Internetsucht

Sogenannte "nicht substanzbezogene" Süchte wie Internetsucht, Computersucht, Fernsehsucht, Kaufsucht u.dgl. können hier diskutiert werden.
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Nurse_with_wound
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Internetsucht

Beitrag Mi., 28.01.2009, 10:06

Tag.
ich habe einen brauchbaren Thread hier gesucht , und seltsamerweise nichts gefunden.
Dabei gibt es so viele Menschen die hier tagtäglich hier und in anderen Foren oder chatrooms extrem viel posten.
Wollen sie sich die Sucht nicht eingestehen?

Ich bezeichne bzw oute mich mal als süchtig
Foren Chatrooms, youtube, surfen..
Ich weiss nicht wie ich damit umgehen soll, ich bin zum Teil auf Internet angewiesen. Es ist so ein brauchbares Medium ohne das man in bestimmten Berufen gar nicht mehr kann, und solchen Beruf strebe ich gerade an.
Ich lasse mir das Internet von meinem Freund über den Router öfters mal sperren. Halte ich für eine prima Idee von der er mittlerweile ziemlich genervt ist. Wenn ich das mal brauche bin lasse ich mich ruck zuck wieder davon ablenken und lasse alles stehen!!
die Ursachen:
Wenn es nicht da ist dann vermisse ichs nicht wirklich aber irgendwas fehlt mir. Ich fühle mich oft einsam.
Ich habe Interessen die mein Freund nicht teilt und kaum Freunde die diese Interessen teilen. Und leide unter Schüchternheit in zw.menschlichen Kontakten.

Nur die Lösung des Problems ist schwierig, weil Internet ist nicht irgendein Stoff den man sich besorgen muss , man kann heutzutage fast nicht ohne.
Ich versuche jetzt über Verhaltenstherapie zu recherchieren um mich selbst zu behandeln, es ist unheimlich viel Stoff..
Ich habe mir mal das Buch "Caught in the net " das irgendwo in einer dunklen Ecke Staub sammelt.Sollte ich vielleicht doch lesen.

Was hat euch so geholfen?
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mitsuko
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Beitrag Mi., 28.01.2009, 13:17

Ich bin definitiv internetsüchtig. Genauer gesagt forensüchtig. Einige Zeitlang habe ich mich viele Stunden am Tag in Foren aufgehalten und unfassbar viel dort gepostet, jahrelang vor allem entweder sehr aggressiv und provokativ oder unterhaltsam und lustig oder ausgeflippt und überdreht - auf jeden Fall auffällig. Bei mir war der Grund, dass ich dadurch die Bestätigung haben wollte, intelligent, eloquent und allen überlegen zu sein. Ist relativ einfach, im Netz sich so darzustellen, auch weil man jegliche Negativresonanz ganz easy auch als Bestätigung sehen kann. Habs irgendwann in dieser Form aufgegeben, da der Selbstbetrug mir offensichtlich wurde und ich auch mittlerweile mit der Tatsache, gar nicht so ausnehmend intelligent zu sein, gut leben kann. (Eine Erkenntnis, die definitiv nicht im Netz kam.)
Die Internetsucht erledigte sich damit aber leider nicht. Sie begann mich allerdings sehr zu nerven, wegen der extremen Zeitverschwendung. 4 Jahre hatte meine Netzkarriere gedauert, ungefähr die letzten 2 war es zuviel geworden, mit steigender Tendenz. Ich hab mir dann all meine accounts gelöscht und ca. ein Jahr das Netz ganz abgedreht. Dann wurde ich meiner psychischen Probleme gewahr und empfand das Bedürfnis, mich zu informieren und zu schauen, was andere tun, denen es ähnlich geht. Netz also wieder freigeschaltet und mich informiert ohne Ende. Schwuppdiwupps war ich in 3 Selbsthilfeforen angemeldet. Immerhin läuteten sehr schnell die Alarmglocken und ich entschied, dass ich einfach kein Netz haben darf. Seitdem ist das bei mir wieder abgestellt. Ich wohne mit meinem Freund zusammen, der natürlich seine Verbindung noch hat. Soweit so gut. Ich selbst muss öfter mal das Netz nutzen, aus Recherchegründen, das kann ich also bei ihm machen. Daneben habe ich mir kürzlich auch dieses account hier gestattet. Es geht aber nicht ohne ein halbes Dutzend festgezurrte Regeln, die ich bisher meistens einzuhalten in der Lage bin. Eine davon ist, dass ich niemals surfe, wenn mein Freund zuhause ist oder sonstwer in irgendeiner Form telefonisch oder in Person meine Aufmerksamkeit verlangt. Allein dadurch ist die Zeit eingeschränkt, die ich überhaupt im Netz sein kann, es sei denn mein Freund ist ein paar Tage nicht da.
Na ja, das ganze Projekt ist noch in der Testphase. Bislang vergesse ich die Regeln immer mal wieder, kann mich aber zurückfahren wenn ich es merke. Sollte sich das auf Dauer nicht einpendeln (in Richtung Regeln einhalten), muss ich mir wohl eingestehen, dass es eben nicht geht, wars das mit dem Netz.

