Mobbing, AU, Telefonat mit KK vorgeschrieben

Das Leben ist wesentlich durch unsere Arbeit geprägt. Der Job kann jedoch auch Quelle von Ärger und Frustration sein, oder persönliche Probleme geradezu auf die Spitze treiben...
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malerin
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Mobbing, AU, Telefonat mit KK vorgeschrieben

Beitrag Fr., 12.08.2022, 17:29

Hallo,

vor ca. 2 Jahren bin ich in meiner jetzigen Arbeitsstelle neu angefangen. Da ein Teil der Firma gerade neu gegründet wurde, waren wir ein komplett neues Team. Wir verstanden uns von Anfang an eigentlich sehr gut (dachte ich zumindest). Nach ca. 1 Jahr mußte ich aus gesundheitlichen Gründen für ca. 3 Monate komplett aufhören. Danach arbeitete ich wenn es mir einigermaßen gut vertretungsweise ohne Bezahlung. Im Frühjahr bekam ich Angeboten wieder gegen Bezahlung einzusteigen, was ich dann auch tat.

Plötzlich wurde ich aber von einigen Kollegen sehr feindlich behandelt bis hin zum Mobbing, was ich nicht verstand (bis heute nicht verstehe), weil ich die gleiche Arbeit wie vorher machte, nur jetzt wieder gegen Bezahlung, wie ja die anderen Kollegen auch.

Eines Tages kam der Abteilungsleiter zu mir und teilte mir mit, dass meine Kollegen der Meinung seien, dass ich für diese Arbeit nicht geeignet sei und er bei der Firmenleitung daher eine Kündigung beantragt hätte.

Seitdem geht es mir psychisch richtig schlecht, ich habe das Gefühl neben mir zu stehen, einfach nicht ich zu sein. Ich verstehe einfach nicht, was da passiert ist, weil wir uns die ganze Zeit eigentlich gut verstanden haben. Wieder gibt es mir das Gefühl nichst wert zu sein und niemanden vertrauen zu können.

Ich bin am nächsten Tag zum Arzt gegangen, der mich AU geschrieben hat, weil es mir richtig schlecht ging (noch immer) und ich jedesmal an zu weinen fange, wenn ich nur an die Arbeit denke, ich habe mit meinem Therapeuten gesprochen, der mir davon abrät, im Moment Kontakt mit jemanden von der Arbeit aufzunehmen, weil er eine Retraumatisierung befürchtet.

Jetzt habe ich einen Brief von der Krankenkasse bekommen (ich bin jetzt seit 3 W. AU), sie wollen mich wg. meiner Krankschreibung anrufen. Indirekt drohen sie, den MDK einschalten zu müssen, sollte ich nicht zustimmen (obwohl ich dazu ein Recht hätte).
Inzwischen habe ich von der Firma tatsächlich die Kündigung bekommen.

Hat jemand von euch schon mal solche Gespräche geführt? Wenn ja, wie laufen die ab? Ist es so, dass die KK schon nach 3 Wochen AU dazu verpflichtet ist den MDK einzuschalten? Glauben die dem Arzt nicht, dass ich wirklich krank bin (habe schon sein vielen Jahren psychische Probleme und bekomme ja auch Therapie, das sehen die doch in den Unterlagen).

malerin

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münchnerkindl
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Beitrag Fr., 12.08.2022, 17:36

Du musst mit einem Sachbearbeiter der KK absolut keine krankheitsrelevanten Inhalte besprechen. Das ist weder ein Psychiater noch ein Psychologe, der ist nicht qualifiziert ein Urteil über deinen Gesundheitszustand und deine Arbeitsfähigkeit zu bilden. Der kann ja anrufen, aber diese Inhalte würde ich nicht mit dem besprechen und Ende.

Wenn die ein Problem sehen wo du Details über deine Gesundheit offenlegen sollst, dann müssen sie dir einen Termin beim Gutachter machen.

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Gespensterkind
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Beitrag Fr., 12.08.2022, 17:38

Warst Du denn wegen derselben Diagnose bereits vorher krank geschrieben? Dann kann der MDK überprüfen, ob es eben der gleiche Fall ist oder ein neuer Fall. Das hat was mit der Bezahlung und dem Krankengeldanspruch zu tun.

