Therapieraum und Sitzanordnung

Haben Sie bereits Erfahrungen mit Psychotherapie (von der es ja eine Vielzahl von Methoden gibt) gesammelt? Dieses Forum dient zum Austausch über die diversen Psychotherapieformen sowie Ihre Erfahrungen und Erlebnisse in der Therapie.
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StillesMeer
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Therapieraum und Sitzanordnung

Beitrag Mi., 16.11.2022, 10:13

Liebes Forum!

Ich gehe seit über einem Jahr in eine Therapie zu einer Verhaltenstherapeutin. Diese praktiziert zusammen mit einer Kollegin in einer Praxis. Beide haben ihr eigenes Sprechzimmer. Neulich war ich doch ziemlich überrascht. Es kam dazu, dass mein Kind - zwecks Warten- im Sprechzimmer der Kollegin (die an jenem Tag Urlaub hatte) Platz nehmen und spielen durfte, während ich in Therapie war. Da ich damit zwangsläufig Einblick in ein fremdes Sprechzimmer erhielt, war ich doch ziemlich platt, wie unterschiedlich diese aussehen können. Das Sprechzimmer meiner Therapeutin ist nämlich winzig und mit nur zwei Stühlen, die sich frontal gegenüberstehen, und einem Glastisch eingerichtet. Das Zimmer der Kollegin hingegen ist dagegen mit ca. 25 qm riesig. Sie hat außerdem viel gemütlichere Stühle, einen flauschigen Teppich und überall große Grünpflanzen und ein großes Bücherregal mit auch Therapiematerialien darin. Das ganze Zimmer hatte mehr Wohnzimmercharakter mit Wohlfühlatmosphäre und auch die Sitzordnung war eine andere (eher leicht schräg zueinander) . Was ich vor allem wahrnahm: Diese andere Therapeutin hat sich viel mehr Gedanken um ihre Einrichtung gemacht, dort fühlte man sich geborgen und beschützt. Das Sprechzimmer meiner Therapeutin hingegen fühlt sich einfach nur kalt und steril an. Vor allem aber hat mich von Beginn an unsere frontale Sitzanordnung gestört (an der sich platzvedingt auch kaum rütteln lässt). Man fühlt sich total ausgeliefert wie auf einem Präsentierteller und tatsächlich schaut mich meine Therapeutin auch permanent an, was mich unter Spannung setzt. Corona- und krankheitsbedingt gab es mal zwei Telefontermine und sie waren eine Wohltat im Vergleich zu den Präsenzterminen. Ich war deutlich ruhiger und auch aufnahmefähiger, da ich mich ganz auf ihre Worte konzentrieren konnte. Und auch ich habe sie bei einem der Telefontermine wirklich das erste Mal als wirklich empathisch und zugewandt erlebt. Irgendwie scheint diese Sitzordnung also auch etwas mit ihr zu machen (man ist optisch so abgelenkt, dass man weniger gut und empathisch zuhört, zumal sie ständig aufspringt, um zu lüften).

Mich würde nun mal interessieren, wie ihr eurer Therapeutin im Sprechzimmer gegenübersitzt und wie ihr dies erlebt. Daneben würde mich auch interessieren, wie eure Therapeuten ihr Sprechzimmer eingerichtet haben, ob auch eher steril oder wohnlich und wie dies auf euch wirkt. Wie gesagt, mit mir macht dies sehr viel. Wie ist es bei euch?

Würde mich über Einblicke und Austausch sehr freuen.

LG

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Nutriaa
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Beitrag Mi., 16.11.2022, 11:34

Hallo StillesMeer,
Das Sprechzimmer meiner Therapeutin ist nämlich winzig
Was verstehst du unter winzig?
Das Sprechzimmer meiner Therapeutin hingegen fühlt sich einfach nur kalt und steril an.
Melde das doch der Therapeutin mal zurück. Vielleicht klärt sich dann auch auf, was es mit der Einrichtung auf sich hat.
Vor allem aber hat mich von Beginn an unsere frontale Sitzanordnung gestört (an der sich platzvedingt auch kaum rütteln lässt).


