Wer ist hier im Forum Exjunkie?

Dieser Bereich dient zum Austausch über Entzug, Entwöhnung und Therapie von substanzbezogenen Abhängigkeiten (wie Alkohol, Heroin, Psychedelische Drogen, Kokain, Nikotin, Cannabis, Zucker,..)
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Sileas
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Wer ist hier im Forum Exjunkie?

Beitrag Fr., 04.01.2008, 23:56

Hallo an alle,

ich habe beim Durchstöbern der Beiträge gesehen, dass es hier mehrere Leute gibt, die früher einmal auf Drogen waren und davon weg zu sein scheinen.

Mich würde eure Geschichte interessieren.

Wie lange wart ihr drauf, wie seid ihr davon weggekommen, wie lange seit ihr clean und wie verläuft euer Leben heute?

Gibt es noch drogenbezogene Schwierigkeiten?

Lebt ihr ohne Substitution?

Ich selbst war 12 Jahre lang stark Heroin und kokainabhängig...

Ich freu mich auf eure Antworten

LG
Sileas

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Sabrina187
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Beitrag Mo., 07.01.2008, 10:39

Hey Sileas...
Du WARST 12 Jahre drauf??Bist also auch clean, wie lang denn schon??
Also ich war ca 7 Jahre auf Heroin und Kokain...wobei ich eigentlich nicht die kompletten 7 Jahre drauf war, da ich zuletzt im Methaprogramm und dort 3,5 Jahre Beigebrauchsfrei war!!
Heute bin ich seit etwas über 3 Monaten komplett clean und sehr sehr glücklich damit!!! Bin froh die Substitution hinter mir zu haben und endlich ein Drogenfreies und unbeschwertes Leben führen zu können....denn jeder der mal drauf war, weiß das es nichts Wertvolleres für uns gibt, als von dem Zeug los zu kommen und die Vergangenheit hinter sich zu lassen!!!
Wie gesagt...ich bin ins Programm gegangen, hab dann erst ma die Drogen weg gelassen und als ich gesehen hab das es 3,5 Jahre richtig gut geklappt hat, ich in der Zwischenzeit einen sehr lieben, cleanen Mann kennen lernte, begann ich mich abzudosieren und ging dann im September 07, mit einer Mini Menge in Entgiftung!!!Joa nach 1 Woche war ich dann schon wieder zu Hause und zwar CLEAN!!!!Der Entzug an sich war eigentlich lächerlich...obwohls mein 7. Entzug war, war der absolut easy!!!
Ich hab keine Therapie gemacht, geh nicht zur Nachsorge oder so...sondern hab einfach den Drogensack in den Ozean geschmissen und gut ist!!! Man kann sich eh nur selber heilen...

Naja Drogenbezogene Probleme hab ich schon noch...Vor allem nen Riesen Berg Schulden!!!
Dann hatte ich natürlich ne Menge Stress mit Gericht und so...Aber da ich die letzten 4 Jahre so brav war und jetzt auch endlich clean bin, hat das Gericht mir kurz vor Weihnachten, meine Reststrafe von einem Jahr erlassen!!!
Joa und dann so die üblichen Psychischen Probs die die Drogenabhängigkeit mit sich zieht!! Weniger Selbstbewusstsein, Schwierigkeiten anderen Menschen zu vertrauen und wenn vertrauen dann genau den falschen!!!
Dann natürlich so ziemlich alle meiner alten und guten Freunde verloren...

Ja dann im Beruflichen Sinne gibts da auch noch das ein oder andere Problem!! Ich werd jetzt 27 und kann im Sommer wieder zur Schule gehen um meine Ausbildung zu beenden, da ich als ich drauf war alles abgebrochen hab und mir meine Bewährung auch ein wenig im Weg stand...

