Verliebtheit (auf beiden Seiten) in der 'Therapie'

Körperliche und seelische Gewalt ebenso wie die verschiedenen Formen von Gewalt (wie etwa der Gewalt gegen sich selbst (SvV) oder Missbrauchserfahrungen) sind in diesem Forumsbereich das Thema.
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mezzanine
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Verliebtheit (auf beiden Seiten) in der "Therapie"

Beitrag So., 02.08.2026, 09:22

Hallo allerseits,

meine Frage richtet sich vor allem an Mitglieder, die sich selbst schon einmal in dieser Situation befunden haben...

Die Kurzversion:
Ein Freund von mir (9 Jahre abstinent), seit 2 Jahren in der Suchberatung bei einer Beraterin, beide haben sich "ineinander verliebt"....

Ich stecke da komplett im Zwiespalt und bräuchte mal eure Sicht und Hilfe.
Einerseits möchte ich diese Dame bei der Leitung melden, aber da ich die Einzige bin die von dem Fall weiß, wüßte er, daß ich ihn "verraten" habe und unsere Freundschaft stünde auf dem Spiel.

Andererseits denke ich, daß er erwachsen ist und selbst entscheiden kann, was er da tut und muß dabei zusehen, wie er sich ins Verderben stürzt.

In beiden Fällen ist die Wahrscheinlichkeit groß, daß ich ihn verliere.
Was also tun?


Was hätte euch geholfen, die rosarote Brille abzunehmen um zu SEHEN, was sie da mit euch passiert?

Hättet ihr euch im Nachhinein jemanden gewünscht, der den Mißbrauch anzeigt und dafür sorgt, daß der Therapeut/Suchberater zur Verantwortung gezogen wird WOHLWEISSLICH, daß es euch unsanft die Brille heruntergerissen hätte und ihr sofort in ein tiefes Loch gefallen wärt, wenn sich der Therapeut dann abgewendet hätte?
Oder was könnte noch passieren, wenn ich es der Leitung melde?

Ich habe ca. 100 Szenarien durchgespielt und drehe mich im Kreis, weil in keinem einzigen komme ich WIRKLICH an ih ran. Und ja, das hat auch was mit meiner Konstellation zu tun, das ist mir vollkommen bewußt.

Ich sage schonmal Danke im Voraus...

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Sinarellas
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Beitrag So., 02.08.2026, 13:02

Das ist nicht dein Job.
hab ein offenes Ohr, sei ehrlich und teile deine Gedanken mit, beim Rest lass die Finger davon.
..:..


Bluemoon123
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Beitrag So., 02.08.2026, 14:30

Suchtberatung ist keine Therapie!
Im Normalfall sind Suchtberater auch Sozialpädagogen und keine Psychotherapeuten. Zumindest sind es Sozialpädagogik-Stellen. Es mag such Psychologen geben, die dort arbeiten, aber trotzdem ist es keine Therapie.
Ich wüsste auch nicht, dass bei Beratung ein Abstinenzgebot gilt, wie bei einer Therapie.

Also insofern schließe ich mich Sinarellas an.

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mezzanine
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Beitrag So., 02.08.2026, 14:40

Sinarellas hat geschrieben: So., 02.08.2026, 13:02 Das ist nicht dein Job.
hab ein offenes Ohr, sei ehrlich und teile deine Gedanken mit, beim Rest lass die Finger davon.
Das würde mir dann so vorkommen als würde ich die Augen vor dem Mißbrauch verschließen? Sprich ihn ins offene Messer laufen lassen. Klar es ist seine Entscheidung, aber sie manipuliert ihn und betreibt seit 2 Jahren Grenzverletzendes Verhalten, soll ich das einfach ignorieren?

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mezzanine
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Beitrag So., 02.08.2026, 14:43

Bluemoon123 hat geschrieben: So., 02.08.2026, 14:30 Suchtberatung ist keine Therapie!
Im Normalfall sind Suchtberater auch Sozialpädagogen und keine Psychotherapeuten. Zumindest sind es Sozialpädagogik-Stellen. Es mag such Psychologen geben, die dort arbeiten, aber trotzdem ist es keine Therapie.
Ich wüsste auch nicht, dass bei Beratung ein Abstinenzgebot gilt, wie bei einer Therapie.

