Drang tief einatmen zu müssen und Gähnen

Die Psyche spielt eine zentrale Rolle bei der Aufrechterhaltung des körpereigenen Abwehrsystems: immer mehr Krankheiten werden heute als 'psychosomatisch' und damit ggf. psychotherapeutisch relevant betrachtet.
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flow87
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Drang tief einatmen zu müssen und Gähnen

Beitrag So., 24.01.2021, 18:37

Hallo zusammen

Ich habe seit 2018 folgendes Problem.
Ich muss die ganze Zeit tief einatmen und Gähnen. Das Gähnen klappt dann auch nicht immer. Es fühlt sich manchmal alles so blockiert an. Es ist einfach nur noch nervig. Beim essen bekomme ich auch Atemnot und muss dann ständig tief einatmen.
Ich muss auch die ganze Zeit Gähnen obwohl ich nicht müde bin.

Ich habe das meinem Hausarzt erzählt und er hat mich zum Lungenspezialisten überwiesen. Dort wurde ein Röntgen Bild gemacht, Blutgasanalyse und grosse Spirometrie. Alle Werte waren sogar sehr gut. Sauerstoffgehalt lag bei 97% im Blut. Am Finger sogar 99-100%. Die Lungenfunktion selbst war auch sehr gut. 7 Liter Volumen und alle Werte weit über dem Sollwert.
Da ich Sportler bin, denke ich ist das auch normal. Der Lungenfacharzt hat dann gesagt, dass meine Symptome auf keine Lungenkrankheit passen und er mir zu 100% kann sagen, dass das nix schlimmes ist.
Ich gab mich damit nicht zufrieden und habe mir eine zweite Meinung eingeholt. Beim zweiten mal waren die Test sogar noch besser. Kaum zu glauben aber war so. Der Lungenarzt hat gesagt, alle Werte sind äussert gut und die Lunge hört sich gut an.
Danach zurück beim Hausarzt, da ich seit 2018 auch an Herzstolpern leide hat er mir durch meinen Wunsch noch einen Termin beim Kardiologen gemacht. Ich hatte eine Ultraschall Untersuchung, Blutdruckmessung und EKG 24 Stunden, Belastungsekg und Herz CT. Alles ohne Befund. Gute Herzleistung und einen calcium score von 0. Also auch keine Ablagerungen oder Stenosen an den Gefässen.
Danach machte ich noch ein grosses Blutbild, das habe ich bis heute sicher 10mal wiederholt. Die Blutwerte sind alle sehr gut. Habe traum Cholesterinwerte. Kein Mangel nichts.
Ich machte dann noch einen Schlafapnoe Test über Nacht. Auch der Test war negativ.
Hals-Nasen und Ohrenarzt war ich auch. Alles gut.
Die Schilddrüse war auch gut. Habe auch kein Hashimoto. Das wurde auch getestet.
Jetzt meine Frage: Wer kennt das? Was kann ich dagegen machen? Es nervt total und ich weiss echt langsam nicht mehr weiter. Bin 33 Jahre alt.
Vielen Dank für eure Antworten.

Flow

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Malia
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Beitrag So., 24.01.2021, 18:47

Ich kenne "Atem-Probleme", wenn sich eine Angstattacke anbahnt oder ich sehr depressiv bin und meinen Körper ständig beobachte.
Bei mir hat es etwas mit Vertrauen zu tun und dem starken Bedürfnis, alles (vor allem das Fühlen) unter Kontrolle zu halten.
Ich vermute, dass dich deine "Symptome" auch eher auf etwas anderes hinweisen wollen als auf eine körperliche Erkrankung.
Sich sorgen macht die Zukunft nicht leichter, die Gegenwart aber schwerer.
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Beitrag So., 24.01.2021, 18:57

Danke dir. Ja das denke ich auch aber das ständige Gähnen und tiefe einatmen ist auch da, wenn ich nicht daran denke.Es kam von einem auf den anderen Tag. Ich habe keine Depressionen nichts. Deshalb verstehe ich das Ganze einfach nicht.
Zuletzt geändert von Tristezza am So., 24.01.2021, 19:53, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag So., 24.01.2021, 19:04

Eventuell ist deine Atemtechnik auch ungünstig.
Schon mal an einen Atemtherapeuten gedacht?
Ich glaub, die heißen richtig: Atem-Stimm-und Sprechtherapeuten.
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Beitrag So., 24.01.2021, 19:07

Nein das habe ich noch nicht. Daran gedacht schon aber ich verstehe einfach nicht warum sich meine Atemtechnik plötzlich über Nacht verändert hat.
Vielleicht hinterfrage ich das ganze einfach zu stark aber es ist einfach extrem belastend.
Zuletzt geändert von Tristezza am So., 24.01.2021, 19:54, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag So., 24.01.2021, 19:09

Auf jeden Fall ist es ein Hinweis, dass etwas nicht stimmt.
Wenn es dich genug quält, wirst du auch etwas unternehmen.
Dass du dich an ein ein Forum wie dieses wendest, zeigt ja schon die Richtung, an die du denkst.
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Beitrag So., 24.01.2021, 19:15