Wegen der Kündigung in der Firma: welcher Grund wird Dir denn in der Kündigung genannt? Also eigentlich gibt es da arbeitsrechtlich genaue Vorschriften. Warst Du noch in der Probezeit? Wenn nicht, dann kann Dir eigentlich nicht einfach so gekündigt werden. Zumindest nicht ohne vorherige Abmahnung. Fristlose Kündigung geht nur bei schweren Vergehen (Betrug, Diebstahl etc.). Vielleicht solltest Du dich rechtlich beraten lassen?

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lisbeth
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Beitrag Fr., 12.08.2022, 18:18

Frage zur Klarstellung: Du warst (vor einem Jahr) länger krankgeschrieben und hast trotzdem (unbezahlt) gearbeitet?? :eek!: Und warum unbezahlt arbeiten? Wessen Idee war das? Kam das auf Anregung deiner Vorgesetzten zustande? Vor allem war das nicht unbezahlt, sondern dein Arbeitgeber hat sich vor der dir zustehenden Bezahlung gedrückt und dafür durften dann die Sozialsysteme aufkommen.... ::?
Es kann schon sein, dass das auch mit der Mobbingsituation zusammenhängt - denn zum einen signalisierst du damit, dass du alles mit dir machen lässt, zum anderen kann das auch den Ärger der Kolleg:innen nach sich ziehen, denn damit 'verdirbst' du ja die Preise oder sie kriegen bei eigenen Krankmeldungen zu hören, dass die malerin ja auch kommt, obwohl sie krank ist... gleichzeitig vermittelst du damit AG und Kolleg:innen, dass du ja gar nicht soooo krank bist, und sendest damit sehr widersprüchliche Signale. Klar, jede:r der:die schon mal länger AU war, weiß dass es gute und weniger gute Tage gibt. Und an den guten Tagen fühlt man sich fast normal. Aber AG denken nicht in solchen Kategorieren und nicht so differenziert. Da gibt es nur krank/gesund. Und wenn du zwischendurch da zum (unbezahlten) Arbeiten auftauchst, dann wird das im besten Fall eher widersprüchlich wahrgenomen, im schlimmsten Fall gegen dich verwendet.

Diese Briefe von der KK und dass der MDK bei (längeren) AUs eingeschaltet wird ist völlige Routine, oder wie Gespensterkind schon schrieb - auch zur Klärung ob es sich um einen neuen Krankheitsfall handelt oder ob es die "Fortsetzung" eines vorhergehenden AU-Falls ist, denn das hat Auswirkung auf deinen Krankengeld-Anspruch. Telefonisch musst du mit denen gar nicht kommunizieren. Du kannst denen schriftlich mitteilen, dass du keine Anrufe wünschst, und die KK muss sich daran halten und darf dich nur schriftlich anschreiben. Wenn sie trotzdem anrufen: gar nicht ins Gespräch verwickeln lassen, sondern kurz und knapp mitteilen, dass du keine Telefonate mit der KK wünschst und dass das bitte in deiner Akte vermerkt werden soll.
MDK passiert oder passiert nicht, völlig unabhängig davon ob du Anrufen zustimmst oder nicht. MDK kann auch heißen, dass die dem Arzt/Ärztin, die dich AU schreiben, einen Fragebogen schicken, das kam bei mir alle paar Monate vor. Die wollen sehen, dass tatsächlich Behandlung stattfindet, und klar, üben die darüber auch Druck aus. Da ist es wichtig, Ärzte und Ärztinnen zu haben, die mit dir im Boot sind und dir den Rücken freihalten.