Also insofern schließe ich mich Sinarellas an.
Die Nichteinhaltung des Abstinenzgebots hat bei der Suchtberatung drastischere Folgen, weil nicht nur die seelische Gesundheit des Klienten auf dem Spiel steht, sondern auch seine Abstinenz gefährdet ist.
Zuletzt geändert von mezzanine am So., 02.08.2026, 14:50, insgesamt 1-mal geändert.

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Candykills
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Beitrag So., 02.08.2026, 14:46

Er ist erwachsen und hat das gute Recht darauf seine eigenen Erfahrungen zu machen. Es ist einfach sehr übergriffig seitens dir ihn da irgendwie retten zu wollen.
Du kannst ihm deine Meinung dazu ja mitteilen, alles andere ist seine Angelegenheit und Entscheidung.
Ich bin wie einer, der blindlings sucht, nicht wissend wonach noch wo er es finden könnte. (Pessoa)

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Beitrag So., 02.08.2026, 14:52

Candykills hat geschrieben: So., 02.08.2026, 14:46 Er ist erwachsen und hat das gute Recht darauf seine eigenen Erfahrungen zu machen. Es ist einfach sehr übergriffig seitens dir ihn da irgendwie retten zu wollen.
Du kannst ihm deine Meinung dazu ja mitteilen, alles andere ist seine Angelegenheit und Entscheidung.
Wurdest du von deiner Therapeutin manipuliert und mißbraucht?

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Beitrag So., 02.08.2026, 15:51

Für mich klingt das so, als habest du die Entscheidung schon getroffen. Du möchtest das melden und jetzt Rückendeckung von Betroffenen. Sehe ich das richtig?

Auch ich kann dir nur sagen: Rede mit ihm, aber mach auf keinen Fall etwas hinter seinem Rücken. Das würde seine Abstinenz erst recht gefährden.
Es ist in Ordnung, mich zu akzeptieren.

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Beitrag So., 02.08.2026, 21:09

Mezzanine, du machst doch nichts anderes, denn du weigerst dich doch genauso seine Grenzen zu respektieren und willst ihn hintergehen!
Ich bin wie einer, der blindlings sucht, nicht wissend wonach noch wo er es finden könnte. (Pessoa)

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chrysokoll
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Beitrag Di., 04.08.2026, 09:20

Ich habe leider als junge Erwachsene Missbrauch durch einen Therapeuten erlebt.
Ich habe mich damals niemandem anvertraut, und wenn ich das hier lese war das vermutlich auch gut so. Ich glaube die TE ahnt in ihrer eigenen Empörung gar nicht, was sie da lostreten kann.
Ich stelle mir vor, jemand hätte damals das gemeldet. Damit ist es ja dann vermutlich nicht getan, es folgen Fragen, Vorwürfe, Befragungen, Anzeigen usw.
Das hätte ich damals niemals verkraftet.

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Beitrag Di., 04.08.2026, 09:22

Bluemoon123 hat geschrieben: So., 02.08.2026, 14:30 Ich wüsste auch nicht, dass bei Beratung ein Abstinenzgebot gilt, wie bei einer Therapie.
doch, auch an diesen Beratungsstellen sind persönliche Kontakte mit Klienten / Patienten verboten. Und das ist gut so!

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Beitrag Di., 04.08.2026, 12:56

chrysokoll hat geschrieben: Di., 04.08.2026, 09:20 Ich habe leider als junge Erwachsene Missbrauch durch einen Therapeuten erlebt.
Ich habe mich damals niemandem anvertraut, und wenn ich das hier lese war das vermutlich auch gut so. Ich glaube die TE ahnt in ihrer eigenen Empörung gar nicht, was sie da lostreten kann.
Ich stelle mir vor, jemand hätte damals das gemeldet. Damit ist es ja dann vermutlich nicht getan, es folgen Fragen, Vorwürfe, Befragungen, Anzeigen usw.
Das hätte ich damals niemals verkraftet.
Danke für deine Antwort. Du hast Recht, es würde sich nichts ändern, da ich keine Beweise habe. Im Schlechtesten Fall die Situation noch verschärfen. Trotzdem gehört ihr das Handwerk gelegt.