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Nurse_with_wound
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Beitrag Do., 29.01.2009, 17:30

Ja genau, mir kommt es so bekannt vor was du schreibst, du hast es sehr schoen zusammengefasst! Freu endlich jemand der genau so fuehlt, ich kome mir damit so einsam und so minderwertig vor.
-Das mit der Negativresonanz kommt mir bekannt vor, es war frueher bei mir genau so.Ich suchte nicht mal echte Freunde dort, die waren mir egal. Ich trug einen Menschenhass in mir rum, eine Wut der fand kaum einen Ventil dafuer ausser der Musik. Vermutlich wren es die ganzen negativen Erfahrungen mit Menschen, und meine andersartigkeit, meine Gefuehle waren aber echt, in meinem seelischem Loch fand ich die meisten Menschen extrem doof, oberflaechlich , narzistisch profilneurotisch, dabei habe ich auch nichts anderes gemacht als mich zu profilieren. Ich habe mich sogar mit einigen Forentrolls angefreundet weil ich wirklich tiefsinnige Menschen hinter einer Schutzmauer gesehen habe, ich fand die unverbuemte Ehrlichkeit so entzueckend und habe sie sogar getroffen, ich fand cool dass es Menschen gab die auch so fuehlten. Geholfen hat es mir als ich selbst opfer der Forentrolls geworden bin,ich erkannte dass es mehr ist als witz enuquenz und erfrischende ehrlichkeit. Sie wurden mir laestig weil sie in ihren eigenen Kreisen weitertrollten, und ich sie auch angefangen hab zu hassen. Waehrend fuer mich nur Spass war war es fuer sie bitterer ernst, sie provozierten nicht sie strebten es an und haben sich in irgendwelchen zweifelhaften Ideologien verwirklicht gefuehlt waehrend bei mir sich die Haare streubten als ich sie wirklich kennenlernte. Ich denke das ist auch stueckweit eine Schutzmauer sich ueberlegen fuehlen um keine Enttaeuschungen zuzulassen. Findest du nicht?
Heute kommt es immer wieder vor dass ich so fuehle . Ich bin cholerisch, ich schimpfe zb gerne ueber andere Autofahrer waehrend ich am Steuer sitye aber seit ich mit meinem Freund wohne und endlich echte menschliche Waerme erfahre wird es immer weniger. Und hab einen Ventil im Sport gefunden.
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Nurse_with_wound
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Beitrag Do., 29.01.2009, 17:31

Es gibt Tage an denen ich Reueckschlaege erlebe, bzw indirekt die fruechte meiner unverantwortlichen Suchtverhaltens, wie heute, da muntert mir der Stoff internet wieder auf, wie heute. an solchen Tagen tendiere ich zum Suchtverhalten. Es gibt freudige Tage zb Urlaub oder wie letztes Jahr der Umzug wo ich Internet gar nicht vermisse und als laestig empfinde.
Heute ist es nicht trollen sondern austausch ueber bestimmte Themen. Das mit dem Schwubsdiwubs ist bei mir 1 zu 1 genau so
Mir ist etwas klar geworden als ich meinen Beitrag geschrieben habe. Ich melde mich zur zeit in Foren an wo Menschen meine Interessen teilen. Dabei haette ich tolle moeglichkeiten Menschen in echtem Leben naer zu sein, mit denen ich ueber die Themen reden koennte, die mich interessieren. Ich habe de teufelskreis erkannt Ich fuehlte mich minderwertig weil ich zb beruflich nicht weiter kam, bzw in meinem Studium und wollte keine MEnschen die mich fragen "was machst du so" . Durch unverbindliche Kontakte im Internet bekomme ich den gewollten austausch aber keine echte Begegnungen dadurch fluechte auch vor der Realitaet. Wennmal nicht online bin werde ich mit der Realitaet konfrontiert werde wird sie unertraeglich fuer mich und fuehle mich minderwertig.
Und dann ... surfe ich weiter. Ich habe jetzt versucht diesen Kreislauf zu unterbrechen. Wollte das Studium aufgeben und mir normale Vollzeit Arbeit suchen, aber mein Freund hat mich extrem motiviert weiter zu machen. Ich habe mir bewiesen dass ich es schaffen koennte und so steigt auch mein Selbstwert.
Da ich etwas wichtiges erkannt habe - das echtes Leben ist die Antwort. Fruher klang es wie ein Floskel "hol dir ein Leben beim Aldi, gibts im Sonderangebot" Jetzt merke ich, da ich schaffte meinen Schweinehund zu ueberwinden, und mein Leben nicht neben der Tastatur liegen zu lassen, dass ich es vielleicht echt schaffen koennte mir da draussen es zu holen was ich im netz finde.
vielleicht l schaffe ich meine minderwertigkeitskomplexe und Schuechternheit zu ueberwinden und echte Kontakte zu knuepfen zum Vereinsstammtisch zu gehen, und meinen Trainer und meine Leute besser zu kennenlernen, anstatt mir die Infos und den austausch im Netz zu holen. Immerhin wirke ich auf die Leute nicht wirklich schuechtern, ich verstelle mich im Netz eigentlich kaum.
Oder:
Warum ich hier bin, statt mir Therapie zu suchen? weil es muehsam ist einen Therapeuten zu finden, weil man vor zig fremden Leuten eigenes Leben ausbreiten muss um zu erfahren "kein Therapieplaty" oder "ich kann ihnen nicht helfen" Und wenn man dann einen findet der Zeit und nerven fuer mich haette dann ist es noch lange nicht gesagt dass er mir wirklich hilft. Und die Frage: wird Therapie Internetsucht von der Kasse uebernommen? Glaube kaum. Aber ein Therapeut findet bestimmt haufen andere Gruende warum ich eine Therapie braeuchte.
Ja aber was mache ich hier , ich breite mein Leben vor fremden aus, die sich vielleicht ein Spass draus machen, die unterhaltung suchen und sie kriegen indem sie in meinen Wunden bohren.
Gibt es eigentlich selbsthilfegruppen? wo bzw wie sucht man sie? ueber krankenkasse? ich habe schon paar mal im netz eine sh gruppe gesucht
Vielleicht sollten wir uns gegenseitig motivieren. @mitsuko
Ich bin heute auch zum ersten mal am Rechner meines Freundes, weil ich eigentlich was dringend brauchte, was mache ich... ich rede hier und quaelle mich mit seiner amerikanischen Tastatur . (Also da wo z gehoert ist ab und zu ein y, weil die Buchstaben vertauscht sind) Ich habe angst dass ich seinen Rechner in der Zukunft missbrauche. Bitte klopf mir auf die Finger wenn du das merken solltest.
koenntest du vielleicht sagen, was fuer Regeln das sind

