Die (erwachsenen) Kinder meiner Partnerin

Alle Themen, die in keines der Partnerschafts-Foren passen, bei denen es aber in weitestem Sinne um Beziehungen, soziale Kontakte usw. geht, Adoption, Pflege usw.
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Tröte
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Die (erwachsenen) Kinder meiner Partnerin

Beitrag So., 31.05.2020, 18:31

Hallo zusammen,
in der letzten Zeit gibt es öfter mal Diskussionen und Konflikte zwischen meiner Partnerin (D.) und mir und von daher würde ich gerne mal Eure Meinung, bzw. auch Tipps hören :-> .

Meine Partnerin hat 3 erwachsene Kinder: T. 22, wohnt alleine, P. 21, wohnt bei meiner Partnerin und L. 18 wohnt bei seinem Vater.

Die Kids verhalten sich in meinen Augen der Mutter manchmal echt bescheiden. Situationen gibt es einige, so hat die Tochter die Badewanne schmutzig gemacht und als ich das bemerkte und D. sagte, meinte sie "ich mach sie gleich sauber". Daraus entsponn sich dann eine Diskussion, wieso die erwachsene Tochter die Wanne nicht selber sauber machen könne (ich habe keine Lust auf Diskussion, da mach ich es lieber selber weg).
L. ist im Januar nach einem Riesenstreit (er hat seinen Praktikumsplatz verloren und gelogen) zu seinem Vater gezogen. Es war einige Wochen Funkstille und nun ist wieder "normaler" Kontakt, wobei D. sich sehr unterwürfig verhält, weil sie angst hat, dass er wieder den Kontakt abbricht. Dies führt dazu, dass er mit D. den "Molly" macht und sich nicht gut verhält.
Aktuell zieht meine Partnerin um. Alle Kinder wollten helfen, insbesondere T., der in Kürze auch umziehen wird und die Elektrogeräte aus der Küche haben möchte. Der hat aber nun einen neuen PC und hat die ganze Woche (in seinem Urlaub) die Nächte durchgezockt, so dass er schlechtgelaunt nur das Nötigste machte. D. ist im echt hinterhergelaufen, dass er die schweren Küchengerärte in den Keller trägt, weil morgen Abend Wohnungsübergabe ist.
L. hat abgesagt, weil er angeblich arbeiten musste.
P. hat zwar geholfen, aber sich nur auf ihr Zimmer fokussiert.

D. weiss genau, dass ihre Kinder sie im Stich lassen und auch nicht wirklich loyal sind und trotzdem haut sie nicht auf den Tisch, sondern behält ihre Strategie dabei. Sie habe "keine Kraft" mehr für solche Auseinandersetzungen.

Ich könnte mich in sowas immer total reinsteigern, weil ich diese UNgerechtigkeit und das schlechte Verhalten ganz schlecht aushalte. Ich habe hier auch schon einmal mit meiner Therapeutin gesprochen, was da bei mir so massiv aktiviert wird, dass ich mich so aufrege. Ich komme damit nicht wirklich zurecht und das führt immer wieder zu Konflikten, weil ich mich so reinsteiger und es dann zu einem Streit mit D. kommt, obwohl es mich ja prinzipiell nichts angeht.
Dazu kommt, dass meine Partnerin bei mir aber konsequent und "straight" ist, also wenn ich was mache, dann bekome ich direkt "Feuer". Bei ihren Kindern nicht, was mich auch ärgert.

Meine Therapeutin meinte, dass das ja zwei unterschiedliche Stränge sind und ich Äpfel und Birnen nicht vergleichen darf. Das wäre im übertragenen Sinne so, als wenn mein Arbeitskollege den Azubi rund machen würde, aber beim Chef den Mund hält. Kann ich bis zu einem gewissen Grad verstehen, aber die Kinder sind Erwachsen und ich finde schon, dass man dort auch mal konsequent sein darf.

Wie seht ihr das?
Vlt. gibt es jemanden der in einer ähnlichen Situation war oder ist. Wie geht ihr damit um?
Würde mich über einen Austausch freuen.

