Angst vor IV Abklärung / Gespräch

Kliniken u.a. in der Schweiz (keine generellen Fragen)
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_Janu_
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Angst vor IV Abklärung / Gespräch

Beitrag Fr., 07.04.2017, 18:56

Hallo


Hier zuerst etwas trockenes Basiswissen über meine Situation: :ballaballa: :stupid:
Ich bin Schweizer, männlich, 28 Jahre alt, single, arbeitslos (beziehe Sozialhilfe), keine Familienangehörige und war im Sommer 2016 das zweite mal in einer psychiatrischen Tagesklinik.
In meinem Austrittsbericht, um welchen ich gebeten habe, steht:

- Komplexe posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10) F43.1 / F62.0
- Mittelgradig bis schwere depressive Episoden bei rezidivierender depressiver Störung F33.1/2
- Panikstörungen F41.0
- Probleme durch Kindheitserlebnisse (etc......) Z61.0 Z61.1 Z61.3 Z61.7 Z81.3 schwere somatische Erkrankung in der Kindheit etc.
Z62.0 Z62.2 Z62.3
- DD Schizotype Störung F21

- Medikamentöse Behandlung - Keine
- Momentan in Behandlung - Nein



Anfangs Juni habe ich einen Termin mit PD Dr.med blabla bei der IV Stelle in.......... zwecks:
Abklärung für Invalidenversicherung / Begutachtung in der Frage meiner Invalidität ....

Kann mir jemand sagen, was mich da erwartet? Ich bin Besorgt darüber, mit was für Erwartungen ich dort hingehen sollte, und was von mir erwartet wird... Ich bin mir im klaren, dass eine vollständige Kooperation und Transparenz meinerseits eine Abklärung wesentlich erleichtern würde, trotz diesem Wissen bin ich nicht bereit, mit einem fremden Menschen dem ich nicht vertraue über meine Probleme zu sprechen, oder mich manipulieren zu lassen.
Der Kern dieser, und weiterer Gedanken ist die Sorge, dass sich meine ohnehin schon schwierige Situation noch weiter verschlechtert, was für mich verheerende Auswirkungen hätte.

Ich würde am liebsten nicht hingehen.
Zuletzt geändert von Pauline am So., 17.05.2020, 05:45, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Ortschaftsnamen entfernt wegen Wahrung der Anonymität.

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Pianolullaby
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Beitrag Sa., 08.04.2017, 00:30

Hallo

Ich bin ebenfalls aus der Schweiz, 38 jährig seit 2009 50% Rentnerin aufgrund körperlicher Problematiken (Mehrere Diagnosen, v.a. aber aufgrund Rückenproblematik 2x operiert. Seit 2015 100% Rentnerin.

Ich habe als psych. Diagnosen v.a. :

die kopmlexe PTBS, aber v.a. 4 versch. Dissoziative Störungen.

Wichtig sind nicht nur die Diagnosen sondern auch die Einschränkungen, die werden bei diesen Termin abgefragt.
Ebenso werden Symptome abgefragt, und auch; warum du diese hast. Das heisst es werden auf jeden Fall Fragen zum Missbraucht kommen.
Dir wird es jedoch kaum gelingen nicht darüber zu sprechen. Denn der Gutachter muss einschätzen, wie eingeschränkt du eben in der Arbeitsfähigkeit bist.
Kooperierst Du dabei nicht, ist die Chance abgelehnt zu werden sehr gross. Und es braucht doch recht viel, bis überhaupt eine Rente zugesprochen wird.

Es wird ziemlich sicher 3 Termine an diesem Tag geben. Dauerst also ziemlich sicher den ganzen Tag, evt Zusatztage.

- Allg. Medizin Termin, dabei wird angeschaut, hattest Du Operationen, was für Krankheiten körperlicher Natur welche du hattest. Gibt es spezifisch körperliche Probleme (wie bei mir Rücken)

- Psychiater Termin, wie oben beschrieben.

und evt. auch ein Neurologe, da noch schizotypische Problematik.

Jeder einzelne Termin wird ca 2 std. dauern.


Du darfst Begleitungspersonen mitnehmen, allerdings dürfen sie während der Termine nicht im Zimmer dabei sein, sie müssen draussen warten.
Nimm genügend Flüssigkeit mit, dränge auf Pausen.

Und zum Schluss gibt es meist noch an einem anderen Tag ein Termin zum miteinander besprechen wie weiter.

