Gruppentherapie - hat schlecht angefangen

Haben Sie bereits Erfahrungen mit Psychotherapie (von der es ja eine Vielzahl von Methoden gibt) gesammelt? Dieses Forum dient zum Austausch über die diversen Psychotherapieformen sowie Ihre Erfahrungen und Erlebnisse in der Therapie.
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Montana
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Beitrag Di., 07.07.2020, 08:16

Ja, EBEN. Das Sandschmeißen bleiben zu lassen ist Schritt 1 bei der Konfliktlösung. Weil man dann erst damit anfangen kann.

Die TE sagte weder "dezent" noch "einfühlsam", sondern "subtil". Das ist ein Unterschied. Sehr viele Menschen bemerken solch eine Einwirkung nicht, weil sie dafür zu stumpf sind.

Und verbale Aggression ist für die meisten Menschen extrem leicht zu erkennen. Das darf man der TE nun wirklich zutrauen. Da in den Raum zu stellen, sie könnte etwas fehlinterpretiert haben, ist unnötig und in diesem Thread sicher nicht zielführend. Ihr Problem wird sicher nicht sein, dass sie jedes normal geäußerte Wort als aggressiv wahrnimmt und deshalb Probleme im Alltag hat. Im Übrigen hat sie beschrieben, was in der Gruppe abgeht.

Und wenn die Anfangs- und Schlussrunde so definiert sind, dass JEDER Teilnehmer Gelegenheit hat, sich zu äußern, dann ist es nicht ok, wenn andere Teilnehmer sofort ihren persönlichen Konflikt austragen mit Ankeifen und allem drum und dran. Das gehört GENERELL in diese Runden nicht hinein. Auch da gibt es für normal denkende Menschen nichts zu interpretieren.

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münchnerkindl
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Beitrag Di., 07.07.2020, 11:29

mio hat geschrieben: Mo., 06.07.2020, 22:44
Was ein Mensch als "verbale Gewalt" erlebt ist aber ja sehr dehnbar. Für den einen ist es bereits verbale Gewalt wenn jemand eine kurze Bemerkung macht solange er spricht oder seine Meinung nicht teilt oder etwas nicht versteht und das laut ausspricht, am anderen prallen selbst wüste Beschimpfungen ab.


Verbale Gewalt fängt auf jeden Fall schon vor Kraftausdrücken an. Es ist zB verbale Gewalt, wenn jemand einem anderen Sprecher wiederholt ins Wort fällt und dieser Person unmöglich macht sich unbehelligt zu äussern.

Und "ankeifen" ist definitv verbale Gewalt.


mio
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Beitrag Di., 07.07.2020, 11:36

Montana hat geschrieben: Di., 07.07.2020, 08:16 Ihr Problem wird sicher nicht sein, dass sie jedes normal geäußerte Wort als aggressiv wahrnimmt und deshalb Probleme im Alltag hat.
Ein "unfreundlicher" oder "aggressiver" Tonfall ist aber kein Verbrechen und wird einem im Alltag immer wieder mal begegnen, dh. man muss lernen damit zu leben dass das Leben nicht der berühmte Ponyhof ist.

Wenn jemand ein Problem mit "unfreundlichen" Menschen hat dann hat er ein Problem mit Menschen die sich nicht so verhalten wie ER sich das vorstellt, meint: Er hat ein Kontrollproblem. Dahinter steht häufig eine narzisstische Beeinträchtigung im Sinne eines Glaubens/einer Überzeugung die Welt hätte gefälligst so zu funktionieren wie man selbst sich das wünscht, tut sie das nicht dann ist sie "feindlich" im Rahmen des eigenen individuellen Wertesystems.

Dass die Welt das DARF fehlt da dann noch als Entwicklungsschritt und deshalb kommt es zu einer narzisstischen Kränkung.

So, wie mir mein Cousin seinen Bagger vorenthalten darf dürfen mir andere Menschen ihre "Freundlichkeit" vorenthalten. Niemand muss sich so verhalten wie ich es mir wünsche, außer es ist gesetzlich so festgelegt.

Da gilt es dann die eigene (vermeintliche) Ohnmacht bezüglich des ANDEREN zu akzeptieren und diesem SEINEN RAUM ebenso zuzugestehen wie man sich selbst Raum nehmen darf. Wohlgemerkt NEHMEN, das impliziert nicht das Recht darauf dass man ihn von anderen GEGEBEN BEKOMMEN MUSS weil man ihn sich nicht selbst nehmen kann oder will.

Ich werde immer dann hellhörig wenn sich andere ändern sollen damit man selbst sich wohlfühlen kann und wenn stark in die Richtung insistiert wird, einfach weil das ein Zeichen dafür ist dass eine Verantwortungsverschiebung stattfindet: Weg von einem selbst hin zum anderen. Nicht man selbst hat ein Problem oder ist das Problem sondern der andere. Aber anstatt den einfach stehen zu lassen mit SEINEM Problem (das für den ja gar keins sein muss) und sich selbst neu/anders zu orientieren wird versucht denjenigen zu ändern und das wiederum finde ich extrem übergriffig.