Jetzt hab ich noch ein bißchen mit mir selbst zu kämpfen, weil ich jetzt clean bin, sehe ich natürlich viele Dinge, wo ich mich in der Vergangeheit übelst unkorrekt verhalten hab und die Sachen mir heute einfach unwahrscheinlich leid tun und mich dafür schäme!!
Die Persönlichkeit verändert sich ja auch ein Stück weit, und wenn man plötzlich keine Betäubungsmittel mehr zu sich nimmt, kommt einem alles so fremd vor, ich komm mir manchmal sogar selbst fremd vor!!! Ich empfinde und fühle jetzt ganz anders...irgendwie intensiver!!! Was nicht immer schön ist...Aber trotzdem: Für mich gab und gibt es kein schöneres Geschenk als das was ich mir selbst gemacht hab....nämlich nicht mehr an der Nadel zu hängen!!!

Liebe Grüße, Sabrina
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Sileas
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Beitrag Mo., 07.01.2008, 17:07

Hallo Sabrina,

vielen Dank für Deine Antwort!
Es ist schön mit jemandem reden zu können, der ähnliche Dinge in seinem Leben erlebt und mitgemacht hat.
Darum habe ich Diese Frage auch hier im Forum gestellt.

Ich "WAR" 12 Jahre drauf stimmt. Mit 13 hatte ich angefangen H und Kokain zu spritzen und mit 26 aufgehört. Bis heute.
Ich bin die ganze Zeit voll drauf gewesen, obwohl auch ich ab 18 in ein Methadonprogramm kam.
Dort habe ich allerdings das Methadon gespritzt ( konnte nicht anders, sonst hätte ich auch noch Beigebrauch von H gehabt) und hatte weiterhin bis zum Schluss Beigebrauch von Kokain. Mir hat das Methadon nicht geholfen und obwohl ich aufhören wollte habe ich es nie geschafft.
Gegen Ende konnte ich mir ein drogenfreies Leben gar nicht mehr vorstellen, denn irgendwie kannte ich auch nichts anderes mehr.
Nun bin ich seit über 4 Jahren clean, habe nie eine Therapie gemacht sondern selbst das Metha abdosiert und Schluß.
Weil ich Hilfe hatte- nämlich von irgendetwas, das in meinem Kopf einen Schalter umgelegt hat.... Vielleicht mein Überlebenstrieb...Wille allein war es jedenfalls nicht, den clean werden wollte ich eigentlich schon seit meinem zweiten Jahr auf Droge.

Herzlichen Glückwunsch dazu, dass du clean bist!!!!! Super
Ich finde ja deine 3,5 Jahre Methadon oral und ohne Beigebrauch sind auch schon eine Zeit die man beinahe zum Cleansein rechnen kann. Zumindest ein toller Übergang in dieses.

Du hast geschrieben du bist 27 und stehst davor Deine Ausbildung fertig machen zu müssen. Genau in dieser Situation war ich in Deinem Alter auch. Und ich bin es noch heute, denn meine Ausbildung geht noch bis zum Sommer.
Was machst Du denn für eine Ausbildung?
Oder holst Du einen Schulabschluss nach?

Ich werde Erzieherin und mache auf einer Abendschule demnächst mein Abi.

Leider hab ich gerade keine Zeit mehr zu schreiben,ich muss noch kurz weg, aber ich würde mich freuen, wenn du mir wieder schreibst .

Liebe Grüße
Sileas

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10Jahre
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Beitrag Di., 08.01.2008, 06:05

Hallo Sileas!

12 Jahre drauf, eigentlich die ganze Jugend drauf und dann den Absprung schaffen: Respekt!!

Auch ich bin ein Exjunkie. Habe mit meinem 21. Geburtstag mit dem Zeug begonnen (hauptsächlich H am Schluss auch Koks) war dann ca 5 Jahre drauf, begann dann mit Metha ohne Beikonsum (vorher war ich schon im Metha programm allerdings mit Beikonsum ) ja und bin nun seit 10 Jahren clean.

Es war ein harter Weg, das mit dem Selbstvertrauen kenne ich nur zu gut - inzwischen gehts aber sehr gut, hat allerdings lange gedauert bis ich wieder Vertrauen zu mir fassen konnte.

