ist privat finanzierte Therapie besser

Hier können Sie Ihre Fragen rund um die Rahmenbedingungen von Psychotherapie (Methoden, Ablauf usw.) anbringen.
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Charlie Foxtrott
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ist privat finanzierte Therapie besser

Beitrag Fr., 10.09.2021, 14:58

Hallo Leute,

hatte ja schon öfter über meinen Frust in der kassenfinanzierten Therapie geschrieben. Immer wieder Traumabearbeitung angekündigt und dann doch nicht gemacht und nach 1/2 Jahr hinhalten kann ich nun nicht mehr. Mir ist der Kragen geplatzt mit der Folge Rausschmiss. Und jetzt noch mal die Tippeltappeltour mit Stundenübernahme der Reststunden etc. Und als Wechsler werde ich ja bestimmt mit massivem Vertrauensverlust der Therapeuten konfrontiert.
Daher dachte ich, es privat zu versuchen. So frisch aufgerissen will ich nicht noch ewig warten.
Meine Sorgen/Fragen: Wenn ich selbst zahle, werden da auch die ganzen Motivations- und Vertrauenstestspielchen gemacht oder geht es da stringenter zur Sache? Geht ja dann auch ins Geld. Also, ich habe Angst, dass es sich dann unnötig in die Länge zieht. Und wie lange sind da die Wartezeiten? Ist Selbstzahlen Motivationsbeweis genung?

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LovisTochter
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Beitrag Fr., 10.09.2021, 15:39

Es wird Dir hier niemand sagen können wie lang die Wartezeiten bei den Therapeuten bei Dir vor Ort sind. Ebensowenig wissen wir hier wie die einzelnen Therapeuten, bei denen Du anfragen wirst, arbeiten.

Worauf ich allerdings unbedingt sehr genau achten würde ist die Ausbildung der Therapeuten, die in Frage kommen.
Traumatherapie ist KEIN geschützter Begriff und so kann sich das jeder aufs Fähnchen schreiben, egal ob nur ein Wochenendseminar zum Thema EMDR besucht wurde und man, in meinen Augen, hier nicht von einer qualitaiv hochwertigen Aus- oder Weiterbildung sprechen kann. Wenn es sich um Heilpraktiker handelt würde ich auch sehr genau nach der generellen Ausbildung fragen, denn um den Schein als HP Psychotherapie zu bekommen bedarf es oftmals einzig das Ablegen einer Prüfung vor dem Gesundheitsamt. Da sind weder Selbstreflexion noch die Ausbildung in einem Verfahren obligatorisch. Eine Ausbildung in dem Sinne gibt es für HPs ebenfalls nicht. Da ist so gut wie alles freiwillig. Wenn man es drauf anlegen würd und etwas Ahnung von der Materie hat, dann könnte man vielerorts einfach zum Amt stapfen und die Prüfung ablegen. Besteht man, dann dürfte man direkt behandeln.

Prinzipiell hätte ich als Selbstzahlerin eher die Sorge, dass ich länger in einer Therapie gehalten werde als notwendig oder diese langsamer durchgeführt wird als möglich wäre, da ich ja eine sichere Einnahmequelle bin so lange ich komme. Kassenzugelassene Psychotherapeuten haben in der Regel lange Wartelisten und können direkt einen freien Platz nachbesetzen, was bei privaten Therapeuten nicht der Fall sein muss.
Meine Sorge, insbesondere bei einem HP PT an ein schwarzes Schaf zu geraten, wäre wohl recht groß.

Dir drücke ich aber die Daumen, dass Du jemandne findest, mit dem Du weiterarbeiten kannst.
VG
Wer nicht auf seine Weise denkt, denkt überhaupt nicht. (Oscar Wilde)

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lisbeth
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Beitrag Fr., 10.09.2021, 16:20

Rückfrage, an dich, Charlie: Was heißt (für dich) "besser"?
Das ist sicherlich auch abhängig davon, was für dich ein "guter" Therapeut oder Therapeutin ist.
Was da deine Kriterien sind, kannst du dir nur selbst beantworten.