Ja ich habe mich schon an so viele Ärzte gewannt und keiner konnte mir helfen. Hoffe ich finde paar Leute die das auch haben und die Symptome heute nicht mehr haben. Vielleicht erhalte ich so einen Hinweis auf was ich achten sollte.
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Beitrag So., 24.01.2021, 19:19

Ein psychotherapeutisches Gespräch kommt für dich nicht in Frage?
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Beitrag So., 24.01.2021, 19:22

Hatte ich schon. Hat nichts gebracht.
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Beitrag So., 24.01.2021, 20:37

Ich habe das auch schon sehr lange, es tritt bzw. trat bei mir phasenweise auf. Ich würde es so beschreiben, dass ich zwar einatmen kann, aber in Höhe des Brustbeins dann das Gefühl der Enge habe und nicht weiteratmen kann. Mit dem Gähnen verschaffe ich mir dann Erleichterung.
Mir ist irgendwann aufgefallen, dass es in erster Linie dann auftaucht, wenn ich angespannt und gestresst bin. Seit meiner Therapie bin ich mir ziemlich sicher, dass es unterdrückte Gefühle sind, die ich nicht fühlen will/wollte. Seither tritt das auch deutlich weniger auf.

Es ist noch gar nicht so lange her, da hatte ich in einer Stunde plötzlich das Gefühl, dass diese Enge im Brustraum sich komplett aufgelöst hat und meine Atmung das erste Mal (soweit ich mich erinnern kann) frei und weit fließen konnte. Das war sehr seltsam, aber voll gut.

Für mich besteht jedenfalls ein Zusammenhang zu meinem psychischen Wohlbefinden.
"Wenn ich einen grünen Zweig im Herzen trage, wird sich der Singvogel darauf niederlassen."
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Beitrag So., 24.01.2021, 20:55

Danke dir. Wie lange hast du das ganze schon?
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Beitrag So., 24.01.2021, 22:41

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Danke dir. Wie lange hast du das ganze schon?
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Das kann ich gar nicht mehr sagen. Vielleicht schon als Jugendliche oder als junge Erwachsene. Es gab immer Phasen wo es wenig bis gar nicht aufgetreten ist. Womöglich war ich auch einfach so dran gewöht, dass es mir manchmal gar nicht aufgefallen ist.
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Sinarellas
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Beitrag Mo., 25.01.2021, 07:50

Das was du beschreibst kenne ich von einem guten Freund, der Angst- und Panikattacken hat.
Er versucht seinen Körper zu kontrollieren und das kann dann relativ schnell in Zwangshandlungen umschwenken.
Bspw. kontrolliert er immer wieder die Augen, die Augenschärfe und ob er besser oder schlechter sieht. Durch den Muskel am Auge, mitdem man die Schärfe etwas selbstständig justieren kann, hat er mittlerweile einen Zwang entwickelt, sobald er auf Entfernung schaut die Schärfe zu testen.
Beim Atmen ist es das gleiche, das "manuelle Atmen" was du tust, also sehr extrem auf das Atmen achten und meinen, dass wenn man xyz tut (in deinem Fall tief einatmen, was Gähnen hervorrufen kann) es erleichterung bringt ist ähnlich wie mit dem Knacksen bei den Fingern. Tut man es oft genug, meint man es zu "brauchen" damit es sich "richtig anfühlt".

dadurch dass du bereits ärztlich viel in gang setzt, vermute ich auch noch eine Neigung zur Hypochrondrie, da das ziemlich gut zum Thema Zwänge und Angst / Panik passt. Höchstwhrl. wirst du noch zu einigen weiteren Ärzten gehen, bis du ggf. bei einem Psychotherapeut landest und dich mit Verhaltenstherapie um die Kernproblematiken zu kümmern.

Vielleicht willst du die Zeit verkürzen und dich früher einem Psychotherapeuten vorstellen, die Zwänge und Ängste können irgendwann lebensbestimmend werden und dann wird es richtig häßlich das wieder abzutrainieren.
..:..

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Beitrag Mo., 25.01.2021, 09:25

@Sinarellas

Vielen Dank für die Antwort. Ja das kann schon sein.
Ich leide nicht unter PA oder sonst was. Hypochondrie ja vielleicht aber das dies so krasse Symptome auslösen kann ist echt nicht normal.

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slowlowlobster
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Beitrag Di., 02.03.2021, 11:21

Hi,

ich habe solche Atemprobleme bestimmt schon 10 Jahre.
Bei mir treten sie in stressigen Situationen vermehrt auf. Früher waren das z.B. Teammeetings oder Projektstress.

Ich versuche es als Indikator zu sehen, der mir sagt, dass es grade zu viel ist und ich ein Gang zurück schalten muss.

Vielleicht will dir dein Körper nur was mitteilen.
Du bist mehr als deine Depression