Kann ADHS mit DIS / dissoziativer Störung verwechselt werden?

Fragen und Erfahrungsaustausch zu Persönlichkeitsstörungen und Schizophrenie, Bipolaren Störungen ('Manisch-Depressives Krankheitsbild'), Wahrnehmungsstörungen wie zB. Dissoziationen, MPS, Grenzbereichen wie Borderline, etc.
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Speranta
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Kann ADHS mit DIS / dissoziativer Störung verwechselt werden?

Beitrag Mo., 06.06.2022, 16:40

(Ich glaube, in meinem Leben ist mir noch nie ein Text so schwer gefallen wie dieser. Ich schreibe, lösche, tippe weiter, lösche wieder, prokrastiniere, schreibe... Mir ist schlecht.)

Hallo...

Ich bin Speranta, fast 41 Jahre alt und ich hab manchmal das Gefühl, nicht allein in meinem Kopf zu sein. Ich lebe im Norden Deutschlands mit meinem Ehepartner, zwei Jungs, einem Hund und einem Scrabblebeutel voller Diagnosen. :roll: Der Ehemensch hat Long-Covid und dadurch bedingt chronisches Erschöpfungssyndrom, der 8jährige ist im August 2021 mit Asperger-Autismus diagnostiziert worden und der 4-jährige fängt jetzt eine Diagnostik wegen ADHS an. Ich war Anfang des Jahres in der Diagnostik und bei mir wurde komplexes ADHS, PMDS und eine PTBS festgestellt. Außerdem habe ich wiederkehrende Depressionen, Schlafstörungen und eine Angststörung.

Als ich das mit der PTBS hörte, war ich regelrecht geschockt. Eigentlich hätte es mich überhaupt nicht wundern sollen. Ich kann mich an die ersten 12 Jahre meines Lebens kaum erinnern. Es ist wie ein blinder Fleck in meiner Vergangenheit. Alles, was ich noch weiß, sind ein paar sehr rare eigene Erinnerungen (die so gut wie immer irgendeine Form von Gewalt beinhalten) und Erzählungen dritter. Es ist alles sehr distanziert von mir, wenn ich davon berichte, fühlt es sich an, als erzähle ich von einem Buch, dass ich gelesen habe. Manchmal habe ich das Gefühl, als sei ich irgendwie zersplittert oder kaputt gegangen oder so? Ich bin mit einem alkoholkranken Vater und Großvater aufgewachsen, wurde missbraucht, meine Mutter ist ein beratungsresistentes co-abhängiges Miststück, mein Großvater hat laut Aussage meiner kleinen Schwester versucht, mich zu erw*rgen (ich kann mich absolut nicht erinnern, aber es würde erklären, warum ich Panik kriege, wenn mein kleines Kind sich an meinen Hals hängt), in der Schule wurde ich angespuckt und gemobbt und irgendwie hatte ich nie das Gefühl, irgendwo dazu zu gehören. Aber da vorher noch nie jemand im Zusammenhang mit mir von PTBS gesprochen hat, hat es mich doch getroffen.

In der Schwangerschaft mit dem Kleinen war ich stark suizidgefährdet. Die behandelnde Ärztin (Oberärztin einer Klinik mit Station für postnatale Depressionen) vermutete relativ schnell im Gespräch eine Borderline-Störung ("Das ist mein Steckenpferd, wissen Sie Frau Speranta?"), diese wurde aber nie diagnostiziert, da ich 8 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin nicht in eine Klinik gehen wollte. Ich saß auch schon mal völlig verzweifelt bei einer Neurologin und hielt mich selbst für bipolar, weil ich immer so wahnsinnige Stimmungsschwankungen habe und meine Laune sich von jetzt auf gleich ändert. Wurde ebenfalls nicht richtig kontrolliert, ich sollte ein Stimmungstagebuch führen und dann wurde das Problem schnell mit meinem Zyklus in Zusammenhang gebracht. Behandelt jedoch nicht. Das war noch vor den Kindern.

Als ob das alles noch nicht genug wäre (allein der Autismus des Großen zieht einen ganzen Rattenschwanz an Erschwerungen in unserem Leben hinter sich her) habe ich aber wie oben schon geschrieben manchmal das Gefühl, nicht allein in mir zu sein. Als wir im August 2021 die Diagnose für unseren Großen hatten, dachte ich, ich lasse mich ebenfalls diagnostizieren, denn irgendwo musste das Kind das ja herhaben und ich kann ihn in vielem so gut verstehen... Und dabei kam dann eben ADHS heraus, was mir (vorerst) erklärte, warum es nie leise in meinem Kopf ist. Dieses Gefühl der Zerissenheit hab ich schon so lange ich denken kann, ich hab kein Identitätsgefühl, weiß nicht, wer ich bin, trage immer die zur Situation gewünschte Maske, habe immer das Gefühl, nur eine Rolle zu spielen.