Heute ist meine Kontrollsucht eher das Problem für mich, ich arbeite täglich dran. Ich denke oft es liegt daran weil ich nur clean werden konnte in dem ich mich selbst so furchtbar kontrolliert habe.
Oder mein Hamstertick. (ich nenn das so) Es muss immer genug (zB) Kaffee im Haus sein, habe Angst vor Schulden.... so in der Art. Da aber in meinem neuen Freundeskreis meine Vergangenheit bekannt ist akeptieren meine freunde Gott sei Dank so kleine Spinnereien von mir.

Beruflich hatte ich Glück. Da ich erst mit 21 begonnen hab konnte ich vorher die Matura machen und habe nun (auch seit 10 Jahren) einen wirklich guten schönen Job in einer sehr großen Firma bei uns. Dort weiß niemand von meiner Vergangenheit. (dass die Menschen nicht so gut auf Exjunkies reagieren habe ich bald bemerkt weil ich anfangs eigentlich ehrlich sein wollte.......)

Mein Leben nun ist so: Otto Normalverbrauchermäßig - ich hätte mir das früher nie vorstellen können. Ich habe einen lieben Freund (der nichts mit Drogen zu tun hat/hatte) - 2 (nun schon) erwachsene Kinder - 2 Enkelkinder eine schöne Wohnung einen schönen Job und eine handvoll wirklich gute Freunde.

Ich hätte mir das früher nie gedacht dass ich einmal noch so normal und ohne Drogen leben könnte aber alles geht - das habe ich gelernt.

Täglich bin ich dankbar dass ich den Sch* nicht mehr mitmachen muss, ich steh auf ohne körperliche Beschwerden , ich muss nix illegales tun um an Geld zu kommen ich muss niemanden mehr wegen dem zeug psychisch verletzen (Eltern...)

Beor ich dieses Forum kennengelernt habe dachte ich ich bin weit und breit die einige die mit so einer Vergangenheit "kämpft". Es ist immer wieder toll für mich u lesen dass dem nicht so ist!


Wünsche euch einen schönen Tag

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Sileas
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Beitrag Mi., 09.01.2008, 23:25

10 Jahre!!!

das ist eine lange Zeit.
Ich denke Du kannst heute wirklich ohne Sucht leben...

Ich bewundere Dich dafür und ich danke Dir für deine Antwort !

Irgendwie fällt es mir gerade schwer zurück zu schreiben. Vielleicht bin ich ja nur schlecht drauf heute abend...
Momentan denke ich, dass ich noch immer die selbe bin wie früher. Ich bin immernoch ein Junkie. Ok- ich spritze nicht und nehme keine Drogen, aber das ist auch alles. Fühle mich manchmal total überfordert mit dem Leben und dann bricht eben das alte Suchtverhalten wieder auf.
ich arbeite viel zu viel, esse nichts oder ich rauche um mich auf meine Arbeit konzentrienen zu können Unmengen...
Andererseits flüchte ich mich dann wieder in die Depression.

Ich habe in der letzten Zeit viel über Rückfälle nachgedacht.
Ich meine damit nicht, dass ich wieder Drogen spritzen möchte, sondern dass mein Unterbewusstes glaube ich gerade alles dazu tun, damit es so weit kommen soll.
( Mich überfordern, nicht auf meine Grenzen achten etc..)

Die Drogen begleiten mich echt noch jeden Tag. Nicht dass ich Suchtdruck hätte, es ist vielmehr das alte Leben dass noch so in mir ist, dass ich mich in der neuen Welt nicht zurecht finde.
Und sie bleibt neu für mich, selbst noch nach 4 Jahren.
Weil ich ja schon mit 13 angefangen hab ist da außer einer Kindheit nichts drogenfreies mit dem ich mich identifizieren kann. Eben sonst keine Vergangenheit. Und die Kindheit ist weit weg. Statt dessen kommen Bilder vom Babystrich in mit hoch oder von Bahnhofsklos...
Und das schlimmste ist- manchmal bin ich froh über diese Bilder, weil sie mir zeigen, dass ich überhaupt eine Vergangenheit habe.