Hoffe Dir einigermassen gedient zu haben.
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Seelenwelten
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Beitrag So., 14.05.2017, 10:06

hallo janu

kann deine angst gut verstehen. ich habe die rente 2004 zugesprochen bekommen und bei mir kam zum glück damals nur jemand für die haushaltsabklärung nach hause. diese war sehr nett und ich musste nicht alles erzählen sondern nur, was für mich ok war. vieles stand ja bereits in den klinik und arztberichten.

im 2011 gab es dann eine grosse revision und da musste ich nach basel zu einem iv-psychiater zu einem gutachten. ich qar furchtbar nervös, gerade auch weil ich nicht so schnell vertrauen fassen kann. das gespräch dauerte zwei stunden und ich wurde zu nichts gedrängt. ich sagte dem auch ehrlich, dass ich total nervös bin und angst habe, dass ich die rente nun verliere. am schluss des gespräches sagte er mir sogar, ich solle mir keine sorgen machen, das sei ein klarer fall und er werde den bericht demebtsprechend verfassen.
dass du fragen zu traumatischen erlebnissen beantworten musst, wie pianolullaby sagt, bin ich nicht so überzeugt. aber vielleicht wird das auch verschieden gehandhabt. ich hab kaum erinnerungen an traumata obwohl ich eine traumabedingte erkrankung habe und aufgrund dieser eine volle rente habe. ich wurde nie gedrängt, darauf näher einzugehen.
es geht nicht darum, welche diagnosen du hast, sondern welche einschränkungen im alltag und der arbeit du hast. beschreibe deinen alltag, was dir mühe macht beim arbeiten und du darfst auch ehrlich sagen, dass du nervös bist.
viel glück

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Seelenwelten
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Beitrag Mi., 07.06.2017, 13:58

@janu

Hattest du den Termin bereits? Wie lief es?

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Beitrag Sa., 08.07.2017, 00:40

Seelenwelten hat geschrieben: Mi., 07.06.2017, 13:58 @janu

Hattest du den Termin bereits? Wie lief es?
Ich hatte den Termin letzte Woche... Es verlief ganz ok, den Umständen entsprechend halt.
Der Gutachter wollte natürlich Dinge wissen, über die ich nicht sprechen will, allerdings hat er überhaupt nicht nach gebohrt und das ganze dauerte ca. eine halbe Stunde, vielleicht auch länger als eine Stunde, so genau kann ich das nicht sagen.

Er meinte das Integrationsmaßnahmen im Moment nicht gut wären und dass ich aber auch nicht zum Sozialdienst passe, was wohl heißt, das ich erst mal eine Rente kriege.... Das ist für mich eine Erleichterung und Belastung zugleich.
Ich frage mich jetzt, ob es wieder 2-3 Jahre dauern wird, bis ich wieder etwas von der IV höre ...
Für mich ist das ganze IV Verfahren und alles was noch dazugehört und noch kommt eher belastend, keine Ahnung was ich davon halten soll... :kotz:

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Beitrag So., 09.07.2017, 20:39

Bei mir hat es vom Gutachten bis zur provisorischen Verfügung 15 Monate gedauet,
und nochmals 6 Monate bis zur 1. Auszahlung
Und gut zu wissen, die IV muss nicht zum selben Schluss kommen wie der Gutachter.
Das heisst also nicht, dass Du wirklich auch eine Rente bekommst.
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Beitrag Di., 11.07.2017, 00:34

Kennst du die Integrationsmaßnahmen der IV?

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Beitrag Di., 11.07.2017, 20:22

Jein, ich habe selbst eine Wiedereingliederung gemacht, das erste Mal unterbrochen durch eine Verschlimmerung meiner Bandscheibenproblematik. Musste wieder längers liegen. Und habe dann wieder weiter gemacht, musste schlussendlich aber abbrechen weil es nicht funktioniert hat mit dem Rücken und zusammen mit meinen Medis.
Ich hatte die Anmeldung bei der IV für wiedereingliederung im Mai 09 gestellt, und habe Oktober 09 begonnen,
mitte 10 abgebrochen. Etwa 1 Jahr später Gutachten danach 1 Jahr nichts und dann wie oben beschrieben.

Mittlerweile habe ich 100l% Rente vorher nur 50% bis 2014, und ich kann mittlerweile an 3 Vormittagen in ein KreativAtelier. Da darf ich selber wählen was ich für mich machen kann.
Ich weiss jedoch nicht ob ich noch irgend einmal wirklich in den Arbeitsmarkt komme.
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Beitrag So., 17.05.2020, 01:06

Noch ein kleines Update, falls überhaupt noch jemand da ist ^^

Ich war im Januar ein zweites mal bei einem Gutachter, und auch in mehreren Kliniken seither.
Die IV hat es immer noch nicht geschafft zu einem Ergebnis zu kommen, im Juni sind es 5 Jahre.
Es geht mir auch zunehmend schlechter.

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Seelenwelten
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Beitrag So., 17.05.2020, 08:03

hallo janu

es tut mir sehr leid zu hören, dass es dir zunehmend schlechter geht und dass die iv immer noch zu keinem ergebnis gekommen bist. was sagen sie den woran es liegt? hast du deine akten schon mal angefordert?

was ist den der grund dass es dir zunehmend schlechter geht? bist du in behandlung?

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Beitrag So., 17.05.2020, 21:14

Ich hatte das Gutachten auch damals im Mai, und die Verfügung kam im Dezember
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