Zwangserkrankung (Moral), Persönlichkeit Veränderungswahn

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V__W
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Zwangserkrankung (Moral), Persönlichkeit Veränderungswahn

Beitrag Di., 26.05.2026, 13:19

Hey ich wollte mich erkundigen ob es jemanden von euch ähnlich geht.

Ich leide an Zwangsgedanken.
Letztes Jahr ging es mir ganz schlecht und mein Kopf hat begonnen nach und nach alles zu beleuchten, dass an mir nicht okay ist nur um mich zu foltern. In gut und böse zu kategorisieren.

Bsp. Ich habe meinen toten Hund nicht geliebt sondern dass ich sie kontrollieren konnte/ ich bin nur nett oder helfe um zu kontrollieren (Kontrollbedürfnis), ich mache etwas nur gut um Aufmerksamkeit zu bekommen (nicht nur für mich und das ist falsch), ich lenke Gespräche gerne auf mich (Egoismus), ich rede ohne zu denken (Ungeduld), ich frage viel (Kontrollbedürfnis), ich bin extrovertiert um zu gefallen (Aufmerksamkeit), ich esse zu schnell (Ungeduld, auf Gesundheit achten), meiner Schwester gefallen (um ebenbürtig zu sein), sehe gerne wie etwas schlechtes passiert (schlechte Charaktereigenschaft), sage Dinge die ich eigentlich ganz anders sehe (zu schnell für mich selbst, will das andere mich mögen), gebe Rat obwohl ich etwas nur falsch (du musst dich zurücknehmen und genauer drüber nachdenken),...
Auch findet er ständig Dinge die ich tun muss, die als Zwang kommen und nicht mehr als Impulse.

Es ist so, dass der Zwang sich alles gesucht hat das an mir nicht passt- darunter Wahres wie eben Egoismus, Kontrollbedürfnis, Ungeduld- und verwendet das alles gegen mich. Ich bin auch Borderlinerin. Dieser Selbstoptimierungswahn entsprang nicht dem Ursprung ich möchte mich ändern weil mir das Verhalten schadet sondern: Das ist was Schlechtes an dir ändere es!
Es betrifft auch Kleinigkeiten im Alltag wie Wäsche waschen erst wenn die Trommel voll ist (Geduld trainieren, Umwelt schonen) oder den neuen Hund etwas grober streicheln heißt gleich man hat schlechte forcierende Charakterzüge. Wenn ich im Tanzunterricht viel frage müsste ich eigentlich lernen mich zurückzunehmen und die Dinge entspannter sehen um weniger zu kontrollieren- denn das ist schlecht.
Meine Freunde finde ich oft eigenlich gar nicht spannend, aber ich habe so ein starkes Nähebedürfnis. Dann finde ich ab und an wirklich Verbindung zu der Person und das ist schön und überrascht mich- aber der Fakt, dass ich sie nicht interessant finde bleibt. Und trotzdem fällt es mir leicht eine unterstützende Freundin zu sein- weil ich mich gerne kümmere und Kontrolle genieße oder ist es auch weil ich wirklich nett sein kann? Ist das jetzt was das ich ändern sollte- denn ich sollte ja weniger egoistisch sein und mich nicht auf ein Podest heben oder bin ich einfach so?

Ich gehe auch gerne Bachata tanzen und wenn ich mit einem Mann tanze dann kann ich auch problemlos flirten, auch wenn ich ihn eigentlich gar nicht will. Ist das etwas dass ich stoppen muss? Sollte ich nicht lernen Nähe in mir zu finden oder ist es okay jetzt so zu sein?
Als Borderlinerin habe ich das klassische Idealisieren und Abwerten nämlich auch und da habe ich das Gefühl überhaupt nicht eingreifen zu können...aber in wie weit darf ich Borderline sein?
Inwieweit darf ich mich schwieriger verhalten aus meiner Geschichte raus und was sollte ich an mir ändern?

