Wie entschuldigen?

Haben Sie bereits Erfahrungen mit Psychotherapie (von der es ja eine Vielzahl von Methoden gibt) gesammelt? Dieses Forum dient zum Austausch über die diversen Psychotherapieformen sowie Ihre Erfahrungen und Erlebnisse in der Therapie.
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waterloosunset
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Wie entschuldigen?

Beitrag Sa., 13.03.2010, 01:01

Hallo!

Ich hab mal wieder eine Frage zur Therapie....

Wie entschuldigt Ihr euch bei eurer Therapeutenin/ Therapeut, wenn ihr z.B. das Gefühl habt Sie/Ihn "gekränkt" enttäuscht zu haben? Konkret, Ihr/ihm viel zuviel "zugemutet" zu haben, und eigentlich auch immer und immer wieder dieselben "Sudereien" zum Besten gebt....keinen direkten Therapierfolg zeigen könnt?

Ich hab glaub ich zuviel "mist" gebaut , und Sie/Ihn damit auch gekränkt...also nicht auf einer persönlichen Ebene (das spielt sich ja alles auf einer professionellen Ebene ab, und mir ist schon bewußt, dass ich nicht sooo wichtig bin) und ich würd mich gerne dafür entschuldigen, weiß aber ehrlich nicht wie? Allein die Vorstellung, dies "live" in der Stunde zu machen, ich glaub das bring ich nicht....Ein Geschenk? Ist das passend?

Wäre ganz lieb von Euch wenn ihr mal schildert, wie ihr euch so verhalten habt!!!
DANKE,
waterloosunset
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carö
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Beitrag Sa., 13.03.2010, 01:08

liebe waterloosunset,
wie wäre es, wenn du "einfach" bei der nächsten dir möglichen gelegenheit sagen würdest, wie leid dir tut, dass du blablabla xyz gesagt/getan hast und dass du sie/ihn nicht hast kränken wollen. oder vielleicht auch hast wollen, es nun aber anders siehst. ???
ich persönlich halte das schnörkellose sagen wie es ist - wie man es empfindet - für wirklicher als 1000 geschenke ohne worte. es erfordert mut und kraft und zu sich stehen und - es kann diese mauern überwinden, die durch die schuldgefühle aufgerichtet werden.

viel glück

LG
caro
Es ist krass, was man erreichen kann, wenn man sich traut. (Aya Jaff)

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schmetterling.1983
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Beitrag Sa., 13.03.2010, 01:10

Also ich mache das manchmal,
sage in einer folgenden Stunde, wissen Sie noch als ich das oder das gesagt/getan habe, das war denke ich nicht ok, ich fühle mich schlecht deswegen es tut mir leid, ich wollte das nicht/hätte das nicht tun sollen, habe das so und so gemeint,...
Schön ist eigentlich alles, wenn man es mit Liebe betrachtet.
Christian Morgenstern

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waterloosunset
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Beitrag Sa., 13.03.2010, 01:23

Liebe Caro!
Zuerst mal, danke für die rasche Antwort!
caro hat geschrieben:wie wäre es, wenn du "einfach" bei der nächsten dir möglichen gelegenheit sagen würdest,
Hapuh, nö einfach (aber du hast es eh in klammern geschrieben) isses leider nicht.
caro hat geschrieben:und dass du sie/ihn nicht hast kränken wollen. oder vielleicht auch hast wollen, es nun aber anders siehst. ???
Hmmm wie meinst du das? so in etwa, als ob mein Unterbewußtsein Sie/Ihn tatsächlich kränken wollte? Ist ein interessanter Aspekt; ich weiß nur noch, dass ich mir "meine Sünden" von der Seele reden wollte, und das war glaub ich zuviel....wobei, vielleicht war es ja auch tatsächlich Absicht; DANKE für den Input!

Liebe Grüße,
waterloosunset
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Thread-EröffnerIn
waterloosunset
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Beitrag Sa., 13.03.2010, 01:28

Lieber Schmetterling!
Auch Dir danke, für deine rasche Antwort!
schmetterling.1983 hat geschrieben: Also ich mache das manchmal,
sage in einer folgenden Stunde, wissen Sie noch als ich das oder das gesagt/getan habe, das war denke ich nicht ok, ich fühle mich schlecht deswegen es tut mir leid

Ich hab das erst einmal gehabt, und da war ich auch richtig aggressiv zu ihm; da konnt ich mich "leicht" entschuldigen, das war einfach, weil ich im unrecht war. Dieses Mal ist es mehr so ein Gefühl, etwas falsch gemacht zu haben, ist aber nicht an "gesagten Worten" fest zu machen; verstehts Du?
liebe Grüße,
waterloosunset
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Gast
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Beitrag Sa., 13.03.2010, 07:52

Hallo Waterloosunset,

was gena u meinst du, soll den Tgekränkt haben?
Wieso möchtest du dich entschuldigen?

