Neu angefangene Psychotherapie und mir geht es schlecht.

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Jayjay121023
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Neu angefangene Psychotherapie und mir geht es schlecht.

Beitrag Do., 03.11.2022, 09:23

Hallo an alle!

Ich versuche mal, mein Gedankenkarussell irgendwie geordnet aufzuschreiben.
Seit zwei Monaten habe ich eine neue Therapeuten, die letzte richtige Therapie ist bereits 8 Jahre her.
Damals war ich wegen Magersucht und Bulimie in Behandlung, einmal auch in der Klinik. Dort hab ich meinen
Ex Mann kennengelernt, wir haben uns gegenseitig unterstützt und so den Weg in ein relativ gesundes Leben geschafft.

Anfang 2021 hab ich mich von ihm getrennt, die Polizei war mehrmals hier, weil er gedroht hatte mich umzubringen.
Seitdem bin ich mit unseren 3 Kindern (2-6 Jahre alt) komplett alleine.
Nach der Trennung ging es mir psychisch wieder schlechter, ich habe viel abgenommen und wollte irgendwie gesehen werden von meinem Umfeld. Ich gab mir die Schuld an allem, hatte Angst, er würde sich umbringen, so wie er es mehrmals angekündigt hat.

Als bei mir die Essstörungen mit 15 Jahren angefangen hatten, merkte ich, dass ich dadurch endlich gesehen wurde, ich war nicht mehr nur Luft für meine Mitschüler. Ich fühlte mich damals schon wahnsinnig einsam. Diese Angst vor der Einsamkeit kam im vergangenen Jahr wieder hoch und so verlor ich wieder an Gewicht. Irgendwann wurde es wieder besser, ich hatte kurzzeitig einen neuen Freund. Die Monate vergingen und entweder ging es mir eine Zeit lang sehr gut oder es war alles wieder so schwer und einsam und traurig.

Vor dem Therapiebeginn vor 2 Monaten fühlte ich mich eigentlich recht stabil. Doch schon nach der ersten Sitzung kippte das ganze und seitdem bin ich die meiste Zeit unendlich traurig, hab wieder Probleme mit dem Essen (abnehmen, erbrechen...). Es fühlt sich an wie ein Schalter, den man umlegt und von einer Sekunde auf die andere wird es in meinem Kopf dunkel. Ich verstehe mich selbst nicht mehr. Vorher war es ok und kaum rede ich über die letzten Jahre und bekomme Aufmerksamkeit von der Therapeutin, bin ich wie ausgewechselt?
Mit Sicherheit war vor der Therapie auch nicht alles ok, sonst wäre ich nicht auf der Suche nach einer Therapeutin gewesen. Aber mit so einer heftigen Veränderung hätte ich nicht gerechnet.

Jetzt habe ich jedenfalls große Angst, dass ich mir das alles nur einbilde, dass ich nur der Aufmerksamkeit wegen in dieses Loch gefallen bin. Dass ich mich da unnötig reinsteigere. Ich hab so wahnsinnige Angst vor Einsamkeit, fühle mich allein und habe das Bedürfnis, mit irgendwem reden zu können, mich auszuweinen. Das stelle ich mir in meinem Kopf ständig vor mit verschiedenen Personen aus meinem Umfeld. Ich will das nicht. Warum kann ich nicht "einfach" Therapie machen und mich auf das eigentliche Problem konzentrieren?! Bin ich verrückt? Armselig, weil ich mir so dringend Aufmerksamkeit wünsche?

Danke an alle, die bis hierher gelesen haben. Natürlich spreche ich darüber auch mit meiner Therapeutin, aber bis zum nächsten Termin dauert es noch eine Woche und ich würde so gerne mal mein Gedankenkarussell abstellen können.

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candle.
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Beitrag Do., 03.11.2022, 10:02

Hallo!
Jayjay121023 hat geschrieben: Do., 03.11.2022, 09:23 Natürlich spreche ich darüber auch mit meiner Therapeutin, aber bis zum nächsten Termin dauert es noch eine Woche und ich würde so gerne mal mein Gedankenkarussell abstellen können.
Ja, das würde ich dir auch raten das in Therapie anzusprechen. Wieso bist du in Therapie gegangen, wenn es dir an sich gut ging?

Und hast du etwas an die Hand bekommen in der Vergangenheit wie du dein Gedankenkarussel stoppen kannst?

Ansonsten, wenn es arg schlimm ist, kannst du immer akut in eine Klinikambulanz fahren.

