Themen wenn überhaupt nur anstupsen

Haben Sie bereits Erfahrungen mit Psychotherapie (von der es ja eine Vielzahl von Methoden gibt) gesammelt? Dieses Forum dient zum Austausch über die diversen Psychotherapieformen sowie Ihre Erfahrungen und Erlebnisse in der Therapie.
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Fraupffff
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Themen wenn überhaupt nur anstupsen

Beitrag Mo., 04.05.2026, 06:20

Hallo

Ich bin fast ein Jahr in Therapie, die Hälfte der Stunden sind schon bald vorbei. Immer noch tu ich mir schwer bei einem Thema zu bleiben. Meist wird nur kurz darüber geredet und dann gehen wir in sichereres Terrain. Aber oft auch von ihr aus!
Ist das üblich?
Wenn ich das nicht langsam auf die Reihe bekomme sind die Stunden zu Ende und ich habe nur alles angedeutet.
Anfangs dachte ich noch nach einem Jahr bin ich sicher fertig.
Soll ich das ansprechen und sagen dass ich jetzt irgendwas erzählen will egal was passiert?

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Sinarellas
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Beitrag Mo., 04.05.2026, 06:34

Es ist deine Therapie, du bist der Captain, sie der Navigator.
Wenn du mehr Tiefe brauchst, teile ihr das mit: Ich wünsche mir, dass wir bei einem Thema die Stunde bleiben und ich möchte tiefer rein.
..:..

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Fraupffff
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Beitrag Mo., 04.05.2026, 06:43

Hallo Sinarellas

Ich kann das schon versuchen. Vielleicht wartet sie sogar bis ich das sage? Oder die wartet bis ich beim reden weniger aufgeregt aussehe, nur weiß ich nicht ob das je so sein wird. Oft machen wir Übungen um wieder runter zu kommen. Das hilft schon in dem Moment, aber danach trau ich mich nicht mehr so recht, bzw. die Motivation ist auch weg

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Sinarellas
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Beitrag Mo., 04.05.2026, 14:20

Mach dir nicht so viel Kopf, was sie denkt oder erwartet, meistens liegt man als Klient da eh falsch da wir gern überinterpretieren. Also solange du keine Glaskugel hast, wirst du sie schnöde fragen müssen.
Schreib es dir auf, wenn du willst können wir ein paar Formulierungen finden und das kannst du dann einfach stur ablesen.

"Hallo Frau Thera, ich hab einen Zettel mitgebracht, den ich gern vorlesen will..."
..:..

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Fraupffff
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Beitrag Mo., 04.05.2026, 18:35

Wenn ich nicht so feig wäre.
Ich könnt ihr eine Mail schreiben:
Ich würde gerne beim nächsten Termin über die Themen aus der Vergangenheit sprechen auch wenn ich nervös werden sollte, bitte mich nicht ablenken lassen

Oder so ähnlich.
Ich weiß nicht wenn ich es vorlesen soll trau ich mich erst nicht.
Aber ich denke per Mail ist auch unfair. Wie kommt sie dazu.

Naja mal schauen hab noch Zeit bis zum nächsten Mal.

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Louna
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Beitrag Di., 05.05.2026, 05:17

Wenn ich nicht vorlesen kann vom Zettel, geb ich der Therapeutin einfach den Zettel und sie schaut ihn sich an und fängt dann an zu sprechen, vielleicht wäre das eine Idee?

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Sinarellas
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Beitrag Di., 05.05.2026, 07:40

Genau so, Lösungen finden, nicht Probleme und sich immer fragen: Was braucht es, damit es gelingt ?
..:..

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Fraupffff
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Beitrag Mi., 13.05.2026, 08:01

Hallo
Ich hab einen Text geschrieben, und ich glaube das war gut so.
Die Reaktion war durchaus positiv und nicht ablehnend.
Danke!

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Fraupffff
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Beitrag Mo., 06.07.2026, 09:34

Hallo
Wie funktioniert das eigentlich ? kann mir das jemand vielleicht erklären? Wenn man etwas erzählt, sollte man dann nicht mehr dran denken müssen? oder weniger? Warum?
Während dem reden sind sämtliche Symptome ja ur schlimm da, sollte das anders sein? Soll man das ignorieren und trotzdem weiter machen, bzw trotzdem richtig versuchen? Ich hab das Gefühl das geht einfach nicht bei mir. ich komme in so mini mini Schritten weiter, es ist fast lächerlich.

Bisher muss ich NICHT weniger denken oder hab weniger Angst oder irgendwas positives. Eher es ist alles viel präsenter und das will ich ja genau nicht, ist ja die falsche Richtung. Ich will gar nicht mehr an schlechte Sachen denken und ich will auch normal schlafen und ich will einfach Ruhe haben.

