Arbeiten in Teilzeit mit stressigem Job

Das Leben ist wesentlich durch unsere Arbeit geprägt. Der Job kann jedoch auch Quelle von Ärger und Frustration sein, oder persönliche Probleme geradezu auf die Spitze treiben...
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Hedera.Helix
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Arbeiten in Teilzeit mit stressigem Job

Beitrag Mo., 11.02.2019, 20:33

Hallo!

Mich beschäftigt zur Zeit Grad das Thema Teilzeit, und da wollte ich euch Mal fragen, wie ihr so dazu steht und was ihr für Erfahrungen damit gemacht habt?

Mir geht es so, dass ich gerade eine Teilzeit-Stelle begonnen habe. Trotzdem mache ich mir Gedanken darüber, wie sich das in der Realität umsetzen lässt. Denn in meiner Sparte ist es eigentlich eher normal, dass man Vollzeit arbeitet und auch Überstunden macht wenn nötig (das wird von den Chefs im Prinzip voraus gesetzt). Zur Hochsaison sind wohl in der Vergangenheit alle Mitarbeiter für ~ 2 Monate auf 45 Stunden hochgestuft worden. Ich muss sagen, dass mir davor jetzt schon graut. Der ein- oder andere hat auch schon komische Fragen gestellt, warum ich nur 30 h arbeite. Ich mache mir Sorgen darüber, dass die anderen mich für faul halten könnten, wenn sie sich bis spät nachts abrackern, weil es ja so viel zu tun gibt. Und ich dann wie die unkollegiale Kollegin wirke, die früh zeitig nach Hause geht, weil sie gerne ihr Leben genießen möchte. Allein diese Gedanken setzen mich unter Druck.

(Ich muss sagen dass ich mir vorstellen kann dass ich die Teilzeit-Stelle auch nur deswegen bekommen habe, weil die Personaler evtl. Gedacht haben, ich hätte ein Kind)

Habt ihr auch schon Mal in so einer Situation gesteckt? Wie geht man am Besten damit um, wenn man aufgrund einer Erkrankung nicht so leistungsfähig ist, aber leider niemandem davon erzählen kann?


shesmovedon
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Beitrag Mo., 11.02.2019, 21:01

Du musst dich doch vor niemandem rechtfertigen, wenn du Teilzeit arbeitest. Das ist deine Entscheidung. Ich kann die Gedanken nicht so nachvollziehen, denn die Kollegen hätten ja selbst Teilzeit arbeiten können, wenn sie wollten oder so...

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Pianolullaby
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Beitrag Mo., 11.02.2019, 21:48

In was für einer Sparte denn? Ansonsten Schlendrian recht gebe. Du bist niemandem eine Erklärung schuldig.
Dass gewisse Überstunden geleistet werden sollte ist schon so, aber das hat Grenzen
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Beitrag Di., 12.02.2019, 19:38

Danke für die Antworten.
Meine Arbeit geht so grob in die kreative Richtung, möchte das jetzt nicht zu genau schreiben, um wirklich anonym zu bleiben.


theweirdeffekt
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Beitrag Mo., 18.02.2019, 15:14

Hallo Hedera,

Ich finde ja man soll sein leben so gestalten, dass es einem gut tut. Und insgesamt sollte teilzeit das neue vollzeit sein, man ist doch auch viel gelassener, wenn man auch zeit für sich selber hat, zeit zum überlegen: was will ich abgesehen von der Arbeit? Wer bin ich und was macht mich aus? Wohl hoffentlich nicht nur die arbeit...

Sicher hätten die oberen gerne Herdentiere, die vor lauter Überstunden und Arbeit nicht mehr zum Nachdenken, kritisch sein und reflektieren kommen (Vorsicht ironie). Aber will ich das für mich auch? Damit will ich jz Niemanden angreifen der/die, keine ahnung, 60h/Woche arbeitet. Gibt ja durchaus workoholics denen das gefällt und die das gerne tun. Ist auch in ordnung, das sollte jeder selbst entscheiden.
Aber sich mies fühlen, weil man das selber nicht will oder eim schlechtes gewissen haben? Nö braucht many mMn nicht.

