ich brauche es schon Menschen zu treffen. Da ist mir dann auch das Thema Risikogruppe letztlich egal.
die Hutschnur geht mir bei solchen Sätzen hoch! super wenn es Dir egal ist, wie schön. Nimmst Du dann auch das Virus wenn ich es bekomme, weil ich Menschen wie Dir begegne?

Bitte nicht falsch verstehen, ich verstehe, wenn ein Besuch bei einem Familienmitglied gemacht wird und viele achten ja auch auf jede mögliche Sicherheit (Kaja, das finde ich super wie Du Deine Reise organisierst), aber eben lange nicht genug, wie wir an den Zahlen erkennen müssen und ICH habe es echt satt, wenn das noch länger geht, aber nicht weil ich mich einschränken muss, sondern weil andere das eben nicht machen.

Wenn ich in Zeitungen lese, wie da die Parties abgehen und die Menschen sich beschweren, wenn sie so lange alleine sein müssen, denkt da jemand an den Händler nebenan, der seinen Betrieb aufgeben muss, weil sie da so egoistisch handeln, oder der Gastwirt, der ein tolles Hygienekonzept erarbeitet und viel Geld in die Umsetzung gesteckt hat und die Besucher interessiert das nicht? und er darf schließen.... Jeden Morgen höre ich im Radio neue Höchstzahlen.... ich bin echt sauer!
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Nico
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Beitrag Di., 08.12.2020, 14:04

Coronavirus-Liveticker. +++ 13:50 Sachsen geht ab Montag in harten Lockdown +++.
https://www.n-tv.de/panorama/13-50-Sach ... 26512.html
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Beitrag Di., 08.12.2020, 14:25

Und Rest-D wahrscheinlich auch bald... hat ja nichts gebracht, siehe den graphischen Vergleich mit Irland (evtl. nach unten scrollen).


Quelle: https://mobile.twitter.com/Leopoldina/s ... 6906654720
Zuletzt geändert von stern am Di., 08.12.2020, 14:36, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag Di., 08.12.2020, 14:34

Sadako hat geschrieben:
aber ich brauche es schon Menschen zu treffen. Da ist mir dann auch das Thema Risikogruppe letztlich egal.
die Hutschnur geht mir bei solchen Sätzen hoch! super wenn es Dir egal ist, wie schön. Nimmst Du dann auch das Virus wenn ich es bekomme, weil ich Menschen wie Dir begegne?
Saffiatou, ich geb dir im Prinzip vollkommen recht.
Ich weiß, Sadako kann für sich selbst sprechen, trotzdem:
Ich hab sie so verstanden, dass es ihr in Bezug auf sich selbst egal ist (weil sie ja zur Hochrisiko-Gruppe gehört) und nicht, dass ihr andere Menschen egal sind.
...nicht gegen den Fehler, sondern für das Fehlende..

Respektlosigkeit ist der Schrei nach Aufmerksamkeit eines unsicheren Geistes.

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stern
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Beitrag Di., 08.12.2020, 15:20

Die Regierungserklärung habe ich zwar nicht gehört, aber...
BR24Live: Söder für Schließung der Geschäfte ab Weihnachten

Bayerns Ministerpräsident Söder plädiert für eine Schließung der Geschäfte ab Weihnachten. Wenn es die Ministerpräsidentenkonferenz beschließt, sollen demnach in Bayern die Geschäfte von 24. Dezember bis 10. Januar geschlossen werden.
https://www.br.de/nachrichten/bayern/co ... en,SIa1n3r
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