Zumindest ließe sich der Stuhl etwas schräg stellen, aber auch das würde ich ansprechen.
Man fühlt sich total ausgeliefert wie auf einem Präsentierteller und tatsächlich schaut mich meine Therapeutin auch permanent an, was mich unter Spannung setzt.
Auch hier: Ansprechen, was das mit dir macht. Zudem ist es wichtig, dass sie dich ansieht, weil sie nur so deine Mimik und Gestik erfassen kann.
"A slave is one who waits for someone to come and free him." Ezra Pound

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Sindy
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Beitrag Mi., 16.11.2022, 14:22

Ist bei meinem Therapeut auch frontal gegenüber auf zwei Stühlen. Fühle mich ebenfalls total ausgeliefert. Am Anfang hat mich das auch sehr gestört. Mittlerweile weiß ich es zu schätzen, da so die volle Aufmerksamkeit ohne Ablenkung bei mir ist. Es ist also aus meiner Sicht eher ein Geschenk, dass man sich vollständig sichtbar macht und wahrgenommen wird.

Ja, Augenkontakt baut Spannung auf. Wenn es mir zuviel Spannung ist, dann schaue ich beim erzählen einfach öfters nach unten oder zur Seite. Er schaut mich definitiv auch öfters an als ich ihn. Aber ich würde ihm nie vorschreiben wollen, dass er mich nicht sooft anschauen soll.

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Candykills
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Beitrag Mi., 16.11.2022, 14:31

Ich kenne beide Versionen. Und ich kann auch mit beiden Versionen.
Eher Problem war für mich die eigentliche Distanz zwischen den Stühlen.
Meine Erfahrung ist aber auch, dass man das ansprechen kann und vielleicht kannst du deinen Stuhl einfach etwas schräg rücken.
Therapiezimmer sind eben so unterschiedlich wie die Therapeuten.
Ehrlich gesagt, ich habe mir nie groß Gedanken drum gemacht, auch wenn es schon Zimmer gab, die mir vielleicht besser gefallen.

Wenn's sonst mit der Therapeutin passt, würde ich wohl darüber hinwegsehen, dass die Kollegin ein schöneres Zimmer hat.

Und wegen Augenkontakt: ich schaue sowieso immer zur Seite beim Erzählen...
🦄

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StillesMeer
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Beitrag Mi., 16.11.2022, 16:05

Das Sprechzimmer ist wirklich nur 8-9 qm groß, also wirklich winzig. Da ist nichts mit Stühlerücken oder anders stellen, zum anderen muss sie am Fenster sitzen, um lüften zu können und eine Seite ist mit einer Stehlampe und einem Luftreiniger-Automaten schon vollgestellt. Da passt kein Stuhl mehr dazwischen.

Ich habe mir schon überlegt, sie einfach zu fragen, ob wir nicht mehr auf Telefonkontakt umstellen können, da ich auch noch 70 km fahre pro Termin, um dann halt eingezwängt und angespannt in einem winzigen Raum zu sitzen. Kalt ist es zudem durch die ständige Lüfterei. Ich sitze immer mit Jacke dort. Also es ist im ganzen ungemütlich. Dazu die sterile Einrichtung. Ich hab mich tatsächlich schon gefragt, ob ihr die Patienten so wenig wert sind. Sie war auch schon sehr unzuverlässig mit Terminen und -was mich sehr traurig machte- dass sie scheinbar oft auch nicht aufmerksam war und nicht zugehört hat. Ich habe bewusst wichtige Dinge auch schon zweimal erzählt und sie wirkte dann auch so, als hörte sie es zum ersten Mal.
Ja, ich bin massiv traurig mit dieser TherApie, aber abbrechen kann ich auch nicht. Möchte nicht weiter darüber schreiben. Bleiben wir bitte beim Ausgangsthema. Ich würde einfach nur gerne wissen, ob andere Therapeuten ihre Patienten angenehmer empfangen.
Zuletzt geändert von StillesMeer am Mi., 16.11.2022, 16:18, insgesamt 1-mal geändert.

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Teilchen
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Beitrag Mi., 16.11.2022, 16:14

Hallo stillesMeer,

bei mir ist es schräg zueinander und ein Tisch dazwischen. Ich finde das Ideal und war von Anfang an froh darüber. Ich kenne es auch frontal und ohne Tisch was ich maximal unangenehm finde. Die damalige Therapie habe ich auch abgebrochen weil ich kaum sprechen konnte. Die jetzige Therapie neigt sich mit 80 Stunden dem Ende. Trotz der langen Zeit wäre mir der fehlende Tisch oder ein frontales gegenübersitzen nach wie vor sehr unangenehm.