Wenn auf der Schule alles gut läuft ist es einfach. Dann identifiziere ich mich mit dem Erfolg und glaube wirklich ein neues Leben begonnen zu haben.
Aber ich bin eben nur dann jemand wenn man mich positiv spiegelt.
Ansonsten ist da ein großes nichts- oder eben ein Drogenmädchen das irgendwie alt geworden ist ohne es zu merken.

Ich habe aus meiner Suchtzeit viele Schäden mitgenommen, die ich wahrscheinlich sehr sehr lange andauern werden. Aber ich denke der größte ist, dass ich keine Identität habe außer der einen.

Du warst erwachsen als du angefangen hast. Wahrscheinlich kennst du das darum nicht in dem Außmaß. Ich denke oft, dass ich die Zeit erwachsen zu werden verpasst habe.

Aber ok- ich denke ich schreibe lieber morgen noch mal...
Ist wohl gerade Weltschmerzzeit bei mir...

Ganz liebe Grüße,
Sileas

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Beitrag Do., 10.01.2008, 06:47

Hallo liebe Sileas!

Ich kann deine Gedanken echt gut verstehen - deine Überforderung - deine Angst! So wie du schreibst - du hast halt nicht viel drogenfreie Vergangenheit ABER
genau deshalb weil Du es unter so harten Umständen geschafft hast solltest du sooooooo stolz auf dich sein! Es gibt prinzipiell nicht alluviele Menschen die den Absprung schaffen und dann noch in deiner Situation!

Aber tröste dich - bei mir kommen auch noch nach dieser langen Zeit manchmal so Bilder hoch - auch ich kämpfe teilweise obwohl ich das "nüchterne" leben gut kenne.

Du bist so stark du hast Respekt und Bewunderung verdient und nochwas: jeder Junkie der aufhört verschreibt sich meiner Meinung nach 100%ig dem Leben - das kann auch nicht jeder von sich behaupten...

alles Liebe
10Jahre

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Sabrina187
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Beitrag Mo., 14.01.2008, 09:17

Hey Sileas...
Wow ...Riesen Respekt von mir!!!!
Super cool hier lesen zu können, das es Menschen gibt die schon so lange Clean sind!!!Treibt mich immer wieder an genau so weiter zu machen, wie bisher...
Deine Geschichte erinnert mich irgendwie übelst an meine!!! Ich hatte schon nach wenigen Monaten den Wunsch wieder mit dem zeug auf zu hören, aber egal was ich auch versucht hab es ging in die Hose...Als ich ca 2 Jahre drauf war, starb mein großer Bruder und das hat mich erst mal tierisch runter gezogen...soweit das ich mit ner Überdosis im Krankenhaus lag!! Danach bin ich erst richtig wach geworden...Dachte mir "Verdammt, ich spiel hier mit meinem Leben und mein Bruder hatte noch nicht mal die Wahl!!"
Dann ging der Kampf so richtig los....von meinem Ex nach über 6 Jahren getrennt, weil er auch drauf war und wir uns zusammen nur noch weiter runter gezogen hätten...bin aus unserer gemeinsamen Wohnung ausgezogen, zurück zu Daddy und von dem Tag an kein H oder Koks mehr genommen!!!
Als ich dann noch meinen jetzigen Menne kennen lernte, und er mir wieder so viel Kraft und vor allem Selbstvertrauen schenkte, dachte ich das jetzt der Moment gekommen ist, alles endgültig hinter mich zu lassen...