VG
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Candykills
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Beitrag So., 31.05.2020, 18:37

Grundsätzlich gebe ich dir recht.
Aber du wirst es wohl akzeptieren müssen, wie D. es mit ihren Kindern hält, auch wenn du es ungerecht findest. Ich denke, dass sie sich da von dir nicht reinreden lässt und selbst irgendwann auf den Trichter kommen muss, dass es SO nicht weitergehen kann. Im besten Fall löst sich das von alleine, weil die Kinder zunehmend selbstständiger werden und ihr eigenes Leben führen (außerhalb Mutters Wohnung und Leben).
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Beitrag So., 31.05.2020, 19:56

da hast Du absolut recht, ich möchte mich da gar nicht zwischendrängeln, aber es macht was mit mir... und darum geht es...
vielleicht ist es gerade auch nur so "schlimm", weil wegen Umzugsstress die Nerven sowieso recht angespannt sind.
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Pianolullaby
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Beitrag So., 31.05.2020, 20:14

Was macht es mir Dir, hast Du das Deiner partnerin schon erklärt, nicht als Vorwurf sondern in Ich Botschaften?
Und ja schlussendlich wirst du es akzeptieren müssen, denn es ist nicht Deine Geschichte. Sie muss damit klar kommen.
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Beitrag So., 31.05.2020, 20:26

es macht mich so unsagbar wütend, weil ich das ganze Verhalten so ungerecht finde.
D. macht (gefühlt) alles für ihre Kinder und die scheren sich einen "Schei..." darum, wie es ihrer Mutter geht oder was für Unterstützung sie braucht.
Wie gesagt. D. ist das auch alles klar, aber sie sagt, dass "vermeidend ängstlich" ihre Strategie ist. Sie habe keine Energie und Kraft mehr etwas zu verändern. Ich würde gerne mal was dazu zu den Kids sagen, aber das schwächt ja D. Position nochmehr, wenn ich den Retter spiele.
Es frustriert mich einfach, weil D. was anderes verdient hat, einen Tritt in den Hintern bekommt und trotzdem alles für ihre Kinder gibt. Die Kinder können ohne Konsequenzen tun und lassen was sie wollen.

Das ich mit dieser Situation klar kommen muss, weiss ich ja, vielleicht hatte jemand ähnliche Probleme und eine gute Strategie für sich gefunden. Denn Konfrontation und Diskussion kostet sehr viel Energie und bringt unterm Strich nix.

VG
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Pianolullaby
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Beitrag So., 31.05.2020, 21:32

Ich kann Dich gut verstehen, aber ja dich da einzumischen kann übel nach hinten los zu gehen, bis hin, dass Deine Partnerin sagt, hei du hast meinen Kindern nichts zu sagen. Ich kann gut nachvollziehen was Du fühlst, aber das wirst Du bearbeiten müssen.
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Beitrag So., 31.05.2020, 21:50

Pianolullaby hat geschrieben:
So., 31.05.2020, 21:32
... aber das wirst Du bearbeiten müssen.
genau das war meine Frage, wie kann ich das bearbeiten, bzw. gibt es jemand der eine ähnliche Problematik kennt/hatte und eine "Lösung" gefunden hat.
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Emily_Erdbeer
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Beitrag So., 31.05.2020, 22:20

Also ich hatte permanent Wut auf das Verhalten der Tochter meines Partners.

Bis mir klar wurde, dass es meine Erwartungen waren und meine Vorstellungen von Anstand und Moral.
Ich hab lange gebraucht zu akzeptieren, dass mein Partner andere Grenzen hat.

Ich musste mir klar machen, dass es eben nicht meine Tochter ist und mich fragen wer ich denn bin meinem Partner zu sagen, wie sich seine Tochter zu verhalten hat und darüber hinaus wie er sich abzugrenzen hat etc. Schon ziemlich übergriffig mein Verhalten.
Sie ist übrigens auch 21.