Ocd analysiert jede Verhaltensweise und das Leiden ist mittlerweile stark, denn ich habe das Gefühl nicht ich sein zu können und dass ich Dinge verpasse an denen ich wirklich arbeiten sollte und möchte. Aber normale Impulse haben keinen Raum aufzutauchen, was die Zwänge noch furchteinflößender macht. Ich versuche ruhig mit dem Thema umzugehen, aber ich finde es schwer zu sagen ja okay das ist wirklich was was du ändern solltest und nein das ist überdramatisiert. Und da dieser ganze Optimierungswahnsinn nicht aus einem guten Ort gestartet hat ist es nicht immer eine Zwangshandlung mich jetzt ändern zu wollen? Aber das Leben geht weiter und in jeder Sekunde muss man entscheiden wie man handelt und das ist sehr mühsam mit einem ständigen inneren Richtig- und Falsch Richter. Ich kann auch nicht alles in den Wind schießen und akzeptieren- ja ich bin kontrollierend, ja ich bin egoistisch, ja ich mache jetzt was Dummes- denn dann blockiere ich ja wieder echte Impulse zu Veränderung.
weiter S. 2

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V__W
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Beitrag Di., 26.05.2026, 13:21

Es lastet auf mir ständig das Gefühl zu haben Entscheidungen die meinen Charakter – bestimmen - richtig treffen zu müssen. Nach Aussen lebe ich eine Version die ich innen gar nicht bin- früher waren die Zwänge so stark, mittlerweile habe ich gelernt sie nicht mehr Überhand nehmen zu lassen- aber das führt dazu dass Innen- und Aussenleben nicht miteinander in Verbindung sind und ich teils wichtige Gedanken auch vergesse. Es ist schön aber gleichzeitig erschreckend dass ich einfach mit jemandem lachen kann und lustig bin während mein Inneres trotzdem ständig herausfinden will wie ich zu der Person stehe und ob das okay ist. Und zu sagen nein ich lache jetzt einfach und finde das nicht heraus verschiebt diese Aufgabe nur nach hinten...
Auch mit meiner Geschichte- wieviel an mir sind Muster die nicht optimal sind aber mich schützen sollen und wieviel sind schlechte Eigenschaften die man ändern muss?
Und unter alldem ist es für mich kein Wunder, dass mein Kopf sich bsp. Auf Männer fixiert und weiter ungesunden Impulsen nachgehen möchte- und das darf ich ja aber auch nicht denn das schadet mir ja echt. Und wenn wir schlechte Dinge an uns ändern sollten, bekommen wir ja auch teils keine Impulse weil wir es nicht einsehen wollen....

Das Beste was ich schaffe am Ende des Tage ist es zu vergessen, so kann ich überleben und den Tag halb genießen aber es fühlt sich jeden Tag wie Überleben an. Ich freue mich über jeden Moment in dem ich mich mit mir verbunden fühle & ich mitbekomme dass in mir Dinge auch normal laufen können- wenn ich Mitgefühl habe z.B. oder was Gutes wirklich aus meinem Herzen kommt.
Ich würde mich über Antworten freuen!

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inlines
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Beitrag So., 21.06.2026, 19:21

Hallo,

Zwangsgedanken sind eine üble Sache, und ich erkenne mich selbst in einigem wieder, was du hier beschreibst. In meiner Jugend ist es mir ähnlich ergangen. Im Nachhinein glaube ich, dass ich mich damals übertrieben vor meiner Persönlichkeit gefürchtet habe bzw. gar nicht wußte, wer ich wirklich bin oder wer ich sein darf. Ein riesige Angst vor Fehlern, wahrscheinlich auf Grund von Erlebnissen in der Kindheit.

Es hilft, wenn man lernt sich selber eine gewisse Toleranz zu geben. Dass man Fehler machen darf, ohne gleich mit lebensbedrohlichen Auswirkungen rechnen zu müssen. Dass Fehler vielleicht sogar etwas sind, das uns erst zu Menschen macht.

Manche Menschen reflektieren überhaupt nicht über das was sie tun (Egoismus), während andere mit nichts anderem beschäftigt sind (Selbstverleugnung). Es gilt eine gesunde Mitte zu finden.

FG

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Sinarellas
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Beitrag Mo., 22.06.2026, 06:55

ich würd auch immer schauen und ggf. therapeutisch bearbeiten vor was der Zwang tatsächlich ablenkt. Wo willst du nicht hinsehen. Das gelingt ganz gut mit einem professionellen Helfer, es braucht einen fremden Blick und nicht deinen eigenen Zwangsblick auf dich.
..:..

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