Ich habe beim Lesen deiner Beiträge immer wieder den (sehr subjektiven) Eindruck, dass du es furchtbar eilig hast: Der Therapeut scheint dich hinzuhalten, er geht die Traumabearbeitung nicht so schnell an wie du dir das wünschst, du willst "dein" Trauma "möglichst schnell" aufarbeiten und dann am besten hinter dir lassen. Es hört sich für mich als Außenstehende immer so an, als erwartest du, dass er nur den "magischen Knopf" drücken müsste und dann wäre dein Trauma weg und du könntest fröhlich und vergnügt und unbelastet von dannen ziehen.

Diese (innere) Hektik, in der du da verstrickt zu sein scheinst ist übrigens auch typisch für Traumareaktionen. Fight/Flight-Response. In einer Traumatherapie geht es unter anderem auch darum zu lernen, dass man sich da auch wieder rausholt, zunächst mit Hilfe von außen, später auch selbstständig. Dass man bewusst verlangsamen kann und hinspüren kann, ohne dass sich der Strudel immer schneller dreht. Und solange das nicht gut und verlässlich funktioniert, ist es auch nicht wirklich ratsam, die traumatischen Inhalte anzugehen, weil diese Hektik sehr schnell zu einer emotionalen Überflutung führen kann. Das ist das, was in den meisten traumatherapeutischen Ansätzen unter "Stabilisierung" gefasst wird.

Vielleicht liegt es auch mit an dieser Haltung, dass es unbedingt schnell gehen müsse, dass der Therapeut da sehr gezögert hat? Denn nach allem was ich im Laufe der Zeit über Traumatisierungen gelernt habe (auch aus eigener Anschauung) geht bei Trauma und Traumaverarbeitung eigentlich gar nichts schnell. Im Gegenteil, das ist eine mehr oder weniger lebenslange Lernaufgabe. Es geht auch weniger darum, das Trauma "wegzumachen" sondern eher darum zu lernen, mit dem was passiert ist und mit den Auswirkungen zu leben ohne dass es dich regelmäßig komplett durchrüttelt. Das ist Traumatherapie. Die problematischen Daten werden weiterhin auf deiner persönlichen Festplatte sein, aber wahrscheinlich weniger fragmentiert und daher etwas "berechenbarer" in ihrem Verhalten. Aber die Narben bleiben und du wirst sie auch immer wieder spüren, zB wenn sich die (emotionale) Wetterlage verändert, so wie man auch körperliche Narben auch immer noch spüren kann, selbst wenn die Verletzung schon zig Jahre her ist.

Ich würde mir an deiner Stelle überlegen, was du von einem Therapeuten oder Therapeutin erwartest. Ganz allgemein: Was sollten die mitbringen, wie sollten die mit dir umgehen? Wieviel "eigenen" Standpunkt darf deine Therapeut/in mitbringen? Und dann bezogen aufs Trauma: Was stellst du dir da vor? Und dann musst du halt den Realitätscheck machen und mit möglichen Therapeut/innen abklären, ob sie das im Programm haben und sich das mit dir so vorstellen können. Und da macht es nach meiner Erfahrung keinen Unterschied, ob die Therapie selbst finanziert ist oder nicht. Ich kenne beides, und bei beiden Varianten gab es für mich auch schon ordentlich Geknirsche... Selbstzahlerin zu sein ist also keine Garantie dafür, dass es komplett rund läuft...
When hope is not pinned wriggling onto a shiny image or expectation, it sometimes floats forth and opens.
― Anne Lamott

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chrysokoll
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Beitrag Fr., 10.09.2021, 17:23

hier kann ich lisbeth nur zustimmen.
Charlie, du klingst sehr hektisch, ungeduldig, frustriert. Was ich durchaus verstehe.
Aber ein Trauma bearbeitet man nicht schnell schnell.
Ich bin auch in einer Traumatherapie, allerdings komplex traumatisiert, und nach über eineinhalb Jahren nähern wir uns langsam der Bearbeitung. Das braucht Zeit sagt meine Therapeutin immer. Und das ist eine kassenfinanzierte Therapie.

