Mein Mann hat mich geschlagen

Körperliche und seelische Gewalt ebenso wie die verschiedenen Formen von Gewalt (wie etwa der Gewalt gegen sich selbst (SvV) oder Missbrauchserfahrungen) sind in diesem Forumsbereich das Thema.
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Alischa06
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Mein Mann hat mich geschlagen

Beitrag Sa., 21.01.2017, 23:54

Liebe Forumsmitglieder,

Ich (neu) brauche mal einen Rat.
Ich (4#) bin mit meinem Mann (4#) seit 1# Jahren zusammen, 1# verheiratet, wir haben zwei gemeinsame Kinder (# und #). Unsere Ehe läuft so lala, im Grunde verstehen wir uns ganz gut, wobei immer wieder fehlende Zärtlichkeit und Sexualität Streitthema ist.
Um [Datum] rum waren wir mit 2 befreundeten Pärchen und deren Kinder gemeinsam in einem Hotel beim Skifahren. An [Datum] haben wir dort in der Hotelbar alle relativ viel getrunken, wobei sich mein Mann echt die Kante gegeben hat. Mein Freundin und ich haben etwas mit Hotelgästen geschäkert. Mein Mann hat dafür etwas mit der Juniochefin getanzt und geflirtet, was nicht wirklich schlimm war. Als wir aufs Zimmer sind, habe ich aber gehört, wie ihr mein Mann gesagt hat, dass er sie lieb hat. Darauf hin war ich unglaublich wütend und verletzt. Betrunken wie ich war, habe ich ihm im Zimmer eine Szene gemacht, worauf hin er immer nur gegrinst hat und mich immer wieder angetatscht hat, obwohl ich ihm mehrmals gesagt habe, dass er die Finger von mir lassen soll...
Als er nicht aufgehört hat, habe ich nach ihm geschlagen und dann fing der Alptraum an. Er schlug mich mehrmals ins Gesicht, warf mich zu Boden, schlug auf mich ein, beschimpfte mich als Nutte und alles mögliche, zog mich an den Haaren durchs ganze Zimmer, trat auf mich ein und würgte mich letztendlich. Dabei biss ich ihm dann so fest ich konnte in die Hand, so dass er stark blutete, worauf hin er mir sein Blut im Gesicht verschmierte, mit den Worten, dass ich schuld sei, dass er nun bluten würde und ich in meinem eigenen Dreck liegen solle.
Als er kurz ins Bad ging, bin ich so schnell ich konnte aus dem Zimmer gerannt und zu meiner Freundin. Sie und ihr Mann (bester Freund meines Mannes) waren völlig schockiert. Ich hatte ich eine Gehirnerschütterung, diverse Prellungen, mein Auge war blau und er hat mir büschelweise Haare ausgerissen.
Ich habe dann die Nacht bei meiner Freundin verbracht, während ihr Mann zu meinem Mann ins Zimmer ist, damit die Kinder in Sicherheit sind.
Den nächsten Tag hat er fast komplett im Bett verbracht, um seinen Rausch auszuschlafen. Irgendwann hat er mich dann gefragt, was denn eigentlich los sei und ich habe ihm alles erzählt. Er sagte, er könne sich nicht mal mehr daran erinnern, wie er ins Bett gekommen sei und war sichtlich schockiert von sich selbst. Er wollte sogar abreißen, weil er sich so geschämt hat. Ich wollte wegen der Kinder aber nicht, dass er abreißt, da mein Mann sehr viel arbeitet (ist selbständig) und die Kinder ihn eh wenig sehen...
EIn oder zwei Tage war dann ziemliche Funkstille zwischen uns, obwohl er sich mehrmals entschuldigt und mir beteuert hat, dass es ihm leid tut und dass er nicht weiß, was in ihn gefahren sei. Auf meine Bedingung hin, dass er sich Hilfe sucht, hat er dies auch versprochen und auch gesagt, dass er nie wieder so viel trinken wird. (Die Trinkerei ist schon länger ein Problem, sie macht ihn schon seit Jahren, in denen er beruflich so viel Stress hat, extrem übergriffig, also verbal - er hat mir vorher noch nie körperlich etwas getan).
Die restliche Urlaubszeit war er sichtbar geknickt und dementsprechend sehr lieb und aufmerksam. Ich dachte mir, naja, wenigstens können wir nach dieser schrecklichen Geschichte sozusagen einen Neuanfang starten.
Seit wir wieder zuhause sind, hat diese Aufmerksamkeit nach und nach abgenommen, er ist jetzt meiner Meinung nach nur noch mit sich selbst beschäftigt. Seinen Worten nach hat er nun plötzlich gesehen, wie verkorkst er ist, wie ihn die Karriere völlig überanstrengt und er vielleicht doch sozusagen einen Burn-Out hat. Er versucht auch, einen Termin bei dem Therapeuten zu bekommen, den meine Freundin (sie ist selbst Psychiaterin) ihm empfohlen hat, aber das ist nicht so einfach. Meine Freundin meint, dass er eine manifeste Depression hat und sich diese bei Männern oft in Aggression (neben allen anderen zutreffenden Symptomen) zeigt. Sie hat ihm deswegen vorübergehend Quetiapin 25 mg gegeben, von denen er eine halbe am Abend zum besseren Schlafen einnehmen soll.
Mein Problem ist aber nun, dass mein Plan nicht aufgeht, sprich, ich habe das Gefühl, dass er sich jetzt als Opfer sieht und sich in Selbstmitleid suhlt, und ich mir jetzt so schäbig, blöd und naiv vorkomme, weil ich ihm etwas "verziehen" habe, was für mich ansonsten definitiv ein Trennungsgrund ist.
Hat vielleicht schon mal irgendwer ähnliche Erfahrungen gemacht? Mir ist klar, dass mir niemand sagen kann, ob das einmalig war oder wieder vorkommt, aber vielleicht könnt Ihr mir wenigstens Input geben, ob er Recht hat, sich jetzt so als Opfer zu sehen und ich ihm Unrecht tue, indem ich sage, dass ICH geschlagen worden bin und er deswegen ja wohl auch mal an mich denken könnte...

