Erfahrung bei Bewilligung über 300/150 Stunden hinaus

Haben Sie bereits Erfahrungen mit Psychotherapie (von der es ja eine Vielzahl von Methoden gibt) gesammelt? Dieses Forum dient zum Austausch über die diversen Psychotherapieformen sowie Ihre Erfahrungen und Erlebnisse in der Therapie.
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Celico
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Erfahrung bei Bewilligung über 300/150 Stunden hinaus

Beitrag Fr., 03.04.2020, 17:14

Hat jemand hier Erfahrungen bei der Verlängerung der Therapie über die 300 Einzel- bzw. 150 Gruppen-Stunden hinaus?

Ich hatte jetzt jede Woche Gruppentherapie und 1-2x im Monat Einzel noch dazu. Es hat mir schon sehr geholfen wieder im Leben und vor allem auch mit mir wieder mehr zurecht zu kommen. Ich sehe mich aber nach wie vor nicht stabil genug jetzt wieder auf eigenen Beinen zu stehen. Mir war das leider gar nicht so sehr bewusst dass die 150 Einheiten jetzt bald vorbei sind. Seit der Ankündigung dass ich nicht mehr so viele Stunden habe bin ich total in Panik verfallen.
Zuletzt geändert von Celico am Fr., 03.04.2020, 17:29, insgesamt 1-mal geändert.

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ENA
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Beitrag Fr., 03.04.2020, 17:25

Boah, ist das viel.

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Philosophia
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Beitrag Fr., 03.04.2020, 17:37

Du, es ist normal am Ende einer Therapie noch nicht zwangsläufig perfekt stehen zu können.
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ailuj88
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Beitrag Fr., 03.04.2020, 17:39

Hey Celico.
Ich habe nach den 300 Sitzungen nochmal 80 bewilligt bekommen. Mein Therapeut hat nicht damit gerechnet, dass wir nochmal so viele bekommen, aber die Krankenkasse hat sie bewilligt :-)


Darksheep
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Beitrag Fr., 03.04.2020, 17:45

Erstens mal, es ist überhaupt nicht viel; )
300 Stunden sind ungefähr 2 Wochen am Stück. Leben tut man aber über 30 Jahre am Stück. ;)
Also sind 300 Stunden in diesem Verhältnis in Ordnung :lol:

Zweitens ich habe damit Erfahrung, ich selber hatte etwas über 300 Stunden, wurde von der Krankenkasse als,, Ausnahme ''genehmigt.
Bin dann aber nach einer Zeit davon raus und nun Selbstzahler mit Rabatt.
Vielleicht wäre das eine Option?

Ich finde außerdem es ist von Mensch zu Mensch verschieden wie lange jemand braucht. Manche haben seit Kindesalter schwere Probleme und dementsprechend eine längere Therapie. Volkommen in Ordnung

Ich selber habe in diesen über 300 Stunden wirklich sehr gute Entwicklungen gemacht, kann vieles besser, und merke auch selber das ich große Entwicklung gemacht habe.

Wie gesagt, vielleicht wäre ja privat noch eine Möglichkeit soweit das geht.
Da ich nicht viel verdiene bezahle ich nur knapp die Hälfte einer regulären Stunde

LG dark
Und dann wird man erwachsen, um festzustellen, dass Gerechtigkeit genauso real ist wie Feen ,Einhörner und Zwerge

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ENA
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Beitrag Fr., 03.04.2020, 17:49

Doch, es ist viel. Für eine Psychoanalyse bzw. analytische Therapie vielleicht nicht, aber für eine sonstige Psychotherapie ist das definitiv viel.
Was Anderes ist es, wenn man die Anzahl auf einen größeren Zeitraum sieht, Pausen dazwischen hat, selbst finanziert, etc. .
...aber was für eine KK zahlt einem 300 Std. Psychotherapie und 150 Sitzungen Gruppentherapie hintereinander und lässt direkt im Anschluss noch eine Verlängerung zu (und so verstand ich es hier)?

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ailuj88
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Beitrag Fr., 03.04.2020, 17:57

Ich glaube niemand muss hier beurteilen bzw. verurteilen wer, wieso und warum wie viele Stunden bewilligt bekommt. Der Therapeut beantragt Stunden ja nicht einfach nur so. Es muss natürlich immer Gründe geben, sonst würde der Gutachter der Krankenkassen die Stunden gar nicht bewilligen.
Und ja, es ist nicht die Regel mehr als 300 Stunden zu bekommen. Aber wenn es Gründe dafür gibt, dann kann ja ein Versuch unternommen werden und wenn es klappt, ist es doch für den Patienten umso besser.

