Schwierigkeiten in der Beziehung zu meinem Therapeuten

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Baerchen
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Beitrag Mo., 14.11.2016, 21:07

@ziegenkind: ich weiß nicht genau, wie bzw. wann man genau etwas als ein trauma bezeichnet.

aber ich vermute es in meinem fall, weil jedemenge albtraeume darauf hinweisen.

und ich auch denke, dass ich andauernd ein wiedererleben habe.

zudem hatte ich mal -nachdem erzaehlen eines albtraumes- einen zusammenhang zur realitaet erstellt.

allerdings fuehlte sich das erinnern an das real erlebte auch wieder der sehr traum-haft an, daher kann ich nicht mit sicherheit feststellen, was nun stimmt. es verschwimmt alles sehr miteinander.

nach meinem empfinden gibt es zumindest etliche augenblicke in meinem leben, die fuer mich alles andere als einfach waren. und fuer mich sicherlich teils auch traumatisierend.

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candle.
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Beitrag Mo., 14.11.2016, 21:15

Baerchen hat geschrieben: beispielsweise ich bin beim einkaufen und beruehre etwas, was ekel verursacht, dann fuehlt es sich an, als wuerde es an mir haften.
Kannst du das mal erklären was du genau meinst? Was berührst du und was macht den Ekel?

candle
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Baerchen
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Beitrag Mo., 14.11.2016, 21:33

candle: zuerst stelle ich bei deiner frage mal fest, dass ich merke, dass es etwas ist, was mir zu nahe geht. die fragstellung selbst, weil ich dann genau beschreiben muesste.

aber ich kann mir an der stelle auch bewusst machen, dass es genau darum geht. an der stelle mal genauer hinzuschauen, was ich auch in der therapie mache, schrittchenweise.

taste mich da nach und nach heran. sicherlich mit sehr kleinen schritten, aber besser als nichts.

ich werde da mal die tage genauer drueber nachdenken. und vielleicht kann ich ja zumindest ansatzweise versuchen zu beschreiben, was ich da empfinde. bzw. wenn ich denke, dass ich nicht darueber schreiben kann, dann nehme ich es als thema fuer die therapie.

aber evtl. kann ich auch einen kleinen teil umschreiben. das mache ich auch in den sitzungen, das ist dann wie ein herantasten.


ziegenkind
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Beitrag Mo., 14.11.2016, 21:45

ich glaube, du hilfst dir mit den vielen vagheiten nicht weiter. benennen hilft - bei mir zumindest - wirklich. was wird wiederbelebt?
Die Grenzen meines Körpers sind die Grenzen meines Ichs. Auf der Haut darf ich, wenn ich Vertrauen haben soll, nur zu spüren bekommen, was ich spüren will. Mit dem ersten Schlag bricht dieses Weltvertrauen zusammen.

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candle.
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Beitrag Mo., 14.11.2016, 22:12

Ich hätte jetzt nicht gedacht, dass Lebensmittel generell solch eine Wirkung auf dich haben. Mir ging es auch gar nicht um die Gefühle, sondern was du anfaßt. Es ist ja möglich dort wo Ekel entsteht das eben nicht anzupacken.
Ich habe eben keine Vorstellung davon was du meinst.

candle
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stern
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Beitrag Mo., 14.11.2016, 22:33

Symptome bzw. Träume sind kein verlässliche Indikator für das, was real war. Ich würde mehr beim Konkreten bleiben als irgendwelche vagen Rückschlüsse ziehen zu wollen.
Liebe Grüße
stern 🌈💫
»Die Dummheit hat aufgehört sich zu schämen«
(Heidi Kastner)


isabe
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Beitrag Di., 15.11.2016, 07:57

Die Suche nach dem Trauma kann man sich sparen, weil das den Fokus verschiebt vom "Fühlen und Erleben" hin zum "Abliefern" und weil es - mal wieder - die Eindimensionalität verdeutlicht: Für viele (auch schwer kranke) Menschen gibt es nicht DAS Horrortrauma, das es zu finden gilt; viel wichtiger wäre es, sich selbst verstehen zu können und zu verstehen, wie man zu dem wurde, was man ist, ohne dass ein Horrortäter mit der Axt um sich geworfen hätte. Solche Kindheiten gibt es auch; die sind aber - auch unter Therapiepatienten - nicht die Regel.