Sorry für den langen Text und Danke schon mal an alle, die überhaupt bis hierhin gelesen haben...

Viele Grüße

Andrea

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Mondin
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Beitrag So., 22.01.2017, 00:23

....

Hallo Andrea & Willkommen im Forum. Du hast ihm verziehen? Wie begründest Du das vor Dir selbst, falls ich fragen darf? Und noch eine Frage: Bist Du sicher, dass Dein Mann nicht mittlerweile Alkoholiker ist? (Wie oft trinkt er denn und wieviel?)

Lieben Gruß!
Mondin

PS: Du wurdest zusammengeprügelt. Du bist definitiv das Opfer in diesem speziellen Kontext - und er ist der Schläger/Aggressor. Im Übrigen ist davon auszugehen, dass jemand der 1x zuschlägt und das gleich so heftig, das immer wieder tun wird. Alkohol ist dafür keine Entschuldigung, nicht eimal eine Begründung.

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candle.
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Beitrag So., 22.01.2017, 00:32

Hallo und Willkommen!

Ich habe da leider irgendwie keine Meinung zu. Du hast geschlagen, er hat geschlagen, beide besoffen und vorher noch die Szene...


Meinst du nicht, dass du für dich auch etwas tun müßtest?

Viele Grüße!
candle
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Alischa06
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Beitrag So., 22.01.2017, 00:44

Hallo Mondin,

Vielen Dank für Deine schnelle Antwort...

