Essstörung: mit Klinikaufenthalt besser zum Erfolg?

Bulimie, Anorexie, Adipositas, EDNOS (mehr zur Unterscheidung finden Sie in meinen themenbezogenen Artikeln im Archiv, darüber hinaus finden Sie auf der Website auch Selbsttests zum Thema)
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Sun_Shine
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Essstörung: mit Klinikaufenthalt besser zum Erfolg?

Beitrag Do., 29.07.2021, 19:24

Ich würde mich über eure Erfahrungsberichte und Ideen zu dem Thema sehr freuen!
Ich hab eine Therapeutin, nicht auf ES spezialisiert, aber ich denke wir kommen voran. Langsam.
Ich habe auch zugenommen, gelernt, mir essen mehr zu erlauben als noch vor einem Jahr. Aber zu wenig. Ich merke wie ich ungeduldig werde, aber ich schaffe die Hürde nicht zum Normalgewicht. Da fehlen noch mindestens 5 kg. Im Alltag vermeide ich Essen wie es geht, sobald ich die Möglichkeit dazu habe. (also so, dass meine Kinder es nicht „mitbekommen“).
Das ist auch das Schwierigste für mich. Jeden Tag aufs Neue essen. Regelmäßig. Es sind immer zwei Schritte vor, einer zurück. Ich kontrolliere die Zunahme.
In einer Klinik würde ich mir erhoffen, etwas die Verantwortung abgeben zu können und andere bestimmen zu lassen, was gut ist für mich. (Auch wenn ich eine riiiiesen Angst davor hätte) Langsam glaube ich, ich schaffe das nicht ohne eine ständige Begleitung bzw.Überwachung.
Nachteil: so ein Aufenthalt ist nicht in zwei Wochen erledigt. Wie soll das denn gehen mit meiner Arbeit? 6 Wochen weg bleiben- ohne dass jemand den Grund erfährt? Ich muss für meinen Beruf stabil sein, wenn da jemand erfährt was los ist, würd ich meinen Job aufs Spiel setzen..
Oder einfach weiter Therapie machen und Geduld haben, dass ich das hinbekomme. Drauf vertrauen..auf mich vertrauen…aber wie mir selbst vertrauen, diese ES ist ja ein ständiges Belügen und Betrügen der Umgebung und eine Unehrlichkeit mir selbst gegenüber.
Wer bis zum Ende gelesen hat- vielen Dank!

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chrysokoll
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Beitrag So., 01.08.2021, 10:12

letztlich kannst du diese Entscheidung nur für dich alleine treffen.
Was sagt denn deine Therapeutin dazu?

Sicherlich wirst du in einer Klinik erst einmal die Verantwortung abgeben können, aber mittel- und langfristig geht es darum selber Verantwortung zu übernehmen. Fürs Essen, für dich, für dein Leben.
Und auch "dahinter" zu blicken, die Essstörung ist ja nur ein Symptom.

Gerade wenn du für deinen Beruf stabil sein solltest wäre es sinnvoll daran zu arbeiten.
Der AG muss ja nicht erfahren warum du genau weg bist. Und selbst wenn, soooo selten sind Esstörungen nun auch nicht.

Was du noch versuchen könntest wäre ein zusätzliches Gruppenangebot.

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Sun_Shine
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Beitrag So., 01.08.2021, 13:56

Danke, Chrysokoll, für deine Antwort!
Gerade sind die Wartezeiten bis zu einem Jahr- ich habe überlegt mich anzumelden, und wenn es so weit ist, zu entscheiden. In einem Jahr kann sich ja auch noch viel ändern..
Was die Th.dazu sagt: wir haben generell irgendwann einmal nur über einen Reha Aufenthalt gesprochen, also über einen kurzen Aufenthalt für drei Wochen. Das würde sie gut finden. Nur bei ES Thematik gibt es gezielte Angebote, da sind die Aufenthalte länger. Gerade kann ich mich mit ihr nicht drüber austauschen, wir haben zwei Monate Sommerpause. Generell ist sie sehr dahinter, dass ich für mich Entscheidungen treffe. Sie meint zu meiner Ungeduld, dass es halt einfach dauert und sich schon viel geändert hat. Da stimme ich ihr zu.
Verantwortung abgeben..ist irgendwie von Bedeutung- wird mir grad wieder bewusst. Und: Wenn ich arbeiten gehe, nehme ich mir einfach kein Essen mit- bin unterwegs und die ES freut sich, dass ich unbeobachtet bin. Und dort würde es mir vorgesetzt werden. Dann hätte ich die „Erlaubnis“, dass ich das darf. Es ist so verrückt…was ist denn so schwer dran einfach zu essen? Ich kann’s nicht verstehen.
Wegen Gruppenangebot: da tu ich mir schwer. Weiß nicht ob ich das möchte. Noch nicht glaub ich. Ist ein großes Thema- ich im Kontakt mit anderen. Nämlich so in Kontakt sein, wie ich wirklich bin als Privatperson. Im Beruf würde niemals jemand auch nur ahnen dass ich so hadere in meinem Privatleben. Es ist wie ein Doppelleben