Eigentlich dacht ich antworten mehr leute, aber dass das Thema einigen laestig ist kann ich mir auch gut vorstellen

Liebe Gruesse
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mitsuko
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Beitrag Fr., 30.01.2009, 11:51

Hi antonia,
ich finde das superspannend was du erzählst, weils tatsächlich ähnlich wie bei mir war. Ich denke, Internetsucht kann bestimmt alle mögliche Formen annehmen, und ich habe mich immer gefragt, ob viele die diesem trollartigen Typus entsprechen das aus den gleichen Gründen tun wie ich. Ein richtiger Troll war ich allerdings nie (Troll heißt bei mir gegen die Forenregeln verstoßen und irgendwann gesperrt werden). Ich war in diesen Zeiten immer sehr achtsam was die Wortwahl anging und war teilweise hoch respektiert in den Foren, wo ich postete. Die Provokationen machten ja auch nur ein Teil meines Auftretens aus. Aber von der Intention her ging es ganz klar oft in die Trollrichtung, jedem gegenüber, von dem ich nichts hielt. Das waren zwar nicht alle, aber ich hatte schon eine sehr überhebliche Sichtweise. Ich bin sehr froh, dass ich davon weg bin, denn letztendlich war das total belastend, sich immer als die Supercoole zu geben und niemals eine Blöße zu zeigen. Ich mochte mich auch selbst so nicht. Natürlich stehen Minderwertigkeitsgefühle dahinter; du hast vollkommen recht mit der Schutzmauer. Ich mochte auch keine anderen User, die so auftraten, daher hab ich mich mit denen auch nie irgendwie eingelassen. Vielleicht sah ich die auch als Konkurrenz. Mein Auftreten im Netz war mit dem in der Realität nicht zu vergleichen, obwohl ich mich auch nie bewußt verstellt habe. Die arrogante Einstellung hatte ich sonst teilweise auch und Konflikte wegen eher direkter Aussagen gabs gelegentlich, aber im Netz lief das alles im Turbogang, während alle selbstzweiflerischen Aspekte völlig ausgeblendet wurden. Später hat sich das gegeben, aber dann war ich total am Schwimmen, weil ich gar nicht mehr wusste, wie ich mich im Netz 'normal' verhalten konnte.

Ich stimme dir zu, dass das eine Realitätsflucht ist. Ich war auch als ich angefangen habe mit dem vielen Gesurfe gerade neu an der Uni und noch ganz unsicher, ob ich da überhaupt richtig bin und hatte ständig das Gefühl, von nichts nen Plan zu haben. Dann war das Surfverhalten so ne Art Ausgleich. Mir wurde von aufgebradchten Usern oft der altbekannte Spruch entgegengebracht "Get a life!" Das habe ich gehasst wie die Pest, weil es natürlich genau ins Schwarze traf. (Zugegeben hätte ich das natürlich nie. ) Vor allem hatte ich ja eigentlich Freunde, Beziehung, Studium und vernachlässigte diese Dinge dann irgendwann zugunsten des Netzes, was auch der Grund war, weswegen ich davon loswollte. Denn die Resonanz im Netz war für mich eigentlich Null Ersatz für echte Beziehungen. Ich habe mich damit nie zufriedengestellt gefühlt, aber ich fand/finde es sauschwer, mich davon zu lösen. Na ja, nachdem ich das Jahr Abstinenz hatte, will ich auf keinen Fall zurück zum Dauersurfen. Immerhin weiß ich jetzt, dass ichs ausschalten kann.

Meine Regeln sind natürlich auf mein eigenes Surfverhalten abgestimmt und dienen letztendlich dazu mich auf Distanz zu halten, sowohl emotional als auch schlicht was die reine Anwesenheit betrifft.

- Ich bin nur in einem Forum angemeldet.
- Ich schließe unverzüglich das Fenster, sobald mein Freund oder sonst wer klingelt/reinkommt/anruft.
- Wenn ich in einen Thread geschrieben habe, warte ich mindestens einen Tag bis ich nochmal reinschreibe. Wenn ich vorher sehe, dass noch jemand was in den Thread reingeschrieben hat, lese ich es gar nicht erst. (Das ist schwer! Ausnahme ist, falls nochmal wer in dem Thread innerhalb so kurzer Zeit antwortet, dass ich eh noch im Forum bin.)
- Ich gehe nicht ins Netz sofern ich deprimiert, verärgert o.ä. bin.
- Wenn ich etwas lese, das mich persönlich deprimiert, verärgert oder angegriffen fühlen lässt, antworte ich nicht darauf, solange ich diese Gefühle habe.
- Ich lese und schreibe nur in Themen, die mich wirklich interessieren.
- Ich schreibe nur was ich denke. (Im Gegensatz zu, etwas schreiben, damit andere etwas bestimmtes über mich denken.)