Ein T MUSS mit Kränkungen klarkommen, das ist ein Teil seines Berufes. Ein Patient hat das Recht, alle, ALLE Gefühle dort auszuleben. Lediglich körperliche Attacken oder Bedrohungen dürfen nicht sein.

Ich gehe davon aus, dass du nicht in jeder Stunde dasitzt und sagst:" sie A***, sie ko*** mich an...ich bring sie um...."
so ein Tonfall und solche Worte gehen natürlich nicht.

Therapie ist ein künstlicher Raum, der Therapeut ist nicht dein Freund, er ist genau für Gefühlsausbrüche etc da.

Ich denke, du solltest vielmehr mit deinem Thera mal darüber reden, was dich veranlasst, ihn kränken zu wollen.

Rosenrot

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Erdbeermütze
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Beitrag Sa., 13.03.2010, 08:42

Hallo waterloosunset,

vielleicht rede ich jetzt an Thema vorbei, dann vergiss es einfach.
waterloosunset hat geschrieben:Konkret, Ihr/ihm viel zuviel "zugemutet" zu haben, und eigentlich auch immer und immer wieder dieselben "Sudereien" zum Besten gebt....keinen direkten Therapierfolg zeigen könnt?
waterloosunset hat geschrieben:und mir ist schon bewußt, dass ich nicht sooo wichtig bin
waterloosunset hat geschrieben:ch weiß nur noch, dass ich mir "meine Sünden" von der Seele reden wollte, und das war glaub ich zuviel
waterloosunset hat geschrieben:Dieses Mal ist es mehr so ein Gefühl, etwas falsch gemacht zu haben, ist aber nicht an "gesagten Worten" fest zu machen; verstehts Du?
Mir kommt das so vor als ob du him irgendwas von dir erzählt hast und du jetzt glaubst ihn damit überfordert zu haben, gekränkt auf der Basis: muß die mir das jetzt so erzählen, die hat kein Recht mich damit zu belasten usw. oder ähnliches. Das geht nicht, das ist nicht wahr.

Was heißt keinen direkten Therapieerfolg? Woran legst du es fest? Hast du ein Zeitlimet den du erfüllen musst? Bist du nur berechtigt, ihm/ihr was zu erzählen wenn du vorher Erfolge aufweist? Das stimmt alles nicht. Mit "ich bin nicht sooo wichtig" zeigst du auch deine Unsicherheit. Natürlich bist du wichtig. Genauso wichtig wie jeder andere auch.

Du kannst in einer Therapie nichts falsch machen, wenn du über dich und deine Gefühle sprichts. Da ist alles erlaubt. Mann kann sich nicht zuviel von der Seele reden, dafür ist man dort um sich die Sachen von der Seele zu reden. Es ist nicht deine Aufgabe zu selektieren was du ihn/ihr zumuten kannst, die halten schon viel aus, und wenn dem Thera das Thema evtl. doch zuviel ist und er es nicht aushalten kann, hat er/sie die Aufgabe zu sagen "Stop ich kann das nicht, das wird mir zuviel" er/sie muß auf sich aufpassen und nicht du auf ihr/ihn.

Hast du mal in die andere Richtung gedacht: Vielleicht denkt er/sie auch: Prima, sie kommt aus sich heraus, wieder ein Schritt weiter, Klasse usw.

Ich glaube das ist alles nur dein Kopfkino. Du kannst doch gar nicht wissen was er denkt.

Wie wäre es, wenn du ihm das nächst mal sagst: Ich habe das Gefühl, daß .... Sehen sie das genauso oder spiel sich das nur in meinen Kopf ab. Das ist nicht einfach. Ich wünsche dir viel Mut dazu.

LG
Erdbeermütze
Zuletzt geändert von Erdbeermütze am Sa., 13.03.2010, 08:46, insgesamt 1-mal geändert.

