Bewerbung, Lebenslauf, Krankheit

Das Leben ist wesentlich durch unsere Arbeit geprägt. Der Job kann jedoch auch Quelle von Ärger und Frustration sein, oder persönliche Probleme geradezu auf die Spitze treiben...
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Kristina1974
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Bewerbung, Lebenslauf, Krankheit

Beitrag So., 16.06.2019, 10:08

Hallo ihr Lieben,
ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen.
Ich hatte 2017 einen Herzinfarkt. Danach ist meine gut haendelbare Depression ausgetickt und warf mich in eine mittel--schwere Depression. Nach 1,5 Jahren steuerte mich die Krankenkasse aus, das Arbeitsamt übernahm. Rückwirkend ab 01.04.19 wurde mir eine befristete Erwerbsminderungsrente bewilligt. Bis 31.05.19 war ich offiziell noch angestellt. Die Rente ist so niedrig, dass ich davon nicht leben kann. Auch ist es mein Ziel irgendwann wieder voll arbeitsfaehig zu sein und ich bin auch schon eine Stufe "gesünder" Sprich ich möchte mal probieren, ob ich nicht schon wieder einige Stunden arbeiten kann. Sprich Minijob.
Aber - und nun komme ich zu meiner Frage - was schreibe ich für die letzten Jahre in den Lebenslauf?
- beschäftigt bis 31.05.2019 ohne Erwähnung der Krankheit? Anschließend Erwerbsminderungsrente => klingt doch komisch, oder?
Oder
- erkrankt ab 2017, ab 02.04.19 Erwerbsminderungsrente => da stellt mich doch keiner ein

=== HILFE WAS TUN? === 🤔😳

ich bin da echt etwas ratlos. Ich habe kein Problem zu meiner Erkrankung zu stehen. Und ich weiß, dass ich es schaffen werde. Aber das interessiert ja erstmal bei der Bewerberauswahl nicht.

Freue mich auf eure Meinungen 😊
Liebe Grüße Kristina

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candle.
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Beitrag So., 16.06.2019, 10:15

Hallo Kristina!

Ich denke bei einem Minijob wird das relativ unproblematisch sein, jedenfalls habe ich für einen Minijob nie eine Bewerbung geschrieben.

Ich bin nicht der Experte, aber wieso ist deine Anstellung jetzt weg? Da hättest du ja im besten Fall eine Eingliederung machen können.

Und was ist mit der Rente? Hast du sie weiter beantragt oder wo bist du jetzt gemeldet?

Mein Weg war der über eine LTA durch die Rentenversicherung wieder berufstätig zu werden.

Viele Grüße!
candle
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kaja
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Beitrag So., 16.06.2019, 10:28

Bei einem Minijob würde ich die Zeit der Krankheit und die Erwerbsminderungsrente nicht erwähnen.

Gib bis zum 31.05.2019 den Arbeitgeber an und dann nutz den Minijob um Lücken im Lebenslauf abzudecken. Das funktioniert meistens sehr gut, ist nicht gelogen und steigert deine Chancen.

Je nachdem ob es sich um einen anspruchsvollen Minijob handelt, ob er branchenfremd ist oder nicht usw. interessiert sich da bei einem Minijob eh niemand so genau für die Details im Lebenslauf.
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Kristina1974
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Beitrag Mo., 17.06.2019, 08:31

aber wieso ist deine Anstellung jetzt weg? Da hättest du ja im besten Fall eine Eingliederung machen können.

Ich:
Das ist schon in Ordnung so. Das Arbeiten dort war mental sehr anstrengend da extremer Narzissmus in den oberen Etagen.

Und was ist mit der Rente? Hast du sie weiter beantragt oder wo bist du jetzt gemeldet?

Ich:
Sie laeuft noch bis 30.03.2020

Mein Weg war der über eine LTA durch die Rentenversicherung wieder berufstätig zu werden.

Ich:
Waa ist eine LTA?

Liebe Grüße
Zuletzt geändert von Kristina1974 am Mo., 17.06.2019, 08:37, insgesamt 2-mal geändert.

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Kristina1974
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Beitrag Mo., 17.06.2019, 08:35

kaja hat geschrieben:
So., 16.06.2019, 10:28
Je nachdem ob es sich um einen anspruchsvollen Minijob handelt, ob er branchenfremd ist oder nicht usw. interessiert sich da bei einem Minijob eh niemand so genau für die Details im Lebenslauf.
Hm... Naja was ist anspruchsvoll. Ich komme aus dem Sekretariatsbereich und will dort wieder hin

Darf man das denn so handhaben? Soweit ich weiß muss man gesetzlich die Wahrheit sagen

Liebe Grüße

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candle.
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Beitrag Mo., 17.06.2019, 10:52

Da habe ich dich nur etwas falsch verstanden. Also du bleibst Rentner und machst einen Minijob. Ist OK!

candle
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Beitrag Mo., 17.06.2019, 11:52

Candle, ist doch nicht schlimm 😊
Bleibst du dennoch deiner Meinung? Interessiert mich wirklich!
Liebe Grüße

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candle.
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Beitrag Mo., 17.06.2019, 12:01

Welche Meinung meinst du?

candle
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Beitrag Mo., 17.06.2019, 13:13

candle. hat geschrieben:
Mo., 17.06.2019, 12:01
Welche Meinung meinst du?

candle
Das es unproblematisch ist. Aber du hast schon recht recht, die neuen Infos haben ja auf deine Meinung keinen Einfluss 😂

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Sarana
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Beitrag Mo., 17.06.2019, 16:47