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Montana
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Beitrag Mi., 16.11.2022, 17:12

Praxisräume sind oft ursprünglich als etwas anderes geplant gewesen. Mein Therapeut hat z.B. eine Wohnung umfunktioniert. Der Therapieraum ist das alte Wohnzimmer, ohne Tür dazwischen schließt sich die Küche an (ist aber keine Küche eingebaut), also wird sein Büro das Schlafzimmer sein und deutlich kleiner. Ich war noch nie drin, aber so ist ja die übliche Aufteilung. Wären dort zwei Therapeuten, dann hätte einer einen großen Raum und einer einen sehr viel kleineren. Und das ließe sich auch nicht ändern, ohne da Wände einzureißen. Vermutlich hat also deine Therapeutin schlicht keine andere Möglichkeit, es sei denn, sie mietet etwas eigenes.
Meiner hat auch Pflanzen drin (typische halbtote Büropflanzen, die immer zu wenig Licht haben) und ein riesiges Bücherregal. Der Platz ist trotzdem noch auffallend groß und das macht den Raum nicht gerade gemütlich. Wo die Küche hingehört, da ist halt Zeug abgestellt. Er hat noch zusätzliche Stühle, Flipchart usw.

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Anti Lope
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Beitrag Mi., 16.11.2022, 17:59

Hallo StillesMeer,

der Raum des Analytikers bei dem ich war, ist ein normal großer Raum und hat Platz für zwei gemütliche, aber nicht zu ausladende Sessel und dazwischen ein Tisch. Auf der anderen Seite des Raumes steht die Couch und dahinter ein weiterer Sessel.
Von Anfang an war es mir überlassen, auf welchen der beiden Sessel ich mich setze. Er hat mich auch ermuntert, den Sessel etwas zu verrücken, wenn mir das lieber wäre.

Ich finde die Vorstellung, eines zu kleinen Therapieraumes, so wie du ihn beschreibst, sehr beengend. Nicht nur das frontale Gegenübersitzen, sondern es ist ja dann auch nicht möglich mal aufzustehen und durch den Raum zu gehen - was mir persönlich hin und wieder geholfen hat.

Von daher kann ich gut verstehen, wenn du dich in diesem kleinen Raum eingeengt fühlst. Hat dich der kleine Raum anfangs nicht gestört?
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Sindy
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Beitrag Mi., 16.11.2022, 18:01

StillesMeer hat geschrieben: Mi., 16.11.2022, 16:05 Ich habe mir schon überlegt, sie einfach zu fragen, ob wir nicht mehr auf Telefonkontakt umstellen können, da ich auch noch 70 km fahre pro Termin, um dann halt eingezwängt und angespannt in einem winzigen Raum zu sitzen.
Wenn sie das mit dem Telefonkontakt mitmacht, wäre das eine gute Lösung, da du dich scheinbar so unbehaglich fühlst in dem Zimmer.
StillesMeer hat geschrieben: Mi., 16.11.2022, 16:05 Sie war auch schon sehr unzuverlässig mit Terminen und -was mich sehr traurig machte- dass sie scheinbar oft auch nicht aufmerksam war und nicht zugehört hat. Ich habe bewusst wichtige Dinge auch schon zweimal erzählt und sie wirkte dann auch so, als hörte sie es zum ersten Mal.
Ja, ich bin massiv traurig mit dieser TherApie, aber abbrechen kann ich auch nicht. Möchte nicht weiter darüber schreiben.
Ich verstehe wenn du nicht inhaltlich weiter drüber schreiben möchtest. Ich frage mich nur, warum kannst du nicht abbrechen? Zwingt dich jemand zur Therapie bei ihr?