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~~~
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Beitrag So., 01.08.2021, 17:38

Sun_Shine hat geschrieben: So., 01.08.2021, 13:56 „Erlaubnis“, dass ich das darf. Es ist so verrückt…was ist denn so schwer dran einfach zu essen? Ich kann’s nicht verstehen.
Mmh, es wäre aber schon wichtig, genau das zu verstehen, welche wichtige Funktion nimmt die ES denn für dich ein. Denn diese Funktion müsstest du ja irgendwie ersetzen/veränder etc. o. ä., damit su die ES loslassen kannst. Das kannst natürlich nur du herausfinden, warum genau dir das so wichtig ist im Untergewicht zu bleiben.

Aber da du von Verantwortung geschrieben hast.
Wenn man dünn ist, wird man ja auch eher als schwach gesehen. Vielleicht hast du den heimlichen Wunsch von anderen umsorgt zu werden, weil du dir das selbst nicht so gut geben kannst. Sehnsucht nach Geborgenheit...

Oder du benutzt das Hungern, um negative Gefühle zu betäuben.

Vielleicht hats du auch insgeheim den Wunsch unsichtbar zu sein, zu verschwinden... kann kann der Kindheit begründet liegen. Vielleicht wurdest du bzw. deine Gefühle/Verhalten nicht ausreichend beachtet oder sogar abgewertet, so dass du das Gefühl bekamst, du darfst nicht sein.

Oder. Oder. Oder.
Ist ja bei jedem anders, waren jetzt auch nur so Beispiele.

Aber ich finde es wichtig, dass man die Funktion der ES versteht, weil nur so hat man ja auch eine Richtung, etwas Konkretes woran man arbeiten kann. Ansonsten dümpelt man in der Therapie ja nur so vor sich hin. Manchmal hilft es einfach unbewertet alle Gedanken dir dir zur ES, hungern, Unrergewicht, Normalgewicht... aufzuschreiben, völlig ungefilttert wie ein Brainstorming.
Es ist halt auch die Frage: Wie ehrlich möchtest du zu dir selbst sein? Möchtest du deine Wahrheiten, die ja ziemlich wehtun können, überhaupt sehen?

Therapie und Klinik hilft dir, wenn du dir selbst hilfst. Ansonsten nicht.
"You cannot find peace by avoiding life."
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Sun_Shine
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Beitrag So., 01.08.2021, 18:44

Danke,~~~,für deine guten Gedanken,
Ich hab lang drüber nachgedacht und geglaubt, es gibt DEN Grund, oder eine einzige Erklärung für den Schlamassel. Aber es sind tatsächlich alle Punkte die du angeführt hast, richtig. Alle. Und noch mehr- zusätzlich die körperlichen Aspekte.
…das ist ein Haufen an verschiedenen Themen.
Es fühlt sich nach so viel Chaos an, ein großes Durcheinander. Vielleicht braucht es Zeit. Aber dieses ständige Hungern macht kraftlos und antriebslos, nimmt Lebensfreude. Und das Zunehmen ist genau so furchtbar. Ich stelle mir das vielleicht zu einfach vor, den Aufenthalt in einer Klinik. Aber vor allem der Abstand vom Leben, vom Alltag, das loslassen von Zwängen weil es dort nun mal Vorgaben gibt- stelle ich mir hilfreich vor.
Habe vor einigen Tagen einen Spaziergang zu einer Klinik gemacht, bin kurz hinein gegangen und hab mich erkundigt. Als ich wieder draußen war, kam mir eine sehr sehr dünne Frau entgegen- und ich dachte: “nein, so (krank) bin ich nicht. Da bin ich falsch.“ Und ich war wütend auf mich, weil ich den Gedanken überhaupt Raum gebe. („Lächerlich…wegen dem bisschen Untergewicht.“)