Dadurch wird das Ganze recht verkrampft teilweise. Aber mir den Spaß dran zu nehmen, ist ja auch Sinn und Zweck der Übung.
Selbsthilfegruppen kenne ich nicht. Wir können es mit der gegenseitigen Motivation versuchen, obwohl ich denke, das kann nur eine entfernte Unterstützung sein. Ich kann allerdings nicht versprechen, dass mir wirklich auffällt wenn du mehr hier bist als vorher, weil ich viele Threads gar nicht lese, aber ich versuche drauf zu achten.

LG

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Nurse_with_wound
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Beitrag Fr., 30.01.2009, 14:07

Ein richtiger Troll war ich allerdings nie (Troll heißt bei mir gegen die Forenregeln verstoßen und irgendwann gesperrt werden).
ich wurde schon paar mal gesperrt , weil ich zur falschen "Clique" dazugehörte, durfte ich nachhinein mich wieder anmelden, als die Mods wussten daß ich mit denen nichts zu tun hab und vernünftig geworden bin.
Ich mochte mich auch selbst so nicht
Ja genau, weil im wahren Leben ist es etwas schwieriger so zu sein. es war auch nicht ich. Und ich sah mich nicht als Troll, doch mittlerweile sehe ich es so.
Ich war auch als ich angefangen habe mit dem vielen Gesurfe gerade neu an der Uni und noch ganz unsicher, ob ich da überhaupt richtig bin und hatte ständig das Gefühl, von nichts nen Plan zu haben.
komisch, es war bei mir auch genau diese zeit , in der es angefangen hat . Dann kamen schlimmen ereignisse in kettenreaktion.
- Ich gehe nicht ins Netz sofern ich deprimiert, verärgert o.ä. bin.
wie schaffst du das? Ich finde deine Entwicklung und Einsichten wirklich respektabel.
Jüngstes beispiel. Mir ist etwas extrem dummes passiert, ich beichte das einfach...weil ich sonst ewig davor flüchte (Vielleicht ist es auch eine Methode, sich selbst im Netz mit der harten Realität konfrontieren, ich habe gute ergebnisse Erzielt als ich angefangen habe hier und für mich zu schreiben und zu analysieren)
ich habe meine Prüfung verschlafen die ich unbedingt schreiben wollte Ich habe so viel gelernt und kaum geschlafen, und mein Hausarzt hat mir für die Prüfungszeit echt starke Schlaftropfen verschrieben (Atosil - er sagte scherzhaft "KO Tropfen", sind sie natürlich nicht wirklich, nur daß ich nach ihnen so schwer aufwachen kann wusste ich vorher nicht). Habe den wecker ausgemacht ohne daß ich mich daran erinnern konnte, sowas ist mir schon lange nicht passiert. Außer in meiner schlimmsten Internetsucht und Depri Zeit
Da war schon wieder so ein riesen rückschlag für mich und ein schritt zurück.
Irgendwie bin ich ganz depri deswegen ich habe mich deswegen unendlich geschämt.
Ich finde das so furchtbar, daß ich in solchen Momenten aufgebe zu kämpfen und mich wie ein Looser fühle.
Eine Prüfung zu verschlafen ist mir noch nie passiert.
Wenn ich jetzt kein Netz hätte würde ich wohl ins Depression fallen.
Ich schreibe das jetzt, sonst verdränge ich das schon wieder.

In solchen momenten weiss ich nicht wohin mit mir, würde am liebsten im Erdboden versinken, nicht daß es mir andauernd passiert. aber eine Prüfung, die für mein Selbstwert und weiterentwicklung so wichtig war...
- Wenn ich etwas lese, das mich persönlich deprimiert, verärgert oder angegriffen fühlen lässt, antworte ich nicht darauf, solange ich diese Gefühle habe.
Das schaffe ich auch mittlerweile.Ich setze User auf Ignoreliste wenn sie mir auf die Nerven gehen.
Ich schreibe nur was ich denke. (Im Gegensatz zu, etwas schreiben, damit andere etwas bestimmtes über mich denken.)
Es ist sicherlich nicht einfach das rauszufinden. Weil wie in der Signatur steht, "Gegen den strom zu schwimmen" es ist meiner meinung nach auch eine Seite von mir. Ob es ein neurotischer konstrukt ist? Für mich ist es auch lästig immer "dagegen" zu sein, bzw schon seit langem. Aber es ist eine Seite von mir die ich nicht leugnen möchte, weil ich zb Verlogenheit immer noch verabscheue.
Gegen den Strom zu schwimmen bedeutet heute für mich, gegen eigenen Strom zu schwimmen, gewohnheiten in Frage zu stellen, sich selbst in frage zu stellen.
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mitsuko
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Beitrag Sa., 31.01.2009, 14:37