Ja also ich werde in ein paar Tagen 27!!! Und werd im Sommer wieder meine Kinderpflegerinnen Ausbildung anfangen und dann hoffentlich auch in 2 Jahren erfolgreich abschliessen!! Ich hatte vor 2 Jahren schon mal damit angefangen...aber da ich noch auf Metha war, ging das alles nicht so wie ich mir das vorgestellt hatte...Ich hatte natürlich auch Angst davor das etwas raus kommt und ich ein Lebenslanges Berufsverbot oder so bekomme....Zudem bin ich vorbestraft und hätte im 2. Ausbildungsjahr ein Führungszeugnis vorzeigen müssen!!!Also dachte ich mir bring ich erst Mal alles in Ordnung, auch wenns verlorene Zeit bedeutet!!
Naja, und so kann ich jetzt noch mal die Schulbank drücken....Aber ehrlich gesagt, freue ich mich unendlich darauf!!! Endlich wieder was aus meinem Leben machen, gefordert und gebraucht werden...und am Besten nie wieder ans Junkie Dasein erinnert werden!!

Die Drogen begleiten mich echt noch jeden Tag. Nicht dass ich Suchtdruck hätte, es ist vielmehr das alte Leben dass noch so in mir ist, dass ich mich in der neuen Welt nicht zurecht finde.

Den Satz kann ich nur unterschreiben!!!! Genauso gehts mir auch...Muss oft an das vergangene zurück denken, und vor allem hab ich immer diesen komischen Gedanken das ich anders bin wie die anderen "Ottonormalverbraucher"!!!
Die ganzen Jahre auf Droge haben mich geprägt, und jetzt wo sich meine Persönlichkeit wieder entfalten will und auch kann, komm ich manchmal auf mich selbst nicht klar!! Bin so unglaublich sensible geworden...ich heule bei jeder traurigen Szene im Fernsehen!!!
Sowas kannte ich vorher garnicht...

Ich denke oft, dass ich die Zeit erwachsen zu werden verpasst habe.

Das denke ich auch!!!! Ich kann garnicht glauben, das ich jetzt schon 27 werde...Ich hab keine Ahnung wo die letzten Jahre hin sind!!! Und Drogen helfen ja auch nicht gerade bei der Weiterentwicklung...sie hemmen deine Persönlichkeit und verhindern die Reife!! Von daher denke ich, muss ich noch viel nachholen was eigentlich 27 Jährige schon drauf haben sollten...

Sileas, Deine Gedanken und vor allem Ängste kann ich nur zu gut verstehen!!! Aber verdammt...Du hast soooo viel geschafft, kennst immer noch deine Ziele und das zeigt doch das du eine unwahrscheinlich Charrakterstarke Person bist!!! Du kannst so Stolz auf dich sein...

Mal was anderes...hattet ihr in den Jahren mit Suchtdruck zu kämpfen??? Ich hatte das schon ne halbe Ewigkeit nicht mehr und schon etwas Angst falls das mal zurück kommt!!! Ehrlich gesagt, hab ich Angst in dem Moment nicht richtig mit mir oder der Situation um zu gehen!!

Naja, ich wünsch euch nen schönen Tag und freu mich schon wieder was von euch zu hören...
Die Besten Grüße, Sabrina
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Beitrag Mo., 14.01.2008, 10:02