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chrysokoll
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Beitrag Di., 07.07.2020, 11:48

danke mio, genau so sehe ich das auch.

Zumal ja deutlich thematisiert wurde, dass diese Probleme auch im Alltag bestehen und alle Gruppenmitglieder Probleme haben, nur der TE nicht und sich bitteschön alle anderen anders verhalten sollen.
Das ist schon ein deutllicher Hinweis.

Wobei ich ganz klar sage: Ja, es kann die falsche Gruppe sein, die falsche Therapieform

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mio
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Beitrag Di., 07.07.2020, 11:53

chrysokoll hat geschrieben: Di., 07.07.2020, 11:48 Wobei ich ganz klar sage: Ja, es kann die falsche Gruppe sein, die falsche Therapieform
Ja, nur dann wäre die richtige Konsequenz sich eine passendere Gruppe/Therapieform zu suchen anstatt auf Änderung der unpassenden zu pochen.

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chrysokoll
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Beitrag Di., 07.07.2020, 11:55

mio hat geschrieben: Di., 07.07.2020, 11:53
Ja, nur dann wäre die richtige Konsequenz sich eine passendere Gruppe/Therapieform zu suchen anstatt auf Änderung der unpassenden zu pochen.
das ist sonnenklar!
Denn auch das ist eine wichtige Erkenntnis: Die anderen werden sich nicht ändern.
Die müssen das auch nicht.

Vielleicht kommt der TE nicht oder noch nicht mit Gruppen zurecht, das kann genauso sein.
Vielleicht ist das jetzt insgesamt zu hart, zu viel für ihn. Es ist letztlich egal, die anderen werden nicht so wie er das möchte oder bräuchte

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münchnerkindl
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Beitrag Di., 07.07.2020, 12:18

mio hat geschrieben: Di., 07.07.2020, 11:36
Wenn jemand ein Problem mit "unfreundlichen" Menschen hat dann hat er ein Problem mit Menschen die sich nicht so verhalten wie ER sich das vorstellt, meint: Er hat ein Kontrollproblem.


Kommt drauf an wo das ist. Wenn du zB an einem Arbeitsplatz den ganzen Tag mit unfreundlichen Kollegen zu tun hast dann wird dich das auf Dauer anstrengen und belasten. Das hat nichts mit einem Kontrollproblem zu tun.

Ich gehe ja in eine Gruppentherapie damit ich mich da mit meinen Problemen anderen Menschen öffnen kann und über intime Dinge aus meinem Leben reden kann. Wie soll das funktionieren, wenn man da dann unfreundliche und negativ bewertende Reaktionen darauf bekommt oder die anderen Teilnehmer einen nicht mal ausreden lassen?

Da geht es ja nicht um unfreundliche Menschen als Alltagsphänomen, so eine muffelige Kassiererin im Supermarkt. Klar kann man das einfach an sich abperlen lassen und fertig.

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chrysokoll
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Beitrag Di., 07.07.2020, 12:21

es bleibt dabei: Du kannst die anderen nicht ändern.
Nicht die Kollegen, nicht die Dame im Supermarkt und nunmal auch nicht die anderen in der Gruppentherapie oder den Therapeuten.
Es hilft nichts sich daran aufzureiben
Ich nehme an eine andere Gruppe, eine andere Therapieform oder Einzeltherapie ist derzeit besser für den TE

Mit "ich habe recht und alle anderen sind unmöglich und der Therapeut ist ein Trottel" kommt man nicht weiter

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Beitrag Di., 07.07.2020, 12:22

mio hat geschrieben: Di., 07.07.2020, 11:36t der berühmte Ponyhof ist.

Wenn jemand ein Problem mit "unfreundlichen" Menschen hat dann hat er ein Problem mit Menschen die sich nicht so verhalten wie ER sich das vorstellt, meint: Er hat ein Kontrollproblem. Dahinter steht häufig eine narzisstische Beeinträchtigung im Sinne eines Glaubens/einer Überzeugung die Welt hätte gefälligst so zu funktionieren wie man selbst sich das wünscht, tut sie das nicht dann ist sie "feindlich" im Rahmen des eigenen individuellen Wertesystems.


Die Vehemenz wie du hier übergriffiges Verhalten anderer Menschen verteidigst, da könnte man auf die Idee kommen, dass du selbst einer von den Übergriffigen bist und generell ein Problem damit hast, wenn verbal übergriffigen Menschen Schranken aufgezeigt werden.

Wenn du hier Leuten, die einfach nur in einer Therapiegruppe ausreden gelassen und nicht angekeift werden möchten hier Narzissmus unterstellst weil sie das für sich einfordern schlägt ja schon dem Fass den Boden aus.

Da wird dann das Opfer zum Täter gemacht. Typische Narzisstenstrategie übrigens, dem Opfer zu unterstellen, es wäre der Narzisst.

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Beitrag Di., 07.07.2020, 12:26

chrysokoll hat geschrieben: Di., 07.07.2020, 12:21 es bleibt dabei: Du kannst die anderen nicht ändern.