Am liebsten tät ich mich irgendwo eingraben und mit niemandem gar nichts mehr reden. Essen heim liefern lassen. Manchmal denk ich ohne Familie wäre es einfacher. So muss ich ja immer weiter machen. ständig ist irgendwas, jeder will was. Ich will einen Pause Knopf und 5 Jahre schlafen und dann wieder rauskucken, schauen obs besser ist und bei Bedarf weiterschlafen. irgendwie so..

Sorry fürs sudern

ps.. selbst jetzt der Text ist doch harmlos. und ich bin anonym trotzdem wird alles wieder komisch ich versteh das nicht.
Vielleicht bin ich einfach unfähig

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Sinarellas
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Beitrag Mo., 06.07.2026, 11:48

> Wie funktioniert das eigentlich ? kann mir das jemand vielleicht erklären? Wenn man etwas erzählt, sollte man dann nicht mehr dran denken müssen? oder weniger? Warum?<

Was genau? Über traumatisches Reden?
Reden schafft Entlastung
Reden schafft Integration von etwas was nur gedacht wurde oder vermieden
Reden schafft Validierung
Reden bringt Bindung
...
An was nicht mehr denken, an schlimme Erlebnisse zum Bleistift?
Was MAN da müsste ist irrelevant und gibt´s auch nicht als Pauschalrezept.

> Während dem reden sind sämtliche Symptome ja ur schlimm da, sollte das anders sein? <

Welche Symptome? Trauma-assoziierte Symptome? Wenn die schlimm da sind, kannst du sie aushalten mit dem T? Ist es zu viel? Hast du Stabilisierungsübungen an der Hand?
Was sollte da denn anders sein hä?

> Soll man das ignorieren und trotzdem weiter machen, bzw trotzdem richtig versuchen? <
Das sind fragen für deinen Therapeuten, er sollte das einschätzen können, wenn du es nicht kannst.
Sind die Symptome zu hart, kommt man nicht mehr zurück ins Hier und Jetzt, ist es zu früh und braucht mehr Stabilisierung davor und Anleiten.

> ich komme in so mini mini Schritten weiter, es ist fast lächerlich.
Geduld, auschließlich die Minischritte bewegen etwas. Es gibt keine Riesenschritte mit sofortiger Veränderung<
Wieso wertest du dich so ab?

> Bisher muss ich NICHT weniger denken oder hab weniger Angst oder irgendwas positives. Eher es ist alles viel präsenter und das will ich ja genau nicht, ist ja die falsche Richtung. Ich will gar nicht mehr an schlechte Sachen denken und ich will auch normal schlafen und ich will einfach Ruhe haben.

Meine Antwort wird dir nicht gefallen...
Vermeiden und Wegschauen oder bewusstes Ignorieren hilft kurzfristig supi. Du kannst dem Boomerang aber nicht entkommen, es dauert so lange wie es dauert und die Integration von unaushaltbarem funktioniert nicht mit Ignoranz...


> Am liebsten tät ich mich irgendwo eingraben und mit niemandem gar nichts mehr reden. Essen heim liefern lassen. Manchmal denk ich ohne Familie wäre es einfacher. So muss ich ja immer weiter machen. ständig ist irgendwas, jeder will was. Ich will einen Pause Knopf und 5 Jahre schlafen und dann wieder rauskucken, schauen obs besser ist und bei Bedarf weiterschlafen. irgendwie so.. <
Verstehe ich sehr gut.
Zieh dich raus aus dem ganzen und baue bewusst Pausen ein, dein Nervensystem wirkt unendlich gestresst, denk dran: das ist Gift und wen du nicht anfängst auf dich acht zu geben und Ich-Zeit rauszuboxen, knallt dir irgendwann alles um die Ohren :(

> ps.. selbst jetzt der Text ist doch harmlos. und ich bin anonym trotzdem wird alles wieder komisch ich versteh das nicht.
Vielleicht bin ich einfach unfähig <
Sagt dir Dissoziation etwas?
..:..

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Fraupffff
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Beitrag Mo., 06.07.2026, 12:35

Hallo Sinarellas

Tut mir leid ich merk jetzt der Text war etwas wirr.

Ja es geht mir darum während der Therapie über vergangene schwierige Erlebnisse zu reden, aber nicht nur, tatsächlich ist es schon eine Herausforderung überhaupt über mich zu reden.
Noch kann ich da keine Entlastung erkennen.
Validierung: ja schon irgendwie. ist schon was anderes wenn jemand bestätigt dass das nicht fein war/ist. Vielleicht hätte ich gehofft wenn ich mich überwinde, werden diese Themen verschwinden.