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StatueOfFreedom
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Beitrag Di., 15.11.2016, 08:27

In diesem Fall erscheint mir der Spruch sehr passend: "An dem Tag, an dem du die Verantwortung für dich selbst übernimmst, beginnt deine Freiheit". Anstatt in Mitleid zu versinken und dich immer wieder an Dritte zu wenden, bei denen du deinen Ballast abladen willst und entsprechend Hilfe erwartest, solltest du dir immer im Klaren darüber sein, dass nur du selbst die Verantwortung für dich und dein Leben hast.Dein Therapeut kann dich dabei unterstützen, die Kompetenzen dazu zu entdecken, aber den Weg gehen musst du dann schon selbst! Das wird dir niemand abnehmen. Daher überlege dir nochmal, ob du wirklich 3 Stunden die Woche brauchst, oder ob das nicht nur kurzzeitig für dich bedeutet, dass du in deiner Komfortzone bleibst. Meiner Meinung nach wäre es besser, dich über einen längeren Zeitraum begleiten zu lassen, in dem du aber auch ernsthaft an dir arbeitest und auch daran arbeitest, für dich Verantwortung zu übernehmen - ohne fremde Hilfe.

Und zu dem Thema Diagnose: Ich halte es für wichtiger daran zu arbeiten, was einen belastet, anstatt sich ewig mit den Symptomen zu befassen und sich hineinzusteigern, indem man hofft, Gleichgesinnte zu finden und Wege, um immer wieder sein Leid zum Ausdruck zu bringen. Aber mein Eindruck bei dir, Bärchen, ist ohnehin, dass du dich mit dem ständigen Ausdrücken von Leid und Einsamkeit ganz wohl fühlst, weil du dadurch die ersehnte Aufmerksamkeit auf sehr einfachem Weg bekommst. Es macht es ja auch einfach, die Verantwortung bei den Anderen zu sehen, als bei sich selbst.

Ich möchte darauf deshalb auch nicht weiter eingehen, da ich damit rechne, dass du in deiner Komfortzone bleibst und alles abstreiten wirst. Aber vielleicht nimmst du das einmal als Denkanstoß. Mir kann es nämlich egal sein, wie uns allen hier, denn wir sind nicht verantwortlich für dich. Vielleicht denkst du auch mal über eine Verhaltenstherapie nach, denn mir erscheint, dass du sehr passiv unterwegs bist und damit vielleicht nicht vorwärts kommst.

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Baerchen
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Beitrag Di., 15.11.2016, 11:05

ich versuche mal auf einen kleinen teil einzugehen, was mich zurzeit sehr beschaeftigt:

es sind vermutlich zweierlei sachen.

das eine: wenn ich etwas beruehre (kann auch zuhause sein, nicht nur beim einkaufen), was bei mir ekel-empfinden verursacht, dann sehe ich zwar, dass es nicht an mir haftet, aber es fuehlt sich danach an. das kann ein gegenstand, bild, aufkleber, ein mensch sein, den ich beruehre. es geht dabei darum, dass ich damit dann etwas gedanklich verbinde. nehmen wir an (das hatte ich auch mal), ich gehe zum bäcker und bestelle an der theke etwas, die verkaeuferin packt es ein und legt es auf einen flyer (was auf der theke liegt) und auf dem flyer ist ein name, ein bild bedruckt, was bei mir dieses seltsame empfinden verursacht, dann ist das, was die verkaeuferin auf den flyer legt (beispielsweise die steuckchen zum essen) mit dem bild des flyers verdreckt. gerade dann, wenn die tuete evtl. nicht ganz zu ist und das bagette beispielsweise herausschaut und den fyler beruehrt. in dem fall kann ich das baguette wegschmeißen. das ist jetzt ein kleines beispiel, was ich aber nicht nur mit dem flyer habe.

das andere: frueher gabe es augenblicke, da habe ich mir gedanklich draußen phantasiert, wie ich beispielsweise jemandem etwas antun will. ich malte das gedanklich aus und nur alleine diese gedanken fuehlten sich derart echt an, dass ich dachte, ich habe es wirklich getan, was in mir starke angst und panik verursachte. gedanke und realitaet waren dann nicht mehr zu trennen.

zudem kam dann, dass ich die stelle der gedanklichen tat dann meiden musste. nehmen wir an, ich gehe einkaufen und sehe eine frau in meinem alter, die ich auf eine bestimmte weise verletzen will, dann war fuer mich in nachhinein nicht mehr sicher, inwieweit es nur die gedanken waren. und das ist etwas, was mir sehr zu schaffen machte.

es geht dabei sicherlich auch um jedemenge aggressive gedanken, die im verdraengten weiter lebten. sich aber auch mit diesen gedanken deutlich machten.

und an der stelle denke ich, dass man da genauer hinschauen kann, damit man versteht, fuer was den diese beschwerden ueberhaupt stehen.