Natürlich nicht. Die dürfen das natürlich wenn sie wollen so tun. Aber dann darf ich mich auch gegen die Anwesenheit dieser Personen in meinem Leben entscheiden.

Man muss sich nicht jeden Müll anderer Leute reinziehen.


mio
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Beitrag Di., 07.07.2020, 12:29

chrysokoll hat geschrieben: Di., 07.07.2020, 11:55 Denn auch das ist eine wichtige Erkenntnis: Die anderen werden sich nicht ändern.
Die müssen das auch nicht.
Ich würde es so sagen:

Ob sie sich - ihr Verhalten - ändern werden liegt nicht allein in meiner Hand. Was sie aber höchstwahrscheinlich nicht tun werden ist, dass sie sich ändern werden weil ich das von ihnen gewaltsam FORDERE. Und da bin ich wieder bei dem Beispiel mit dem Bagger: Mein Cousin sah gar nicht ein warum er mir SEINEN Bagger geben soll nur weil ICH das will und ihn gewaltsam versuche dazu zu bringen (indem ich ihm den wegnehme und ihm Sand ins Gesicht schmeiße wenn er mir den nicht geben will), als ich hingegen begriffen hatte dass das SO nix werden kann hatten wir eine andere Ausgangsbasis und er war deutlich kooperativer.

Meint auf die konkrete Situation bezogen dass es wenig Sinn macht wenn man sich hinstellt und sagt: Euch will ich eigentlich so nicht, ihr seid mir allesamt zu anstrengend. Was ich will ist mich bei "jemandem" (Euch) auskotzen ohne dass ich "Gegenwind" bekomme. Ich meine mal ganz ehrlich: Wer würde da denn kooperieren?

Nun muss man nichts und niemanden mögen, aber man sollte dann vielleicht auch nicht erwarten dass es dadurch irgendwie "besser" wird in Sachen Miteinander. Was ich nicht selbst entgegenbringe kann ich schwerlich vom Anderen erwarten. So blöd ist kaum jemand.

Außerhalb von persönlichen Beziehungen mögen zB. Sätze wie "Vielen Dank für Deine Meinung." (gekoppelt an "mit der eigenen Meinung fortfahren ohne auf den anderen einzugehen) gut und konstruktiv funktionieren, innerhalb persönlicher Beziehungen ist das eher ein Killer. Wenn es in dieser Gruppe also um "Beziehungen" geht, dann ist DAS das destruktive Verhalten weil es eine Beziehung eigentlich verunmöglicht.

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Beitrag Di., 07.07.2020, 12:29

mio hat geschrieben: Di., 07.07.2020, 11:36 Ich werde immer dann hellhörig wenn sich andere ändern sollen damit man selbst sich wohlfühlen kann



Ich gehe jetzt erst mal Frauen angrapschen, die Nachbarschaft mit lauter Musik beschallen und dann klaue ich mit ein neues Handy. Ich hab da jetzt Lust drauf und warum sollte ich mich ändern wenn ich halt so bin, nur damit sich ein paar andere Leute wohlfühlen können.

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chrysokoll
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Beitrag Di., 07.07.2020, 12:31

münchnerkindl hat geschrieben: Di., 07.07.2020, 12:29
Ich gehe jetzt erst mal Frauen angrapschen, die Nachbarschaft mit lauter Musik beschallen und dann klaue ich mit ein neues Handy. Ich hab da jetzt Lust drauf und warum sollte ich mich ändern wenn ich halt so bin, nur damit sich ein paar andere Leute wohlfühlen können.
nicht alles was hinkt ist ein Vergleich.
Gegen die laute Musik in der Nachbarschaft kannst du sehr wohl vorgehen

Und Handy klauen ist halt schlicht eine Straftat, dagegen werden dann andere vorgehen.

Das zu vermischen bringt nichts. Leute die sich in der Gruppentherapie nicht so verhalten wie der TE das möchte begehen nun mal keine Straftat


mio
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Beitrag Di., 07.07.2020, 12:32

münchnerkindl hat geschrieben: Di., 07.07.2020, 12:22 Da wird dann das Opfer zum Täter gemacht. Typische Narzisstenstrategie übrigens, dem Opfer zu unterstellen, es wäre der Narzisst.
Schon mal was von "verdecktem Narzissmus" gehört?

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chrysokoll
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Beitrag Di., 07.07.2020, 12:33

münchnerkindl hat geschrieben: Di., 07.07.2020, 12:26
Natürlich nicht. Die dürfen das natürlich wenn sie wollen so tun. Aber dann darf ich mich auch gegen die Anwesenheit dieser Personen in meinem Leben entscheiden.

Man muss sich nicht jeden Müll anderer Leute reinziehen.
natürlich, nichts anderes schreiben wir hier.
Der TE kann sich jederzeit GEGEN die Gruppe entscheiden und sollte das auch tun.
Eben WEIL er die Leute nicht ändern kann.

Allerdings würde ich das was andere sagen in einer Therapie nun echt nicht als "Müll" bezeichnen

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