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Silberstern
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Beitrag Sa., 13.03.2010, 08:46

waterloosunset hat geschrieben: Ich hab das erst einmal gehabt, und da war ich auch richtig aggressiv zu ihm; da konnt ich mich "leicht" entschuldigen, das war einfach, weil ich im unrecht war. Dieses Mal ist es mehr so ein Gefühl, etwas falsch gemacht zu haben, ist aber nicht an "gesagten Worten" fest zu machen; verstehts Du?
liebe Grüße,
waterloosunset
Hallo waterloosunset,

kann es sein, dass du ein Mensch bist, der große Angst davor hat, andere zu enttäuschen und dann abgelehnt zu werden? Kann es sein, dass du häufig unter diffusen Schuldgefühlen leidest? Falls das so ist, wäre es sicher gut, wenn du genau das mal ansprichst in der Therapie, denn diese Angst ist dann ja wahrscheinlich eines deiner größten Probleme im Leben.

Vielleicht glaubst du so Sachen wie: "Ich darf auf keinen Fall andere enttäuschen. Ich muss immer so sein, wie die anderen es von mir erwarten. Ich darf mich anderen nicht zumuten."....oder etwas in der Art.

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carö
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Beitrag Sa., 13.03.2010, 12:34

liebe waterloosunset,

hm, ich bekomme gerade auch mehr den eindruck, dass es eigentlich gar nicht darum geht, dass du dich entschuldigst, sondern eher vielleicht das gefühl zu enttäuschen und zuviel zu sein o.ä. dahintersteckt ? aber auch hier gilt: sprich darüber.... versuchs ... wünsche dir viel mut!

LG
caro
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schmetterling.1983
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Beitrag Sa., 13.03.2010, 13:24

waterloosunset hat geschrieben: Dieses Mal ist es mehr so ein Gefühl, etwas falsch gemacht zu haben, ist aber nicht an "gesagten Worten" fest zu machen; verstehts Du?
Ja, ich glaube schon
Das Gefühl habe ich auch oft gegenüber manchen Leuten oder Ihr manchmal. Dann sage ich, dass ich das Gefühl habe alles falsch zu machen, ...
Bzw. gerade jetzt wieder habe ich das Gefühl sie ungerecht/schlecht/falsch behandelt zu haben und will das nä. Stunde sagen.
Das was du weisst/fühlst benenne, was daraus wird wirst du sehen .
Ich denke ihr findet bestimmt einen Weg das du dich wieder besser damit fühlen kannst.
Schön ist eigentlich alles, wenn man es mit Liebe betrachtet.
Christian Morgenstern

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waterloosunset
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Beitrag So., 14.03.2010, 10:07

Hallo!

Zuerst mal vielen lieben Dank für eure lieben und "anregenden" Antworten! Ich komme erst jetzt dazu zu antworten, da ich nicht schreiben kann, wenn mein Mann neben mir sitzt. Das hat aber nichts mit Desinteresse zu tun, ich weiß euer Engangement zu schätzen.

@Erdbeermütze. Dir dank ich ganz besonders, da du glaub ich, den Nagel ziemlich auf den Kopf getroffen hast.
Erdbeermütze hat geschrieben: Mir kommt das so vor als ob du him irgendwas von dir erzählt hast und du jetzt glaubst ihn damit überfordert zu haben, gekränkt auf der Basis: muß die mir das jetzt so erzählen, die hat kein Recht mich damit zu belasten usw. oder ähnliches. Das geht nicht, das ist nicht wahr.
Genau so schaut es glaub ich aus; also ich hab ihn natürlich nicht beschimpft oder ähnliches, ich hab mich "nur" total gehen lassen. Ohne Kontrolle, und das war m.M. nach zuviel. Er ist ja auch nur ein Mensch.
Erdbeermütze hat geschrieben:Was heißt keinen direkten Therapieerfolg? Woran legst du es fest? Hast du ein Zeitlimet den du erfüllen musst?
Naja, den Therapieerfolg, also das Ziel "ich muss mich ändern" hab ich auf jeden Fall bis dato erfolgreich vergeigt. Und ja, ich denke ich hätte schon viel mehr von seiner Hilfe profitieren müssen. Und ich hab so das Gefühl, also ob ich komplett therapieresistent bin; und Nein, das liegt nicht an ihm, sondern an mir.
Erdbeermütze hat geschrieben:Natürlich bist du wichtig. Genauso wichtig wie jeder andere auch.
Naja, ich hab kein massives Trauma vorzuweisen, keinen Mißbrauch, und trotzdem nehm ich seine Zeit schon ziemlich lange in Anspruch. Und das fühlt sich nicht gut an.....
Erdbeermütze hat geschrieben:Mann kann sich nicht zuviel von der Seele reden, dafür ist man dort um sich die Sachen von der Seele zu reden. Es ist nicht deine Aufgabe zu selektieren was du ihn/ihr zumuten kannst, die halten schon viel aus,
In der Regel, versuch ich aber genau das: ich mach mir einen Plan, was ich erzählen darf und was nicht, und letztes Mal hab ich die Kontrolle über meinen "Gedankendurchfall" verloren...und dabei fühl ich mich (auch wenn es theoretisch nicht sein dürfte, und viele meinen dass das nicht der Sinn in einer Therapie ist.. ) ganz simpel schuldig. Warum auch immer.....