Nun, wenn du dir die Finanzierung selber leisten kannst dann ist das ja schonmal gut für dich.
Du kannst dann nämlich auch nach Therapeuten ohne Kassenzulassung Ausschau halten. Ich würde da aber ebenfalls ganz ganz dringend empfehlen dir genau die Qualifikation anzusehen.
Schnell mal Trauma bearbeiten kann sehr nach hinten los gehen.

Es klang auch schon lange so als wärst du in der aktuellen Therapie unverstanden, hättest nicht "rein" gefunden, als hätte die Chemie nicht gestimmt. Achte bei der Suche darauf!

Aber für Rauswurf muss auch viel passieren. Ich möchte da keineswegs Schuld zu weisen, darum geht es überhaupt nicht.
Dennoch, schau dir selbstkritisch an was da wirklich passiert ist.

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Shukria
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Beitrag Sa., 11.09.2021, 16:17

Ich schließ mich an, will aber noch ergänzen...

Ich hab mal Therapie ne Zeitlang selber finanziert und fand das gut weil ich mich dadurch bei der Therapeutin endlich auf Augenhöhe gefühlt habe. Ich habe bewusster entschieden wieviel Stunden ich nehme und was ich in den Stunden besprechen will. Wann Ende ist. Also das Beziehungsthema Selbstbestimmung quasi mit abgedeckt war, hab mich nicht abhängig gefühlt und es war für mich emotional so klarer ne Arbeitsbeziehung.

Jetzt hab ich wieder eine kassenfinanzierte Therapie bei einer anderen Therapeutin, bei der ich mich auch gut bzgl der Themen auf Augenhöhe fühle.

Grundsätzlich aber braucht Traumaaufarbeitung Zeit, mehr als mir lieb ist und auch Zeit zum verdauen. Also auch Stunden in denen die Themen ruhen damit in der Zeit das neue sacken kann.

Daher bleibt die Frage ob nicht eher die Beziehung zur Therapeutin ungünstig war als das Setting der Bezahlung?

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Charlie Foxtrott
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Beitrag Sa., 11.09.2021, 18:21

Ja, danke für Eure Rückmeldungen. Kann sein, dass es das trifft: Hektik. Aber 8 Monate traumatisches Ereignis antriggern und dann doch nicht machen, ja, nein, ja, nein (vom Therapeuten, nicht von mir.) Meine Angst ist, dass er es vergisst. Er ist nämlich ziemlich vergesslich. Wenn ich ne klare Perspektive habe, kann ich gern noch warten. Habe mit ihm 2 Ereignisse gut durchgearbeitet, jetzt weigert er sich plötzlich. Ja, ich bin explodiert, weil er nicht zu Potte kam. Abseits von Hektik habe ich gern Struktur. Und bei ihm ist es so, dass er ein Thema zum Stundenende ankündigt fürs nächste Mal, ich gehe voller Hoffnung raus und dann macht er beim nächsten Mal was anderes und ist beleidigt, wenn ich ihn erinnere und meint, ich würde ja nicht wollen, weil ich nie darüber gesprochen habe.

Ja, ich verspreche mir von einer privaten Therapie, dass diese vertrauensbildenden Motivationstestspielchen wegfallen, klares Leistungsverzeichnis, dann und dann machen wir das und das. Natürlich nicht Exposition in der 1. Stunde.

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MissingBonny
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Beitrag Sa., 11.09.2021, 18:27

Was verstehst du denn unter "vertrauensbildenden Motivationstestspielchen"? Verstehe leider nicht so ganz, was du damit meinst. Habe nicht das Gefühl, dass es das in meiner Therapie so gibt bzw. gab... Hast du vllt konkrete Beispiele? Glaube nämlich nicht, dass das standard ist - unabhängig davon ob kassenfinanziert oder nicht.

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Charlie Foxtrott
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Beitrag Sa., 11.09.2021, 18:40

Na zum Beispiel, es wird nach dem Erstgespräch kein weiterer Termin vergeben, sondern man soll zurückrufen. Oder das permanente Anzweifeln der Motivation oder des Vertrauens. Und man muss ich rechtfertigen.