hy- bis jetzt hab ich nur mitgelesen, jetzt möchte ich aber doch noch was dazuschreiben... es ist unglaublich das es auch andre gibt die so fühlen wie ich. grade wenn 10jahre schreibt er hat einen hamster-und kontrolltick. das kenn ich so gut... ich versuche immer abolut perfekt zu sein (ein bisschen wie die bree von den desperate housewifes ). auch hab ich einen "ausmiste-tick"und einen "alles das ich nciht brauche zu geld machen"-tick. und mein selbstbewusstsein kippt auch sehr schnell wenn mal was nciht perfekt ist *ts*auch weiss es bei mir nie wer in der firma was ich früher gemacht hab. wie schon gesagt wurde regieren die leut nicht allzu gut auf junkies leider muss ich auch sagen das ich noch oft an meine zeit früher zurückdenke. ich war ja ziemlich genau im selben alter wie sileas damals als ich begonnen hab zu junken. das is schon merkwürdig. ich denk näml. auch oft zurück. teils weil ich mich unbedingt an was erinnern will und es irgendwie vermisse (?) und teils weil ich mir immer vor augen halten will das es da eine vergangenheit gibt (eh auch so wie sileas es beschreibt). oft fühl ich mcih tief drinnen wie ein 17jähriges mädl. unbeholfen, naiv, dumm. obwohl ich doch eigtl.eine reife 25jährige bin die eigtl. sehr im leben steht...es ist einfach komisch. ich hab mcih immer schon anders als andre gefühlt und auch jetzt noch sehe ich das so. ich kenne nun mal keinen ex junkie der es wirklich geschafft hat. alle die ich kenne/kannte sind tot oder noch drauf und mit einem junkie der noch spritzt mag und kann ich net reden. ich hätt schiss das ich auch wieder "gusto"drauf krieg- da dieser gusto immer wieder mal in mir erwacht...tja-
tut mir echt leid das ich da so verworren geschrieben hab aber die worte sind wirklich so aus mir rausgepurzelt.
Der Weg der Extreme führt zum Palast der Weisheit!

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Sileas
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Beitrag Di., 01.04.2008, 20:16

Hallo,

Bitte seid mir nicht böse,
ich danke euch für eure Antworten und würde dieses Thema gern weiterführen. Leider ging es mir in der letzten Zeit zielmlich mies und ich hab es nicht geschafft zu antworten.
Klingt schwer zu verstehen, ist aber so.
Es war sicher kein Desinteresse !!!!

Liebe Grüße,
Sileas

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10Jahre
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Beitrag Mi., 02.04.2008, 05:09

Hallo sileas!

Wieso ging es dir nicht gut? Ist jetzt wieder alles OK?
lg
10 Jahre

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Otherwise
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Beitrag Mi., 02.04.2008, 06:10

Dieses Thema rührt mich irgendwie ziemlich. Ich würde auch schon gerne so schreiben können...

Sileas,

ich möchte dir auch meinen Respekt aussprechen!

Ich kann mir vorstellen, dass gerade auch das "Annehmen von Komplimenten" diesbezüglich sehr schwer fällt - immerhin hast du dieses Gefühl ja noch nicht in dir, so wie du es beschreibst.
Ich vergleiche das einmal mit einer sehr dicken Person, die sehr viel abnimmt, aber das im Spiegel lange nicht registriert, dass sie schon dünn ist.
So ähnlich scheint es dir ja zu gehen - gefangen im alten Leben aber eigentlich schon so lange clean. Das muss sehr schwierig sein, weil man seinen Erfolg ja nie wirklich spürt.
Zurückfinden in ein altes Leben kannst du ja leider auch nicht, weil es nichtmal wirklich ein "altes Leben" gibt. Du lernst gerade ganz neu leben, und das stelle ich mir echt verwirrend vor. Ich wünsche dir von Herzen, dass du dich ganz bald in deinem Leben zurechtfindest und die Bilder aus der Vergangenheit weniger werden - sodass du deinen Erfolg - 4 Jahre clean!!! - feiern kannst. Was du erreicht hast, schaffen die Wenigsten - ich kenne eigentlich niemanden.

Hast du eigentlich einen Partner bzw. wie lebst du? Hast du Freunde, die dich unterstützen wenns dir mal mies geht?

Das du Ausbildung machst finde ich ganz toll - Erzieherin ist auch ein sehr schöner Beruf wie ich finde!

lg
sensi

Seit ich dich liebe, bin ich nur ich, wenn ich nicht mehr nur ich bin!

Ich bin dankbar, dass ich erkannt habe, was Leben wirklich heißt!


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Elfchen
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Beitrag Mi., 02.04.2008, 15:53

Hallo!