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Philosophia
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Beitrag Fr., 03.04.2020, 18:09

Na ja, manche begründen einfach, ohne wirklich einen Grund zu haben, bloß weil sich Patient und Therapeut nicht lösen können...
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ENA
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Beitrag Fr., 03.04.2020, 18:12

Ein Therapeut kann soviel begründen, wie er will. Für die meisten Psychotherapieformen gibt es nun mal keine 300 Std. direkt hintereinander. Jedenfalls nicht in D.


ziegenkind
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Beitrag Fr., 03.04.2020, 18:22

Steht ja jedem frei, die Therapieformen mit dem größeren Kontingent zu wählen und dann auch wirklich aufzuhören, sich im eigenen Kreis der destruktiven Muster zu drehen. Dann klappt es auch mit der Bewilligung.

Ich hab hab erst 360 Stunden bewilligt bekommen, dann in den zwei Jahren Pause mit reduziertem Stundensatz von 50 Euro selber finanziert und dann noch einmal 300 Stunden bekommen, von denen ich aber nur 260 gebraucht habe. Dann war wirklich gut.

Ich kann mir vorstellen und höre zwischen den Zeilen, dass so was Futterneid zu wecken scheint. All den Neider*innen möchte ich noch gerne versichern, dass meine 2 analytischen Therapien das intensivste, anstrengenste, schmerzhafteste UND schönste war, was ich je in meinem Leben gemacht habe - parallel zu einem 60-stunden-die Woche Job. Ich bin oft psychisch und physisch auf dem Zahnfleish gekrochen und hab oft gedacht, ich kann keinen Schritt mehr gehen.

Und doch, war richtig und würde ich wieder machen, ganz genau so.
Die Grenzen meines Körpers sind die Grenzen meines Ichs. Auf der Haut darf ich, wenn ich Vertrauen haben soll, nur zu spüren bekommen, was ich spüren will. Mit dem ersten Schlag bricht dieses Weltvertrauen zusammen.


Darksheep
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Beitrag Fr., 03.04.2020, 20:13

ENA hat geschrieben:
Fr., 03.04.2020, 17:49
Doch, es ist viel.
Deine Meinung', aber nicht meine ;)
Für mich sind,, zwei Wochen am Stück'' nicht viel
Aber vielleicht magst du ja recht haben das es für andere formen viel ist..


Ziegenkind,
Deine Zeilen finde ich schön. 😊 schön das es dir so viel gebracht hat auch ich kann von guten erfolgen schreiben.
Soll jeder soviele Stunden machen wie er braucht
Und ich zahle auch gerne privat vergünstigt. 😊
Warst du die ganze Zeit beim selben Therapeuten?
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Candykills
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Beitrag Fr., 03.04.2020, 20:57

Ich denke, dass 150 Stunden noch nicht unbedingt das Ende der Fahnenstange sind. Dein Therapeut muss es halt gut begründen und selbst überzeugt sein, dass weitere Stunden auch wirklich noch zu Erfolg führen.
Out where souls collide, thunder rolls as you and I, continuously spark. (Ich)


ziegenkind
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Beitrag Fr., 03.04.2020, 21:25

ja, war ich darksheep.
Die Grenzen meines Körpers sind die Grenzen meines Ichs. Auf der Haut darf ich, wenn ich Vertrauen haben soll, nur zu spüren bekommen, was ich spüren will. Mit dem ersten Schlag bricht dieses Weltvertrauen zusammen.

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ENA
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Beitrag Fr., 03.04.2020, 22:37

Darksheep hat geschrieben:
Fr., 03.04.2020, 20:13
Aber vielleicht magst du ja recht haben das es für andere formen viel ist..
Hab ich!

(Wobei hier auch nicht explizit die Rede davon war, um welche Therapieform es sich handelt und meine Erfahrung mit "Hat jemand hier Erfahrungen bei der Verlängerung der Therapie über die 300 Einzel- bzw. 150 Gruppen-Stunden hinaus?" ist, dass es viel ist und es nicht üblich ist, in Deutschland, dass die KK das bezahlen, schon gar nicht direkt hintereinander).


pandas
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Beitrag Fr., 03.04.2020, 22:51

Wahrscheinlich spielt es, Cecilio, mit eine Rolle, dass Du die Einzeltherapie neben der Gruppentherapie machst. Es ist die Frage, ob es dann üblich ist, bis auf 300 Stdn hochzugehen.
Wenn es nur Einzel ist, so ist es durchaus üblich, dass 300 Stdn für eine PA bewilligt werden.
Ich hab mal gehört, es gibt da so eine Art natürliche Regulation, dass gar nicht so viele Patienten bis zu 300 Stunden hochgehen wollen sondern viele sich mit 150 Stdn durchaus gesättigt fühlen und von sich aus gar keine Verlängerung mehr beantragen wollen.
Ich bin schon da.