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Speranta
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Beitrag Mo., 06.06.2022, 16:42

Ich hab das Gefühl, mich aufzulösen. Ich bin immer seltener wirklich ich. Ich sehe Schatten und Spinnen an den Wänden, wo keine sind. Schaue ich genauer hin, entpuppt es sich immer als Fussel oder sowas. Ich starre ins Leere und wenn ich wieder da bin weiß ich nicht mehr wo ich war. Mein Körper sitzt auf dem Sofa, aber ich bin nicht richtig anwesend und ich weiß nicht, wo ich dann bin. Der Autopilot ist an, eine Art Kümmermodus. Meine Stime ist auch anders, wenn ich mit den Kindern rede. Vor 2 Wochen hatten mein Ehemensch und ich einen Streit und in dessen Verlauf knallte ich ihm alles vor die Füße. Dass ich manchmal das Gefühl habe, die Welt um mich herum sei ganz unwirklich (wie in einer Collage, alles hat übernatürlich scharfe Kanten und die Farben sind total intensiv und so), dass ich das Gefühl hab, ich bin gar nicht ich selbst, dass ich gar nicht weiß, wer ich eigentlich bin, dass ich das Gefühl habe, mich aufzulösen. Und als er mich dann fragte, warum ich das denn nicht früher gesagt habe, brach ein "weil ich die meiste Zeit gar nicht hier bin" aus mir heraus. Wie soll ich denn was sagen, wenn ich gar nicht hier bin? Und dann stand ich zusammengekrümmt in der Küche und weinte (ich weine extrem selten und ausschließlich in emotional sehr aufwühlenden Situationen), und hab mich ziemlich klein gefühlt. Und dann kam der 8-jährige um die Ecke und kaum hatte er seine Nasenspitze in den Raum gesteckt, war es, als sei ich jemand anders. Ich hatte das Gefühl, jemand schubst mich nach rechts zur Seite, aber IN mir drin und dann war da keine Traurigkeit, keine Verzweifelung, kein gar nix. Ich stand gerade da und sprach mit meinem Kind und als er wieder weg war, fragte mein Mann mich, was das denn gewesen sei? Und ich so: Das war die Kümmerin.

Ich weiß noch, dass ich vor Jahren - noch bevor die Kinder da waren, in die Stadt gefahren bin und mir eine Baby Born Puppe gekauft habe. Und auf dem Rückweg hopste ich wie ein kleines Mädchen von einem Bein aufs andere und sang mit Kleinmädchenstimme "Ich hab eine Puppe, ich hab eine Puuuuuuppeeee". Seit ein paar Tagen steht ein Polly Pocket Spielzeug auf meinem Schreibtisch, dass ich unbedingt haben wollte. Ich weiß, dass ich es bestellt habe...

Um 2006 rum hab ich zwei Jahre Verhaltenstherapie gemacht, aber die hat gar nichts gebracht. Ende des Monats hab ich zumindest ein kennenlern Gespräch bei einer Therapeutin (keine Traumathera), die hat der Therapeut meines Ehemanns mir vermittelt.

Ich hab Angst, dass ich eigentlich in eine Klinik müsste, weil ich das mit unserer Familiensituation nicht leisten kann. Mein Partner ist wegen des CFS dauerhaft am Limit, ich kann nicht 8 Wochen lang komplett ausfallen. Könnte man eine Diagnostik bezüglich einer dissoziativen Störung auch in einer Tagesklinik machen lassen? Dann wäre ich zumindest abends daheim. Kann ADHS denn überhaupt so verwechselt werden? Könnte ich tatsächlich viele sein und es einfach bisher nicht gemerkt haben? Ich habe durchaus Zeitlücken im Alltag, aber ich dachte, das liegt am ADHS. Gott, ich hab Angst, dass es Schizophrenie ist, mein Onkel war schizophren und das ist doch vererbbar? Ich kann meine Familie auch nicht fragen, ob ich mich falsch erinnere, alles in mir schreit, dass das unsicher sei, dass ich da nicht wieder hingehen darf, dass...

Ich werd noch verrückt hier. :(

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münchnerkindl
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Beitrag Mo., 06.06.2022, 17:27

Was mir dazu einfällt: Man kann auch Läuse und Flöhe gleichzeitig haben.

Also du könntest angeborenerweise ADHS gehabt haben UND durch die Gewalterfahrung und Vernachlässigung eine komplexe und/oder herkömmliche posttraumatische Belastungsstörung oder eine Borderline Persönlichkeitsstörung entwickelt haben.

