Umgang mit Einsamkeit

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herbstanemone
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Umgang mit Einsamkeit

Beitrag So., 01.11.2026, 20:20

Hallo!
Ich kenne Einsamkeit schon mein ganzes Leben lang in unterschiedlichen Ausprägungen. Oft hatte ich zwar lose Freunde und Bekanntschaften, aber so richtig die "eine gute Freundin" zum Anrufen war nie dabei.
Ich war bis vor drei Monaten noch in einer Beziehung, wir haben aber nicht zusammen gelebt, und komischerweise war da der Gedanke ausreichend, dass sich jemand für mich interessiert und ich mit ihm zum Beispiel am Telefon sprechen kann, auch wenn er mal für längere Zeit beruflich unterwegs war.
Seit der Trennung kickt die Einsamkeit mit voller Wucht. Ich habe das Thema schon in der Therapie angesprochen, aber ich glaube, manchmal, dass man niemanden so richtig erklären kann, wie schwer und hart und unendlich sich die Einsamkeit anfühlen kann.
Ich habe wenige soziale Kontakte, eine Handvoll Freunde, bei denen ich mir aber auch nicht mehr so sicher bin, ob die Freundschaften noch Sinn ergeben. Meine Freundinnen sind alle mit Partner, teilweise mit Kind oder schwanger. Man sieht sich alle paar Wochenenden mal und oft habe ich das Gefühl, dass sich niemand für mich interessiert und ich mich immer wieder in Erinnerung rufen muss. Freunde verabreden sich zu Konzerten oder anderem, aber ich werde in der Regel nicht mitgedacht, gefragt ob ich mitkommen will o.a.
Zu meiner Familie habe ich auch wenig Kontakt, am ehesten zu meiner Mutter, meine Schwester interessiert sich überhaupt nicht für mich.

Zwar konnte ich mit einer Person in der Trennungszeit über meine Probleme sprechen, aber daraus ist nicht viel mehr entstanden. Keine tiefere Beziehung oder ein Gefühl von Verbundenheit in meinen Augen. Die Person meinte zwar, ich könne sie immer anrufen, aber macht man das? Ich auf jeden Fall nicht. Bzw. habe ich ihr gegenüber natürlich auch schon erwähnt, dass ich mich einsam fühle, aber das Ausmaß dessen vielleicht nicht gut genug vermitteln können.
Gestern war ich auf einem Geburtstag inmitten von Menschen, die sich teils schon seit der Schule kennen und kam mir so verloren vor, dass ich nach einer Stunde wieder gehen musste, weil ich weder Anknüpfungspunkte bei den Gesprächen fand, noch weiter unbeteiligt daneben sitzen wollte. Ich bin weinend nach Hause gefahren.
Seitdem gehts mir noch viel schlechter, noch dazu bin ich gerade wegen einer Erkältung krankgeschrieben und vegetiere in meiner Einsamkeit so vor mich hin. Normalerweise finde ich Ablenkung und Kontakte vor allem auf Arbeit.

Aktuell gibt es die Stimme in mir, die sagt, melde dich nicht mehr bei irgendwem, vielleicht fällt "meinen Freunden" irgendwann auf, dass es mich auch noch gibt...
Oder die Gegenrede, die sagt: Schreib oder sag es allen, die es betreffen könnte, dass ich mich nicht zugehörig fühle und mir wünsche, dass es anders wird oder ist?

Ich habe ziemliche Angst vor dem Winter und den langen, dunklen Tagen.

Was denkt ihr?

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