Bei allem was die KK so veranstaltet und versucht und du dir nicht sicher bist, ob das korrekt ist, ist die Unabhängige Patientenberatung eine ganz gute Anlaufstelle: www.patientenberatung.de

Wegen der Kündigung: Hat die Firma einen Betriebsrat? Falls ja, muss der bei Kündigungen mit einbezogen werden. Wenn du in einer Gewerkschaft bist, würde ich mich unbedingt dort beraten lassen. Ansonsten ist eine anwaltliche Erstberatung vielleicht gut investiertes Geld um abzuklopfen, ob dein Arbeitgeber die Kündigung formal korrekt ausgesprochen hat oder nicht und um zu schauen was du machen kannst. Dort weiter arbeiten würde ich an deiner Stelle nicht wollen, aber möglicherweise kann man über eine Abfindung reden oder inhaltlich auf das Arbeitszeugnis Einfluss nehmen.
When hope is not pinned wriggling onto a shiny image or expectation, it sometimes floats forth and opens.
― Anne Lamott

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LovisTochter
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Beitrag Fr., 12.08.2022, 18:19

Ich hatte exakt diesen Brief von meiner KK jetzt auch im Kasten.

Ich habe hin und her überlegt und bin zu dem Schluß gekommen, dass ich weder die im Brief gestellten Fragen beantworten werde, noch dem Telefonat mit einem Sachbearbeiter zustimmen werde.
Ich hab den zettel also umgedreht und denen auf der Rückseite mitgeteilt, dass sie mir gerne die Kontaktdaten vom MD mitteilen können und ich mich dann einem fachlich ausgebildeten Menschen die Fragen gerne beantworten werde. Ich möchte einfach auf keinen Fall, dass so persönliche und sensible Auskünfte in die Hände/Augen/Ohren von einem Sachbearbeiter kommen.
Ich habe weiter darauf verwiesen, dass ich weder meine Mitwirkung noch die Auskunft verweigere, aber eben nicht jedem Hinz und Kunz Auskunft erteilen werde.

Da ich den Brief eben erst weggeschickt habe weiß ich natürlich noch nicht, wie die Techniker darauf reagieren wird. Ob ich den Anspruch überhaupt stellen darf weiß ich auch nicht, aber einen Versuch ist es, finde ich, auf jeden Fall wert.
Wer nicht auf seine Weise denkt, denkt überhaupt nicht. (Oscar Wilde)


kaja
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Beitrag Fr., 12.08.2022, 18:45

Sehr schwer zu beurteilen, was deine Kollegen zu ihrem Verhalten veranlasst hat.

Ich habe z.B. eine Kollegin die jetzt seit mehreren Monaten krank war und jetzt bald im Hamburger Modell wieder einsteigen wird.
Vorab hat sie sehr viel Verständnis erwartet für ihre Situation und war verletzt als eine Kollegin offen ihren Frust über die lange Abwesenheit geäußert hat.

Meiner Meinung nach wäre es in solchen Fällen gut die Situation von allen Beteiligten zu betrachten. Anzuerkennen, dass eine längere Abwesenheit zu kompensieren auch für die anderen Mitarbeitenden eine Belastung ist, bedeutet z.B. nicht auch, dass man dem Kranken persönlich Vorwürfe macht oder Schuld zuschiebt. Die "mobbenden" Kollegen sind vielleicht auch in einer sehr belastenden Lage. Manchmal hilft da ein Perspektivwechsel.

Was die Krankenkasse betrifft, so musst du gar keine Auskunft erteilen. Das ist eine beliebte Masche um die Versicherten unter Druck zu setzen.

Wie man damit am besten umgeht, ist hier ganz gut erklärt:
https://www.sovd-sh.de/aktuelles/meldun ... sie-achten
After all this time ? Always.

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malerin
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Beitrag So., 14.08.2022, 21:36

@Gespensterkind
Zitat: Warst Du denn wegen derselben Diagnose bereits vorher krank geschrieben?
Nein, es ist eine völlig neue Diagnose.
Zitat: Wegen der Kündigung in der Firma: welcher Grund wird Dir denn in der Kündigung genannt?
Da ich neu angestellt wurde, war ich wieder in der Probezeit.

@lisbeth, @all
Zitat: Frage zur Klarstellung: Du warst (vor einem Jahr) länger krankgeschrieben und hast trotzdem (unbezahlt) gearbeitet??