Hm, ich bin gut 20 Jahre jünger als du, was ja leider durchaus eine Rolle spielt. In meinem Fall habe ich für die zwei Jahre "Krankheit, Rehabilitation und vollständige Genesung" geschrieben und jegliche Fragen in Bewerbungsgesprächen abgeblockt. Es kommt wie gesagt auch drauf an, wie anspruchsvoll der Job ist. Wenn du bei den Stellen, die dich wirklich interessieren, erstmal nichts findest, hilft es vielleicht, wenn du ein paar Monate was anderes macht. Damit zeigst du dann ja, dass du trotz Rente auch arbeitsfähig bist. Kann sein, dass ich es mir einbilde, aber mittlerweile kriege ich mehr Rückmeldungen als noch vor nem halben Jahr, als ich gerade erst aus der Krankheitsphase rauskam.
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Kristina1974
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Beitrag Mo., 17.06.2019, 19:40

Hallo Sarana,

das merke ich mir für die "große" Bewerbung, wenn ich wieder so weit bin voll zu arbeiten. Danke für den Ratschlag.

Ich hatte heute Termin bei meiner Psychiaterin. Sie meinte ich solle angestellt bis 30.05. schreiben und dann im Gespräch es besprechen. Mir ist es schon wichtig das nicht zu verheimlichen. Zumindest bei einem Job auf den ich möglicherweise aufbauen kann. Ich möchte gar nicht in einer Firma arbeiten, die mich aufgrund meiner Krankengeschichte nicht will. Sag ich jetzt in meiner Naivität. Kann sich vielleicht aendern, wenn ich merke, dass ich wirklich schon als alte Schachtel auf dem Arbeitsmarkt betrachtet werde. Noch fuehl ich mich nicht so 😂


kaja
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Beitrag Mo., 17.06.2019, 19:58

Natürlich darf man keine Unwahrheiten in eine Bewerbung schreiben und das tust du ja auch nicht, wenn du das offizielle Ende deines letzten Arbeitsverhältnisses angibst.

Ich denke ganz ehrlich das psychische Probleme nach wie vor stark stigmatisiert werden und wäre da nicht so naiv zu denken, dass man damit auf viel Verständnis stossen wird. Natürlich wäre es schöner wenn es anders wäre, aber das Leben ist nun mal kein Wunschkonzert und die Arbeit keine Therapie. Das ganze therapeutische Gerede darüber das man ehrlich so sein soll wie man ist und auf Verständnis von Seiten des Arbeitgebers hoffen soll, ist in vielen (nicht allen Fällen) einfach Wunschdenken und unrealistisch. Für mich persönlich gehört so etwas eh in mein Privatleben und nicht in die Arbeit.

Was das Thema anspruchsvoll angeht; ich würde sagen Jobs die jeder ohne Vorbildung machen kann, zählen nicht zu den anspruchsvollen Tätigkeiten. Dementsprechend egal ist den Arbeitgebern in dem Zusammenhang auch der Lebenslauf und die berufliche Laufbahn. Mal platt gesagt kann sich jeder an eine Kasse setzen und ein paar Waren über den Scanner ziehen und das ist ein typischer anspruchsloser Minijob (nicht zu verwechseln mit dem einer gelernten Einzelhandelskauffrau o.ä.).

LTA ist übrigens die Abkürzung für Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben. Extrem verwunderlich, dass du einfach ausgesteuert wurdest und rein gar nichts in dieser Richtung mit dir besprochen oder von dir angeregt wurde. Es ist meist deutlich einfacher bei einem bestehenden Arbeitsverhältnis Unterstützung zur erhalten, als bei bestehender Arbeitslosigkeit/Rente.
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Beitrag Mo., 17.06.2019, 20:21

Kaja, danke für deine Antwort.
Ich wollte keine Wiedereingliederung in die alte Firma. Ich hab ueber 1,5 Jahre gebraucht um nicht jede Nacht Albträume zu haben.

Also ich finde den Job einer Kassiererin gar nicht anspruchslos. Dauernd das Piep, die Geschwindigkeit, nervige Kunden.. Natürlich weiß ich aber worauf du anspielst.

Ich bin da etwas anders gepolt. Meine Depression ist ein Teil meiner Persönlichkeit und wird sie immer bleiben. Und so möchte ich anerkannt werden. Ich war immer besser als andere, eben weil ich mich aufgrund der Depri minderwertig fühle und gerade deshalb mehr leisten wollte. Das kann ich versuchen besser zu kontrollieren um mich zu schützen, aber ganz werde ich das nicht wegbekommen. Ich hoffe darauf meine Nische zu finden.

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Beitrag Mo., 17.06.2019, 21:16

Kristina1974 hat geschrieben:
Mo., 17.06.2019, 20:21
Ich wollte keine Wiedereingliederung in die alte Firma. Ich hab ueber 1,5 Jahre gebraucht um nicht jede Nacht Albträume zu haben.
Das macht "man" aber einfach nicht, dass man einen Job einfach so aufgibt. Du hättest ja Maßnahmen machen können und dich dann dort absentieren. Ansonsten gibt es eben kaum einen reinen Kuschelpuschelarbeitsplatz.

Die Frage ist doch einfach, und diese habe ich mir auch ganz intensiv gestellt: Will ich das? Dann kannst du weiter gucken.

Nur einen Minijob als Rentner ist ja überhaupt keine Hürde, auch wenn da das Spektrum ziemlich begrenzt ist. Alter ist auch kein Aus! Das wird einem immer gerne vorgegaukelt. Sicher gibt es Arbeitsbereiche wo man keine Jobs findet, aber ansonsten ist genug Platz für jemanden, der was machen will. Da ist der Lebenslauf nicht so entscheidend wie die eigene Darstellung bzw. Präsentation.

LG candle
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