krankschreiben? Übertrieben? Nötig?

Das Leben ist wesentlich durch unsere Arbeit geprägt. Der Job kann jedoch auch Quelle von Ärger und Frustration sein, oder persönliche Probleme geradezu auf die Spitze treiben...
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mathilda1981
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krankschreiben? Übertrieben? Nötig?

Beitrag Sa., 18.09.2021, 11:12

Hallo zusammen,

ich habe mal eine kurze Frage an euch. Manchmal ist man ja nicht sehr objektiv... Wenn euch eure Therapeutin sagt, dass ihr euch dringend krank schreiben lassen solltet weil sie der Meinung ist, es geht nicht mehr lange gut und der komplette Absturz wird wahrscheinlich sonst kommen - und ihr der Meinung seid, es geht noch und sie übertreibt (ich möchte nicht auf der Arbeit fehlen, habe viele Tätigkeiten dir nur ich mache.... ), und ich bin doch schon "weiter" gekommen - vielleicht gehts auch ohne Krankschreibung ... Wie entscheidet ihr euch? Meine Therapeutin war diese Woche relativ hart zu mir. Meinte, sie möchte mir nicht mehr beim selbstzerstören zuschauen und ich bewege mich auf dünnem Eis, wenn das einbricht bin ich richtig am Boden.

Ich hatte erst Urlaub. Vor dem Urlaub war ich total durch. Ich hatte ein Projekt, was mich statt 30 Std um die 45/50 Stunden gekostet hat für 2,3 Monate (arbeite im med. Bereich). Ich war sehr froh, Urlaub zu haben weil ich damals wirklich am Limit war. Nach dem Urlaub (3 Wochen) war ich 2 Wochen auf der Arbeit. In den Wochen war es relativ heftig (habe eine Kollegin vertreten und eine neue, sehr anspruchsvolle Arbeit mit viel Verantwortung dazubekommen). Habe dann das erste mal auf der Arbeit Panik (Atemnot, Kribbeln Arme) bekommen, dies oft dauerhaft (kam auf die Tätigkeit an) und an 2 Tagen ständig geheult (egal welche Kollegin mich angesprochen hat ob alles ok ist - ich musste ständig heulen - was gar nicht meine Art ist). Konnte dann auch mehrere Tage nichts essen und hab 4/5 kg abgenommen (hab ich aber wieder im Griff - hatte "früher" eine ES). Habe mir dann, weil es die Woche lockerer auf der Arbeit war und jemand Überstunden abbauen sollte, mir kurzfristig 4 Tage frei genommen (diese Woche). Habe leider auch noch 2 chron. Erkrankungen, die sich mit Stress verschlechtern können bzw einen Krankheitsschub auslösen können. Jetzt gehts mir wieder besser, habe nach dem "Anschiss" der Therapeutin auch noch viel nachgedacht und habe schon ein paar Baustellen gefunden, die ich ändern möchte. Am Montag arbeite ich wieder. Meine Therapeutin meinte aber, ich bräuchte nochmal einen Cut. 4 Wochen +.... Aber ich bin wieder in meinem "kann ich nicht bringen", "die Arbeit kann kein anderer (was teilweise auch stimmt)", ich muss nur einfach stärker sein, und die lange Zeit, in der ich jetzt Urlaub hatte, müsste reichen. Was soll ich denn auf der Arbeit sagen?.. Ich habe noch 3 Kinder daheim, für die ich andererseits gesund bleiben/werden möchte. Ich lass mich sonst nie krankschreiben (außer 1x als mich meine Chefin dazu gezwungen hat weil ich - jetzt im Nachhinein - echt nicht arbeitsfähig war wegen einem schweren Krankheitsschub meiner chron. Erkrankung), die Kollegen werden fragen. Ich habe Angst, als Versager dazustehen der nicht leistungsfähig ist... Und eigentlich ist es ja auch nicht mehr so schlimm. Momentan fühle ich mich stabil...

Ich weiß einfach nicht, ob meine Therapeutin dramatisiert oder ich bagatellisiere.

War jemand schonmal in der Situation und was habt ihr gemacht? Habt ihr es danach bereut (wenn ihr weiter gemacht habt)?

Danke fürs Lesen
Lg Mathilda

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candle.
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Beitrag Sa., 18.09.2021, 11:54

Also wenn Urlaub nicht die standardmäßige Erholung bringt dann ist es wirklich Zeit für eine Krankmeldung.