Also zur Erklärung: Es handelt sich hier um einen Verein, in dem man auch Ehrenamtlich arbeiten kann. Nach meiner Erkrankung bin ich und auch meine Kollegen entlassen worden, weil die Abteilung vorübergehend für kurze Zeit geschlossen wurde. Dann wurde sie neu gegründet. Da ich gesundheitlich noch nicht in der Lage war,( bzw. nicht einschätzen konnte, wie mein Körper reagiert,) wieder voll zu arbeiten, lehnte ich zu diesem Zeitpunkt eine Festanstellung ab, bot mich aber im Notfall einzuspringen (ich wurde dann angerufen und gefragt, ob ich einspringen kann). Diese Möglichkeit wurde auch gerne angenommen. Ich habe das auch so offen mit den Kollegen damals kommuniziert und gefragt, ob das für alle ok ist. Solange ich Ehrenamtlich dort gearbeitet habe, war (zumindest nach außen hin) alles ok.

Das Verhalten änderte sich erst, nachdem ich wieder fest angestellt war.

Zitat: Krankengeld-Anspruch
Ich habe noch nie Krankengeld in Anspruch genommen.

@Lovis Tochter
Genau die gleichen Gedanken sind mir zu dem Brief auch gekommen, habe mich aber nicht getraut das durch zu ziehen.
Überlege aber erstmal zu fragen, warum die anrufen und wohin das führen soll, ob es nur um das Krankengeld geht, denn dann kann ich denen sagen, dass ich das nicht in Anspruch nehmen werde.

Wenn die wollen können sie dann den MDK einschalten, ich habe nichts zu verbergen.

@kaja
Danke für den Link ! Zu dem Rest habe ich ja schon weite oben was erklärt.

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LovisTochter
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Beitrag Mo., 15.08.2022, 18:45

malerin hat geschrieben: So., 14.08.2022, 21:36
@Lovis Tochter
Genau die gleichen Gedanken sind mir zu dem Brief auch gekommen, habe mich aber nicht getraut das durch zu ziehen.
Überlege aber erstmal zu fragen, warum die anrufen und wohin das führen soll, ob es nur um das Krankengeld geht, denn dann kann ich denen sagen, dass ich das nicht in Anspruch nehmen werde.

Wenn die wollen können sie dann den MDK einschalten, ich habe nichts zu verbergen.
Ich hab das danach noch mal gegoogelt und hab eine Seite vom VDK gefunden auf dem exakt das gesagt wird. ES gibt für die Kassen keine rechtliche Handhabe, dass wir mit Sachbearbeitern oder Kundenbetreuern solch sensible, persönliche und medizinische Dinge besprechen müssen. Wenn, dann gehört das in die Hände des MDK.
Ich bin überhaupt auch nur auf die Idee gekommen es so zu machen, weil mir in den Sinnn kam, dass bspw. die Gutachten zur Beantragung von Psychotherapie in einem geschlossenen Umschlag an die KK gehen und dieser nur vom Gutachter geöffnet werden darf. Selbst der Gutachter weiß dann nicht um wen es konkret geht, da das Gutachten unter Angabe einer Nummer (evtl. der Versicherungsnummer, aber das weiß ich nicht sicher) anonymisiert dort ankommt.
Warum sollte ich also mit jedem Hans und Franz sprechen müssen?
Hier mal der Link: https://www.vdk.de/rheinland-pfalz/page ... ankenkasse
Wer nicht auf seine Weise denkt, denkt überhaupt nicht. (Oscar Wilde)

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candle.
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Beitrag Mo., 15.08.2022, 19:07

Ich hatte auch mal so einen seltsamen Anruf von der Krankenkasse wo sie mich fragten wie denn meine Therapie liefe? Ich war total perplex und habe nur gesagt, wenn sie Fragen hätten, dann sollen sie mich schriftlich kontaktieren, aber am Telefon werde ich das nicht tun. Ich habe dann aufgelegt und es kam nichts mehr.

Deine Arbeitssituation ist natürlich ein spezielles Konstrukt. Von daher kann ich nur raten immer direkt anstellen zu lassen und wenn es nicht geht, läßt du dich eben krankschreiben. Aber so war es eher ungünstig und verwirrend für die anderen Mitarbeiter. Es konnte da ja niemand einschätzen, ob du krank bist oder was da los ist?

Wie hast du dich denn ein Jahr frei gestellt damals?