Antonia hat geschrieben: wie schaffst du das?
Ich weiß noch nicht, ob ich das auf Dauer schaffe. So richtig hoch rechne ich mir die Chancen nicht aus. Das geht auch bis jetzt nur wegen dem einen Jahr Pause. Als ich damals so viel im Netz war, hab ich mehrfach versucht, weniger zu surfen und es hat nie langfristig geklappt. Deswegen ist das meines Erachtens auch auf jeden Fall eine Sucht. Dementsprechend wäre es nicht verwunderlich, wenn ich jetzt nach und nach wieder anfange wie früher. Allerdings wenn ich deprimiert bin, fühlt sich das Gesurfe zwar erstmal gut an, wenn ich den Rechner runterfahr, bin ich aber meistens noch deprimierter als vorher.
In solchen momenten weiss ich nicht wohin mit mir, würde am liebsten im Erdboden versinken, nicht daß es mir andauernd passiert. aber eine Prüfung, die für mein Selbstwert und weiterentwicklung so wichtig war...
Das passiert aber vielen mal. Jeder verpennt doch mal oder verbockt was. Ich denke, der Schritt zurück ist nicht, dass du die Prüfung verschlafen hast, sondern dass du dich deshalb so selbst runterputzt. Ich glaube auch nicht, dass eine Prüfung für den Selbstwert und Weiterentwicklung ausschlaggebend ist. Das wird eher durch innere als äußere Faktoren bestimmt.
Aber ich kenne diese Art von Perfektionismus auch. Wenn man so schnell glaubt, man sei gescheitert, hat man auch immerzu einen Grund, flüchten zu wollen. Und da kommt das Netz gerade recht, wo man sich seine kleine Parallelidentität aufbauen kann, in der Niederlagen nicht möglich sind.

Es ist sicherlich nicht einfach das rauszufinden. Weil wie in der Signatur steht, "Gegen den strom zu schwimmen" es ist meiner meinung nach auch eine Seite von mir. Ob es ein neurotischer konstrukt ist? Für mich ist es auch lästig immer "dagegen" zu sein, bzw schon seit langem. Aber es ist eine Seite von mir die ich nicht leugnen möchte, weil ich zb Verlogenheit immer noch verabscheue.
Gegen den Strom zu schwimmen bedeutet heute für mich, gegen eigenen Strom zu schwimmen, gewohnheiten in Frage zu stellen, sich selbst in frage zu stellen.
Ist ja auch nichts schlechtes. Einfach mit dem Strom schwimmen, finde ich grundsätzlich nicht erstrebenswert. Wenn man zufällig das gleiche denkt wie die Mehrheit - schön und gut, aber wenn man die Meinung der Mehrheit unreflektiert übernimmt - langweilig und manchmal gefährlich. Die Dinge erstmal in Frage stellen, ist meines Erachtens eine positive Eigenschaft. Man kann es natürlich übertreiben und Widersprechen als Selbstzweck sehen oder es nur tun, um andere zu ärgern. Dann wird man schnell unglaubwürdig (obwohl das erstaunlich wenig Leuten auffällt). Aber grundsätzlich würde ich das nicht als neurotisches Konstrukt sehen, sondern als Fähigkeit, die man sich bewahren sollte. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass man besonders dafür 'geegnet' ist, sich diese trollartige Verhalten anzueignen, wenn man es eh gewohnt ist, anderen auch mal zu widersprechen. Bei mir war das jedenfalls so, dass ich zun Anfang ganz überrascht war, was für starke (positive wie negative) Reaktionen ein paar Einwände von mir auslösen konnten.

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jubu
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Beitrag Sa., 31.01.2009, 19:51

ich finde irgendwie.. mein vater hat mir früher immer vorgeworfen.. "wos sitzt den gonzen tog vor den kübel du bist ja wahnsinnig".. aber wenn der von der arbeit kommt sitzt er selber 6h vor der glotze.. ich frag mich wo is der unterschied.. die meisten leute kommen von der arbeit heim und hocken sich vor die glotze.. andere hocken halt vorm internet und ich finde chatrooms und youtube echt sinniger als ins kästchen zu gaffen, weil da hat man wenigstens kommunikation und eignet sich wissen an, meine freundin z.b ist gern in so quizz-chats.. das is 1a die hat deswegen ein enormes allgmeinwissen..

und wenn man ohne internet nichtmehr kann und das extrem vermissen würde.. stellt euch vor man nimmt allen den fernseher weg.. die flippen genauso aus.. ich würds nicht so eng sehen. Überhaupt eine internet SUCHT ist in meinen augen erst der fall wenn die zeit die man vor dem pc/internet verbringt den restlichen leben schadet ala nixmehr arbeiten, keine freunde, übergewicht... aber da liegt das problem nicht an der zeit die man vorm net verbringt sondern da liegt dann schon die wurzel schon tiefer bzw. woanders.. internet is ein hobby wie fernsehen sport etc.. es ist halt nur besser mehrere hobby´s zu haben und hobby´s sollten den restlichen leben halt nicht schaden.

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Beitrag So., 01.02.2009, 15:03