Bei mir war der Punkt, dass ich den Weg zur Arbeit mit Bus und Bahn nicht mehr geschafft hatte. Und ich war erstaunt, dass mein Hausarzt mich kurzerhand gleich 2 Wochen krankschrieb.

LG candle
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lisbeth
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Beitrag Sa., 18.09.2021, 16:33

mathilda1981 hat geschrieben: Sa., 18.09.2021, 11:12 Vor dem Urlaub war ich total durch. Ich hatte ein Projekt, was mich statt 30 Std um die 45/50 Stunden gekostet hat für 2,3 Monate
mathilda1981 hat geschrieben: Sa., 18.09.2021, 11:12 In den Wochen war es relativ heftig [...]Habe dann das erste mal auf der Arbeit Panik (Atemnot, Kribbeln Arme) bekommen, dies oft dauerhaft [...] und an 2 Tagen ständig geheult
mathilda1981 hat geschrieben: Sa., 18.09.2021, 11:12 Konnte dann auch mehrere Tage nichts essen
mathilda1981 hat geschrieben: Sa., 18.09.2021, 11:12 Habe leider auch noch 2 chron. Erkrankungen, die sich mit Stress verschlechtern können bzw einen Krankheitsschub auslösen können.
mathilda1981 hat geschrieben: Sa., 18.09.2021, 11:12 Ich war sehr froh, Urlaub zu haben weil ich damals wirklich am Limit war.
Du bist nicht am Limit, du bist längst drüber, und willst es aber nicht wahrhaben.
Das hat etwas von Suchtverhalten, auch die Ausflüchte und Rechtfertigungen, die du dir zurechtlegst.

So hart es klingt: Niemand ist am Arbeitsplatz unersetzlich.
Du arbeitest über Monate an oder über 150% deiner vereinbarten Arbeitszeit... Hm. Finde den Fehler. Wenn du das auf Dauer mitmachst und alles immer so gut es geht wegarbeitest fehlt für deinen Arbeitgeber der "Anreiz" irgendwas an der Situation zu verändern.
Du bist dabei, deine Gesundheit zu ruinieren und scheinst auch noch "stolz" darauf zu sein?
In deinen Augen ist es eine "Leistung", ohne AU auszukommen und den immer höher werdenden Anforderungen deines Arbeitgebers hinterher zu hecheln. Der Preis, den du dafür aber zahlen dürftest ist ziemlich hoch und das wird dir dein Arbeitgeber trotzdem nicht danken. Und deinem Arbeitgeber "beweist" du damit nur eins: Dass du alles mit dir machen lässt.
Das Beispiel, das du da für deine Kinder setzt (Selbstausbeutung, keine Grenzen kennen und nicht Nein sagen können) ist kein besonders gutes, finde ich.
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― Anne Lamott


Bluemoon123
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Beitrag Sa., 18.09.2021, 16:57

Dieses "ich muss arbeiten ... weil niemand anderes da ist, der das kann oder macht" kenne ich nur zu gut von mir selbst. Mein Therapeut nennt das Größenwahn. Und er hat Recht!

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saffiatou
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Beitrag Sa., 18.09.2021, 17:36

Ich kenne das nur zu gut von mir selbst, habe mich durch meine Arbeit identifiziert. Von Elternhaus auf Höchstleistung getrimmt, nur wenn ich immer weit mehr als 100% bringe bin ich „es“ wert….

Irgendwann kam ein Zusammenbruch, der so heftig war, dass meine Ärztin sagte: „sie hören ab sofort mit der Arbeit auf und wenn Sie wieder arbeiten dürfen entschiede alleine ich. Sie fragen nicht nach, wann Sie wieder arbeitsfähig sind, sondern denken jetzt nur daran, dass es Ihnen wieder besser geht.“

Ich war erschrocken, aber irgendwie auch erleichtert, weil sie die Verantwortung übernommen hat. Sie hat das entschieden, nicht ich. Krank sein, hatte für mich immer etwas mit faul sein zu tun, dem nicht wollen (so wurde mir das von meinen Eltern vermittelt: „ausruhen ist erlaubt wenn du tot bist“)

Ich habe mich krankschreiben lassen und es war gut und im letzten Moment. Daher rate ich jedem auch auf die Ärzte (Therapeuten) zu hören und mal sich selbst zum fragen, warum man wirklich meint nicht krank zu sein oder nicht da recht zu haben, sich AU Schreiben zu lassen. Bei mir war es die Angst davor dass ich schwach bin, nicht gut genug, nicht liebenswert.
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Beitrag Sa., 18.09.2021, 19:08

candle. hat geschrieben: Sa., 18.09.2021, 11:54 Bei mir war der Punkt, dass ich den Weg zur Arbeit mit Bus und Bahn nicht mehr geschafft hatte. Und ich war erstaunt, dass mein Hausarzt mich kurzerhand gleich 2 Wochen krankschrieb.
Hallo Candle,

danke für deine Antwort. Hat dir die Krankschreibung damals weitergeholfen? Wie ging es nach den 2 Wochen weiter?