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Emily_Erdbeer
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Beitrag So., 31.05.2020, 22:27

Zu sehen wie die Person die man liebt so von ihren Kindern behandelt wird schmerzt ja und man ist dazu geneigt sie zu beschützen und das Beste für sie zu wollen.
Aber gerade wenn es um Kinder geht tut man gut daran die Füße still zu halten und nur dann seinen Senf dazu zu geben, wenn es verlangt wird.
Schwierig das auszuhalten, aber alles andere sorgt eher für Frust, Kummer und Zündstoff 🤷🏻‍♀️

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Beitrag Di., 02.06.2020, 09:42

Emily_Erdbeer hat geschrieben:
So., 31.05.2020, 22:27

Schwierig das auszuhalten, aber alles andere sorgt eher für Frust, Kummer und Zündstoff 🤷🏻‍♀️
Da geht es DIr wirklich so wie mir...insbesondere wenn D. dann zu mir kommt und sich "ausheult" wie gemein ihre Kids sind. :-((
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Sehr
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Beitrag Di., 02.06.2020, 15:16

Sie fördert ja dieses Verhalten der Kinder. Ausheulen bei dir wird nichts bringen. Sie ist ja auch erwachsen, nicht nur ihre Kinder.
[wegzudenken, mehr nicht]

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Beitrag Di., 02.06.2020, 19:36

ja, finde ich auch, sie "prägt" sie falsch. Beispiel: T. hat echt nicht viel beim Umzug geholfen ,obwohl er es vollmundig angekündigt hat. Im Gegenteil musste meine Partnerin ihn echt ein paar Mal in den Popo treten, dass er zumindest seine Elekrtrogeräte in den Keller trägt.
Als "Dankeschön", hat sie ihm dann Sonntag was zu Essen mitgegeben.
Völlig falsches Zeichen auf sein Verhalten (aus meiner Sicht). Das verstehe ich überhaupt nicht.
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Emily_Erdbeer
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Beitrag Mi., 03.06.2020, 11:53

Was ich noch dazu sagen möchte ist, dass die Kinder in dem Alter natürlich schon längst in den Brunnen gefallen sind. Da braucht man jetzt nicht mehr mit Erziehung ankommen.

Was mir aufgefallen ist, sowohl bei meinem Partner als auch bei einer Freundin, ist ein schlechtes Gewissen.

Mein Partner war lange nicht für seine Tochter da, finanziell nicht aber auch emotional aufgrund von Alkoholismus nicht.
Bei meiner Freundin ähnlich. Das schlechte Gewissen führte dann dazu, dass sie so ziemlich alles verkackt haben. Kaum Grenzen, viel materielle Wiedergutmachung usw.

Will sagen anstatt den Fokus auf die Kinder zu lenken, sollte der Fokus auf sie gerichtet sein und die Ursachen ergründet werden. Schaffen sie es sich selbst zu verzeihen, wird sich wahrscheinlich auch der Umgang mit den Kindern verändern.

Und ich weiß ja nicht, aber ich gehe mal davon aus, dass deine Partnerin noch nicht sehr lange lesbisch lebt, vllt. spielt das auch noch mit rein?

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Beitrag Do., 04.06.2020, 08:12

klar, an den Kindern kann man nichts mehr ändern. Wenn man jedoch sein Verhalten ändert, verändert sich das der Kinder automatisch mit.

Schlechtes Gewissen weiss ich jetzt nicht. D. war eigentlich immer schon alleinerziehende Mutter und hat ihr Bestes gegeben.
Das sie den Fokus auf sich setzt wäre auch mein Wunsch. "Sehen", dass da einiges schief läuft, tut sie ja schon, aber sie sagt, dass sie keine Energie hat, was dagegen zu tun. Das ist sehr schade und eben auchein ängstlich-vermeidendes Verhalten.

ja, ich bin ihre erste lesbische Partnerin..
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münchnerkindl
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Beitrag Mi., 24.06.2020, 20:15

Wie oft bist du denn mit diesen erwachsenen Kindern konfrontiert? Wohnst du mit deiner Partnerin zusammen (hört sich nicht so an?)

Weil wenn sich diese jungen Leute so verhalten, dann hast du natürlich schon das Recht, dass diese verzogenen Blagen in deinem Leben nicht auftauchen wenn du das nicht möchtest. Dass sie zB nicht in die gemeinsame Wohnung mit deiner Partnerin kommen wenn du dort bist.
Wenn deine Partnerin dann über die Kinder klagt kannst du ihr auch sagen, ne, du kennst meinen Standpunkt zu den verzogenen Schrazen, ich will nix über die hören, ich will sie nicht sehen.