LG
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CrazyChild
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Beitrag Mo., 18.02.2019, 17:51

theweirdeffekt hat geschrieben:
Mo., 18.02.2019, 15:14
Ich finde ja man soll sein leben so gestalten, dass es einem gut tut. Und insgesamt sollte teilzeit das neue vollzeit sein, man ist doch auch viel gelassener, wenn man auch zeit für sich selber hat, zeit zum überlegen: was will ich abgesehen von der Arbeit? Wer bin ich und was macht mich aus? Wohl hoffentlich nicht nur die arbeit...
Nicht jeder ist in der glücklichen Lage, sich das aussuchen zu können, bzw leisten zu können, weniger zu arbeiten oder so zu arbeiten, wie für ihn selbst angenehm wäre. Ich bin auch psychisch labil und arbeite mein ganzes Leben schon plus 40h / Woche. Ich muss dies tun um meinen Lebensstandard halten zu können, den ich benötige, damit es mir gut geht.
Also, so einfach ist das nicht. Abgesehen davon kann arbeiten auch bei einer psychischen Erkrankung sehr hilfreich sein.
LG, CrazyChild

***stay strong***


theweirdeffekt
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Beitrag Mo., 18.02.2019, 18:14

Sicher da bin ich total bei dir CrazyChild und geb dir recht.

Für Hedera funktioniert die TZ stelle aber und ich hab's so interpretiert, dass es mehr um das Gefühl dabei geht, nicht VZ zu arbeiten, was ja "nicht gesellschaftskonform" ist. Dementsprechend bin ich der Meinung die ich oben geschrieben hab. Natürlich vorausgesetzt man ist in der glücklichen Lage sonst gehts nicht.

Leider ist Teilzeit auch nicht das neue VZ, im sinne von: es gibt keine 40h mehr sondern 20-30 ist maximum und wird wie 40 gezahlt. Aber es sollte so sein. Hab mich wohl unklar ausgedrückt.

Ich fänds auch für dich gut, wenn du nicht 40h+ arbeiten müsstest, wenns dir nicht gut geht. Gerade weil jede/r finanziell in der lage sein "sollte" weniger zu arbeiten. Dafür brauchts gehaltserhöhungen etc. Und mir ist klar, dass das wahrscheinlich nicht so einfach umsetzbar ist. Sollte es gesellschaftssystemtechnisch aber. Ich weiß, wieder ein "sollte"...

ich denk der Druck, arbeiten zu müssen, schlägt auch auf die Psyche. Und da wärs zumindest schon ein anfang, wenn jede/r genug bezahlt bekommen würde, um das zumindest nicht VZ zu müssen. (Es sei denn natürlich man hat seinen Traumjob).

Das wollt ich damit sagen, dich oder irgendjemand anderen angreifen, wollt ich auf alle fälle nicht.

Lg
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CrazyChild
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Beitrag Mo., 18.02.2019, 18:24

theweirdeffekt hat geschrieben:
Mo., 18.02.2019, 18:14
Das wollt ich damit sagen, dich oder irgendjemand anderen angreifen, wollt ich auf alle fälle nicht.
Alles gut. Ich habe mich auch nicht angegriffen gefühlt.
LG, CrazyChild

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shesmovedon
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Beitrag Mo., 18.02.2019, 19:00

Aber nicht jeder ist auf den selben Standart angewiesen, wie du es scheinbar bist, Crazy. Ich kenne Leute, die arbeiten Teilzeit und verzichten gerne auf mehr Geld. Ich plane für mich (wobei mich eh niemand arbeiten sieht) eine Teilzeitstelle auf lange Sicht an, mit wenig Geld, aber damit komme ich klar. Durch die Grundsicherung habe ich gelernt mit 400 Euro im Monat auszukommen. Wenn ich ein bisschen mehr hätte, wäre nett. Würde mir aber nicht zum Lebensglück verhelfen.

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Lia.
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Beitrag So., 24.02.2019, 20:19

Vielleicht mal meine Erfahrung :

Seit drei Jahren Arbeite ich gut 23 Stunden im sozialen Bereich. Und erst seitdem! Gehts mir besser und meine Lebensqualität ist enorm gestiegen! Ich mache dafür auch gerne Abstriche und wohne statt in zwei eben in einer einzimmerwohnung, habe halt keine Kinder....

Für mich ist Freizeit wichtiger als Haufen Geld. Was nutzt mir Haufen Geld wenn ich unzufrieden bin.. Ich habe gelernt mit weniger auszukommen und bin glücklicher. Ich bin aber auch nicht sehr materiell ,hab aber alles immer bezahlt und noch bisschen was für mich

So nun zu deiner Geschichte. Was die Kollegen sagen ist erstmal piep egal! Es ist dein leben! Und auch Sie hätten einen teilzeit Vertrag unterschreiben können! Haben Sie aber nicht! Dann ist das so!
Du! Musst dich für rein garnichts entschuldigen. Schließlich hast du auch weniger Geld als die Kollegen oder? Also ist es doch gerecht aufgeteilt
Es gibt nichts schlechtes das nicht auch für irgendwas gut ist