LG candle
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Jayjay121023
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Beitrag Do., 03.11.2022, 10:37

candle. hat geschrieben: Do., 03.11.2022, 10:02 Wieso bist du in Therapie gegangen, wenn es dir an sich gut ging?
Erst mal vielen Dank für deine Antwort.
Es war seit der Trennung vor eineinhalb Jahren immer wieder ein Auf und Ab. Als es mir im Frühjahr dieses Jahres nicht so gut ging, hab ich mich wieder auf die Suche nach einer Therapeutin gemacht, nachdem ich letztes Jahr schon vergeblich gesucht und dann aufgegeben hatte, als es mir kurzzeitig besser ging.
Und nachdem jetzt so plötzlich wieder Chaos in meinem Kopf herrscht, frage ich mich schon, ob das einfach daran liegt, dass ich vorher vielleicht einige Geschehnisse aus dem vergangenen Jahr verdrängt habe, oder ob ich einfach "dumm" und aufmerksamkeitsgeil bin. Ich hasse mich eh schon so, weil ich die Sache mit dem Essen im Moment nicht auf die Reihe bekomme. Wenigstens meiner Kinder zuliebe. Ich fühle mich wie eine Versagerin als Mutter.


Bluemoon123
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Beitrag Do., 03.11.2022, 10:41

Ich glaube es ist ziemlich normal, dass es einem zu Beginn einer Therapie erstmal schlechter geht. Schließlich spricht man - vielleicht das erste Mal - über Dinge, die man lange erfolgreich weggedrängt hat. Ich vergleiche das immer gern mit einer Wunde, die erstmal gesäubert werden muss, bevor sie heilen kann. Und das Säubern tut einfach erstmal verdammt weh. Aber wenn man da mal durch ist, dann kann die Wunde langsam heilen.

Ich merke das auch gerade. Ich hab im Juni meine neue Therapie angefangen. Es ist zwar nicht meine erste Therapie. Aber trotzdem kommen grade wieder Dinge hoch, die ich meinte schon bearbeitet zu haben. Und das tut erstmal weh. Ich glaube aber, dass es gut ist, dass der Schmerz erstmal seinen Platz bekommt. Und die Aufmerksamkeit, die Du durch die Therapeutin bekommst, ist auch vielleicht gerade das, was Du jetzt am Anfang brauchst. Es ist natürlich auch wichtig, dass Du genau diese Gefühle mit Deiner Therapeutin besprichst. Mit der Zeit wird sich das auch ändern. Das dauert aber und geht nicht von heute auf morgen. Therapie braucht Zeit.

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Gespensterkind
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Beitrag Do., 03.11.2022, 16:15

Du hast ja selbst geschrieben, dass Du damals in der Schule durch die Essstörung Aufmerksamkeit bekommen hast. Vielleicht geht es hier in der Therapie auch um Aufmerksamkeit - unbewusst meine ich - die Therapeutin gibt Dir ihre volle Aufmerksamkeit und Du fällst dadurch in alte Verhaltensmuster. Das zumindest könnte man ganz gut besprechen.

Ansonsten verstehe ich noch nicht so ganz, was Du mit Gedankenkarussell meinst. Aber da gibt es verschiedene Techniken und Möglichkeiten, die man erlernen kann, um das Karussell zu stoppen.

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caduta
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Beitrag Do., 03.11.2022, 16:49

Jayjay121023 hat geschrieben: Do., 03.11.2022, 09:23 Jetzt habe ich jedenfalls große Angst, dass ich mir das alles nur einbilde, dass ich nur der Aufmerksamkeit wegen in dieses Loch gefallen bin. Dass ich mich da unnötig reinsteigere. Ich hab so wahnsinnige Angst vor Einsamkeit, fühle mich allein und habe das Bedürfnis, mit irgendwem reden zu können, mich auszuweinen. Das stelle ich mir in meinem Kopf ständig vor mit verschiedenen Personen aus meinem Umfeld. Ich will das nicht. Warum kann ich nicht "einfach" Therapie machen und mich auf das eigentliche Problem konzentrieren?! Bin ich verrückt? Armselig, weil ich mir so dringend Aufmerksamkeit wünsche?
Die Sehnsucht nach Aufmerksamkeit weil man als Kind nicht 'gesehen' wurde, kann verdammt weh tun. Aber das ist doch nicht armselig! Du weißt doch wo es herkommt. Vielleicht schaffst du es ja dieses Bedürfnis zu akzeptieren und wohlwollend anzunehmen. Gut mit dir umzugehen und dich deswegen nicht so fertig zu machen.