Das passiert aber vielen mal. Jeder verpennt doch mal oder verbockt was. Ich denke, der Schritt zurück ist nicht, dass du die Prüfung verschlafen hast, sondern dass du dich deshalb so selbst runterputzt. Ich glaube auch nicht, dass eine Prüfung für den Selbstwert und Weiterentwicklung ausschlaggebend ist. Das wird eher durch innere als äußere Faktoren bestimmt.
Aber ich kenne diese Art von Perfektionismus auch. Wenn man so schnell glaubt, man sei gescheitert, hat man auch immerzu einen Grund, flüchten zu wollen. Und da kommt das Netz gerade recht, wo man sich seine kleine Parallelidentität aufbauen kann, in der Niederlagen nicht möglich sind.
Danke für diese worte sie tun mir gut. ich habe schon öfters eine klausur geschwänzt, weil ich die zeit so falsch eingeschätzt habe die ich zum Lernen gebraucht hätte. Und jetzt wollte ich sie unbedingt mitschreiben, hab sie aber verpennt.Aber vielleicht hast du recht - wenn man sich dafür jedes mal bestraft kommt man nie weiter...
In meiner leistungsorientierten Familie wurde mir das so eingeprägt- wenn man eine Leistung nicht erbringt ist man nichts wert. Und so fühle ich mich, andererseits tue ich immer das Gegenteil machen . Weil wenn man mich immer mit "liebesentzug" oder Strenge bestraft hat habe ich mir möglicherweise auch eingeprägt, diese Leistungen sind nicht für mich, sondern für meine Familie, oder geliebt zu werden. und der Stoff den ich studiere interessiert mich nicht, weil das alles nur aus Zwang geschieht. Dabei ist der stoff sehr spannend und würde mir sonst spass machen.
Ich fühle mich wie ein Versager wenn ich keine leistungen erbringe. nein ich bin in meinen Augen ein Versager.
Ich kompensiere es dann mit Sport, oder bekoche dauernd meinen freund und mache einen auf Hausfrau.


@jubu muss an den Song denken "ich will nicht werden was mein Alter ist" ? doch du befindest dich genau auf diesem weg.

Hmm interessante Frage...wenn man allen den Fernseher und Internet wegnimmt, vielleicht gehen sie aufeinander zu und es gibt wieder so was wie das soziale Leben. Nachbarn sitzen abends im Hof oder Garten und grillen, finden neue Hobbys, Kinder spielen draussen anstatt vor der Kiste zu sitzen, und manche finden sogar vielleicht eine Arbeit.Andererseits gibts vielleicht mehr alkhoholkranke.
Wenn man Sonntags über ein Villen oder einfamilienhäuser Viertel läuft fühlt man sich manchmal wie auf dem Friedhof.
Ich habe meinem Freund bevor wir zusammengezogen sind, so eine Gegend gezeigt, das war die beste gegend der Stadt - der sagte, ist das ein friedhof, hier wolle er nicht bleiben.
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Beitrag So., 01.02.2009, 15:06

Die Dinge erstmal in Frage stellen, ist meines Erachtens eine positive Eigenschaft. Man kann es natürlich übertreiben und Widersprechen als Selbstzweck sehen oder es nur tun,
ja , aber es kostet jedes mal Energie Dinge in Frage zu stellen, weil es einem selbstverständlich auch widersprochen wird. Diese Energie bräuchte ich aber für das Studium. Vielleicht , ist es was Gutes, wenn man das für sich tut, wenn man das übertrieben als Selbstzweck macht kostet das Unmengen Energie, weil man die Öffentlichkeit davon überzeugen muss, bzw man wird dann gefragt.
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Beitrag So., 01.02.2009, 15:10

Hallo jubu,
ich stimme dir vollkommen zu, wenn man sich wohl fühlt damit, braucht man das genauso wenig als Problem zu betrachten wie wenn man den ganzen Tag lang vor der Glotze hängt und sich dabei wohl fühlt. Ob es sich deswegen um eine Sucht handelt oder nicht, ist eine andere Frage. Manche Leute rauchen gerne, fühlen sich pudelwohl dabeu und haben anscheinend nichts dagegen, deswegen früher zu sterben. Für die ist Nikotinabhängigkeit vielleicht auch kein Problem, aber trotzdem eine Sucht. Der Annahme, dass sich eine Sucht nur dann zeigt wenn Arbeit, Beziehung und Freunde schon verloren sind, kann ich nicht zustimmen. Sowas kommt doch meistens nicht von jetzt auf gleich, sondern ist ein schleichender Prozess. Außerdem ist das schwer zu unterscheiden. Nur weil jemand manchmal lieber im Netz surft als Freunde zu treffen, muss er noch lange nicht internetsüchtig sein. Wenn er es ist, kommt das aber vermutlich auch vor, nimmt vielleicht sogar immer mehr zu und gefährdet dann in letzter Konsequenz eventuell die Freundschaft. Da eine konkrete und pauschale Grenze zu ziehen, an der man von außen glasklar sehen kann, ob jemand internetsüchtig ist oder nicht, halte ich für nicht sonderlich sinnvoll.
aber da liegt das problem nicht an der zeit die man vorm net verbringt sondern da liegt dann schon die wurzel schon tiefer bzw. woanders
Ja natürlich liegt die Wurzel woanders. Ich würde mal behaupten, das ist bei jeder Sucht der Fall. Nichtsdestotrotz spielt die Zeit, die man vorm Netz verbringt, eine Rolle. Auch das lässt sich mit anderen Süchten vergleichen. Wenn jemand aufgrund irgendwelcher Schicksalsschläge zum Alkoholiker wird, verselbstständigt sich die Sucht irgendwann und besteht fort unabhängig von der Ursache. Da würde auch keiner sagen, die Tatsache, dass derjenige täglich so und so viel Schnaps
zu sich nimmt, ist eigentlich gar kein Problem von ihm, weil es ja von etwas anderem angestoßen wurde.
Ich würde allerdings mutmaßen, dass regelmäßiger Internetkonsum in großen Mengen, im Gegensatz zu ähnlich ausladendem Alkoholkonsum, nicht zwangsläufig auch süchtig machen muss. Ich denke mal, dass das bei nicht substanzbezogenen Abhängigkeiten meistens so ist. Man neigt aber dazu die zu verharmlosen wenn sie denn tatsächlich bestehen, zum Beispiel indem man sich einredet, es sei ja nur ein Hobby. Aber Hobbys sollten eigentlich die Laune bessern und nicht zwanghaft betrieben werden. Ansonsten kann ja auch Bodybuilding oder Leistungssport zur Sucht werden.

