Selbsterfahrungsworkshops am Wochenende

Fragen und Gedanken rund um Spiritualität und Religionen, alternative Behandlungsmethoden, den üppigen Garten sonstiger "Therapie"-Formen, Esoterik ... und ihre Berührungspunkte mit Psychotherapie bzw. psychologischen Problemen.
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minds
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Selbsterfahrungsworkshops am Wochenende

Beitrag Fr., 12.05.2023, 14:29

Ihr Lieben,
seit einiger Zeit nehme ich immer mal wieder an therapeutischen Seminaren bzw. Selbsterfahrungsworkshops in Gruppen teil. Diese finden meist an Wochenenden statt. Ich habe das Gefühl, dadurch auch einiges bearbeitet zu haben.
Nun wollte ich euch fragen, ob ihr diesbezüglich einige Tipps habt, was man noch machen kann.
Vielen Dank.

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Gespensterkind
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Beitrag Fr., 12.05.2023, 15:47

Wie meinst Du das "was man noch machen kann"? Am Wochenende? Oder psychisch? Allgemein?
Und was ist Deine Idee, weswegen Du "etwas machen willst"?

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Beitrag Fr., 12.05.2023, 15:50

Meine Frage ist: an welchen konkreten Institutionen gibt es noch solche o.g. Seminare/Workshops?


kaja
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Beitrag Fr., 12.05.2023, 16:20

Ich habe eher die Erfahrung gemacht, dass das sehr schnell ins Milieu von "Coaches" geht.

Eine Szene die oft aus Autodidakten und Esoterikern mit dubiosem Hintergrund besteht. Da muss man sehr aufpassen, nicht einem Heilpraktiker in die Hände zu fallen oder in sektenähnlichen Strukturen zu landen.

Am Ende steht da die Bäckereifachangestellte nach ein paar Wochenendseminaren HP oder Esoterik und erklärt anderen die Welt in eigenen Seminaren.

Immer einen guten Backgroundcheck machen, dann kann da durchaus auch was gutes bei sein.
After all this time ? Always.

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Verlust
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Beitrag Fr., 12.05.2023, 19:25

Gestern war ich mit Bekannten essen und die eine Bekannte erzählte, dass sie "Yoga-Ferien" machen wird (mit Meditationen, Yogaübungen, etc.). Vlt wäre so etwas auch was für Dich?

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Candykills
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Beitrag Fr., 12.05.2023, 20:03

Ich denke solang man sich darüber bewusst ist, dass das Wissen, was dort vermittelt wird nicht unbedingt der wissenschaftlichen und gängigen Lehrmeinung entspricht und so gesehen auch wahrscheinlich nur begrenzt hilfreich ist...

Ich sehe solche Workshops halt auch eher in der Esoterik und Heilpraktiker Ecke und ich habe nicht grundsätzlich ein Problem mit Heilpraktikern, aber eben immer wieder die Erfahrung gemacht mit diesen, dass sie ihre eigene Kompetenz weit überschätzen. Und das hatte meistens Folgen für meine eigene Gesundheit, weil es mir dadurch deutlich schlechter ging und am Ende verwirrter war, als zuvor.
Und dann kommt hinzu, dass Selbsterfahrung wahrscheinlich eben nicht die Kompetenz vermittelt sich der eigenen blinden Flecke bewusst zu werden.
Wie auch immer, wenn keine schwere Störung vor liegt, die eigentlich in professionelle Hände gehört, dann ist es wahrscheinlich auch nicht so schädlich, außer du gerätst da an so Leute wie in der Heilpraktikerschule in Hamburg, über die es auch eine aktuelle Doku und deren schädliche Lehren gibt.