Darf ich mich als mitbetroffene Angehörige zu Euch gesellen?
Meine Schwester ist sechs Jahre jünger als ich (35 heute) und wurde mit 13 Jahren schwerst heroinabhängig.
Das Leben war nicht einfach; man hat sie öfters mit Herzstillstand oder sonstigen bedrohlichen Zuständen gefunden. Ich hatte die Vormundschaft für sie, und noch heute hab ich Angst, wenn das Telefon läutet. Es könnte ja wieder die Polizei, die Psychiatrie oder das Spital sein....obwohl sie seit ca. sieben Jahren angeblich clean ist.
Unser Kontakt ist schwierig. Sie hat Mühe, eine gute Nähe- Distanz Balance zu finden.
Sie ist sehr, sehr explosiv, impulsiv und jähzornig. Ich schiebe das auf die veränderte Psyche durch das jahrelange Drücken.
Dann hat sie auch Tics, z.B. ein Zucken mit den Augen.

Momentan lebt sie mit ihren drei Kindern von drei verschiedenen Vätern. Ich mache mir grosse Sorgen um sie und die Kinder, und doch muss ich sie ihren Weg gehen lassen.

Ich hab sie sehr lieb, aber es macht mich auch fertig.

Alles Liebe für Euch!
Es sind nicht die Dinge, die uns beunruhigen, sondern die Meinungen, die wir von den Dingen haben. Epiktet

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Beitrag Di., 13.05.2008, 19:54

Meine Geschichte:

Ich hatte im Zeitraum Sept 02 bis Apr 03 diverse bewusstseinsverändernde Substanzen genommen, zT auch als Cocktails. Es wurde mir gesagt, dies zeige mir ganz deutlich alle meine Probleme, dies ich zwar nicht wahrnehme, aber dennoch vorhanden seien. Dadurch, dass ich meine Energie damit vergeude, ständig 'den Deckel auf dem Topf zu halten', könne ich nicht ich selber sein und habe keine Kraft, mein Leben erfolgreich und erfüllt zu leben.

Ich hatte also wiederholte Male verschiedene Substanzen genommen: zunächst nur MDMA allein, dann jeweils LSD, Mesc oder Psylo mit MDMA als 'Nachbrenner'

Als ich im Verlauf des Frühjahrs 2003 immer träger, antriebsloser und gleichgültiger geworden bin, suchte ich professionelle Hilfe auf.
Die Diagnose war: schwere Depression, begleitet von Depersonalisierungszuständen, Realitätsverlust, Panikattacken, sozialen Ängsten. Der Verlauf war derart dramatisch, dass ich mir mehrmals den Tod herbeiwünschte, um diesem höllischen Tanz und Leidenskarussel ein Ende zu bereiten.

Der Film 'Fear and loathing in Las Vegas' zeigt sehr plastisch, wie man dann die Welt wahrnimmt und wie man sich dabei benimmt...Was man jedoch dabei empfindet, lässt sich nicht beschreiben...

Ich hatte 2003 konsequent mit all dem Zeugs aufgehört und nehme seitdem Antidepressiva. Ich hatte vieles ausprobiert, das mir verschrieben worden ist, klassische AD, trizyklische AD, atypische Neuroleptika; alles leider nur mit bescheidenem Resultat. Seit 18 Monaten nehme ich 20mg Fluoxetin täglich als Rezidivprophylaxe.

Ich kämpfe mich mehr schlecht als recht durch das Leben, habe sehr viele Schulden aber kein sicheres Einkommen, habe fast alle meine Freunde und Hobbies aufgegeben, finde in keiner Tätigkeit wirkliche Befriedigung, kann mit Leuten um mich herum nichts anfangen, frage mich oft wozu ich eigentlich lebe.

Ich habe Schlafschwierigkeiten, träume ganz absurde Sachen in einer ungeahnten Plastizität, bin stets müde, reizbar und traue keinem - nichtmal mir selber.
Ich habe kein Selbstbewusstsein, keinen Selbstwert und keine Selbstsicherheit.
Jedes kleinste Missgeschick nimmt für mich, in meinem Empfinden, katastrophale Formen an.

