Hallo,
ich beschäftige mich gerade mit Milton Erickson, weil ich seine Herangehensweise mittels Hypnose wahnsinnig interessant finde. Hierbei sind mir einige Gedanken gekommen, z. B. zum Thema Phobien: Erickson deckt mit einer Puzzle-Methode verdrängte Erinnerung Stück für Stück auf, um schließlich ein Gesamtbild zu erhalten, das einer entwickelten Phobie zugrunde liegt, woraufhin einige Phobien verschwunden sind. Natürlich ein Idealfall, wenn so etwas klappt!
Da ich selbst, seit ich denken kann, an einer Gewitter-Phobie "leide" (einschließlich Knall-Phobie bei Feuerwerk, Schüssen etc.), damit aber weitestgehend umgehen kann, indem ich strikt vermeide, in solche Situationen zu kommen, habe ich lange nachgedacht, was der Auslöser gewesen sein könnte - leider ohne Ergebnis, mir fällt wirklich nichts dazu ein. Ich nehme mal an, dass ich als Baby keine Angst vor Gewitter hatte. Irgendwann hat es angefangen. Es gab später ein Kugelblitz-Ereignis, was verstärkend gewirkt hat. Aber die Angst war schon vorher da, es gibt Fotos von mir als 4-Jährige, wo ich mir mit schmerzverzerrtem Gesicht die Ohren zuhalte - das war im Urlaub, dort war gerade ein Schützenfest.
Je mehr meine Eltern, bes. meine Mutter, mich gezwungen haben, bei Gewitter hinauszugehen, umso schlimmer wurde es. Die Ansage "Du hast einen Schirm" half überhaupt nichts! Sie begriff einfach nicht!
Auf die Bitte meines Partners hin habe ich vor ein paar Jahren zwei Therapieversuche unternommen, beide schlugen fehl, m. E., weil es einfach die für mich falschen Therapeuten waren. Der Eine versuchte mir zu suggerieren, immer wenn das schlimme Ereignis eintrifft, solle ich mich an seine Hand auf meiner Schulter erinnern, die mir positive Gefühle und Entspannung bringt. Hübsche Idee - aber so einfach war es eben nicht.
Die Andere versuchte nicht einmal das. Sie fragte mich in einer Sitzung, wie es mir gehe - es war tolles Wetter, von Gewitter keine Spur, also sagte ich "Gut". Was ich dann bei ihr wolle?
Schließlich fragte sie: "Was könnte es sein, was Ihnen hier helfen könnte?" Da platzte mir der Kragen, ich sagte ihr, wenn ich DAS wüsste, wäre ich schließlich nicht hier!
Damit war es aus. Ich habe es nie mehr versucht, sondern pflege meine Vermeidungsstrategie.
Mit logischen Argumenten komme ich selbst auch nicht weiter, zumal diese ja die Gründe der Phobie sogar bejahen würden - Gewitter SIND gefährlich! Und von einem lauten Knall kann man einen Gehörschaden erleiden.
Dennoch wüsste ich - vom Verstand her - gerne, ob Phobien konkrete Auslöser haben, also dass immer ein Ereignis stattgefunden hat, das die Phobie hervorgerufen hat, oder ob Phobien einfach angeboren sind oder gar vererbt werden könnten?
Danke Euch im Voraus für Eure Erfahrungen und Erkenntnisse!
Haben Phobien eigentlich immer einen Auslöser?
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