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Beitrag So., 01.02.2009, 15:37

Hallo antonia,
a , aber es kostet jedes mal Energie Dinge in Frage zu stellen, weil es einem selbstverständlich auch widersprochen wird. Diese Energie bräuchte ich aber für das Studium. Vielleicht , ist es was Gutes, wenn man das für sich tut, wenn man das übertrieben als Selbstzweck macht kostet das Unmengen Energie, weil man die Öffentlichkeit davon überzeugen muss, bzw man wird dann gefragt.
Ja, das ist dann kontraproduktiv. Ist es dir nicht möglich, das Infragestellen auf besonders wichtige Themen oder auch Leute, die dir wichtig sind, zu begrenzen? Wieso meinst du zum Beispiel, dass du die Öffentlichkeit überzeugen musst? Die meisten Leute lassen sich von nichts überzeugen, gerade wenn es jemand erzählt, den sie kaum kennen. Das kostet wirklich nur Energie und ist dabei noch frustrierend. Vielleicht willst du genau dadurch vor dem fliehen, was du eigentlich tun müsstest (zB Studium).
In meiner leistungsorientierten Familie wurde mir das so eingeprägt- wenn man eine Leistung nicht erbringt ist man nichts wert. Und so fühle ich mich, andererseits tue ich immer das Gegenteil machen . Weil wenn man mich immer mit "liebesentzug" oder Strenge bestraft hat habe ich mir möglicherweise auch eingeprägt, diese Leistungen sind nicht für mich, sondern für meine Familie, oder geliebt zu werden. und der Stoff den ich studiere interessiert mich nicht, weil das alles nur aus Zwang geschieht. Dabei ist der stoff sehr spannend und würde mir sonst spass machen.
Ich fühle mich wie ein Versager wenn ich keine leistungen erbringe. nein ich bin in meinen Augen ein Versager.
Ich kompensiere es dann mit Sport, oder bekoche dauernd meinen freund und mache einen auf Hausfrau.
Ich wiederhole gerade meinen Abschluss durch den ich im ersten Anlauf rasselte, weil ich, nachdem ich mich angemeldet hatte, schnurstraks den Kopf in den Sand steckte und gar nicht erst versucht habe es zu schaffen. Irgendwie habe ich mich seither aus diesem Denken einigermaßen rausgebracht. Ich finde die Option, es jetzt wieder nicht zu schaffen, nicht mehr so tragisch, sehe aber auch keinen Grund, weshalb ich es nicht schaffen sollte. Ich hoffe, das bleibt auch so. Leider kann ich dir nicht genau sagen wie das bei mir ablief. Man muss aufhören, sich alles immer so übel zu nehmen.

Würdest du denn überhaupt studieren wenn deine Familie nicht wäre?

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jubu
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Beitrag So., 01.02.2009, 19:28

Antonia hat geschrieben:


Hmm interessante Frage...wenn man allen den Fernseher und Internet wegnimmt, vielleicht gehen sie aufeinander zu und es gibt wieder so was wie das soziale Leben. Nachbarn sitzen abends im Hof oder Garten und grillen, finden neue Hobbys, Kinder spielen draussen anstatt vor der Kiste zu sitzen, und manche finden sogar vielleicht eine Arbeit.Andererseits gibts vielleicht mehr alkhoholkranke.

Ehrlich, ich bin eigentlich ein optimist und alles was ernst sein sollte nehm ich irgendwie spöttisch auf die leichte schulter aber doch ohne jetzt wichtige dinge jetzt beinhart als lächerlich abzustempeln und auf die seite zu schieben.. ich denke du kannst dir ugf denken wie ich das meine.. ABER eben.. das glaube ich nicht, wenn man leuten die glotze und alles wegnimmt.. wäre das furchtbar.. ich bin kein menschenhasser aber echt leider finde ich das viele viele menschen daheim vor dem fernseher besser aufgehoben sind als woanders.. weil sie da nix furchtbares tun können. Alkohol und drogen würden sicherlich weitmehr ein thema werden abgesehen davon.. man würde wirklich exteeeeemst sehen wie wenig geld man eigentlich hat, die meisten freizeitaktivitäten kosten viel geld.. stell dir vor, wer der 8h glotze am tag guckt macht aufeinmal draußen irgendwelche dinge.. freizeitpark,bäder,shoppen,essen.. die meisten menschen.. besser fast alle könnten sich das nicht leisten, es würde nicht gehen wenn man genau nachdenkt.. die leute brauchen ein billiges medium das sie aber im preis/leistungs verhältnis prima unterhält.. internet,fernsehen,online-computerspiele sind für die zeit die sie ausfüllen SPOOOT billig. weißt du was ich meine, ich hoffe ich bring das brauchbar rüber, wenn ja denk mal genau drüber nach, ich habs versucht.. ohne billigmedien die endlose unterhaltung bieten wäre alles eine absolute katastrophe.. weil durch den geldmangel tritt depression auf und das wird zu einer bösen bösen lawine.. und eigentlich is das nicht pessimistisch sondern schlicht realistisch LEIDER.