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Baerchen
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Beitrag Di., 15.11.2016, 11:11

ich verstehe nicht, weshalb ich die stelle meiner gedanklich tat meiden musste.

vielleicht weil es mich wieder an meine aggressiven gedanken erinnert hat.

es ist furchtbar, wenn man selbst denkt, man waere bereit, jemandem anderen umzubringen.

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Beitrag Di., 15.11.2016, 11:37

habe ein weiteres beispiel des verschiebens: ich war mal in einem restaurant. nachdem restaurant habe ich dann im laufe der tage bemerkt, dass die farbe der einen wand bei mir ein seltsames empfinden machte. und seitdem musste ich diese farbe meiden. wenn ich mit einem gegenstand in beruehrung kam, die diese farbe der wand im restaurant hatte, verursachte wieder dieses seltsame empfinden.

das heißt, im restaurant kann es sein, dass die farbe der wand ansich mich an etwas erinnerte. es kann aber auch sein, dass ich mal wieder am verschieben war. und ich habe da auch eine idee, dass es am kellner lag. aber es kann gut sein, dass es nicht das aussehen des kellners war, eher die kleidung.

die kleidung erinnerte mich an jemand anderes.

und da kann man sehen, wie schwierig es ist, wenn man andauernd versucht etwas weg zu schieben.

man entfernt sich immer mehr dem eigentlichen.

ist eigentlich auch keine schlechte sache, dass man es verschieben will, am besten in die allerletzte seelische ecke.

aber die seele behaelt den dreck ja leider. auch in den verdraengten raeumen bleibt es aktiv und meldet sich eben in den beschwerden, die ich habe.

nur wird daran auch deutlich, dass es muehsames suchen und puzzlen ist, in der therapie.


ziegenkind
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Beitrag Di., 15.11.2016, 11:41

vielleicht ist das alles ganz einfach? vielleicht IST das furchtbare, dass du mit deinem leben so kreuzunglücklich bist, dass du aus neid geborene enorme agressionen gegen menschen entwickelst, von denen du annimmst, es ginge ihnen besser? vielleicht wäre der weg dann NICHT, deinen gedanken nachzudenken und weider passiv zu bleiben, sondern dein leben zu ändern?

ich dachte immer, du kannst eigentlich nur im bett liegen. aber offenbar kannst du zum bäcker, ins restaurant und zum shoppen. da geht doch noch was.
Die Grenzen meines Körpers sind die Grenzen meines Ichs. Auf der Haut darf ich, wenn ich Vertrauen haben soll, nur zu spüren bekommen, was ich spüren will. Mit dem ersten Schlag bricht dieses Weltvertrauen zusammen.

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werve
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Beitrag Di., 15.11.2016, 11:44

Baerchen hat geschrieben: es ist furchtbar, wenn man selbst denkt, man waere bereit, jemandem anderen umzubringen.
Warum furchtbar?
In unserem Unbewusstem haben wir alle diese Vorstellungen. Das Furchtbare ist, das zu negieren und die damit verbundenen Gefühle zu verdrängen - das hält das Leiden aufrecht!

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Baerchen
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Beitrag Di., 15.11.2016, 11:55

ziegenkind: ja, ich bin die meiste zeit im bett. aber ich kann und muss auch einkaufen. und es macht an den tagen (an den bestimmte beschwerden nachlassen) auch spaß.

aber es gibt auch tage, die ich regelmaeßig habe, an denen ich denke, dass ich es alles nicht mehr aushalten kann.

ich will jetzt nicht wieder auf das schilddruesenmedikament lenken, aber es kam ein krasser einschnitt damit in meinem leben. und das nach wenigen tagen einnahme.

nach meinem empfinden wirkt dieses medikament wie nen trigger auf mich. vielleicht weil es erstmal streßt. und jeder streß, egal welcher, bringt mich in seltsame seelische zustaende. weil dann der rahmen des aushaltbaren gesprengt wird.

@werve: es ist schrecklich, weil es nicht sein kann, dass ich gedanken habe, jemandem etwas anzutun.

aber mittlerweile weiß ich dank der therapie, dass es erstmal nicht schrecklich ist, wenn man diese phantasien hat. aber meine angst war damals ja, dass ich es wirklich gemacht habe.

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Baerchen
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Beitrag Di., 15.11.2016, 11:58

es dreht sich dabei immer um den gedanken, was waere, wenn ich es wirklich mal in die tat umsetze.

dann brauche ich nicht mehr weiterleben, weil damit will ich nicht leben, wenn ich jemandem etwas angetan habe.

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