Mir fällt noch dieses Auditorium-Netzwerk ein (https://shop.auditorium-netzwerk.de/), da gibt es manchmal kostenlose Vorträge von normal guter Qualität, also gängige Lehrmeinung...Vielleicht ist das ja auch interessant für dich.
Ich bin wie einer, der blindlings sucht, nicht wissend wonach noch wo er es finden könnte. (Pessoa)

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stern
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Beitrag Fr., 12.05.2023, 22:53

Vielleicht etwas in Richtung Meditation/Achtsamkeit, was hoffentlich nicht zu abgeschmackt klingt. Ich meine, sich selbst erfahren kann man sicherlich auch ohne irgendwelche Workshops, wenn man aufmerksam durch das Leben geht. Reicht evtl. und nicht für jeden, aber wenn man das Gefühl hat, man profitiert davon bzw. es ist das Geld wert: Why not. Meine Bedenken gehen auch in die Richtung, die schon geäußert wurde. Ich würde auf jeden Fall auch auf die Qualifikation der Anbieter achten, da sich in dem Markt alles mögliche tummeln kann. Auch ",Selbsterfahrung" wäre mir zu allgemein als Beschreibung... kann alles mögliche oder nichts beinhalten.
Liebe Grüße
stern 🌈💫
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Elli95
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Beitrag So., 11.06.2023, 11:07

Hey minds,

finde ich super, dass du am WE therapeutische Seminare besuchst. Ich habe das in Zukunft auch vor, bin aber gerade zu ausgelastet mit der Arbeit. Ich persönlich habe nicht so sehr Angst, in so einem Seminar irgendeinem unprofessionellen "Heiler" in die Hände zu fallen. Ich meine, wer einen gesunden Verstand und ein Bauchgefühl hat, kann sich selbst schützen und die Reißleine ziehen. Ich würde mich vorher auch genau einlesen und informieren. Es gibt einige Klöster, die unterschiedliche Arten von Seminaren (z.B. Achtsamkeit, Meditation, Yoga...) anbieten. Vielleicht auch in der Nähe zu deinem Wohnort?

LG Elli95

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Candykills
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Beitrag So., 11.06.2023, 11:10

Elli95 hat geschrieben: So., 11.06.2023, 11:07 Ich meine, wer einen gesunden Verstand und ein Bauchgefühl hat, kann sich selbst schützen und die Reißleine ziehen.
Alles klar, und du willst eine Traumafolgestörung gehabt haben…
Ich bin wie einer, der blindlings sucht, nicht wissend wonach noch wo er es finden könnte. (Pessoa)

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Sydney-b
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Beitrag So., 11.06.2023, 11:12

Über diesen Satz bin ich auch total verwundert gestolpert…
Wird mit jedem Satz unglaubwürdiger…


Kirchenmaus
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Beitrag So., 11.06.2023, 11:45

Candykills hat geschrieben: Fr., 12.05.2023, 20:03 (...) aber eben immer wieder die Erfahrung gemacht mit diesen, dass sie ihre eigene Kompetenz weit überschätzen. Und das hatte meistens Folgen für meine eigene Gesundheit, weil es mir dadurch deutlich schlechter ging und am Ende verwirrter war, als zuvor.
Und dann kommt hinzu, dass Selbsterfahrung wahrscheinlich eben nicht die Kompetenz vermittelt sich der eigenen blinden Flecke bewusst zu werden.
Genau das ist auch meine Erfahrung.
Mehr muss ich gar nicht dazu schreiben, weil ich Candy nur wiederholen würde.

Aber wenn man die Essenz aus dem ziehen kann, was gelehrt wird, ohne sein Wohlergehen zu sehr der jeweiligen Person anzuvertrauen bzw. zu überlassen, kann man sicherlich Nutzen daraus ziehen.
Es ist in Ordnung, mich zu akzeptieren.