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JaMa
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Beitrag Mo., 02.08.2021, 10:58

Hallo Sun_Shine,
Ich kenne das, wovon du sprichst aus eigener Erfahrung. Ich bin als Jugendliche schwer an Magersucht erkrankt. Damals habe ich einige Krankenhaus- und Klinikaufenthalte benötigt, um mich zu stabilisieren. Und ich war auch erleichtert darüber, die Verantwortung für mein Essen und die damit verbundene Zunahme abgeben zu müssen. Allerdings war die Zeit nach der Entlassung wiederholt von Rückfällig geprägt und ich bin erst gesund geworden, als ich selber die Verantwortung für mich und meine Gesundheit übernommen habe.

Nun hatte ich nach vielen stabilen Jahren einen üblen Rückfall. Deshalb bin ich seit 1,5 Jahren wieder in Behandlung. Dieses Mal ausschließlich ambulant. Und ja, der Weg dauert länger. Ich habe auch seeeeehr langsam, aber stetig an Gewicht gewonnen. Wichtig ist, dass du dich nicht selber belügt. Mahlzeiten ausfallen lassen, wenn man unbeobachtet ist, ist natürlich verführerisch, aber du lügst dir in die eigene Tasche. Schummeln funktioniert auch in Kliniken.
Willst du wirklich, mit jeder Konsequenz gesund werden?
Ob du dich für eine Klinik entscheidest, musst du für dich klären. Sich nicht krank genug zu fühlen ist ja typisch für Magersüchtige. Dein Gewicht sagt allerdings nichts, rein gar nichts, über deinen Leidensdruck aus.
Ich wünsche dir, dass du einen für dich stimmigen Weg findest.

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Pianolullaby
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Beitrag Mo., 02.08.2021, 19:22

Es ist so oder so Deine ureigene Entscheidung, und ohne diese wirst du niemals weiter kommen.
Träume nicht Dein Leben, lebe Deinen Traum

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LovisTochter
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Beitrag Di., 03.08.2021, 16:47

Ich finde, dass Klinik hilfreich sein kann, aber man sollte nicht vergessen, dass es wirklich schwierig ist, das Gelernte dann in den Alltag zu integrieren. So ging es mir zumindest immer, weshalb ich inzwischen die ambulante Therapie für mich als sehr viel hilfreicher als stationäre Aufenthalte empfinde. Ambulant erarbeiten wir Dinge und ich kann diese dann über die Woche ausprobieren und habe in der Folgewoche immer wieder eine Ansprechpartnerin um zu überprüfen was geklappt hat, was nicht, was noch probiert werden kann etc. Das hat man nach einer Klinik eben nicht. Meist steht man dann ziemlich alleine mit seinen ungewaschenen Haaren da und muss zusehen wie man klarkommt.

Was mich hat aufhorchen lassen ist der Punkt mit der Verantwortungsabgabe. Den Wunsch kann ich zwar verstehen, aber was bringt einem das? Ist zwar vielleicht mal ganz nett, aber davon lerne ich ja null. Wie soll es denn dann nach der Klinik funktionieren, wenn einem einfach etwas, womit ich mir schwer tue abgenommen wurde ich aber null an den damit verbundenen Schwierigkeiten/Hintergründen gearbeitet und Handwerkszeuge für den Umgang erarbeitet habe.
Zudem frage ich mich, ob Du die Verantwortung wirklich einfach so abgeben kannst? Gerade Magersucht ist ja geprägt von Kontrolle.
Wer nicht auf seine Weise denkt, denkt überhaupt nicht. (Oscar Wilde)

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Beitrag Di., 03.08.2021, 17:19