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chrysokoll
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Beitrag Di., 04.08.2026, 16:43

Ich glaube du hast gar nicht verstanden was ich geschrieben habe und worum es mir geht:
Es stimmt natürlich, du hast keine Beweise. Darum geht es mir aber nicht.
Sondern darum was das mit dem Patienten macht, der sich dir anvertraut hat. Der hat dich nicht darum gebeten zu handeln. Im Gegenteil. Du würdest ihn da ins offene Messer liefern und laufen lassen, ihm den ganzen Folgen aussetzen. Was glaubst du was das mit ihm macht?
Komm weg von deinem Egoismus. Du bist nicht in der Position da etwas zu tun.

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Beitrag Mi., 05.08.2026, 11:11

chrysokoll hat geschrieben: Di., 04.08.2026, 16:43 Ich glaube du hast gar nicht verstanden was ich geschrieben habe und worum es mir geht:
Es stimmt natürlich, du hast keine Beweise. Darum geht es mir aber nicht.
Sondern darum was das mit dem Patienten macht, der sich dir anvertraut hat. Der hat dich nicht darum gebeten zu handeln. Im Gegenteil. Du würdest ihn da ins offene Messer liefern und laufen lassen, ihm den ganzen Folgen aussetzen. Was glaubst du was das mit ihm macht?
Komm weg von deinem Egoismus. Du bist nicht in der Position da etwas zu tun.
Ich verstehe deine Position sehr wohl, was denkst du warum ich diesen Thread hier eröffnet habe?
Könnte sein, daß dich das folgende wütend macht. Du kannst dich dann mal fragen wo die Wut EIGENTLICH hin gehört.

Fakt ist, er ist für sich selber verantwortlich. Und retten will ich ihn damit auch nicht. Das kann ich gar nicht. Ich habe nicht die Fähigkeit seine Muster zu zerstören.
Fakt ist aber auch, daß sie zur Rechenschaft gezogen gehört, denn sie wird es dabei ja nicht belassen. Wenn er weg ist sucht sie sich das nächste Opfer. Sie zu melden hat nichts mit ihm zu tun. Und wenn er das persönlich nimmt (die Wut die er auf sie haben sollte auf mich lenkt), dann ist das sein Problem. Wenn ich einen Dealer anzeige, weil er Drogen vertickt, hat das auch nix mit den Konsumenten zu tun. Der Unterschied ist: Der Dealer hat die Drogen in seiner Tasche und man kann ihn so überführen. Sie nicht. Das was sie macht ist schlimmer. Sieht man ja an den Folgen die die Betroffenen wenn sie Pech haben ein Leben lang mit sich herum schleppen. Also gehört das deiner Meinung nach nicht angezeigt? Egal von wem? Und ein Konsument zeigt bestimmt nicht seinen Dealer an. Der schützt seinen Peiniger und ist auf die Polizei und den "Verräter" sauer. Da is Aufwachen angesagt.

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Louna
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Beitrag Mi., 05.08.2026, 12:46

Das mit dem Dealer und Drogen ist eine ganz andere Sache und da verwechselst Du Einiges.
Ich wurde auch vor längerer Zeit von mehren Therapeuten missbraucht und habe mich Freunden anvertraut. Die würden nie in die Lage kommen, da etwas zu unternehmen, denn ich hätte das gar nicht verkraftet mit Anzeigen, Aussagen und Co.

Du bist gerade wütend was Chrysokoll geschrieben hat, aber ich sehe es genau so wie sie.
Du hast keine Handhabe, du hast etwas erfahren...Dir wurde etwas anvertraut und doch, Du willst ihn retten, aber das wirst Du nicht schaffen, denn das ist nur etwas von ihm, nicht von Dir.
Lass es. Du wirst nicht drum herum kommen immer wieder mit ihm zu reden, aber lasse doch bitte ihm seine eigenen Gedanken, Gefühle und sein Handeln.