Lg Mathilda

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Beitrag Sa., 18.09.2021, 19:19

lisbeth hat geschrieben: Sa., 18.09.2021, 16:33 Du bist dabei, deine Gesundheit zu ruinieren und scheinst auch noch "stolz" darauf zu sein?

In deinen Augen ist es eine "Leistung", ohne AU auszukommen und den immer höher werdenden Anforderungen deines Arbeitgebers hinterher zu hecheln.
...Danke für deine Antwort...

Ja, das stimmt tatsächlich. Es hört sich hart an wenn man deinen Text liest - aber ja, du hast in jedem Punkt recht. Und wahrscheinlich ist es auch gut, das mal so zu hören. Das es ziemlich dämlich ist, stolz darauf zu sein, immer über die Grenzen zu gehen - das kam mir die Tage auch. Ich habe diese Anerkennung gebraucht, warum? um mich nicht total nutzlos und nichtig zu fühlen. Aber wirklich geholfen hat es nicht. Und dieses ständige "höher, weiter" ist so anstrengend geworden. Ich würde mir wünschen, einfach mal nur meinen Job zu machen - ohne nach höherem zu streben. Aber immer kommt das Gefühl, noch nicht zu genügen und perfekt abliefern zu müssen...

Und du hast recht - was ich meinen Kindern vorlebe ist nicht gut....

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Beitrag Sa., 18.09.2021, 19:22

Bluemoon123 hat geschrieben: Sa., 18.09.2021, 16:57 Dieses "ich muss arbeiten ... weil niemand anderes da ist, der das kann oder macht" kenne ich nur zu gut von mir selbst. Mein Therapeut nennt das Größenwahn. Und er hat Recht!
Danke...ja hm, könnte was dran sein. Wahrscheinlich würde es auch so klappen....aber sich das einzugestehen ist irgenwie auch schwer...weil ich mich dann irgendwie nutzlos finde ...

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candle.
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Beitrag Sa., 18.09.2021, 19:27

Ich meine, ich hatte gerade Therapie angefangen und das akute Problem intensiv "bearbeitet". Also nach 2 Wochen schaffte ich den Arbeitsweg wieder.

LG candle
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Beitrag Sa., 18.09.2021, 19:28

saffiatou hat geschrieben: Sa., 18.09.2021, 17:36 Bei mir war es die Angst davor dass ich schwach bin, nicht gut genug, nicht liebenswert.
Danke. Ja, bei mir ist es genauso. Ich habe das Gefühl wenn ich mich krankschreiben lasse, halten mich die anderen für schwach und einen Versager. Ich spiele seit Jahrzehnten die Starke, die mit drei Kindern super fertig wird, arbeitet und trotz chron Krankheiten immer leistungsfähig ist, mit dem Mann noch nebenbei jahrelang das Haus saniert.... Ich war darauf immer stolz. Und es war für mich "normal". So muss es sein. Ich hatte auch keinen Plan B... und jetzt merke ich, dass ich meine Gesundheit gegen die Wand fahre und unglücklich bin...

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Beitrag Sa., 18.09.2021, 19:31

candle. hat geschrieben: Sa., 18.09.2021, 19:27 Ich meine, ich hatte gerade Therapie angefangen und das akute Problem intensiv "bearbeitet". Also nach 2 Wochen schaffte ich den Arbeitsweg wieder.
Das ist schön zu hören

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lisbeth
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Beitrag Sa., 18.09.2021, 19:41

mathilda1981 hat geschrieben: Sa., 18.09.2021, 19:19 Es hört sich hart an wenn man deinen Text liest - aber ja, du hast in jedem Punkt recht.
Tut mir Leid, dass ich das so harsch formuliert habe.
Ich kenne genau das alles auch aus eigenem Erleben, von daher kam das auch aus eigener Betroffenheit heraus, vielleicht auch ein wenig an mich selbst gerichtet...
Meine Erfahrung: Das mit dem Durchpowern um jeden Preis ging bis Anfang 40 ganz ok. Irgendwann nicht mehr ganz so locker, kostete mehr Anstrengung. Und irgendwann wurden die psychischen und physischen Belastungen zu groß und ich hab eine fette Bauchlandung hingelegt. Wobei ich ohne den kompletten Zusammenbruch sicher nie angefangen hätte, das alles mal für mich zu hinterfragen...