JaMa hat geschrieben: Mo., 02.08.2021, 10:58 Allerdings war die Zeit nach der Entlassung wiederholt von Rückfällig geprägt und ich bin erst gesund geworden, als ich selber die Verantwortung für mich und meine Gesundheit übernommen habe.
So weit habe ich nicht gedacht...an das "danach". Ich denke da viel zu naiv scheinbar und habe ständig im Kopf, dass wenn ich mit Normalgewicht wieder nach Hause komme, das auch halten kann/werde. Ich glaube immer, dass ich die Regelmäßigkeit des Essens, wie man sie in der Klinik hat, am Ende so weit verinnerlicht habe, und in der Zeit auch gelernt habe, mit der körperlichen Veränderung klar zu kommen, dass ich dann im weiteren Alltag den Zustand halten kann.
JaMa hat geschrieben: Mo., 02.08.2021, 10:58Wichtig ist, dass du dich nicht selber belügt. Mahlzeiten ausfallen lassen, wenn man unbeobachtet ist, ist natürlich verführerisch, aber du lügst dir in die eigene Tasche.
Willst du wirklich, mit jeder Konsequenz gesund werden?
Das mach ich schon so viele Jahre- mich selbst belügen, beschwichtigen, abtun. Ich kann noch nicht mal akzeptieren bzw. aussprechen, dass es sich um eine- DIESE- Krankheit handelt. Mir wird jedes mal schlecht, wenn ich die Diagnose am Computer der Ärztin rot aufleuchten sehe. Es hat mir auch niemand ins Gesicht gesagt.
Und nein- ich möchte eigentlich alles behalten, so wie es ist. Ich spüre: Widerstand. Gegen alles, vor allem gegen mich selbst. Macht mich grad sehr verwirrt, und traurig.
JaMa hat geschrieben: Mo., 02.08.2021, 10:58 Sich nicht krank genug zu fühlen ist ja typisch für Magersüchtige. Dein Gewicht sagt allerdings nichts, rein gar nichts, über deinen Leidensdruck aus.
Ich wünsche dir, dass du einen für dich stimmigen Weg findest.
Wahrscheinlich ist das so. Ich danke dir sehr!

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Sun_Shine
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Beitrag Di., 03.08.2021, 17:44

LovisTochter hat geschrieben: Di., 03.08.2021, 16:47 Ich finde, dass Klinik hilfreich sein kann, aber man sollte nicht vergessen, dass es wirklich schwierig ist, das Gelernte dann in den Alltag zu integrieren.
Ich hatte ja immer wieder Phasen im Leben, in denen ich ganz normal gegessen habe- ich muss nur wieder dahin zurück finden. Und ich wünsche mir rundum Essen MÜSSEN über einen bestimmten Zeitraum. Um wieder zu spüren, dass es möglich ist. Ich habe kein Gefühl für normale Portionen- die waren immer schon klein, schon von Kind an, aber dennoch war ich nie untergewichtig in ganz "normalen" Zeiten. Aber wie ich schon vorher geschrieben habe- vielleicht bin ich da zu naiv und schon zu lange und zu tief drinnen.
LovisTochter hat geschrieben: Di., 03.08.2021, 16:47 So ging es mir zumindest immer, weshalb ich inzwischen die ambulante Therapie für mich als sehr viel hilfreicher als stationäre Aufenthalte empfinde. Ambulant erarbeiten wir Dinge und ich kann diese dann über die Woche ausprobieren und habe in der Folgewoche immer wieder eine Ansprechpartnerin um zu überprüfen was geklappt hat, was nicht, was noch probiert werden kann etc.
Verhaltenstherapie? Damit kann ich wenig anfangen- aber ich denke drüber nach. Wir haben so noch nicht gearbeitet, und das würde auch gar nicht gut passen,...hm

LovisTochter hat geschrieben: Di., 03.08.2021, 16:47 Was mich hat aufhorchen lassen ist der Punkt mit der Verantwortungsabgabe. Den Wunsch kann ich zwar verstehen, aber was bringt einem das? Ist zwar vielleicht mal ganz nett, aber davon lerne ich ja null.
Zudem frage ich mich, ob Du die Verantwortung wirklich einfach so abgeben kannst? Gerade Magersucht ist ja geprägt von Kontrolle.
Es wird mir vermittelt: "Du darfst das essen. Jetzt und später und morgen und übermorgen." Ich weiß es nicht....

Ich werde dieses Klinik Thema abhaken. Es ist ja auch eigenartig, dass es gerade aktuell geworden ist, als die Therapie- Pause begonnen hat. Ich bin momentan überfordert mit der Situation.
Und JA! Ich muss auch selber was ändern wollen, ich weiß das. Momentan will ich gar nichts- außer "verschwinden".