Meine Symptome, ja möglich traumaassoziiert, aber ich kann das auch ganz ohne Traumainhalte. Manchmal reichts allein dass ich dort sitze und ich muss jetzt etwas sagen, dass noch möglichst sinnvoll ist und ich zittere, ich hab Angst, ich kann mich gar nicht konzentrieren und es ist aber unnötig. ich bin so damit beschäftigt das es nicht eskaliert in mir drin dass ich gar nicht richtig arbeiten kann. ja die Übungen helfen schon, aber ich kann ja trotzdem nicht gleichzeitig diese Übungen machen und weiterreden. Ich komme aber immer wieder raus! es dauert halt ein paar Minuten und dann bin ich raus aus dem Thema und nochmal trau ich mich auch nicht. Aber ich glaub sie will das dann eh auch nicht.

lustig hat sie es glaub ich nicht mit mir.. :kopfschuettel:

An manchen Tagen gehts aber gut! Wenns gut ist freu ich mich, aber dann will ich dass es so bleibt und erst recht nicht zu viel anecken. ich schäme mich wirklich für mein Verhalten, eigentlich bin ich nicht so. Man muss ja von mir glauben ich bin überhaupt nicht lebensfähig! Aber das stimmt nicht! Nein glaubt sie eh nicht, sagt sie zumindest oft.


Ich weiß eh dass wegschauen nicht hilft, sie hat auch schon zu mir gesagt ich bin sehr gut im wegschauen. Was bis jetzt nicht geholfen hat wird auch in Zukunft nicht helfen.

Ich will einfach nicht so sein und ich würde mir wirklich wünschen dass ich ruhig und gelassen dorthin gehe alles auf den Tisch knalle, sie sagt was ich machen soll und nach X Besuchen ist das erledigt, nächstes Thema. wieder X ,,, bis alles fertig ist und nach dem letzten Kapitel ist alles so verarbeitet wie es gehört, und ich *muss dann zumindest nie wieder an diese Dinge denken

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Beitrag Mo., 06.07.2026, 12:57

Außerdem habe ich oft ein schlechtes Gewissen ob es wirklich nötig ist. Ich möchte lieber nicht über meine Familie schlecht reden.
Zuletzt geändert von Fraupffff am Mo., 06.07.2026, 13:36, insgesamt 1-mal geändert.

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Braniff
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Beitrag Mo., 06.07.2026, 13:05

Fraupffff hat geschrieben: Mo., 06.07.2026, 09:34 Hallo
Wie funktioniert das eigentlich ? kann mir das jemand vielleicht erklären? Wenn man etwas erzählt, sollte man dann nicht mehr dran denken müssen? oder weniger? Warum?
Krass, dass deine Therapeuten offenbar keinerlei Aufklärung gemacht hat.

Je nachdem welche Richtung man macht kann Therapie nur aus endlosem Reden bestehen. Dürfte jedoch wenig bringen.
Mit dem Verstand verstehen ist nur ein kleiner Schritt, viel viel wichtiger ist es, mit dem Gefühlen zu arbeiten.

Du wirst nicht drumrumkommen, dich mit dem empfinden auseinanderzusetzen. Es ist gar nicht wichtig, "sinvoll" zu reden, im Gegenteil.

Eventuell bist du bei ihr und oder in der Richtung nicht gut aufgehoben und solltest mal nach anderen Dingen Ausschau halten.

Gefühle MÜSSEN hochkommen und dann angesehen, bearbeitet und ausgehalten werden, MIT dem Therapeuten. Wenn das mit deiner nicht funktioniert dann such dir jemand anderen.

Dinge werden sich nicht ändern wenn man nur endlos redet und redet. Alte festsitzenden Gefühle muss man anders behandeln.

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Fraupffff
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Beitrag Mo., 06.07.2026, 13:49

Braniff hat geschrieben: Mo., 06.07.2026, 13:05 Je nachdem welche Richtung man macht kann Therapie nur aus endlosem Reden bestehen. Dürfte jedoch wenig bringen.
Mit dem Verstand verstehen ist nur ein kleiner Schritt, viel viel wichtiger ist es, mit dem Gefühlen zu arbeiten.

Du wirst nicht drumrumkommen, dich mit dem empfinden auseinanderzusetzen. Es ist gar nicht wichtig, "sinvoll" zu reden, im Gegenteil.
Dass ich das aushalten muss hat sie noch nie gesagt. Manchmal sagt sie, wir müssen da hinschauen. aber immer nur kurz,
ich soll die Symptome akzeptieren hab ich schon gehört. :roll: :kopfschuettel:
muss ich ja eh .. ständig durchgehend immer

Aber grundsätzlich mag ich sie schon. wenn sie jetzt irgendwie härter wäre glaub ich wäre das ein Problem. Naja vielleicht auch nicht, manchmal komm ich mit Kommandos besser zurecht als wenn ich was freiwillig machen muss ::?

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Sinarellas
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Beitrag Mo., 06.07.2026, 15:41

"Ich will einfach nicht so sein und ich würde mir wirklich wünschen dass ich ruhig und gelassen dorthin gehe alles auf den Tisch knalle, sie sagt was ich machen soll und nach X Besuchen ist das erledigt, "

kenn ich die gedanken. du wirst da noch durchgehen, aber hier meine Weisheit: so läuft das nicht. leider
..:..

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