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Elli95
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Beitrag Mo., 12.06.2023, 14:16

Solche Wochenendseminare sind i.d.R. nichts für Menschen mit akuter oder unbehandelter Traumafolgestörung. Mir erschließt es sich nicht, warum man hier versucht, mich zu diffamieren. Offensichtlich geschieht dies ausgerechnet durch User, die sich hier im Forum seit Jahren täglich aufhalten... das lässt für mich nur den Rückschluss zu, dass ausgerechnet die User, die am lautesten gegen alternative Heilmethoden schreien, am erfolglosesten in ihrer Krankheitsbewältigung sind... alles schlecht reden, aber nichts unternehmen- ich möchte so nicht leben. Für mich war immer klar, alles was möglich ist, zu versuchen und nicht in meiner Krankheit dahin zu dümpeln und zu jammern.

Ich habe es geschafft, mein Trauma weitgehend zu überwinden- dank alternativer Heilmethoden und viel persönlichem Einsatz und bin sehr froh, dass es diese Behandlungen gibt. Wochenendseminaren etc. bin ich absolut aufgeschlossen gegenüber. Ich vertraue meinem Bauchgefühl und Verstand und sehe darin eine Chance, Neues zu lernen.

Das Leben ist nicht nur Schwarz/Weiß, auch wenn diese Sichtweise Symptom einiger psychischer Erkrankungen ist. Es gibt Menschen, die sich als "Heiler" ausgeben und schaden, aber es gibt auch wunderbar empathische Menschen, die keine psychotherapeutische Ausbildung haben und trotzdem ganz viel Gutes und heilsamen bewirken können.

LG Elli95

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Candykills
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Beitrag Mo., 12.06.2023, 14:49

Elli95 hat geschrieben: Mo., 12.06.2023, 14:16 das lässt für mich nur den Rückschluss zu, dass ausgerechnet die User, die am lautesten gegen alternative Heilmethoden schreien, am erfolglosesten in ihrer Krankheitsbewältigung sind... alles schlecht reden, aber nichts unternehmen- ich möchte so nicht leben. Für mich war immer klar, alles was möglich ist, zu versuchen und nicht in meiner Krankheit dahin zu dümpeln und zu jammern.


LG Elli95
Das wird es sein, Danke, dass du diese Erkenntnis mit uns hilferesistenten Opfern teilst.
Ich bin wie einer, der blindlings sucht, nicht wissend wonach noch wo er es finden könnte. (Pessoa)


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Beitrag Mo., 12.06.2023, 16:24

Auch suspekt: Leute, die glauben geheilt zu sein und hinter jeder kritischen Nachfrage eine Diffamierungskampagne sehen, die sie sogleich frohgemut zum Anlass nehmen für gezielte Schläge unter die vermutete Gürtellinie.

Manchmal verläuft ein schmaler Grat zwischen suspekt und schäbig.

Ellie, hättest Du ein Wort von dem gelesen, was Candy hier seit Jahren schreibt und einen Funken Empathie im Leib, würdest Du vor Scham ob Deiner Worte dunkelrot erröten ...
Die Grenzen meines Körpers sind die Grenzen meines Ichs. Auf der Haut darf ich, wenn ich Vertrauen haben soll, nur zu spüren bekommen, was ich spüren will. Mit dem ersten Schlag bricht dieses Weltvertrauen zusammen.


Kirchenmaus
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Beitrag Mo., 12.06.2023, 17:29

Elli95 hat geschrieben: Mo., 12.06.2023, 14:16 ... das lässt für mich nur den Rückschluss zu, dass ausgerechnet die User, die am lautesten gegen alternative Heilmethoden schreien, am erfolglosesten in ihrer Krankheitsbewältigung sind... alles schlecht reden, aber nichts unternehmen- ich möchte so nicht leben. Für mich war immer klar, alles was möglich ist, zu versuchen und nicht in meiner Krankheit dahin zu dümpeln und zu jammern.
Dass das dein einziger Rückschluss ist, ist so unglaublich traurig.
Ich habe lange nicht mehr etwas in seiner Überheblichkeit derart Brutales gelesen. Das lässt mich wirklich sprachlos zurück.
Es ist in Ordnung, mich zu akzeptieren.