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kleine-Katze
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Beitrag Mi., 16.11.2022, 19:36

Hallo StillesMeer,

bei mir ist es so, dass es auch ein relativ kleiner Raum ist, in diesem steht ein Schreibtisch an der einen seite und an der anderen Seite zwei Sessel und zwischen den beiden Sesseln ein Tisch. Die Sessel stehen sich direkt gegenüber. Mein Thera guckt mich auch die ganze Zeit an, ich schaue ihn sehr selten an, meist gucke ich aus dem Fenster oder an die Wand oder Boden...ich bin eh dann eher "in mir" und kriege die Umwelt nicht so mit...
Ansonsten ist der Raum mit Pflanzen einerichtet und Teppich. Eher gemütlich.
Lüften tut er nur zwischen den Sitzungen. Es sei denn im Sommer. Da wird, wenn ich einverstanden bin, auch in der Sitzung gelüftet.
Mein spontaner Gedanke bei dir: das klingt wirklich nicht sehr einladend. Ich persönlich würde mich da vielleicht auch nicht so wohl fühlen. Aber es kommt ja eh viel auf die Therapeutin an und wenn sie schon nicht so aufmerksam mit Terminen umgeht oder mit Sachen, die du erzählst, finde ich das nicht so schön.

Grüße, kleine-Katze

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lisbeth
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Beitrag Mi., 16.11.2022, 20:01

StillesMeer hat geschrieben: Mi., 16.11.2022, 16:05 Ich würde einfach nur gerne wissen, ob andere Therapeuten ihre Patienten angenehmer empfangen.
Kann es sein, dass du das als persönliche Kränkung wahrnimmst, dass andere Therapeut:innen "schöner" eingerichtet sind? Und dass du das deiner Therapeutin innerlich irgendwie vorwirfst, als ob eine schöne Einrichtung ein Zeichen für Zuwendung und Liebe wäre? Es kann ja auch gut möglich sein, dass deine Therapeutin dort ihren Raum zur Untermiete hat, und dass sie auf die Einrichtung keinen großen Einfluss hat.

Hast du mit ihr mal darüber gesprochen, dass du dich in ihrem Sprechzimmer nicht wohl fühlst? Dass man da gar nichts unternehmen kann, um es für dich etwas angenehmer zu machen, kann ich mir irgendwie nicht vorstellen. Wenn dir kalt ist, könntest du sie zB um eine Decke bitten. Es ist auch deine Entscheidung, in einer Situation zu verharren, die für dich unangenehm ist, und darin zu "leiden" anstatt mit der Therapeutin zusammen zu schauen, was sich eventuell verändern ließe. Und ich vermute, dass allein die Tatsache, dass die Therapeutin dich damit ernst nimmt, für dich schon einen großen Unterschied machen würde, auch wenn der Raum an sich nachwievor beengt ist und eher funktional eingerichtet.

Du schiebst die Verantwortung der Therapeutin zu (andere Therapeuten empfangen ihre Patienten angenehmer und deine hält das offensichtlich nicht für nötig) - aber deinen eigenen Anteil an der Situation, deine eigene Entscheidung dorthin zu gehen und nicht zu versuchen, an der Situation etwas zu ändern (evtl. mit der Therapeutin zusammen), blendest du irgendwie aus...
When hope is not pinned wriggling onto a shiny image or expectation, it sometimes floats forth and opens.
― Anne Lamott

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kleine-Katze
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Beitrag Mi., 16.11.2022, 20:05

lisbeth hat geschrieben: Mi., 16.11.2022, 20:01 Es ist auch deine Entscheidung, in einer Situation zu verharren, die für dich unangenehm ist, und darin zu "leiden" anstatt mit der Therapeutin zusammen zu schauen, was sich eventuell verändern ließe.
Genau, ich würde dich auch ermutigen, das anzusprechen und zum Thema zu machen.
Ich nehme zum Beispiel im Winter immer eine Decke mit, weil es mir zu kalt ist. Ich habe es am Anfang thematisiert, ob es ok ist und seitdem ist es so.
Manchmal nehme ich sogar ein Kuscheltier mit...eben, damit ich etwas habe, was mir hilft, mich wohler zu fühlen...

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Zephyr
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Beitrag Mi., 16.11.2022, 20:10

Meine Therapeutin gibt sich viel Mühe mit ihrem Raum. Bzw. sie hat das einmal zu Beginn getan -da hat sich jetzt über die Jahre kaum was geändert, soweit ich das erinnere.
Der Raum ist groß und hell, es gibt große und kleine (gut gepflegte) Pflanzen, Bilder an den Wänden, einen Teppich, bequeme Sessel (leicht schräg zueinander, dazwischen ein kleiner Tisch) und eine Couch. Ein kleines Bücherregal und ein kleiner Sekretär (den ich sehr mag).
Ich finde das Zimmer sympatisch, freundlich und ruhig.