Ja, das ist mein Problem. Eigentlich weiß ich, dass es da nichts zu entschuldigen gibt. Sein Glück ist definitiv, dass ich, dadurch dass ich auch gut betrunken war, das ganze so irreal im Gedächtnis habe. Es ist so im Nebel, wie ein Film, in dem ich gar nicht dabei war.
Irgendwie hatte ich halt die Hoffnung, dass ihn das jetzt doch endlich mal wach gerüttelt hat. Dass er endlich sieht, das ich Recht habe, dass er einen Burn-Out hat und sich und sein Umfeld nun ändert.
Ob er Alkoholiker ist? Tja, das habe ich schon oft überlegt, und ihm auch schon oft gesagt, dass ich auf jeden Fall der Meinung bin, dass er ein Alkoholproblem hat. Wenn es nach ihm ginge, würde er wohl so gut wie jeden Abend eine Flasche Wein trinken. Nachdem ich aber diesbezüglich schon seit Jahren interveniere, trinkt er tatsächlich vielleicht so 2-3 Flaschen in der Woche. Manchmal auch Bier (stattdessen) und ab und zu Schnaps oder Grappa.

Ich denke, dass das momentan auch mit für seine schlechte Laune und Lieblosigkeit verantwortlich ist. Weil ich natürlich eingefordert habe, dass er sich nicht nur nicht mehr so betrinkt, sondern auch allgemein weniger trinkt. Wahrscheinlich fühlt er sich dadurch bevormundet und das kann er gar nicht leiden.
Ja, nachdem ich ihm heute abend vorgeworfen habe, dass er sich in Selbstmitleid suhlt und überhaupt keinen Grund dazu hat, weil nicht er geschlagen wurde sondern ich, hatte ich das Gefühl, dass er kurzzeitig versucht hat, die Schuld bei mir zu suchen. Das hat er allerdings abgestritten. Dann ist er ins Bett und schläft nun aufgrund seiner Tabletten den Schlaf der Gerechten, während ich hier sitze und grüble.

Du meinst also nicht, dass eine Therapie helfen könnte?

Ich habe schon oft darüber nachgedacht, ihn zu verlassen. Es ist, wie wenn er zwei Gesichter hätte...
Allerdings bin ich bisher immer davor zurückgeschreckt, weil wir so "verbandelt" sind. Wir haben zusammen mehrere Häuser mit Darlehen, zusammen eine Firma, in der wir beide arbeiten und ich bin seit Jahrtzehnten aus dem Berufsleben raus und arbeite nur von Zuhause aus. Und natürlich der Kinder wegen, denen er kein schlechter Vater ist.
Ach, ich weiß, alles keine Gründe... aber bisher habe ich immer gesagt, dass es uns ja nicht schlecht geht und die Hoffnung habe ich halt auch noch nicht komplett aufgegeben...

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Beitrag So., 22.01.2017, 00:47

Hallo Candle,

Was meinst Du denn mit "etwas für mich tun"? Auch eine Therapie für mich? Das habe ich tatsächlich schon überlegt... oder eine gemeinsame?

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candle.
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Beitrag So., 22.01.2017, 00:54

Alischa06 hat geschrieben:
Was meinst Du denn mit "etwas für mich tun"? Auch eine Therapie für mich?
Ja, genau!

candle
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Alischa06
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Beitrag So., 22.01.2017, 00:59

Candle, Danke!
Ja, dann werde ich das auch machen. So oder so, auch wenn ich mich trennen sollte, kann das auf jeden Fall nicht schaden.

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Mondin
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Beitrag So., 22.01.2017, 01:00

....
Liebe Alischa, ich war gute 16 Jahre lang mit einem Alkoholiker zusammen und ich kann Dir nur sagen, dass Du gegen den Alkohol nur verlieren kannst, so lange Dein Mann keine Einsicht in seine Krankheit hat und selbst etwas ändern will. Ich hätte da mal einige Links für Dich, die Du vielleicht mal in Ruhe lesen magst und das in Deine weiteren Überlegungen einbeziehst.

