Missbrauch und Essstörung

Körperliche und seelische Gewalt ebenso wie die verschiedenen Formen von Gewalt (wie etwa der Gewalt gegen sich selbst (SvV) oder Missbrauchserfahrungen) sind in diesem Forumsbereich das Thema.
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Sonnenblume1983
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Missbrauch und Essstörung

Beitrag Di., 30.06.2020, 12:39

Hallo zusammen,
in meiner Kindheit wurde ich von meinen Familienangehörigen missbraucht. Häufig habe ich gehört, dass missbrauchte Menschen eine Essstörung entwickelt haben.

Ich esse zu viel und habe ca 20 Kilo, die ich gerne loswerden möchte. Seit meiner frühen Kindheit habe ich zu viele Kilos auf den Rippen. In meiner Therapie habe ich erfahren, dass es sehr gut sein kann, dass ich nach Überwindung meines Traumas gute Chancen habe, ein normales Gewicht zu erlangen.

Hat jemand Erfahrungen? Kommt das von alleine?

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Pianolullaby
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Beitrag Di., 30.06.2020, 14:19

Was heisst für Dich von alleine?
Ja es kann sein, dass Du evt. besser abnehmen kannst, aber in der Regel geht übergewicht nur weg, wenn man mehr verbraucht, als man zu sich nimmt. Dies bedeutet, ohne Bewegung und eine vernünftige Ernährung wird kaum einfach so etwas von alleine gehen.
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Sonnenblume1983
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Beitrag Di., 30.06.2020, 14:42

Dass es nicht weg fliegt, ist schon klar.
Ich esse den ganzen Tag nebenher. Wenn das aufhören würde und ich nur noch zu den Mahlzeiten essen würde, denke ich, dass sich mein Gewicht verändern würde und auf ein normales Maß einpendelt.

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Pianolullaby
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Beitrag Di., 30.06.2020, 14:56

ja, dann gilt es erstmal herauszufinden, warum du den ganzen Tag nebenher isst, was dies ein Bedüfnis ist, und wie dieses Bedürfnis sonst gestillt werden kann. Das wird harte Arbeit an Dir selber, also einfach so wird nichts. Es gibt ja einen Grund wieso du ständig am Essen bist, und diesen Grund muss man erst einmal finden, und sich tatächlich überlegen wofür das steht, und wie man das verändern könnte, und dann muss man es dann auch noch verändern wollen und können.
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Malia
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Beitrag Di., 30.06.2020, 14:58

Wenn du so genau siehst, wo der "Fehler" liegt, warum machst du es nicht schon jetzt anders und wartest stattdessen, dass sich das Problem von allein erledigt?
Das macht es nämlich auch dann nicht, wenn du deine Themen aufgearbeitet hast.
Die Chance, etwas am Essverhalten zu ändern, hast du jetzt auch schon.
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Sonnenblume1983
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Beitrag Di., 30.06.2020, 15:16

Wenn es so einfach wäre, würde auch niemand Essen „freiwillig“ erbrechen... Ist zwar genau das Gegenteil, aber auch eine Essstörung.

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Malia
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Beitrag Di., 30.06.2020, 15:36

Von "einfach" hat ja auch niemand was geschrieben :cool:

Man kann sich auch damit rausreden, dass man nicht anders kann, weil man zu "krank" ist.

(Ich war selbst lange massiv übergewichtig und hab gehofft, "es" geht "von allein" weg und ich kenne sämtliche Ausreden, um nicht mit einer Veränderung anfangen zu müssen - das ist eben die "Sucht")
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chrysokoll
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Beitrag Di., 30.06.2020, 20:58

ob das nach der Traumabearbeitung besser wird kann dir niemand sagen.

Bei mir war danach das Essverhalten nicht anders, aber es fiel mir dann viel leichter das anzugehen.
Trotzdem war es bewusste Entscheidung (und zwar jeden Tag wieder) und harte Arbeit mich erstens besser, gesünder zu ernähren und dann auch nach Bedarf. Dann sank auch das Gewicht langsam. Aber nicht "von selber"

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Tupsy71
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Beitrag So., 05.07.2020, 09:42

Hallo Sonnenblume, wollte nur kurz mitteilen, dass die ES bei mir nach jahrelanger Traumatherapie und Klinikaufenthalten, wurde die Essstörung bei mir besser. Also ich meine nach jedem intensiven Aufenthalt, war die Bulimie danach etwas besser. Doch leider ist sie noch nicht weg. Bin froh, wenn ich es mal 8 Tage ohne schaffe, was selten vor kommt. Aber immerhin das.
Also , gib bitte nicht auf, es kann sich verbessern.
Tupsy