man könnte jetzt denken.. wenn jetzt aber leute draußen was unternehmen bekommen ja die freizeit anbieter mehr kunden und könnten mit den preis runtergehen.. wir ALLE wissen.. nein die preise würden sogar steigen

um zur sucht aber zurückzukehren.. eine sucht ist im volksmund immer auch gleich was negatives.. stimmt in den meisten fällen, es gibt aber auch süchte die nicht unbeding schädlich sind.. sucht nach gesundem essen z.b.. ob die sucht vor der glotze oder internet sitzen schädlich ist.. das liegt am ausmaß.. ich hoffe auch das checkt man.. ist schwer hier zu schreiben wie man das meint, ist nunmal ja ein thema über das wenn man sich zu zweit hinsetzt sogar stunden um stunden plaudern könnte.


sry für meine rechtschreibung aber ich stamme aus der computergeneration und bin deswegen ein rechtschreibkrüppel hihi.

schönen sonntag abend und viel unterhaltung wünscht internetmaxerl jubu

hihi

lg

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Beitrag So., 01.02.2009, 21:16

wenn du dein Leben in den Griff kriegst dann ist es prima. Aber ich oder mitsuko hatten ein Problem damit bzw. ich habe noch welches. Wenn ich arbeiten müsste dann hätte ich das Problem vielleicht nicht, aber im Studium muss man sich selbst in den Popo treten. es ist nicht einfach wie es aussieht, mich macht die Uni auch extrem unsicher und ängstlich.

Ja, das ist dann kontraproduktiv. Ist es dir nicht möglich, das Infragestellen auf besonders wichtige Themen oder auch Leute, die dir wichtig sind, zu begrenzen? Wieso meinst du zum Beispiel, dass du die Öffentlichkeit überzeugen musst?
Ja mir hat schon jemand in irgendeinem Forum gesagt, daß ich gerne missioniere.
Ich kann bzw konnte es nicht so einfach hinnehmen, daß eine gruppe von menschen an a oder b glaubt was in meinen Augen sehr dumm und naiv war. zb die Sache mit kommunismus. Es gibt viele die Lenin und Mao etc toll finden weil sie sich für bessere Menschen halten und im kommunisums gerne bessere Welt schaffen würden und Hitler hassen. Verstehe nicht wie das gehen soll. Bin im kommunismus aufgewachsen, und ich weiss sehr viel über die Verbrechen. Sowas hat mich früher sehr empört und hatte mich irgendwie "berufen" gefühlt den Leuten ins Gewissen reinzureden.
Die meisten Leute lassen sich von nichts überzeugen, gerade wenn es jemand erzählt, den sie kaum kennen. Das kostet wirklich nur Energie und ist dabei noch frustrierend. Vielleicht willst du genau dadurch vor dem fliehen, was du eigentlich tun müsstest (zB Studium).
Vielleicht will ich mich in meinen theorien bestätigt fühlen um mir nicht so alleine vorzukommen. Aber andererseits sind mir als Beispiel die "möchte gern kommunisten" nicht wirklich wichtig .
ja hast recht... irgendwie habe ich jetzt mehr die Egal einstellung. Vielleicht sollte ich öfters mir diese Egal Einstellung einreden, oder verfolgen.
In diesem Forum spüre ich auch öfters diesen bekehrungseifer. wenn jemand sich selbst durch sein Verhalten verletzt würde ich ihn vermutlich gerne retten... vom Gefühl und unterbewusstsein her.
Würdest du denn überhaupt studieren wenn deine Familie nicht wäre?
Schwierig zu sagen. Ich würde so vieles tun oder nicht tun wenn meine Familie nicht wäre.Vermutlich nicht.Ich würde vielleicht ganz wo anders studieren.
Vermutlich sind meine Minderwertigkeitskomplexe und studentischen Probleme gar nicht so schlimm, und sie haben viele. Aber ich schäme mich extremst drauf. Weiss nicht wie ich mir das alles verzeihen kann, das wäre die Basis um echte Erfolge zu erzielen.
Danke daß du mich aufbaust.
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Beitrag Mo., 02.02.2009, 13:16

mir sind einige sachen klar geworden, daher moechte ichs aufschreiben.
bei dem was jubu aufschrieb ist mir klar geworden, dass eltern ihren kindern die abhaengigkeit von dem Zauberkasten vorleben. Die Eltern sind vor der Glotze gesessen wir sitzen vor dem Computerbildschirm.
Mein Vater sass auch oft vor der Glozte. Und sagte aber ich solle mehr lesen." Wieso sollte ich das wenn mein Vater sich die Unterhaltung lieber vom Zauberkasten holt statt zu lesen? Ist doch viel einfacher. "Sagte das Unterbewusstsein.
Vermutlich werden unsere Kinder auch nicht anders sein. Aber es ist wichtig dass wir ihnen auch andere Dinge vorleben , wie aktivitaet oder Sport. Oder Buecher lesen.

dann ist mir klar geworden, dass das emotionale engagement im internet suechtig macht. bzw wir suchen das erleben im Internet. Erleben und vielleicht kontrolle. weil wir unser Leben nicht unter Kontrolle haben...
Es ist so schwer weil im wahren Leben findet man nicht so schnell gleichgesinnte oder Infos. Frueher kaufte ich mir zb buecher ueber biografien der musiker,oder liederbuecher heute gibts alles im netz. Ich habe als Teenie gelitten, keine Gleichgesinnte zu kennen.
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