Und: Die alles entscheidende Frage dabei ist doch: Wer bin ich und was bin ich wert, wenn ich mal "nichts" leiste oder leisten kann?
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Beitrag Sa., 18.09.2021, 19:50

Ich sehe verflucht viele Parallelen zu mir.
mein Job war mir so wichtig. Ich war so stolz, dass ich trotz großer Belastung arbeiten konnte. War als Projektleitung auch unersetzlich bzw habe mir das eingeredet.
Habe genau wie du chronische Erkrankungen, die sich unter Streß verschlimmern ( können)…und war in meinem Fall auch zutreffend.
Ich wollte auf den dringenden Appell meiner Therapeutin nicht reagieren. Hatte zuviel Angst, dass ich meine berufliche Existenz verliere und da hängt so viel dran.
Ich hab weitergemacht. Und bin völlig zusammengebrochen. War am Ende monatelang zu gar nichts mehr fähig und habe meinen Job verloren.

Es muss dir nicht genauso gehen … aber du hast ja nach Erfahrungen gefragt.


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Beitrag Sa., 18.09.2021, 20:18

mathilda1981 hat geschrieben: Sa., 18.09.2021, 19:22
Bluemoon123 hat geschrieben: Sa., 18.09.2021, 16:57 Dieses "ich muss arbeiten ... weil niemand anderes da ist, der das kann oder macht" kenne ich nur zu gut von mir selbst. Mein Therapeut nennt das Größenwahn. Und er hat Recht!
Danke...ja hm, könnte was dran sein. Wahrscheinlich würde es auch so klappen....aber sich das einzugestehen ist irgenwie auch schwer...weil ich mich dann irgendwie nutzlos finde ...
Zwischen "unersetzlich" und "nutzlos" gibt es aber schon noch ganz viel anderes. ;-)

Deinem Arbeitgeber dürfte übrigens auch sehr daran gelegen sein, eine gesunder voll arbeitsfähige Mitarbeiterin zu haben. Der hat auch nix davon, wenn Du Dich in dem Zustand zwar dort hinschleppst, aber im Grunde nicht so einsatzfähig bist, wie Du es wärest wenn es Dir gut gehen würde.

Bei mir war die Krankschreibung das Beste was ich mir damals zustehen konnte. Erstens war ich tatsächlich danach wieder einsatzfähig. Zweitens haben sowohl mein Chef als auch meine Kollegen komplett anders reagiert, als ich es mir vorher eingeredet hatte - nämlich absolut positiv und keiner hat blöd gefragt oder irgendwas kommentiert. Und drittens hat es dazu geführt, dass ich mich jetzt endlich dazu durchgerungen habe, meine Arbeitszeit zu reduzieren. Davon habe ich schon zwei Jahre lang geredet, dass ich das eigentlich machen sollte, aber jetzt tue ich es wirklich (der Antrag ist schon gestellt).

Und außerdem war es wichtig für mich zu lernen, dass ich Hilfe annehmen darf und die Verantwortung dafür eben nicht jemand anderem abgeben kann. Mein Therapeut ist ja Arzt und hat mir in der Stunde vorher noch gespiegelt, dass er mich noch nie so erschöpft erlebt hat. Ein paar Tage später hab ich ihn dann angerufen und gebeten mich krank zu schreiben, was er sofort getan hat. Da hab ich mir noch gedacht, das hätte er ja gleich tun können, als er mich ein paar Tage vorher erlebt hat. Aber im Nachhinein war es gut, dass er mir das nicht abgenommen hat.

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mathilda1981
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Beitrag Sa., 18.09.2021, 20:34

lisbeth hat geschrieben: Sa., 18.09.2021, 19:41 Und: Die alles entscheidende Frage dabei ist doch: Wer bin ich und was bin ich wert, wenn ich mal "nichts" leiste oder leisten kann?
Hast du es mittlerweile geschafft, diese Frage für dich zu beantwoten?