Eine Therapie ist im Übrigen nur sinnvoll, wenn der Betreffende wirklich etwas ändern will. Ein nasser Alkoholiker, der will nichts ändern, der will nur in Ruhe (weiter)trinken.

Zuerst einmal etwas zur Charakteristik gewalttätiger Partner. Bitte lies den gesamten Text: Klick! (Die Seiten könnten generell für Dich interessant sein.)

Dann die typische Entwicklung einer Alkoholsucht: KLack!

Und zu guter Letzt das, was auf Dich selbst bereits in gewissem Maße zutreffen dürfte, wenn Du bereits seit Längerem intervenierst: Klick Co-Abhängigkeit

Und wenn Du das alles mal gelesen hast und auf Dich hast wirken lassen, dann überlege gut, was Du nun tun willst und ob Du Dir und Deinen Kindern das weiter antun willst.

Liebe Grüße & alles Gute!
Mondin

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Alischa06
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Beitrag So., 22.01.2017, 09:56

Guten Morgen Mondin,

So, habe alle Links noch gestern und heute früh durchgelesen.
Ich habe schon das Gefühl, dass mein Mann tatsächlich etwas ändern will. Schon alleine, um sein "Saubermann-Image" von sich selbst wieder herzustellen. Die Frage ist nur, ob das etwas bringt? Oft beschleicht mich das Gefühl, dass er gerne von einem Therapeuten die Absolution erhalten will bzw. "repariert" werden möchte. Er kann sich in der Öffentlichkeit auch sehr gut darstellen, ist anfangs bei allen beliebt und kann sich gut ausdrücken...
Eine ausgeprägte Gewaltbeziehung haben wir nicht. Bis auf Silvester hat er mich vorher noch nie angelangt, beschimpft hat er mich an und an in betrunkenem Zustand. Ansonsten wagt er es nicht, weil ich eigentlich schon Kontra gebe. Ich lass mir normalerweise auch nichts gefallen. Aber ich lass mich halt immer wieder belabern und glaube den Versprechungen, dass er sich bessert und alles anders wird...
Ein Alkoholproblem hat er definitiv, ich denke aber, dass die Schwelle zu echter Sucht noch nicht erreicht ist. Er trinkt gerne und zur Beruhigung. Allerdings ist die Entwicklung zur tatsächlichen Alkoholkrankheit natürlich absehbar, wenn er nichts ändert.
Co-Abhängig bin ich nicht, das einzige ist, dass wir oft diskutieren, dass er Zuviel trinkt. Ansonsten trifft nichts auf mich zu.
Mir geht es ja auch nicht schlecht in unserer Ehe, oh bin nicht weniger selbstbewusst als früher oder unterdrückt. Auch wenn mein Mann das schon ab und an versucht, indem er mich behandelt wie ein Kind. Aber ich stehe schon für mich und meine Bedürfnisse ein und gebe oft Kontra.ich bin halt nur nie wirklich glücklich bzw. Die versprochenen Besserungen, in denen ich glücklich bin, halten meist nur wenige Tage bis max. 2 Wochen an.
Ich weiß auch, dass mein Mann definitiv narzisstische Züge hat. Mit denen ich aber meistens ganz gut umgehen kann, weil ich die definitiv auch habe. Deshalb können wir wahrscheinlich schon seit so vielen Jahren weder miteinander noch ohne einander.

Ich glaube, eine Therapie für mich ist doch das richtige. Das würde mir sicher helfen, endlich Klarheit in unsere Beziehung zu bringen.

Danke für Deinen Imput. Das hat mir schon sehr geholfen, mich ein bißchen zu sortieren.

LG

Andrea


kaja
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Beitrag So., 22.01.2017, 10:15

Hast du evtl. Sorge das er durch eine Therapie mehr Aufmerksamkeit und Zuwendung erfährt als du ?
Einige deiner Bedenken bezüglich seiner eventuellen Therapie/Behandlung klingen etwas "neidisch". Als sei es dir wichtig deinen Opferstatus und seinen Täterstatus zu erhalten. Dieser gilt für seinen Gewaltausbruch, muss aber nicht zwangsläufig immer die Rollenverteilung sein.
After all this time ? Always.