Ansonsten ist es jetzt natürlich blöd, dass du in der Probezeit gekündigt wurdest. Da würde ich zumindest mal einen Anwalt kontaktieren. Eine Kündigungsschutzklage wird es wohl nicht werden, aber vielleicht hätte der Anwalt zu deiner Situation noch eine Idee?

Wenn dir am Job nichts liegt, dann kannst du es auch so aufgeben...

LG candle

PS: Ich würde auch nicht mit einer Krankheit hausieren, auch nicht bei einem Ehrenamt. Möglicherweise haben die das jetzt auch benutzt?
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Sydney-b
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Beitrag Mo., 15.08.2022, 19:41

Von was hast du denn finanziell gelebt, wenn du kein Krankengeld bezogen hast?
Hast du darauf freiwillig verzichtet?
Dann sind deine Rentenbeiträge auch nicht weiter bezahlt worden?
Es scheint eine sehr verzwickte Situation zu sein.

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Gespensterkind
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Beitrag Di., 16.08.2022, 06:34

Ich denke auch es wird schwierig, gegen die Kündigung vorzugehen, wenn Du in der Probezeit warst. Also auch in der Probezeit gibts natürlich Rechte, aber da kann man eben auch leichter gekündigt werden.
Auf jeden Fall ist es ein bisschen kompliziert, dass Du ehrenamtlich dort gearbeitet hast, als Du gleichzeitig krank geschrieben warst. Ich kenne mich damit nicht arbeitsrechtlich aus und krank geschrieben heißt ja auch nicht, dass Du in der Zeit zu Hause im Bett liegen musst (kommt ja auf die Krankheit an). Aber es ist wohl eher für Deine Kolleginnen und den Betrieb ein schwieriges Zeichen...

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malerin
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Beitrag Mi., 17.08.2022, 21:05

@Lovis Tochter
Danke für den Link, ich lese mir das später mal durch

@ candle
Zitat: Es konnte da ja niemand einschätzen, ob du krank bist oder was da los ist?

Doch alle wußten genau was los ist (bis auf Praktikanten, die später gekommen waren, die aber auch nur für kurze Zeit da waren).

Im letzten Jahr wurde der Betrieb bzw. unsere Abteilung ja geschlossen (also ALLE wurden entlassen), kurze Zeit später wurde wieder eine NEUE Abteilung gegründet, mit exakt den gleichen Personen. Da ich mir das nicht zutraute, arbeitete ich ebend Ehrenamtlich mit, was in diesem Betrieb durch aus üblich ist (ich war nicht die einzigste, die das tat).

Mit Anwalt ist da nichts zu machen, der Betrieb hat ja nichts gemacht, was nicht auch im Vertrag steht.

@ Sydney-b
Zitat: Von was hast du denn finanziell gelebt, wenn du kein Krankengeld bezogen hast?
Hast du darauf freiwillig verzichtet?
Dann sind deine Rentenbeiträge auch nicht weiter bezahlt worden?

Mein Mann verdient soviel, dass wir uns damit über Wasser halten können. (Ich konnte die ersten 14 Jahre meiner Ehe nicht arbeiten, weil ich ein behindertes Kind habe). Erst danach habe ich Anfangen können mir Jobs zu suchen.
Nein, meine Rentenbeiträge sind nicht bezahlt worden.


Gespensterkind
Zitat: Auf jeden Fall ist es ein bisschen kompliziert, dass Du ehrenamtlich dort gearbeitet hast, als Du gleichzeitig krank geschrieben warst

Offiziell war ich ja gar nicht mehr krank geschrieben. Der Hauptsitzt des Betriebes ist auch ganz woanders, die wußten nichts davon, dass ich ab und zu da einspringe und mithelfe.
Es klingt vielleicht komisch, dass da jemand einfach ohne Geld arbeiten geht aber mir hatte mein Job ja immer Spaß gemacht, bis zu dem Zeitpunkt, wie das Mobbing anfing.

Manche Menschen arbeiten Ehrenamtlich in Sportvereinen, Schulen oder Kirchenämtern, weil es ihnen Spaß macht oder sie darin einen sozialen Sinn sehen und ich habe dann eben in diesem Verein ehrenamtlich gearbeitet.