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wind of change
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Beitrag Di., 03.08.2021, 18:54

Hallo Sun_Shine,
Ich habe gestern den Thread gelesen (heute nur überflogen) und ich hatte den Eindruck, dass du im innern weisst, was richtig für dich ist (also in dem Fall: Klinik). Kommt ja durchaus vor, dass der "innere Radar" einem dem richtigen Weg zeigt und den Eindruck hatte ich bei dir, also so gesehen: mach das :thumbsup: ..... und das mit der Eigenverantwortung kann man ja auch in der Klinik (neu wieder) lernen, aber so eine Vorgabe von aussen kann ja auch als "Startpunkt" oder
"(Wieder-)Neuanfang" gut tun und richtig sein

(ich fragte mich dann auch, warum man scheinbar manchmal noch die Bestätigung von aussen braucht, wenn es eigentlich klar ist (in diesem Fall, ob Klinik das richtige ist oder nicht) - ich frage mich das allgemein, deshalb "man", kann mich selber auch längst nicht immer davon ausnehmen. Hast du eine Idee, warum? Oder, was macht dich so unsicher, bei der Frage?)
Sun_Shine hat geschrieben: Di., 03.08.2021, 17:44
Momentan will ich gar nichts- außer "verschwinden".
Warum??

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Beitrag Mi., 04.08.2021, 08:39

Hallo Wind of change, ich möchte kurz da lassen: ich habe gelesen was du geschrieben hast- danke! Zu mehr Text komme ich gerade nicht, ich habe einen langen Tag vor mir und muss dieses Thema mal auf die Seite packen- so gut das eben geht.

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Beitrag Di., 17.08.2021, 22:09

Liebe Wind of change, die Tage sind verflogen und ich war sehr nachdenklich. Nein, Bestätigung brauche ich nicht von außen für eine Entscheidung. Ich habe auf Erfahrungsberichte gehofft. Ich glaube mittlerweile, nicht für jede Person ist eine Klinik der richtige Weg. Was mich anbelangt: ich habe mich entschieden und werde mich vorerst anmelden.

Aber ich hab eine Riesen Angst. Zum Glück noch viel Zeit, um an mir zu arbeiten. Es ist dennoch wirklich zum verrückt werden- die Gedanken sind grad stark. Abnehmen so lange es geht. Und nur bis xx kg. Nicht weniger. Und dann werd ich aufhören. Dieses Kopftheater…der Verstand weiß ganz genau, dass es ein totaler Irrglaube ist, dass es DEN Tag x gibt, an dem man plötzlich bereit ist. Den gibts nicht! DIE Zahl gibts nicht. Keine Zahl wird je wenig genug sein. Es kommt nicht der Tag- ich mache den Tag. Nur ich kann’s entscheiden. Nie nie nie nieeeee hätte ich jemals gedacht, dass ich mal so tief in der Schei…e sitzen werde. Nächster Gedanke: alles gut! Viele sind dünn! Schau dich um: hier eine, da eine,…

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Beitrag Mi., 18.08.2021, 07:42

Sun_Shine hat geschrieben: Do., 29.07.2021, 19:24 Drauf vertrauen..auf mich vertrauen…aber wie mir selbst vertrauen, diese ES ist ja ein ständiges Belügen und Betrügen der Umgebung und eine Unehrlichkeit mir selbst gegenüber.

Hallo, liebe Sun_Shine!


Letztlich ist eine jede Krankheit eine Lüge sich selbst gegenüber, nur bei der Essstörung fällt sie schon äußerlich umso mehr ins Auge und ins Gewicht, was mit dramatischen Folgen verknüpft ist. Die Lüge bei sich selbst zu erkennen, verlangt eben Ehrlichkeit zu sich selbst. Ehrlichkeit ist auch Offenheit, sie gibt die Möglichkeit, etwas über sich zu erfahren, das einem selbst noch verschlossen geblieben ist.


Herzlichst
MisterZett
Der Weise äußert sich vorsichtig, der Narr mit Bestimmtheit über das kommende Wetter.
Wilhelm Busch

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Beitrag Mi., 18.08.2021, 07:55

Mr z!

Was willst du mit deinen Kommentaren in den Threads erreichen? Merkst du immer noch nicht wie verletzend dass ist was du hier so von dir gibst? Ist es dir egal, oder willst du dich hier nur wichtig fühlen. Deine Posts sind genauso hilfreich wie billige Kalendersprüche. Ohne Empathie. Echtes Eingehen auf die User ist da nicht zu erkennen, wie auch nicht wirklich helfen zu wollen, nur sich wichtig machen… :kopfschuettel: :kopfschuettel: :kopfschuettel: :kopfschuettel:
never know better than the natives. Kofi Annan