Maskerade
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Beitrag So., 22.01.2017, 15:34

Hallo Alisha,

bin selbst in einer Alkoholikerfamilie großgeworden, mit Gewalt und sex. MB und allem, was man sich vorstellen kann.

Meine Mum hat den Absprung nie geschafft und ich muß ehrlich sagen, daß ich das bis heute nur begrenzt verstehen kann. Er hat sie so viele Jahre übel verprügelt, auch in ihren Schwangerschaften, hat auch MB in der Ehe gemacht, sprich, schon da haben wir es miterlebt.
Ich weiß nicht, aber ich kann mir nicht vorstellen daß ich bei so einem Mann geblieben wäre.

Bei dem, was Du berichtest wäre für mich schon ausreichend Anlaß, zu gehen. Ich glaube, da könnte mich nichts und niemand aufhelten. Ich würde die Kinder schnappen und gehen. SO würde ich nie wieder mit mir umgehen lassen. Ich kenne einige der vielen Gründe, warum Frauen bleiben, aber die machen sich nur selbst etwas vor. Da wird bei vielen so uiemlich alles gerechtfertigt, was längst schon nicht mehr tragbar ist.

Was ich jetzt noch nicht ganz verstanden habe ist, welche Rolle Du in diesem Akt spielst. Du hast ihn auch geschlagen ? Zuerst, oder zur Selbstverteidigung ?

Wach rütteln wirst Du ihn vermutlich nicht können, wenn er selbst nicht auf den Trichter kommt, dann kann er an seinem Verhalten leider nichts ändern und wenn überhaupt kann halt nur es selbst Veränderungen bewirken.

Mich wundert es immer wieder, wie naiv viele Frauen oder je nach dem auch Männer damit umgehen. Da ist von einer Sekunde auf die andere kein Verstand, kein logisches Denken, ... mehr vorhanden. Sie verteidigen den Betroffenen mit allem, was sie zur Verfügung haben, ja entschuldigen ihn/sie noch. Vergessen dabei alles, was ihnen je von diesem Menschen angetan wurde. Es ist ein klassisches Verhalten eines Opfers.

Ich wünsche Dir nur non Herzen, daß Du die Rolle des Opfers nicht weiter spielst, denn wenn Du da einmal drinne bist, dann ist es verdammt schwer, da wieder herauszukommen. Glaub mir, davon kann ich ein Lied singen.

LG Maskerade


Wenn ich hierzu auch noch etwas sagen dürfte ...
die Schwelle zu echter Sucht noch nicht erreicht ist. Er trinkt gerne und zur Beruhigung. Allerdings ist die Entwicklung zur tatsächlichen Alkoholkrankheit natürlich absehbar, wenn er nichts ändert.
Co-Abhängig bin ich nicht, das einzige ist, dass wir oft diskutieren, dass er Zuviel trinkt. Ansonsten trifft nichts auf mich zu.
Mir geht es ja auch nicht schlecht in unserer Ehe
Deiner Erzählung nach sehe ich das anders, aber wo beginnt denn für Dich "die echte Sucht?"
Es gibt ja ganz unterschiedliche Formen von Alkoholkrankheit. Hast Du Dich damit schon mal näher befaßt ? Du wärst nicht die Erste, die den Alkonsum des Partners/ der Partnerin verharmlost und verniedlicht.

Ebenso wäre ich mir an Deiner Stelle nicht so sicher sein, daß Du noch keine Co-Abhängige bist. Zwischen den Zeilen kann man schon anhaltspunkte dafür finden.