Ganz krass in der Rehaklinik, in der ich war: Man bekam einen Laufzettel, auf dem falsche Räume verzeichnet waren. Sass man dann im falschen Gruppenraum = > kein Interesse an sozialen Kontakten. Es standen sich überschneidende oder falsche Termine auf dem Zettel. Nahm man nur einen von 2 zeitgleichen Termine wahr => Entlassungsdrohung wegen mangelndem Behandlungswillen. Man hätte sich eben erkundigen müssen, erkundigt man sich, ist es aber wieder mangelndes Vertrauen.
Oder man ging durch eine Tür, die stets geschlossen zu halten sein sollte. Hinter mir ging jemand vom Personal, habe ihm die Tür aufgehalten => Verstoß gegen Hausordnung. Hätte ich sie ihm vor den Kopf geknallt, wäre es natürlich auch falsch gewesen.
Oder der Zimmernachbar raucht, der Qualm zieht zu einem ins Zimmer. Man sagt was und fliegt, weil man angeblich selbst geraucht hat und durch das "Petzen" nur von sich selbst ablenken wollte.
Oder man solle erst mal ankommen und keine Termine wahrnehmen die ersten Tage. Am 3. Tag Entlassungsdrohung wegen Passivität. Letzte Chance: Sich Termine eintragen lassen, dies wird dann verweigert mit der Begründung, Therapeutin XY, die das angeordnet hat, ist sowieso im Urlaub und das Team sei sich immer einig, man nähme das nur falsch wahr.
Zuletzt geändert von Charlie Foxtrott am Sa., 11.09.2021, 19:13, insgesamt 1-mal geändert.

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chrysokoll
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Beitrag Sa., 11.09.2021, 19:00

also das weitere Vorgehen nach dem Erstgespräch wird unterschiedlich gehandhabt.
Ich hab ja eine Reihe von Erstgesprächen geführt bevor ich meine Therapeutin gefunden habe.

Wenn Patienten da zurückrufen sollen wird es damit vielen Patienten auch leicht gemacht.
Viele möchten dann doch nicht in Therapie oder nicht bei dem Therapeuten und müssten dann absagen und haben damit Probleme. Oder erscheinen einfach nicht, was für den Therapeuten mindestens lästig und nervig ist.
So etwas solltest du nicht persönlich nehmen.

Mir fällt auch dein "man" auf. Nein, nicht "man" muss sich rechtfertigen in einer Therapie. Du musstest das offenbar.
Das ist nicht gut, achte beim nächsten Therapeuten drauf ob die Chemie wirklich stimmt.

Aber: Du wirkst sehr hektisch, ungeduldig, vorwurfsvoll
Das ist keine gute Voraussetzung für eine Traumatherapie.
Bzw. das erfordert dann eher längere Zeit das was dir so verhasst ist: Stabilisierung. Arbeit an den Emotionen etc.

Und: KEIN Traumatherapeut kann dir einen genauen Fahrplan geben. Das wäre mehr als fahrlässig.
Der Verlauf hängt doch davon ab wie es dir geht, wie du an und in dir arbeiten kannst.

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MissingBonny
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Beitrag Sa., 11.09.2021, 19:10

Auch ich kenne unterschiedliche Vorgehen nach den Erstgesprächen - und finde es persönlich zum Beispiel ganz angenehm, wenn ich mich einfach melden darf wenn tatsächlich Interesse besteht.

Zum Thema Vertrauen: Meine Thera weiß sogar, dass meinerseits kaum Vertrauen da ist... Ich kann das inzwischen offen thematisieren- und empfinde es als sehr hilfreich, deshalb nicht abgewiesen zu werden - sondern gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

Schade, dass es für dich in der moomentanen Therapie nicht gut zu passen scheint! Ich hoffe sehr für dich, dass du das klären kannst - oder jemanden findest mit dem es besser harmoniert - egal ob kassen -oder prvat finanziert.
Lg

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Charlie Foxtrott
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Beitrag Sa., 11.09.2021, 19:18

Hi, danke Euch! Habe oben noch etwas ergänzt zu Machtspielchen, die ich aus der Klinik kenne. Kennt das jemand?