Dissoziative Symptome sind sowohl bei Traumafolgestörungen als auch bei der Borderline PS durchaus gängige Symptome.

Diagnostik kannst du auch in einer Spezialambulanz machen. Wenn du in einer grösseren Stadt wohnst schau mal ob grosse psychiatrische Kliniken oder Uni-Kliniken eine Trauma-Ambulanz haben.

Die können dann auch eine passende Klinik für dich finden. Mit sowas ist eine "normale" psychotherapeutische Klinik oder Tagesklinik überfordert und die bieten nicht die Art Therapie an die du brauchst.

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Beitrag Mo., 06.06.2022, 22:59

münchnerkindl hat geschrieben: Mo., 06.06.2022, 17:27du könntest angeborenerweise ADHS gehabt haben UND durch die Gewalterfahrung und Vernachlässigung eine komplexe und/oder herkömmliche posttraumatische Belastungsstörung oder eine Borderline Persönlichkeitsstörung entwickelt haben.
Ich hatte befürchtet, dass jemand sowas sagt. 😬 Mir reicht eigentlich der Schlamassel, den ich hier jetzt schon hab. *hust*
münchnerkindl hat geschrieben: Mo., 06.06.2022, 17:27Wenn du in einer grösseren Stadt wohnst schau mal ob grosse psychiatrische Kliniken oder Uni-Kliniken eine Trauma-Ambulanz haben.
Ah, an ne Trauma-Ambulanz hatte ich gar nicht gedacht. Problem ist halt, dass ich tatsächlich nicht 8 Wochen wegfahren KANN. Mein autistischer Sohn wäre heillos überfordert mit der Veränderung und hätte Panik, mich nie wieder zu sehen (hab schon mal vorsichtig so etwas in die Richtung angedeutet und er war völlig überfordert mit dem Gedanken daran), der 4jährige wäre außer Rand und Band und würde die Welt nicht mehr verstehen und der Papa ist um 12 Uhr Mittags eigentlich schon an der Belastungsgrenze. Wir haben auch keine Familie vor Ort, die unterstützen könnten. Daher wäre eine Tagesklinik eigentlich der beste Mittelweg. ::?

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_Leo_
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Beitrag Di., 07.06.2022, 08:29

Ambulanz bedeutet das es nicht stationär ist, Du müsstest also nicht wochenlang weg von deiner Familie.

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Beitrag Di., 07.06.2022, 09:37

Ich weiß, aber kann eine Persönlichkeitsstörung wie Borderline oder DIS (oder DN... wie heißt die Unterstufe noch mal?) denn überhaupt in einer Ambulanz festgestellt werden?

Ich habe im Februar tatsächlich allen Mut zusammen genommen und eine Traumatherapeutin angerufen, die hat mich mehr oder weniger zusammengefaltet, wie ich den bitte auf SIE käme, sie hätte keine freien Plätze und überhaupt, warum die Diagnostikerin sie denn empfohlen habe etc. War voll super, so niedergemacht zu werden, ja doch. Nicht. 😩 Ich hab mich dann auf E-Mails verlegt, aber ausschließlich "keinen Platz, keine Warteliste" Antworten bekommen. *seufz*

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lisbeth
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Beitrag Di., 07.06.2022, 12:52

Speranta hat geschrieben: Di., 07.06.2022, 09:37 Ich weiß, aber kann eine Persönlichkeitsstörung wie Borderline oder DIS (oder DN... wie heißt die Unterstufe noch mal?) denn überhaupt in einer Ambulanz festgestellt werden?
Naja, es wäre eine Anlaufstelle, wo du davon ausgehen kannst, dass dort Fachleute sitzen, die sich mit einer großen Bandbreite von psychischen Problemen und auch mit der Differentialdiagnostik auskennen. Denke nicht, dass man für die Diagnostik unbedingt einen statiönären Aufenthalt braucht - das lässt sich notfalls ja auch über mehrere Termine strecken.

Ich denke mal, so eine psychiatrische Institutsambulanz wäre ein ganz guter Anlaufpunkt um zunächst einmal eine fundierte Diagnostik in die Wege zu leiten. Ich würde an deiner Stelle auch eher bei den größeren Kliniken bzw. Uni-Kliniken in deiner Umgebung schauen, weil die in der Regel breiter aufgestellt sind. Alles weitere kommt danach. Einen Schritt nach dem anderen.
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chrysokoll
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Beitrag Di., 07.06.2022, 13:06

auch hier kann ich lisbeth nur zustimmen:

Eine große Ambulanz hat Erfahrung und kann das sehr wohl in mehreren Terminen diagnostizieren.
Oder dann eben zu weiteren Möglichkeiten raten.
Auch dürfte es über die Ambulanzen eher möglich sein an Hilfe zu kommen, an Therapie, u.U. auch an erweiterte Hilfe für die ganze Familie

@ Seperanta: Ich würde jetzt nicht mit den Kindern besprechen wie es vielleicht wäre wenn.... das überfordert Kinder heillos.
Grundsätzlich müsste und würde es auch gehen wenn du z.B. einen Unfäll hättest und im Krankenhaus landen würdest.
Daher kann ich dir nur raten nicht aufzugeben, dran bleiben auch wenn es schwer ist, Termine vereinbaren z.B. an den Ambulanzen, auch da wird es ja leider Wartezeiten geben.

Und vielleicht parallel schon nach Familienhilfe, Entlastung suchen

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Speranta
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Beitrag Mi., 08.06.2022, 08:58

Hallo ihr,

ich danke euch für euren Input! Ihr habt ja recht, natürlich muss ich jetzt dran bleiben, aufgeben gilt nicht.

Ich bin aus Bremen, wir haben hier die Ameos-Klinik, die haben auch ambulante Stabilisierungsgruppen für Traumafolgestörungen, eine Tagesklinik und behandeln auch dissoziative Störungen stationär, die werden sich sicher auskennen.

Ich schätze, ich hab einfach Angst vor dem Ergebnis, es ist alles so verworren und das dissoziieren erschreckt mich. :(

Und ich möchte auch das Erstgesrpäch bei der ambulanten Therapeutin am 20. (also in 1.5 Wochen) ungern verlieren oder ihr dann sagen, dass ich mich schon da gemeldet habe. Das käme mir irgendwie unhöflich vor.

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candle.
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Beitrag Mi., 08.06.2022, 09:05

Ich finde diese Seite ganz informativ: https://www.degpt.de/informationen/fuer ... schwerden/

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Beitrag Mi., 08.06.2022, 09:10

Danke, die schau ich mir mal an Candle :)

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lisbeth
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Beitrag Mi., 08.06.2022, 11:17

Speranta hat geschrieben: Mi., 08.06.2022, 08:58 Ich schätze, ich hab einfach Angst vor dem Ergebnis, es ist alles so verworren und das dissoziieren erschreckt mich. :(
um so wichtiger ist es, dass du dir gute fachliche Begleitung suchst, die dir beim Ent-Wirren helfen kann. Von alleine wird sich dieser Knoten vermutlich nicht auflösen.
Speranta hat geschrieben: Mi., 08.06.2022, 08:58 Und ich möchte auch das Erstgesrpäch bei der ambulanten Therapeutin am 20. (also in 1.5 Wochen) ungern verlieren oder ihr dann sagen, dass ich mich schon da gemeldet habe. Das käme mir irgendwie unhöflich vor.
Warum solltest du das Erstgespräch "verlieren"?
Für Therapeuten ist das völlig normal, dass man parallel sucht und sich auch verschiedene Therapie-Angebote anschaut. Du weißt ja gar nicht, ob das mit dieser Therapeutin für dich passt. Ich würde bei der Therapieplatz-Suche immer empfehlen, auf mehrere "Pferde" gleichzeitig zu setzen.
Zumal ich auch nicht glaube, dass du innerhalb von 10 Tagen einen Termin in der Ambulanz bekommen wirst.
Also dranbleiben! ;-)
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Beitrag Mi., 08.06.2022, 11:55

Speranta hat geschrieben: Mi., 08.06.2022, 08:58 Und ich möchte auch das Erstgesrpäch bei der ambulanten Therapeutin am 20. (also in 1.5 Wochen) ungern verlieren oder ihr dann sagen, dass ich mich schon da gemeldet habe. Das käme mir irgendwie unhöflich vor.
warum solltest du das Erstgespräch verlieren?
Daran ist auch nichts unhöflich, es ist völig normal mehrere Erstgespräche bei verschiedenen Therapeuten zu führen.
Das ist auch wirklich so vorgesehen und wird von den Kassen so bezahlt. Die Sprechstunden und die probatorischen Stunden kannst du bei beliebig vielen Therapeuten wahr nehmen!

Ich habe, als ich auf Therapiesuche war parallel innerhalb weniger Wochen ich glaube fünf Therapeutinnen und Therapeuten aufgesucht, bei zweien war ich sogar zwei- bzw. dreimal bevor mir klar war wo es wirklich passt und wo ich hin möchte.
Es ist sehr wichtig da eine Wahl zu treffen!
Es kann ja auch sein dass diese eine Therapeutin dann für dich doch nicht passt oder sie nicht möchte oder sie gar nicht so schnell einen Platz frei hat