Bei mir war es auch so, dass am Anfang der Therapie erst einmal das interne Chaos ausgebrochen ist und die ganzen alten Verhaltensmuster sich 'ganz dringend' zeigen mussten. Hat sich dann aber im Laufe der Therapie wieder gelegt, je mehr wir daran gearbeitet haben. Der Vorteil war aber, dass dadurch auch der Therapeut schnell wusste, was Sache ist.

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Jayjay121023
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Beitrag Do., 03.11.2022, 18:25

caduta hat geschrieben: Do., 03.11.2022, 16:49 Die Sehnsucht nach Aufmerksamkeit weil man als Kind nicht 'gesehen' wurde, kann verdammt weh tun. Aber das ist doch nicht armselig!.........
Danke für diesen sehr hilfreichen Kommentar!
Ja, ich hab halt Angst, das ich einfach nur übertreibe, wegen der Aufmerksamkeit.
Als ich mit 18 Jahren in der psychosomatischen Klinik war für 3 Monate und ich die Problematik mit dem Essen gut im Griff hatte, hab ich mit Selbstverletzung weiter gemacht zur Bestrafung. Außerdem hatte ich mich mit einer "Angstpatientin" angefreundet und da ich selbst ein sehr ängstlicher Mensch bin, hab ich mich da so reingesteigert, in Ängste aus meiner Kindheit. Ich wollte unbedingt länger in der Klinik bleiben und die Ängste hab ich dann mit raus genommen. Hab immer wieder hyperventiliert und gezittert und mir eingebildet, dass mich jemand beobachtet oder hinter mir steht. Deswegen meine Sorge, ob ich mir das alles nur einbilde, weil ich mich so reingesteigert hab.

Dein zweiter Absatz beruhigt mich etwas. Das trifft es wahrscheinlich sehr gut. Danke!
Zuletzt geändert von Pauline am Do., 03.11.2022, 20:44, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag Do., 03.11.2022, 18:30

Gespensterkind hat geschrieben: Do., 03.11.2022, 16:15 Du hast ja selbst geschrieben, dass Du damals in der Schule durch die Essstörung Aufmerksamkeit bekommen hast. ...............
Ja, das Thema Aufmerksamkeit hatte ich auch schon mal angesprochen in der Anamnese. Das werde ich sicher noch öfter thematisieren.
Und wegen dem Gedankenkarussell: Ich denke den ganzen Tag ständig an die Therapiesitzungen, diskutiere in meinem Kopf und zweifle an meinen Gedanken und Gefühlen, wieso, weshalb warum...
Zuletzt geändert von Pauline am Do., 03.11.2022, 20:45, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag Do., 03.11.2022, 18:34

Bluemoon123 hat geschrieben: Do., 03.11.2022, 10:41 Ich glaube es ist ziemlich normal, dass es einem zu Beginn einer Therapie erstmal schlechter geht. Schließlich spricht man - vielleicht das erste Mal - über Dinge, die man lange erfolgreich weggedrängt hat. Ich vergleiche das immer gern mit einer Wunde, die erstmal gesäubert werden muss, bevor sie heilen kann. Und das Säubern tut einfach erstmal verdammt weh. Aber wenn man da mal durch ist, dann kann die Wunde langsam heilen.
Das ist eine gute Metapher. Ich hoffe, dass es so ist und dass es irgendwann leichter wird.
Hast du dich denn anfangs auch so von Sitzung zu Sitzung "gehangelt"? Ich zähle jeden einzelnen Tag. Ich hoffe das wird auch irgendwann besser.


Bluemoon123
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Beitrag Do., 03.11.2022, 21:06

Jayjay121023 hat geschrieben: Do., 03.11.2022, 18:34 Hast du dich denn anfangs auch so von Sitzung zu Sitzung "gehangelt"?
Das tue ich teilweise jetzt noch. Das ist bei mir abhängig davon, was grad Thema ist. War in meiner vorherigen Therapie auch immer wieder mal der Fall. Aber dann gab's auch wieder Phasen wo das besser wurde.

Gegen das "Gedankenkarusell" bzw. "Diskussionen im Kopf" hilft bei mir das Aufschreiben. Seit Beginn meiner ersten Therapie führe ich Therapietagebuch. Da kommt jetzt nicht wortwörtlich rein, was in der Stunde besprochen wurde, sondern eben vor allem meine Gedanken zwischen den Stunden. Wenn mal was aufgeschrieben ist, dann ist es auch leichter aus dem Kopf raus. Außerdem hilft es mir bei längeren Pausen vor der nächsten Stunde zu reflektieren, was da in der Zwischenzeit alles "passiert" ist.