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Pianolullaby
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Beitrag Sa., 11.09.2021, 19:20

ich habe in einer Klinik noch nie !!!! irgend auch nur im geringsten ähnliches erlebt und ich war tatsächlich auch schon ein paar Mal in der Klinik.
Träume nicht Dein Leben, lebe Deinen Traum

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chrysokoll
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Beitrag Sa., 11.09.2021, 19:27

Charlie nein, ich kenne sowas echt überhaupt nicht.
Und ich war in diversen Kliniken, Psychiatrien wie Psychosomatik etc.
Selbst in der übelsten Psychiatrie, aus der ich nach zwei Wochen selber wieder ging war das nicht annähernd so.

Das heisst nicht dass ich dir nicht glaube und dass es sowas nicht gibt.
Es kann sein dass du einfach ganz viel Pech hattest.
Ich möchte dir nichts unterstellen und wirklich keine Schuld zuweisen, darum geht es überhaupt nicht, aber es fällt natürlich auf dass dir ähnliche Dinge immer wieder passieren und das KANN (nicht muss!) auch mit dir zu tun haben, mit deiner Wahrnehmung, deinem Auftreten

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Marsianerin
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Beitrag Sa., 11.09.2021, 22:29

Kommt drauf an. Wer wirklich etwas kann, wird sich jedoch auf seine Arbeit konzentrieren wollen statt sich mit Anträgen rumzuärgern.

Du wirst sicher auch privatfinanziert Dummköpfe und selbst therapiebedürftige Therapeuten vorfinden. Bei der Kasse aber eher keine erfahrenen Dickbrettbohrer. In öffentlichen Krankenhäusern eigentlich nur BerufsanfängerInnen und das, was halt übriggeblieben ist. Wenn du es dir leisten kannst, zahle die Therapie selbst und sei bei der Suche wählerisch.

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Shukria
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Beitrag So., 12.09.2021, 06:17

Ich würde an Deiner Stelle noch mal differenzieren zwischen den Erlebnissen in der stationären Therapie und der ambulanten und das getrennt halten. Für die von der stationären kann der ambulante Therapeut nichts. Du könntest das beim nächsten aber vorbesprechen, das das Dein Vertrauen in ihn vorbeeinflusst.

Ich musste bei meiner jetzigen auch anrufen und nen Termin zur Therapie vereinbaren nach dem Vorgespräch. Das hat mich einerseits genervt (Warum gibt sie mir nicht gleich einen mit?) andererseits hatte ich keinen Druck einfach ja zu sagen obwohl ich selbst vielleicht gar nicht wirklich will. Es gibt Menschen, gerade traumatisierte, denen fällt Abgrenzung im Kontakt total schwer.

Ich hab auch den Eindruck das du sehr unter dem traumatischen Material leidest und starken Druck hast das es zügig weg ist. Ich kenn das von mir auch.
Meine Ungeduld dann mit den Fortschritten der Therapie, mein Frust auf die Therapeutin, mich nicht auf ein Ereignis konzentrieren zu können weil mehrere hochbloppt und ich genaugenommen gar keine Abstriche machen will sondern alles gleichzeitig bearbeiten.

Mir hat es immer sehr geholfen das genau so in der Therapie mit der Therapeutin zu besprechen - ohne Vorwürfe an sie, nur mein Dilemma in dem ich stehe, den Druck, wie mich das belastet und wütend, hilflos macht...

Danach hat sich immer ein guter Mittelweg zusammen gefunden was jetzt in der Therapie dran ist , bis zur nächsten Krise.
Vielleicht geht es ohne Vorwürfe besser so was zu klären, aber den Ärger der erstmal mit hochkommt und einen denken lässt... "Wenn der andere doch nur..." den kenn ich auch zu Genüge. Ich leb das aber nie aus sondern schau immer, was macht mich so fuchsig /wütend und bespreche genau das mit offenem Ausgang.