Meine Therapeutin hat mal erzählt, dass es zur Therapie gehöre, dass sie einen Raum schafft, in dem ich mich wohl fühlen könne - und ich finde, dass man diese Haltung "ich gebe Ihnen diesen Raum und hier dürfen sie sein und ankommen" auch am Zimmer an sich schon spürt.

Ich sitze meistens auf dem Boden, sie auch. Sie räumt dafür extra ein paar Sachen (Pflanzen, Sessel) zur Seite und legt Kissen und Decken zurecht, damit wir beide bequem sitzen können.
Jetzt wo es kälter wird und auch so viel gelüftet wird macht sie sich oft eine Wärmflasche für die Füße - und mir dann auch. Das war mir anfangs total unangenehm und zu viel. Mittlerweile bin ich aber froh, weil ich ständig friere.
Sie ermutigt mich auch sehr regelmäßig zu überlegen oder auszuprobieren wie wir beide zueinander sitzen, so dass es sich gut anfühlt oder ob ich eine Decke brauche oder ähnliches.

So einen ganz kleinen beengten Raum, frontales gegenüber Sitzen und keine Möglichkeit sich auf den Boden zu setzen, könnte ich mir echt nicht vorstellen.
Ich kann gut verstehen, dass du dir darüber Gedanken machst und fände das selbst sehr traurig.

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Montana
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Beitrag Mi., 16.11.2022, 21:30

Mich erinnert es an Räume in Kliniken. Klein, ein vollgemüllter Schreibtisch mit Zeug von 100 Klinikangestellten, wenn die Tür aufgeht stößt sie an einen der Stühle. Aber selbst solch einen Raum kann man, interessanterweise, als Therapeut irgendwie "auffüllen" mit etwas Gutem. Manche können das. Und manche können das im schönsten Raum nicht.
Die Idee mit der Decke gefällt mir gut. Das ständige Lüften wird wohl wegen des kleinen Raums wirklich nötig sein. Ansonsten besteht wegen Sauerstoffmangel akute Einschlafgefahr. Geht das denn wenigstens von der Geräuschkulisse her? Mein Therapeut hat die Praxis an einer lauten Straße und meine Stunde liegt am Tag der Müllabfuhr und meist kommt die auch pünktlich während meiner Stunde. Fenster offen lassen geht nicht wirklich.

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Gespensterkind
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Beitrag Do., 17.11.2022, 07:07

Du weißt aber auch nicht, wie es dazu gekommen ist, dass Deine Therapeutin eben diesen kleinen Raum hat und die andere den viel größeren. Und einen größeren Raum kann man natürlich auch ganz anders gestalten ohne dass dieser gleich zu vollgestellt aussieht.
Ich würde es nun gar nicht vom Raum abhängig machen, ob die Therapie für mich passt oder nicht, weil diese Raumfrage erstens total individuell empfunden wird und zweitens oft von nicht-beeinflussbaren Faktoren abhängig ist.
Aber Du könntest es trotzdem mal ansprechen, dass Du Dich in diesem Raum unwohl fühlst oder mit der Position der Stühle etc.
Die Frage ist aber, ob Du so unglücklich mit der Therapie bist, wegen des Raumes, des weiten Anfahrtweges etc. (also äußeren Umständen) oder passt es auch ansonsten nicht zwischen Dir und der Therapeutin?
Manchmal findet man dafür auch schnell "äußere Gründe".

Ich mag übrigens den Raum meines Therapeuten auch nicht und kenne auch ganz andere. Er ist auch sehr nüchtern eingerichtet, mit wenig Deko, Bildern, die ich furchtbar finde und die Sitzgelegenheiten finde ich auch hässlich. Aber das ist halt seine Einrichtung.
Dafür sitzen wir aber auf dem Fußboden und ich wechsle meinen Sitzplatz (auf dem Fußboden) auch während der Stunde so, wie es sich für mich richtig anfühlt. Das haben wir so irgendwann mal besprochen, es war aber ein längeres Thema, wie ich sitzen will, um mich einigermassen wohl zu fühlen.
Dafür räumt mein Therapeut aber auch vorher den halben Raum um.
Ich denke, es ist wichtig, das zu besprechen. Weil es ja auch was aussagt, womit Du Dich wohl fühlst oder auch nicht.