Ich weiss nie genau, wie ich Mimik, nonverbale Kommunikation oder Andeutungen meiner Mitmenschen deuten soll. Ich bin extrem misstrauisch geworden.

Diese ganze Welt mit allen den täglichen Berichten von Unfällen, Überfällen, Naturkatastrophen oder Kriegen, diesen 'ganz normalen täglichen Wahnsinn' halte ich kaum mehr aus. Ich habe deshalb aufgehört, die Massenmedien (Zeitung, Radio, Fernsehen) zu verfolgen.

Und wenns mir ab und zu mal wieder ganz, ganz, ganz mies ergeht, dann sauf ich mir einen an und kann / darf die Welt um mich herum wenigstens für eine Weile vergessen. Ich bin nicht stolz darauf, aber es ist mein kleiner, ganz privater 'Notausgang'...
Don't worry what people think
They don't do it very often

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baby-flow
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Beitrag Mo., 19.05.2008, 19:15

ich kann heute noch nicht sagen das ich "ex"junkie bin, da ich den Enzug erst eine Woche hintermir habe.
Ich habe auch Heroin, Kokain und Speed gezogen.
seit 3 Tagen habe ich keine grossen Körperlichen Schmertzen mehr, kann aber nicht mehr kla denken, über nichts vernünftiges mehr reden und fühl mich wie tot.
Ich bin seit dieser einen Woche einfach nur kaputt nach diesen ganzen Krämfen, Schweissanfällen, u.s.w.
den Enzug habe ich mir vorgenommen weil ich mir eine "Überdosis" gegeben hatte, und mein Hertz kurtz vorm stehen bleiben war.
Ich hab gebrochen und wäre fast an meinem Erbrochenem Erstickt, hab einfach keine Luft mehr bekommen.
Danach habe ich noch 4 tage hintereinander gezogen bis ich meiner Mutter kla machen musste, dass sie mir helfen muss, weil ich dass alleine einfach nicht schaffe.
ich habe es einfach satt, mit Schmerzhaften Brandwunden in der Nase zu Leben jeden Tag zu lügen und mir fremden Leuten zu F***en damit ich Geld für die Drogen herbekomme und den Leuten denen ich was bedeute nicht weh tue. Ich will nicht mehr nur noch diese einen Gedanken im Kopf haben: Wo krieg ich Geld her, wer soll der nächste sein, den ich beklauen werde, wie kann ich das machen ohne dass meine Familie was davon mitbekommt?!

Den Gedanken: "Drogen", krieg ich immer noch nicht aus meinem Kopf raus, er wird immer stärker oder die Angst, dass ich rückfällig werde.
Ich bin mir nicht sicher, aber ich hoffe ich schaff das, was ich auch glaube, da ich nur etwa 4 monate gezogen habe, aber dafür jeden Tag und ziemlich viel.
Ich hoffe auch das dieser sch*** gedanke aus meinem Kopf verschwindet und ich nie wieder aus Sucht klauen, Lügen, mich verkaufen, Schwartzfahren zu meinem Dealer, weil cih das Geld für Drogen brauche oder sowas machen muss...!!

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Otherwise
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Beitrag Mo., 19.05.2008, 19:58

Baby-flow,

du bist so jung und hast schon die ganze Drogen-Karriere hinter dir. Darf ich fragen, wie es dazu gekommen ist? Hast du gejunkt oder "nur" gezogen?

Toll, dass du entzogen hast - hast du auch nachbetreuung - also Therapie oder so? Das ist ganz wichtig, denn wenn man nach einem Entzug nicht weiß, wie man zb mit einem Rückfall umgehen muss, macht mans oftmals falsch. Wäre sicher wichtig wenn du Therapie machen würdest - da gibts sicher Probleme aufzuarbeiten die weit zurückliegen.

lg
sensi

Seit ich dich liebe, bin ich nur ich, wenn ich nicht mehr nur ich bin!

Ich bin dankbar, dass ich erkannt habe, was Leben wirklich heißt!