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Montana
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Beitrag Do., 03.11.2022, 21:37

Vielleicht ist es ein Henne-Ei-Problem. Therapie bedeutet automatisch, dass du Aufmerksamkeit bekommst. Das ist kein Selbstzweck, sondern unabdingbar für Therapie. Du kannst es nicht vermeiden, Aufmerksamkeit zu bekommen.
Wenn du dich nun dafür geißelst, dass du diese Aufmerksamkeit mit Absicht herbeigeführt hast, weil du die so dringend willst, dann hält dich das recht effektiv von Therapie ab. Es gibt nunmal beides nur zusammen.
Übrigens hast du selbst in deinem Text schon den Beweis geliefert, dass du gerade nicht Therapie nur um der Aufmerksamkeit willen in Anspruch nimmst: du hast nur in besonders schlechten Phasen die Motivation aufgebracht, einen Therapieplatz zu suchen, und in besseren Phasen hattest du anderes zu tun, als dich mit dieser ja wirklich mühsamen Sache rumzuplagen.
Wer heiß auf Aufmerksamkeit ist, der findet meist auch Wege, wie das mit weniger Schmerz und Angst usw. funktioniert. Tausende "Influencer" befriedigen mit ihrem Tun genau dieses Bedürfnis.
Du suchst dir ausgerechnet Therapie als "Hobby"? Hm. Glaub ich irgendwie nicht.
Also, bei mir persönlich ist das eher so (gewesen), dass ich um keinen Preis der Welt Aufmerksamkeit hätte bekommen dürfen und genau so etwas wie Therapie unbedingt hätte vermeiden müssen (und auch lange vermieden habe). Und dann für meine im Vergleich popeligen Probleme so viel Aufmerksamkeit zu bekommen, ahh, was für ein schlechter Mensch bin ich denn? Und sofort waren da Wünsche, die Therapie abzubrechen, mich zu bestrafen usw. Es ist noch immer ein Hin und Her zwischen dem Unangenehmen (bitte tue sich ein Loch im Boden auf) und dem Positiven (der Typ macht das freiwillig und so wie er sich gibt könnte man fast denken, er mag den Job; da könnte ich vielleicht auch ein bisschen entspannter damit umgehen?).

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Jayjay121023
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Beitrag Fr., 04.11.2022, 12:15

Bluemoon123 hat geschrieben: Do., 03.11.2022, 21:06

Gegen das "Gedankenkarusell" bzw. "Diskussionen im Kopf" hilft bei mir das Aufschreiben. Seit Beginn meiner ersten Therapie führe ich Therapietagebuch. Da kommt jetzt nicht wortwörtlich rein, was in der Stunde besprochen wurde, sondern eben vor allem meine Gedanken zwischen den Stunden. Wenn mal was aufgeschrieben ist, dann ist es auch leichter aus dem Kopf raus. Außerdem hilft es mir bei längeren Pausen vor der nächsten Stunde zu reflektieren, was da in der Zwischenzeit alles "passiert" ist.
Danke für den Tipp! Das sollte ich definitiv auch öfter machen, mir alles aufschreiben. Zumindest dann abends. Tagsüber geht das mit meinen Kindern leider gar nicht.

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Jayjay121023
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Beitrag Fr., 04.11.2022, 12:22

Montana hat geschrieben: Do., 03.11.2022, 21:37 Übrigens hast du selbst in deinem Text schon den Beweis geliefert, dass du gerade nicht Therapie nur um der Aufmerksamkeit willen in Anspruch nimmst: du hast nur in besonders schlechten Phasen die Motivation aufgebracht, einen Therapieplatz zu suchen, und in besseren Phasen hattest du anderes zu tun, als dich mit dieser ja wirklich mühsamen Sache rumzuplagen.
Wer heiß auf Aufmerksamkeit ist, der findet meist auch Wege, wie das mit weniger Schmerz und Angst usw. funktioniert. Tausende "Influencer" befriedigen mit ihrem Tun genau dieses Bedürfnis.
Du suchst dir ausgerechnet Therapie als "Hobby"? Hm. Glaub ich irgendwie nicht.
Danke für diesen Blickwinkel, absolut wahr! Das hilft mir schon mal sehr weiter. Nein, ich bin in guten Phasen wirklich kein Mensch, der nach Aufmerksamkeit giert.

Mich belastet es so sehr, dass ich mir das Essen grad so verbieten „muss“, dass ich so gern jemandem mein Herz ausschütten würde. Jemand, den ich als sehr sympathisch und irgendwie als „mütterlich“ empfinde. So strange…