LG Maskerade
Liebe Grüße, Maskerade

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Pianolullaby
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Beitrag So., 22.01.2017, 22:00

Hallo Alischa, ich kenne mich mit Alkoholiker nicht gut aus, ich hatte nie einen Partner der trinkt.
Jedoch sehe ich es so, dass wenn mich jemand so zusammenprügelt, dass das für mich ziemlich sicher der Schlussstrich wäre. Auf jeden Fall fände ich für euer Beiden je eine Einzeltherapie und zusammen eine Paartherapie sinnvoll.
Würde es ein 2. Mal vorkommen ist meine Entscheidung absolut klar.
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Beitrag Mo., 23.01.2017, 08:30

Ich würde über Paarberatung nachdenken. Mein Eindruck ist, in eurer Beziehung läuft etwas nicht ganz rund.

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ExtraordinaryGirl
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Beitrag Mo., 23.01.2017, 08:52

Maskerade hat geschrieben:Du hast ihn auch geschlagen ? Zuerst, oder zur Selbstverteidigung ?
Weiter oben hat sie geschrieben, dass er sie angefasst hat, obwohl sie ihm gesagt hat, dass er es lassen soll.

Bis dahin schien es etwa gleichauf zu sein (beide getrunken, beide geflirtet, sie hat ihm eine Szene gemacht, nachdem er seinem Flirt gesagt hat, dass er ihn bzw. sie lieb hat).

Ich muss sagen, dass ich nach einem derart großen Kontrollverlust (bis hin zum Würgen) sofort weg wäre. Das Risiko wäre mir zu groß.

Und dann noch das Wohl der Kinder ... Es gibt ja angeblich solche, die zwar ihren Partner, aber nicht das Kind/die Kinder schlagen - aber auch solche, die (früher oder später) beides tun oder bei denen es sich verlagert.

Aber ich find's gut, dass die TE eine Therapie in Erwägung zieht, um Klarheit in die Beziehung zu bringen.
"Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
uns neuen Räumen jung entgegen senden.
~
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden.
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

(Hermann Hesse - Stufen)


Maskerade
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Beitrag Mo., 23.01.2017, 14:41

Weiter oben hat sie geschrieben, dass er sie angefasst hat, obwohl sie ihm gesagt hat, dass er es lassen soll.

Bis dahin schien es etwa gleichauf zu sein (beide getrunken, beide geflirtet, sie hat ihm eine Szene gemacht, nachdem er seinem Flirt gesagt hat, dass er ihn bzw. sie lieb hat).

Ich muss sagen, dass ich nach einem derart großen Kontrollverlust (bis hin zum Würgen) sofort weg wäre. Das Risiko wäre mir zu groß.

Und dann noch das Wohl der Kinder ... Es gibt ja angeblich solche, die zwar ihren Partner, aber nicht das Kind/die Kinder schlagen - aber auch solche, die (früher oder später) beides tun oder bei denen es sich verlagert.

Aber ich find's gut, dass die TE eine Therapie in Erwägung zieht, um Klarheit in die Beziehung zu bringen.
@ ExtraordinaryGirl,

da geht es mir wie Dir, ich wäre auch weg ! Alischa ist meiner Meinung nach dabei, zu verharmlosen und zu verniedlichen, runterzuspielen.

Therapie finde ich da auch ganz dringend angezeigt. Eine Beratungsstelle reicht, finde ich, nicht aus. Würde über Paartherapie und Einzeltherapie nachdenken.

Dieses Verhalten seinerseits ist absolut inakzeptabel, auch wenn es vielleicht das erste mal war. Wenn die Hemmschwelle erst einmal übertreten ist, weiß man nicht, wie es in der nächsten Konliktsituation aussieht.

Daß es das nicht mehr machen möchte und dies womöglich auch noch verspricht, mag man sogar glauben, aber in höchster Erregung ist es dann noch schwerer, die Kontrolle zu behalten. Und Kontrollverlust, der gegen andere geht, geht einfach gar nicht !

LG Maskerade
Liebe Grüße, Maskerade

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