Erdbeermütze hat geschrieben:Ich glaube das ist alles nur dein Kopfkino. Du kannst doch gar nicht wissen was er denkt.
Da magst DU recht haben; ich weiß es natürlich nicht, aber kennst Du das Gefühl von "negativer" Energie im Raum? Das hatte ich das letzte Mal, und der Verursacher dieser negativen Energie, war nunmal ich; Aber ich werde ihn, so es mein Mut zulässt, das nächste Mal fragen, ob das Einbildung war....

ganz liebe Grüße,
waterloosunset
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Thread-EröffnerIn
waterloosunset
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Beitrag So., 14.03.2010, 10:15

Silberstern hat geschrieben: kann es sein, dass du ein Mensch bist, der große Angst davor hat, andere zu enttäuschen und dann abgelehnt zu werden? Kann es sein, dass du häufig unter diffusen Schuldgefühlen leidest? Falls das so ist, wäre es sicher gut, wenn du genau das mal ansprichst in der Therapie, denn diese Angst ist dann ja wahrscheinlich eines deiner größten Probleme im Leben.
Hallo Silberstern!
auch dir vielen Dank für deine Antwort!!
Ja, Ja, und nochmal Ja...ich hab immer das Gefühl, zuwenig zu tun, jemanden (und wenn es der Herr bei der Takstelle ist, also nicht wirklich personenspezifisch) zu enttäuschen. Mein Therapeut meint immer, das komme aus der Kindheit, aber die war ja nicht sooo übel....also muss es "in mir" sein, und ich weiß einfach nicht warum. Manchmal ist es einfach nur ganz schlimm anstrengend....

Und das meine ich auch (weiter oben) mit "keinen Therapieerfolg" zu haben, ich müsste schon längst viel weiter sein, und ja ich hab das Gefühl ich enttäusche den Therapeuten mit meiner Lernresistenz...

DANKE
PS: ich merke gerade, dass ich schon wieder so "selbsmitleid" heischend rüber komme...das will ich nicht; ich ärgere mich einfach nur so, dass ich nix auf die Reihe bekomme......ich mein damit, dass ich ganz sicher nicht auf "Mitleid" aus bin...entschuldigt wenn es so rüber kommt!!!
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Keksin
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Beitrag So., 14.03.2010, 10:25

Hallo !
Mein Therapeut meint immer, das komme aus der Kindheit, aber die war ja nicht sooo übel....also muss es "in mir" sein, und ich weiß einfach nicht warum. Manchmal ist es einfach nur ganz schlimm anstrengend....
Das dachte ich von mir auch erst bzw. ich war mir manchmal nicht sicher.
Und nun stellt sich heraus, dass es doch nicht ganz ohne war ...
Und es gibt ja nicht nur sexuellen Missbrauch, es gibt seelischen, psychische Gewalt.
In fast jeder Familie irgendwann mal. Nur bei manchen eben viel mehr.

Ich denke, du wirst es schon herausfinden mit der Zeit.
Ich find gut, dass du so dran bist an dem Problem. Das wird sich schon geben.

Lg, Keksin

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Erdbeermütze
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Beiträge: 257

Beitrag So., 14.03.2010, 20:59

waterloosunset hat geschrieben:ich hab mich "nur" total gehen lassen. Ohne Kontrolle, und das war m.M. nach zuviel. Er ist ja auch nur ein Mensch.
Aber ein Mensch der das verkraften kann, der sich auch hilfe holen kann. Ich jedenfalls freue mich für dich, das du die Kontrolle verlieren konntest und aus dich raus gekommen bist. Und die negative schwinngung im Raum, die ist bestimmt von dir aus gekommen, weil du nachher erkannt hast, oh Gott was habe ich da gesagt.
waterloosunset hat geschrieben:Naja, den Therapieerfolg, also das Ziel "ich muss mich ändern" hab ich auf jeden Fall bis dato erfolgreich vergeigt.
Wenn du dein Ziel erreicht hättest, brauchtest du kein Thera mehr. Die Seele ist nun mal kein Beinbruch der nach spätestens 6-8 Wochen verheilt ist. Das braucht ganz ganz viel Zeit und ist individuell verschieden. Also mach dich nicht selber son Druck. Ich weis das ist schwierig, auch mit den Schuldgefühlen usw. Ich weis wovon du sprist.
waterloosunset hat geschrieben:Naja, ich hab kein massives Trauma vorzuweisen, keinen Mißbrauch, und trotzdem nehm ich seine Zeit schon ziemlich lange in Anspruch. Und das fühlt sich nicht gut an.....
Man muss doch kein Trauma vorweisen um recht auf Hilfe, entsprechende Zuwendung usw. zu haben. Wer sagt den das ein Trauma schwerwiegender sind als deine Probleme? Sie sind vielleicht anders aber sind bestimmt nicht mehr Wert oder schwerwiegender. Keiner hat das Recht darüber Schulnoten zu verteilen. Ob du dir ein Arm brist oder ein Bein ist egal, Bruch ist Bruch. Aber auch da kann ich dich nur allzugut verstehen. Das Problem habe ich auch, nicht anerkennen zu können.
waterloosunset hat geschrieben:und dabei fühl ich mich (auch wenn es theoretisch nicht sein dürfte, und viele meinen dass das nicht der Sinn in einer Therapie ist.. ) ganz simpel schuldig. Warum auch immer.....
Das würde ich thematisieren, deine Schuldgefühle. Er wird schon recht haben, das es aus der Kindheit kommt. Auch wenn du sagst und meinst, deine Kindheit war nicht sooo übel. War meine auch nicht (dachte ich zu mindestens). Aber ich muss immer mehr feststellen bzw. mir eingestehen, das stimmt nicht so ganz. Ich wurde nie geschlagen, hatte immer was zu essen. Aber das ist nicht alles, ein Kind brauch mehr, psychische Gewalt kann mehr anrichten als Schläge. Und gerade bei deinen Schuldgefühlen die du beschreibst, fallen mir so viele Beispiele ein was da in deiner Kindheit verkehrt gelaufen ist und dich deshalb heute so geprägt hat. Was jetzt eine harte Arbeit ist, das wieder los zu werden.
waterloosunset hat geschrieben:ich merke gerade, dass ich schon wieder so "selbsmitleid" heischend rüber komme..
So kommst du bestimmt nicht rüber. Das ist wieder nur dein Kopfkino

LG
Erdbeermütze

PS: Jetzt haben wir uns gegenseitig etwas geholfen. Bei anderen Sehe ich das alles, nur bei mir nicht.


montagne
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Beitrag So., 14.03.2010, 21:11

In der Regel, versuch ich aber genau das: ich mach mir einen Plan, was ich erzählen darf und was nicht, und letztes Mal hab ich die Kontrolle über meinen "Gedankendurchfall" verloren...und dabei fühl ich mich (auch wenn es theoretisch nicht sein dürfte, und viele meinen dass das nicht der Sinn in einer Therapie ist.. ) ganz simpel schuldig. Warum auch immer.....
Vielleicht konntest du bisher noch nicht so gut profitieren, weil du eben da immer recht kontrolliert sprichst? iss nur ein gedanke von mir. vielleicht bist du zu beglückwünschen, das du dich endlich mal hast gehen lassen und das gesagt hast, wonach dir wirklich ist.. was immer es war. Das kann ein toller Anlass sein mutig voran zu schreiten. Von daher kannst du ihm doch beim nächsten Mal versuchen deine gednaken und Gefühle bezüglich der vergangenen Stunde mitzuteilen. Das wird vielleicht aufschlussreich. Vielleicht kommst du an die Themen, die dich bisher hindern... Schuldgefühle, Gefühle du hättest seine Hilfe nicht verdient....usw...

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